"Squid Game" handelt von einigen verschuldeten Menschen, die gegen ein Preisgeld an einem Wettkampf teilnehmen. In diesem Wettkampf werden Kinderspiele gespielt, wer verliert, wird allerdings umgebracht. Es nehmen hauptsächlich Männer an diesem Wettkampf teil. Neben dem Wettkampf beherrscht männliche Gewalt und der daraus mögliche resultierende Tod die Serie. Aus diesem Grund werde ich mich mit der männlichen Gewalt in der Netflix-Serie Squid Game auseinandersetzen. Inwiefern sind die homosozialen Verhältnisse als realistisch anzusehen? Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, wie die Männlichkeit in "Squid Game" konstruiert wird. Der Fokus dieser Analyse soll die gezeigte männliche Gewalt darstellen.
Als theoretische Grundlage soll dafür erläutert werden, wie Männlichkeit überhaupt konstituiert ist. Damit der Begriff der Männlichkeit detailliert dargestellt werden kann, wird das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell als theoretisches Fundament genutzt. Zum Beginn werden die Relationen der Männlichkeit sowie das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell ausführlich erläutert. Danach werden die zuvor ausgeführten theoretischen Grundlagen in einen Kontext zur Serie "Squid Game" gesetzt und dabei der Frage nachgegangen, ob und inwiefern sich das Konzept der hegemonialen Männlichkeit dort finden lässt. Die Grundlage dieser Analyse erfolgt auf der soziologischen Film- und Fernsehanalyse. Diese Analyseform wurde ausgewählt, weil sie die medial übermittelten Dialogformen innerhalb ihrer sozialen Konstellationen untersucht und somit eine Aussage über die soziale Wirklichkeit zulässt. Es werden zwei Szenen aus der vierten Folge hinsichtlich der Verhaltensweisen, der Sprache und auch der Kameraeinstellungen analysiert. Der Fokus wird hierbei auf den Gangster Jan Deok-su liegen, weil er in einige Gewaltszenen verwickelt ist. Die vierte Folge wurde ausgewählt, weil hier ein hohes Maß von männlicher Gewalt gezeigt wird. Nachdem dies geschehen ist, werden die Ergebnisse der Analyse mit der zuvor erarbeiteten Theorie zusammen gebracht. Daraufhin wird ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konstruktion von Männlichkeit
2.1 Hegemoniale Männlichkeit
3 Methode
4 Hegemoniale Männlichkeit in der Serie Squid Game – eine Analyse
4.1 Diskussion der Ergebnisse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Konstruktion von Männlichkeit in der Netflix-Serie Squid Game zu untersuchen, wobei der Fokus insbesondere auf der Darstellung männlicher Gewalt sowie der Anwendung des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell liegt.
- Analyse der Männlichkeitskonstruktion in der Serie Squid Game
- Anwendung des theoretischen Konzepts der hegemonialen Männlichkeit
- Untersuchung von Männlichkeit im Kontext von Gewalt und Dominanz
- Soziologische Film- und Fernsehanalyse von Schlüsselszenen
- Diskussion über homosoziale Verhältnisse und geschlechtsspezifische Rollenbilder
Auszug aus dem Buch
4 Hegemoniale Männlichkeit in der Serie Squid Game – eine Analyse
Die Serie Squid Game handelt davon, dass rund 456 arme, ausgegrenzte und verzweifelte Menschen von einem Mann angesprochen - und nach einem Spiel um Geld eine Karte mit einer Telefonnummer ausgehändigt bekommen. Sobald die Personen, die Telefonnummer anrufen, sind sie Teilnehmer des großen Wettkampfes. Sie werden daraufhin mit einem Auto abgeholt, betäubt und auf eine Insel verschleppt. Nach ihrer Ankunft werden die noch betäubten Teilnehmer umgezogen. Jeder bekommt den gleichen Anzug angezogen. Es unterscheidet sie nur noch die aufgedruckte Nummer auf der Kleidung, welche sie identifiziert. Anschließend finden sich die Teilnehmer in einem großen Saal wieder und werden von bewaffnetem Personal beaufsichtigt.
