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Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo

Title: Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo

Examination Thesis , 2001 , 99 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Claudia Mettge (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Die Darstellung Englands und der Engländer hat in der Weltliteratur Tradition: Shakespeare inspirierte sie zu Lobeshymnen auf Land und Leute, in Richard II etwa wird England: “This other Eden, demi- paradise”, seine Landsleute “this happy breed of men”; Daniel Defoe hingegen dichtet über “The True- born Englishman” und spricht von “that vain, ill- natur‘d thing, an Englishman”.

Das Thema dieser Arbeit soll es sein, die Fortsetzung dieser Tradition in der heutigen Literatur Großbritanniens, speziell bei Salman Rushdie, Hanif Kureishi und Timothy Mo, zu betrachten. Die drei Autoren werfen ein neues Licht auf die Thematik, sind sie doch alle Repräsentanten der neuen Literaturen englischer Sprache. Sie blicken – bedingt durch ihre Lebensläufe im Wechselspiel verschiedener Kulturen – auf das Land, dessen Pässe sie besitzen aus einer ebenso neuen wie interessanten Perspektive.

Die Bedeutung dieser Schriftsteller wird meist besonders darin gesehen, dass sie in ihren Werken über ihre speziellen Lebenserfahrungen im Umfeld von Immigration und Rassenbeziehungen berichten. Diese Erfahrungen und Berichte gelten als exotisch und fremd. Hierbei scheint jedoch Exotisch gerade das, was in der Situation der jeweiligen Autoren das Normale, das Alltägliche darstellt: das Miteinander von Nicht-Briten bzw. Immigranten unterschiedlicher Herkunft, die für gewöhnlich einen hybriden Lebensstil zugeschrieben bekommen. Im Gegensatz zu dieser üblichen Auffassung wird hier davon ausgegangen werden, dass sich postkoloniale Autoren und somit auch die Inhalte und Themen ihrer Werke nicht nur innerhalb der engen Grenzen der verschiedenen ethnischen, rassischen oder kulturellen Gruppierungen bewegen, denen sie durch ihre Herkunft oder die Herkunft ihrer Vorfahren zugerechnet werden können, sondern dass sie auf den verschiedensten Ebenen in Kontakt treten mit Menschen anderer Ethnien, Kulturen, Klassen und sexueller Orientierung und die größte, homogen erscheinende Gruppe, die in Großbritannien den Immigranten gegenübertritt, sind natürlich die Briten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANALYSERAHMEN

2.1. DIE KONZEPTE DES SELBST UND DES ANDEREN

2.2. ENGLISHNESS, ENGLAND, ENGLÄNDER

3. HAUPTTEIL

3.1. TIMOTHY MO - SOUR SWEET

3.1.1. Bedeutung des Titels

3.1.2. Die Wahrnehmung der Engländer, ihrer Sitten, Gebräuche und Heimat

3.2. HANIF KUREISHI - THE BUDDHA OF SUBURBIA

3.2.1. Neuverhandlung von Englishness

3.2.2. Das Bild des Engländers in der ersten Generation von Immigranten

3.2.3. Das Bild des Engländers in der Folgegeneration

3.3. THE SATANIC VERSES

3.3.1. Dezentrierung Englands

3.3.2. Wahrnehmung des Anderen

3.3.3. Erneuerung der Gesellschaft

4. ZUSAMMENFASSENDER VERGLEICH

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des Engländers in ausgewählten postkolonialen Werken von Salman Rushdie, Hanif Kureishi und Timothy Mo. Dabei soll analysiert werden, wie diese Autoren, die selbst eine hybride kulturelle Identität verkörpern, das englische Wesen aus einer Außenseiterperspektive wahrnehmen und dekonstruieren.

  • Darstellung Englands und der "Englishness" in der zeitgenössischen postkolonialen Literatur.
  • Analyse der Konzepte des "Selbst" und des "Anderen" in den Werken von Kureishi, Rushdie und Mo.
  • Untersuchung der Fremdwahrnehmung des Engländers durch Immigranten und deren Spiegelung im Literaturkanon.
  • Vergleich der verschiedenen Strategien der Autoren, das englische Selbstbild zu problematisieren.
  • Reflektion über Identitätsfindung und den Einfluss von Kolonialgeschichte auf das heutige Bild Großbritanniens.

Auszug aus dem Buch

3.1. Timothy Mo - Sour Sweet

Sour Sweet, erschienen 1982, ist eine Chronik des Lebens zweier chinesischer Familien in London. Dabei handelt es sich zum einen um die Chen Familie, die zu Beginn des Romans seit vier Jahren in England lebt. Sie besteht aus ‚Husband‘, seiner Frau Lily, ihrem Sohn Man Kee und Mui, der Schwester Lilys. Später schließt sich ihnen noch der Vater Husbands, ‚Grandpa‘, an, der nach dem Tod seiner Frau China verlässt, um bei der Familie seines Sohnes zu leben. Die zweite Familie, deren Entwicklung in Sour Sweet verfolgt wird, ist keine Familie im eigentlichen Sinne: Es handelt sich hierbei um die Hung Familie, die eine kriminelle Vereinigung ähnlich der italienischen Mafia ist. Beide Familien interagieren auf unterschiedlichem Niveau mit dem britischen sozio-kulturellen Umfeld, sie sind also beide mögliche Informanten bei der Betrachtung der Darstellung des Engländers.

