In unserer Arbeit untersuchen wir die Frage nach dem sozialen Ausschluss und der Lebenssituation von Wohnungslosen in Österreich. Diese Thematik versuchen wir anhand des Stigmatisierungsansatzes und nach dem Konzept der Lebenslage zu verdeutlichen. Im ersten Teil unserer Arbeit werden wir auf die allgemeinen Daten und Fakten eingehen. Darüber hinaus geben wir eine kleine Einführung in die Lebenslage der Wohnungslosen. Des Weiteren verwenden wir die oben genannten Ansätze, um die Situation der Wohnungslosen genau zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibungswissen
2.1. Definitionen
2.2. Statistische Daten
2.3. Hintergrundwissen zu den Ansätzen
2.3.1. Sozialer Ausschluss von Wohnungslosen
2.3.2. Gesundheitszustand von Wohnungslosen
3. Erklärungswissen
3.1. Stigmatisierungstheorie
3.2. Konzept der Lebenslage
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den sozialen Ausschluss und die prekäre Lebenssituation von Wohnungslosen in Österreich. Ziel ist es, mittels soziologischer Konzepte die komplexen Ursachen und gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen zu durchleuchten, um Ansatzpunkte für eine effektivere Soziale Arbeit und präventive Maßnahmen aufzuzeigen.
- Analyse von Stigmatisierungsprozessen und deren Auswirkungen auf die Identität.
- Untersuchung der Lebenslage als Konzept soziostruktureller Ungleichheit.
- Empirische Einordnung der Wohnungslosigkeit in Österreich anhand vorhandener Statistiken.
- Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Arbeit, Wohnsituation und Gesundheit.
Auszug aus dem Buch
3.1. Stigmatisierungstheorie
Die bisherigen Untersuchungen belegen klar, dass soziale Isolation und Randständigkeit herausragende Merkmale von wohnungslosen Menschen sind. Bei der Suche nach Erklärungen tauchen Begriffe wie Stigmatisierung, Deklassierung, Diskriminierung, Etikettierung usw. auf. Die soziale Isolation macht die Menschen machtlos und mutlos und setzt sie damit Stigmatisierungsprozessen aus. Um die daraus resultierende Frustration zu vermeiden, kann es zu weiterem Rückzug kommen. Durch den Rückzug werden jedoch die Kontakte zur Gesellschaft weiter reduziert, weil die gesellschaftlichen Werte und Normen für die Personen unerreichbar scheinen und mit wiederholtem Versagen einhergehen. Darüber hinaus bleibt nur selten der Kontakt zu Verwandten und Bekannten bestehen und Kontakte zu anderen wohnungslosen werden oft nicht angestrebt. Als Folge fühlen sich wohnungslose oft allein gelassen und begegnen anderen Menschen mit misstrauen. (Vgl. Malyssek/Störch 2009, S.131f)
Mit dem Ausschluss aus der Gesellschaft und dem damit verbundenen Außenseiterstatus kommt es neben sozialer Isolation auch zu Verlassenheitsgefühlen, zu einem Mangel an sozialer Bestätigung und folglich zu geringer Selbstsicherheit und geringem Selbstvertrauen. Dadurch kann die Fähigkeit des selbstständigen Handelns ebenfalls beeinträchtigt werden. Es kann ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Sozialisation und dem Karriereverlauf des Betroffenen festgestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Abneigung und Ausgrenzung gegenüber Wohnungslosen sowie die Motivation der Autoren, sich mit deren Lebenssituation in Österreich auseinanderzusetzen.
2. Beschreibungswissen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch Definitionen, statistische Daten zur Lage in Österreich sowie Analysen des sozialen Ausschlusses und gesundheitlicher Aspekte.
3. Erklärungswissen: Hier werden theoretische Ansätze wie die Stigmatisierungstheorie und das Konzept der Lebenslage genutzt, um die Hintergründe der Wohnungslosigkeit systemisch zu erklären.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Situation von Wohnungslosen durch eine komplexe soziale Ausgrenzung gekennzeichnet ist, welche eine ganzheitliche Betrachtung und präventive Ansätze in der Sozialen Arbeit erfordert.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Untermauerung der theoretischen Ausführungen.
Schlüsselwörter
Wohnungslosigkeit, Soziale Arbeit, Stigmatisierung, Lebenslage, Sozialer Ausschluss, Armut, Gesundheit, Randständigkeit, Österreich, Gesellschaft, Ausgrenzung, Soziale Isolation, Prävention, Identität, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation und den sozialen Ausschluss von Wohnungslosen in Österreich aus einer soziologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Stigmatisierungsprozesse, die Relevanz des Gesundheitszustands, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und das Konzept der Lebenslage bei Wohnungslosen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die komplexen Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzuzeigen, um für die Soziale Arbeit notwendige Interventions- und Präventionsansätze zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte sowie der Auswertung bestehender statistischer Daten von Fachorganisationen (BAWO).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen, statistische Fakten zur Obdachlosigkeit sowie die theoretische Aufarbeitung der Themen Stigmatisierung und Lebenslage detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Wohnungslosigkeit, sozialer Ausschluss, Stigmatisierung, Lebenslage und Soziale Arbeit charakterisiert.
Warum ist das Konzept der Lebenslage für diese Arbeit so bedeutend?
Das Lebenslage-Konzept ermöglicht es, Wohnungslosigkeit nicht nur als Mangel an Wohnraum, sondern als ein multidimensionales Problem zu verstehen, das ökonomische und soziale Faktoren einschließt.
Welche Rolle spielt die Stigmatisierung bei Obdachlosen laut der Arbeit?
Stigmatisierung dient als Mechanismus, der die soziale Ausgrenzung verstärkt, die Identität der Betroffenen negativ beeinflusst und oft zu einem weiteren, selbstgewählten Rückzug führt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit?
Die Arbeit beleuchtet beide Aspekte, wobei sie sowohl auf das Leben auf der Straße als auch auf die prekäre Lebenssituation derer in Notschlafstellen eingeht.
- Arbeit zitieren
- Markus Dörn (Autor:in), 2011, Sozialer Ausschluss und die Lebenssituation von Wohnungslosen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322314