Organisiert und geplant werden die Spiele von dem so genannten „Frontmann“. Dieser ist ein sehr reicher und einflussstarker Mann, der dunkel gekleidet ist und sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Er organisiert die Spiele für andere reiche Männer, die „VIP´s“ genannt werden. Sie wetten ihr Geld auf das Überleben bestimmter Teilnehmer. Sie nehmen als anonyme Zuschauer teil und ergötzen sich an dem Tod der Spieler.
Der Wettkampf besteht aus verschiedensten Kinderspielen. Den Teilnehmern ist zu Beginn der Spiele jedoch noch nicht bekannt, dass jeder Verlierer sofort „disqualifiziert“ wird. Dies bedeutet, dass sie getötet werden. Für jeden toten Teilnehmer steigt die Gewinnsumme für den einzigen Gewinner der Spiele.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Serie, Darlegung der Relevanz männlicher Gewalt innerhalb der Serie sowie Vorstellung der Forschungsfrage und der gewählten wissenschaftlichen Methode.
2 Konstruktion von Männlichkeit: Theoretische Herleitung des Begriffs Männlichkeit und detaillierte Erläuterung des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell inklusive der Unterkategorien wie Komplizenschaft und Marginalisierung.
3 Methode: Beschreibung der angewandten soziologischen Film- und Fernsehanalyse, um das soziokulturelle Umfeld sowie die Medialisierung von Männlichkeit und Gewalt in Squid Game untersuchen zu können.
4 Hegemoniale Männlichkeit in der Serie Squid Game – eine Analyse: Anwendung der zuvor erarbeiteten Theorie auf konkrete Szenen der Serie, insbesondere unter Berücksichtigung der Rolle der Figur Jan Deok-su.
4.1 Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführung der Analyseergebnisse mit dem theoretischen Rahmen, um die Mechanismen von Dominanz und Gewalt bei der Konstruktion von Männlichkeit kritisch zu beleuchten.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftige Entwicklungen des Konzepts innerhalb des Serien-Kontextes.
Schlüsselwörter
Squid Game, hegemoniale Männlichkeit, Raewyn Connell, männliche Gewalt, Geschlechterforschung, soziologische Filmanalyse, Dominanz, Komplizenschaft, Unterordnung, Marginalisierung, patriarchale Dividende, Mediale Analyse, Geschlechterordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung und Konstruktion von Männlichkeit in der populären Netflix-Serie Squid Game.
Welches theoretische Fundament wird für die Analyse genutzt?
Als zentrales theoretisches Fundament dient das Konzept der hegemonialen Männlichkeit der Soziologin Raewyn Connell.
Was ist das primäre Ziel oder die Kernfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Männlichkeit in der Serie konstruiert wird, wobei ein besonderer Fokus auf der gezeigten männlichen Gewalt liegt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet die soziologische Film- und Fernsehanalyse nach Anja Peltzer und Angela Keppler, um Dialogformen und soziale Konstellationen in ausgewählten Schlüsselszenen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen als auch eine detaillierte Analyse von zwei spezifischen Szenen aus der vierten Folge der Serie durchgeführt, unter besonderer Berücksichtigung der Figur des Gangsters Jan Deok-su.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essenziell?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Hegemonie, Komplizenschaft, Unterordnung, Marginalisierung sowie das Konzept der patriarchalen Dividende.
Warum wurde gerade die Figur des Jan Deok-su für die Analyse ausgewählt?
Jan Deok-su wurde gewählt, weil er intensiv in Gewaltszenen verwickelt ist und somit als Fallbeispiel für die Ausübung hegemonialer Männlichkeit und Dominanz dient.
Welche Rolle spielt die vierte Folge der Serie für die Untersuchung?
Die vierte Folge wurde ausgewählt, weil sie ein besonders hohes Maß an männlicher Gewalt aufweist und die dortigen Szenen notwendige Wendepunkte in der Handlung darstellen.
Was schlussfolgert die Autorin über das Konzept der hegemonialen Männlichkeit in Squid Game?
Die Autorin stellt fest, dass das Konzept ein sehr nützliches Fundament bietet, um die verschiedenen, dynamischen Männlichkeitsentwürfe und deren Machtverhältnisse in der Serie aufzudecken.
- Arbeit zitieren
- Ann-Kathrin Diner (Autor:in), Die Darstellung von Männlichkeit in der Netflix-Serie "Squid Game", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322341