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Forschungsethik in der empirischen Sozialforschung. Geschichte, Prinzipien, Relevanz

Titel: Forschungsethik in der empirischen Sozialforschung. Geschichte, Prinzipien, Relevanz

Hausarbeit , 2022 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Katja Bartels (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit stellt die Frage, welche Relevanz der Ethik innerhalb der empirischen Sozialforschung zuteil wird. Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage werden zunächst die Begriffe Forschung und Ethik definiert und ihre Beziehung untereinander. Außerdem wird die Zeit von 1933-1945 beleuchtet, in der unethische Forschungspraxis verheerende Folgen für viele Menschen hatte. An einem Beispiel wird dies veranschaulicht.

Im Anschluss wird erklärt welche Rolle der Nürnberger Kodex im Jahr 1947 hatte und welche Ziele er verfolgte. Zentrale Aspekte aktueller ethischen Normen werden genannt und anhand von drei Wissenschaftsskandalen wird deutlich, welche Relevanz ihnen zukommt. In diesem Zusammenhang werden der Tea Room Trade von 1970, das Stanford-Prison-Experiment von 1971 und Das Milgram Experiment von 1963 vorgestellt. Nachdem wichtige Gründe zur Einhaltung ethischer Kodizes reflektiert und erläutert werden, stellt der letzte Abschnitt zentrale Inhalte eines Ethikantrags vor und erklärt die Aufgaben einer Ethikkommission.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ethik und Forschung

2.1 Verletzung forschungsethischer Grundsätze im Nationalsozialismus

2.2 Der Nürnberger Kodex

3 Zentrale Prinzipien der Forschungsethik

3.1 Freiwilliges und informiertes Einverständnis

3.2 Vermeidung der Schädigung aller Beteiligten

3.3 Absicherung von Anonymitäts- und Vertraulichkeitszusagen

4 Relevanz der Einhaltung forschungsethischer Richtlinien

4.1 Zentrale Inhalte eines Ethikantrags in der empirischen Sozialforschung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Forschungsethik innerhalb der empirischen Sozialforschung. Ziel ist es, die Notwendigkeit moralischer Reflexion bei wissenschaftlichen Studien zu verdeutlichen, um das Wohlergehen der Teilnehmenden durch die Einhaltung ethischer Standards – wie den Verzicht auf Täuschung und die Gewährleistung von Anonymität – sicherzustellen.

  • Ethische Prinzipien und ihre historische Entwicklung nach dem Nationalsozialismus
  • Analyse bekannter Wissenschaftsskandale (Tea Room Trade, Stanford-Prison-Experiment, Milgram-Experiment)
  • Bedeutung des freiwilligen und informierten Einverständnisses
  • Schutz der Probanden vor physischen und psychischen Schäden
  • Prozessuale Aspekte und Mindestanforderungen bei einem Ethikantrag

Auszug aus dem Buch

3.1 Freiwilliges und informiertes Einverständnis

Laut der Ethikrichtlinien der deutschen Gesellschaft der Psychologie (DGPs) sind verschiedene Sachverhalte im Rahmen der informierten Einwilligung mit den Studienteilnehmern im Vorfeld zu erörtern (BDP & DGP, 2016). Einige zentrale Themen werden im Weiteren behandelt. Ein wichtiger forschungsethischer Aspekt stellt die freiwillige Teilnahme der Probanden dar und das Recht vor und auch während der Untersuchung die Teilnahme auf eigenen Wunsch abzubrechen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen (RatSWD, 2017, S.22). Ausgenommen sind gesetzlich angeordnete Datenerhebungen. Außerdem sollten alle Teilnehmer eines Forschungsprojektes über potentielle Risiken und negative Auswirkungen aufgeklärt werden, die sich durch die Teilnahme an der Studie ergeben könnten (BDP & DGP, 2016). Mit Ausschluss von Beeinflussungen, die alltäglichen Befindlichkeitsschwankungen entsprechen. Schwierig ist es auch ein informiertes Einverständnis seitens der Probanden einzuholen, wenn es sich um eine teilnehmende Beobachtung handelt (Unger & Baumgartinger, 2014, S.26). Ein weiterer Bestandteil der informierten Einwilligung ist die Gewährleistung von Vertraulichkeit und Anonymität der Personendaten (Kpt. 3.3), sowie auch gegebenenfalls die Grenzen der Anonymisierung (BDP & DGP, 2016). Dem Prinzip der bewussten Einwilligung wiederspricht auch die Täuschung von Probanden, deshalb sind diese Art Studien nur in besonderen Ausnahmefällen zulässig (Bortz & Döring, 2016, S.126).