Die Entwicklung innerhalb der Chen Familie wird ausgelöst aufgrund des Umstands, dass Husband gezwungen ist, sich von Vertretern der Hung Familie, ohne das Wissen seiner eigenen Familie, Geld zu leihen. Hierdurch kommen die beiden Familien miteinander in Kontakt. Husband hatte bis zu diesem Zeitpunkt und auch noch kurze Zeit danach in einem Restaurant im Zentrum Londons gearbeitet. Erst seine Bemühungen, sich aus dem Einflussbereich der Hung Familie zu entfernen, führen ihn dazu, endlich dem langen Drängen seiner Frau Lily nachzugeben und ein eigenes chinesisches Schnellrestaurant zu eröffnen. Dies finanziert die Chen Familie mit dem Geld, das Lily sich bereits seit längerer Zeit vom Mund abgespart hat. Sie siedeln sich in einem Vorort Londons an und treten dort in näheren Kontakt mit den Einheimischen, die jetzt ihre Gäste und Nachbarn werden und ihnen auch als Vertreter von englischen Institutionen begegnen. Diese Begegnungen außerhalb der geschlossenen Gesellschaft Chinatowns sind es, die die Chens zu Reflexionen über die Engländer und ihr Land inspirieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der traditionellen Darstellung Englands und Einführung in das Ziel, diese Tradition durch postkoloniale Autoren neu zu betrachten.

2. ANALYSERAHMEN: Theoretische Grundlegung durch Konzepte des Selbst, des Anderen und Definitionen von Englishness.

3. HAUPTTEIL: Detaillierte Analyse der Werke von Timothy Mo, Hanif Kureishi und Salman Rushdie hinsichtlich der Wahrnehmung Englands.

4. ZUSAMMENFASSENDER VERGLEICH: Synoptische Gegenüberstellung der Ergebnisse und Analyse der Gemeinsamkeiten in der Darstellung des englischen Wesens.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Englishness, Immigrantenliteratur, Identitätsfindung, Timothy Mo, Hanif Kureishi, Salman Rushdie, Stereotypen, Fremdwahrnehmung, Kulturhybridität, Selbstbild, Fremdbild, Großbritannien, Thatcher-Ära.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie postkoloniale Autoren wie Kureishi, Rushdie und Mo das Bild der Engländer in ihren Romanen darstellen und kritisch hinterfragen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Konzepte des Selbst und des Anderen, die Identitätskonstruktion durch Einwanderer sowie die Dekonstruktion der traditionellen englischen Nationalidentität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das "englische Wesen" aus einer distanzierten Außenseiterperspektive wahrgenommen wird und inwiefern dies bestehende Stereotypen aufbricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die durch sozialwissenschaftliche Konzepte (wie das Konzept des "Anderen") und theoretische Diskurse zum Postkolonialismus gerahmt wird.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Analysen der Werke "Sour Sweet", "The Buddha of Suburbia" und "The Satanic Verses", in denen jeweils spezifische Wahrnehmungen und gesellschaftliche Konflikte beleuchtet werden.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Englishness", "Hybridität", "Postkolonialismus", "Migration" und "Identität".

Wie unterscheidet sich die Darstellung in Timothy Mo’s "Sour Sweet" von den anderen Werken?

Mo’s Werk betrachtet das englische Umfeld besonders durch die Perspektive chinesischer Alltagserfahrungen, wobei die Integration durch die Restaurant-Arbeit eine zentrale Rolle spielt.

Welche Rolle spielt die Figur Karim Amir in "The Buddha of Suburbia"?

Karim fungiert als hybrider Identitätsträger, der als Insider und Outsider gleichermaßen fungiert und durch seine doppelte kulturelle Zugehörigkeit die englische Identität dezentriert.

Was ist die Bedeutung des Titels "The Satanic Verses" im Kontext der Arbeit?

Rushdie nutzt den provokanten Titel als bewusste Affirmation der Identität derjenigen, die durch ihre Andersartigkeit in der westlichen Gesellschaft demonisiert wurden.

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Details

Title
Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo
College
http://www.uni-jena.de/  (Anglistik/ Amerikanistik)
Grade
1,0
Author
Claudia Mettge (Author)
Publication Year
2001
Pages
99
Catalog Number
V13220
ISBN (eBook)
9783638189224
ISBN (Book)
9783638698641
Language
German
Tags
Postkolonialismus Rushdie Mo Kureishi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Mettge (Author), 2001, Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13220
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