Der Fall, mit welchem sich im Rahmen dieser Arbeit befasst wird, spiegelt eine Berufssituation wider, welche keine Ausnahme darstellt. Krisensituationen im Beruf aufgrund aufkommender Diskrepanzen mit Vorgesetzten können in jeder Branche zur Realität werden. Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit außergewöhnlichen Belastungen konfrontiert. Kritische Lebensereignisse können unser Leben aus dem Gleichgewicht bringen. Sie stellen unsere Werte, Überzeugungen und Vorstellungen auf den Prüfstand. Auch im Berufsleben stellen sich Menschen immer neuartigen und herausfordernden Aufgaben und Situationen. Stress und Erschöpfung bleibt dabei oftmals nicht immer aus. Wenn unsere Grenze der Belastbarkeit übersteigt wird und unsere eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zur Dekompensation nicht ausreichen, kann die Situation in eine Lebenskrise münden.
Das Ungleichgewicht aus belastenden Lebensumständen oder Ereignissen und fehlenden Ressourcen zur Bewältigung ist das zentrale Element der Krisenentstehung. Die Bundespsychotherapeutenkammer führte 2018 eine Studie bezüglich der Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit durch. Aus der Studie geht hervor, dass der Anteil psychisch bedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage, der im Jahr 2017 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen ist, beträgt 15 %. Auch die Dauer der Krankschreibungen hat stark zugenommen. Durchschnittlich beträgt diese aufgrund psychischer Erkrankungen 34,8 Tage, gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 20,4 Tagen. Dies verdeutlicht die Relevanz der Thematik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung Fallbeispiel
3 Narzisstische Persönlichkeitsstörung / Narzissmus
4 Krisenmodelle
4.1 Krisenmodell nach Erika Schuchardt
4.2 Einordnung Herr B
5 Folgen kritischer Lebensereignisse
5.1 Depression versus Burnout Syndrom
5.2 Bezug zum Fallbeispiel
6 Prävention und Bewältigung von Krisen
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Entstehung und Bewältigung von Krisen im beruflichen Kontext auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf dem Zusammenspiel von narzisstischen Persönlichkeitsstrukturen und daraus resultierenden Belastungen für Mitarbeitende liegt. Anhand eines konkreten Fallbeispiels analysiert die Autorin die Dynamiken einer Krisensituation und leitet unter Einbezug theoretischer Modelle, wie dem Krisenmodell nach Erika Schuchardt, Interventionsmöglichkeiten und präventive Strategien ab, um psychischen Erkrankungen wie Burnout und Depression im Arbeitsumfeld entgegenzuwirken.
- Krisenintervention und Bewältigungsstrategien im beruflichen Alltag
- Analyse narzisstischer Persönlichkeitsstörungen und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Arbeitsbeziehungen
- Anwendung des Krisenmodells nach Erika Schuchardt auf praxisnahe Fallstudien
- Differentiation und Symptomatik von Burnout Syndrom und Depression
- Präventionsmaßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz
Auszug aus dem Buch
Narzisstische Persönlichkeitsstörung / Narzissmus
Der Ausdruck Narzissmus stellt psychologisch und umgangssprachlich die übersteigerte und unrealistische Wahrnehmung der eigenen Bedeutsamkeit dar. Der Ursprung des Begriffes liegt in der griechischen Mythologie. Er beruht auf der Sage vom Jüngling Narziss, welcher sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Seither steht Narzissmus für eine übertriebene Selbstliebe und übersteigerten Selbstwert. Ebenfalls geht Narzissmus mit einem starken Bedürfnis nach Macht und Aufmerksamkeit einher und ist geprägt von Eitelkeit und Extravertiertheit (Externbrink & Kiel, 2018, S. 8). Narzissmus kann verschiedene Ausmaße annehmen. Dies reicht von normalem, angemessenem Narzissmus bis hin zu einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Es existieren eine Vielfalt an Erscheinungsformen und unterschiedlich ausgeprägte narzisstische Erlebnisweisen und Persönlichkeitszüge. Es gibt zwei Grundausprägungen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Zum einen den sogenannten grandiosen Narzissten und zum anderen den depressiven Narzissten. Der grandiose Narzisst ist besonders durch die übertriebene Vorstellung der eigenen Bedeutung und Größe gekennzeichnet. Der depressive Narzisst hingegen wird von Gefühlen der Minderwertigkeit charakterisiert (Schneck, 2018, S. 14-16). Für die endgültige Diagnosestellung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung steht das Klassifikationssystem DSM-5 zur Verfügung (Schneck, 2018, S. 14). Narzissten streben nach Macht und Einfluss, weswegen Menschen mit narzisstischen Zügen ebenfalls vermehrt in Führungspositionen vertreten sind (Beil, 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Zunahme psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit und stellt die Relevanz der Untersuchung von Krisensituationen im beruflichen Umfeld dar.