Das Prinzip des informierten Einverständnisses ist nicht nur ein forschungsethisches Prinzip, sondern auch durch den Gesetzgeber verordnet (vgl. § 4 und § 40 des Bundesdatenschutzgesetzes von 1990). So ist es essentiell, personenbezogene Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen zu erheben (Hopf, 2016, S.196). In den 60er und 70er Jahren wurden einige ethisch umstrittene Studien mit verdeckter teilnehmender Beobachtung und Täuschung durchgeführt. Anschließend wurden sensible Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Diese Studien sind aus heutiger Sicht weder ethisch zu vertreten noch aus rechtlichen Gesichtspunkten legal.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die ethischen Prinzipien der Forschung ein und skizziert anhand der historischen Aufarbeitung und bedeutender Skandale die Forschungsfrage nach der Relevanz von Ethik in der empirischen Sozialforschung.

2 Ethik und Forschung: Dieses Kapitel erläutert das Verhältnis zwischen Ethik und Forschung und beleuchtet die dunkle Historie von Menschenrechtsverletzungen in der Forschung während des Nationalsozialismus sowie die daraus resultierende Entstehung des Nürnberger Kodex.

3 Zentrale Prinzipien der Forschungsethik: Es werden die Grundpfeiler wie informierte Einwilligung, Schadensvermeidung und Datenschutz diskutiert und anhand kritischer historischer Experimente auf ihre Anwendbarkeit und Dringlichkeit geprüft.

4 Relevanz der Einhaltung forschungsethischer Richtlinien: Das Kapitel betont die Notwendigkeit von Vertrauen in der Wissenschaft und beschreibt die formalen Anforderungen sowie die Rolle einer Ethikkommission bei der Prüfung von Forschungsvorhaben.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass moralische Reflexion und forschungsethische Standards untrennbar mit guter Wissenschaft verbunden sind, um Teilnehmer zu schützen und Menschenrechte zu wahren.

Schlüsselwörter

Forschungsethik, Empirische Sozialforschung, informierte Einwilligung, Nürnberger Kodex, Wissenschaftsskandale, Probandenschutz, Ethikkommission, Schadensvermeidung, Datenschutz, Anonymisierung, Täuschung, moralische Reflexion, Forschungsfreiheit, Menschenrechte, Wissenschaftsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Verantwortung von Forschenden in der empirischen Sozialforschung und der Frage, wie die Integrität von Teilnehmenden geschützt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind historische und moderne ethische Richtlinien, der Schutz der Privatsphäre, die Problematik der Täuschung sowie der Ablauf von Ethikanträgen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Relevanz der Forschungsethik aufzuzeigen und zu begründen, warum moralisches Handeln eine Grundvoraussetzung für wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung sein muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur sowie der Fallbetrachtung historisch bedeutender Wissenschaftsskandale basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung ethischer Normen, analysiert prominente Studien wie das Milgram- oder Stanford-Prison-Experiment und erläutert die Anforderungen eines Ethikantrags.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Forschungsethik, informierte Einwilligung, Probandenschutz und die Abwägung zwischen Forschungszielen und Persönlichkeitsrechten.

Warum wird das Stanford-Prison-Experiment als kritisches Beispiel angeführt?

Es dient als abschreckendes Beispiel für Studien, die aufgrund fehlender ethischer Begrenzung außer Kontrolle geraten sind und zu erheblichen physischen und psychischen Schäden bei den Beteiligten führten.

Welche Rolle spielt die Ethikkommission in einem Forschungsprozess?

Die Ethikkommission fungiert als beratendes und prüfendes Organ, das sicherstellt, dass das geplante Vorhaben ethische Mindeststandards erfüllt und die Balance zwischen Forschungsinteresse und Teilnehmerschutz wahrt.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Forschungsethik in der empirischen Sozialforschung. Geschichte, Prinzipien, Relevanz
Note
2,0
Autor
Katja Bartels (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
11
Katalognummer
V1322085
ISBN (PDF)
9783346812292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Forschungsethik Zentrale Prinzipien der Forschungsethik Nürnberger Kodez Ethikantrag
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katja Bartels (Autor:in), 2022, Forschungsethik in der empirischen Sozialforschung. Geschichte, Prinzipien, Relevanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322085
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Leseprobe aus  11  Seiten
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