2 Vorstellung Fallbeispiel: In diesem Kapitel wird Herr B als Betroffener einer belastenden beruflichen Situation eingeführt, die als Ausgangspunkt für die weiteren Analysen dient.
3 Narzisstische Persönlichkeitsstörung / Narzissmus: Es werden die theoretischen Grundlagen des Narzissmus erläutert, wobei zwischen grandiosen und depressiven Erscheinungsformen unterschieden wird.
4 Krisenmodelle: Dieses Kapitel führt das Spiralmodell von Erika Schuchardt ein und ordnet die Krisensituation von Herrn B in den entsprechenden theoretischen Rahmen ein.
5 Folgen kritischer Lebensereignisse: Hier werden Depression und das Burnout-Syndrom differenziert betrachtet und mit dem vorliegenden Fallbeispiel verknüpft.
6 Prävention und Bewältigung von Krisen: Der Fokus liegt auf praktischen Maßnahmen zur Krisenintervention und zur Förderung der Resilienz im beruflichen Alltag.
7 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Perspektiven für eine bessere psychische Gesundheitsförderung in Unternehmen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Krisenintervention, Narzissmus, Fallbeispiel, Krisenmodell, Erika Schuchardt, Burnout Syndrom, Depression, psychische Erkrankungen, Arbeitswelt, Prävention, Resilienz, Führungspositionen, Mitarbeitenden-Führung, Bewältigungsstrategien, Diagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewältigung beruflicher Krisensituationen, die durch den Umgang mit narzisstischen Persönlichkeiten im Arbeitsumfeld verschärft werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, die Dynamik narzisstischer Persönlichkeitsstörungen, Krisenbearbeitung nach dem phasenorientierten Modell von Schuchardt sowie die Differenzierung von Burnout und Depression.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Krisenbewältigung und Prävention aufzuzeigen, um betroffenen Mitarbeitern bei belastenden Arbeitsverhältnissen unterstützend zur Seite zu stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung des qualitativen Fallstudien-Ansatzes unter Verwendung psychologischer Fachliteratur und anerkannter Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-5).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Krisenmodelle erläutert, das Krankheitsbild von Herrn B analysiert und Möglichkeiten zur strukturellen und persönlichen Prävention von Burnout und Depression diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Krisenintervention, Narzissmus, Burnout, Depression, Resilienz, Arbeitsplatzbelastung und betriebliche Gesundheitsprävention.
Warum spielt das Krisenmodell nach Schuchardt für den Fall eine zentrale Rolle?
Es dient dazu, den emotionalen und rationalen Verarbeitungsprozess von Herrn B in seiner Krise zu strukturieren und Phasen wie Aggression, Verhandlung und Annahme nachvollziehbar zu machen.
Wie unterscheidet sich die Arbeit bei der Abgrenzung von Burnout und Depression?
Die Arbeit nutzt die medizinischen Fachdefinitionen (ICD-10/11), um zu verdeutlichen, dass Burnout kein eigenständiges Krankheitsbild ist, während Depression als psychische Erkrankung mit spezifischen Diagnosekriterien eingestuft wird.
Welche Empfehlung gibt die Autorin für das Fallbeispiel?
Die Autorin empfiehlt Herrn B eine psychotherapeutische Begleitung und ein Führungskräfte-Coaching, um seine berufliche Rolle sowie Strategien zum Umgang mit narzisstischen Vorgesetzten zu reflektieren.
- Arbeit zitieren
- Lore Krüger (Autor:in), 2021, Krisensituationen im Beruf. Ein Fallbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321960