Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Chat - eine Kommunikationsform zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit?

Title: Chat - eine Kommunikationsform zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit?

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Elzbieta Szumanska (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Neue Technologien haben Auswirkungen nicht nur auf lokale Sprach- und Kommunikationsgemeinschaften, sondern auch auf globale Kommunikationszusammenhänge. Die digitale Revolution ist nicht die erste im Hinblick auf mediale Kommunikationstechnologien. Die Entwicklung der Schrift, die skriptographische Revolution, die Erfindung des Buchdrucks, die Typographie, die Phonographie, die Kinematographie... - diese oben genannte Erfindungen bilden entscheidende Etappen im Hinblick auf massenmediale Kommunikationsformen.
Heutzutage ist das Internet in den modernen Gesellschaften eine nicht mehr wegzudenkende Kommunikationstechnologie, die als Voraussetzung für die Erzeugung von Informationen und materiellen Produkten ebenso relevant ist, wie sie das Alltagsleben vielen Menschen und deren Kommunikationsverhalten beeinflusst. Wie zeigen die Statistiken, 57% der 25- bis 34-Jährigen gehen länger als 2 Stunden pro Woche ins Internet, wobei das Chatten (16%) eine bedeutsame Rolle spielt . Der Chat, der eine Form der Konversation bildet , charakterisiert sich dadurch, dass die Alltagsgespräche den zentralen Ort bilden, an dem „Sprache” gebraucht wird. Das bildet für Jürgen Streeck eine Voraussetzung für alle anderen Sprachgebrauchszusammenhänge oder „Sprach – Austausch - Systeme“ (STREECK 1983: 74). Der Chat kann zählt zu den jüngeren Erscheinungen und es bestehen relativ wenige Forschungen zu dem Thema. Als eine Konversationsform kann man sie mit den älteren Forschungen vergleichen, in der vorliegenden Arbeit wurde die Konversationsanalyse nach Streck ausgewählt, die aber nur teilweise die These der Arbeit bestätigen kann, weil sie sich nur auf mündliche Kommunikation beruft. Aus diesem Grunde bedient sich der Aufsatz auch mit der Textsystematik nach Linke/Nußbaumer. Streck konzentriert sich auf technischen Aspekten, was bei dem Chat von großer Relevanz ist: Die technische und organisatorische Basis erklärt besser den Sprachgebrauch, weil dabei auch die Phänomene der Interaktivität und Interaktion einbezogen werden. As statistics show, 57% of young adults spend more than 2 hours a week using electronic communication. It is obvious that new technologies influence communiqué. The digital revolution, concerning development of writing, cryptology, printing, typography, photography, cinematography…etc., is not the first one regarding media communication turns. Nowadays in modern societies the Internet generates trends. ...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Verwendung des Konzepts "Sprachgebrauch"

3. Stand der Forschung über Kommunikation in Form der Konversation aufgrund des Aufsatzes von Jürgen Streeck

3.1 Begriff und Ziele der Konversationsanalyse

3.2 Mechanismen der Konversationsanalyse

4. Internetchats: Forschungsstand der konzeptionellen Mündlichkeit und medialen Schriftlichkeit

4.1 Merkmale der Chatkonversation und ihre Konsequenzen

4.2 Mechanismen der Chatanalyse

5. Chat als Kommunikation zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit

5.1 Zur Mündlichkeit

5.2 Zur Schriftlichkeit

6. Fazit

7. Zusammenfassung in einer Fremdsprache

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Chat als eine spezifische Kommunikationsform, die sich zwischen den Polen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit bewegt. Ziel ist es, unter Anwendung der Konversationsanalyse und der Textsystematik zu ergründen, wie sich sprachliche Interaktion unter den Bedingungen technischer Medien verändert und welche Rolle dabei die Konzepte von Mündlichkeit und Schriftlichkeit spielen.

  • Konversationsanalyse als wissenschaftliches Instrumentarium
  • Die konzeptionelle Mündlichkeit in schriftbasierten Chats
  • Technische Bedingungen und ihre Auswirkung auf die Kommunikation
  • Das Spannungsfeld zwischen technischer Interaktivität und menschlicher Interaktion

Auszug aus dem Buch

4.1 Merkmale der Chatkonversation und ihre Konsequenzen

Jan Grzenia unterscheidet drei Typen von Internetkommunikation: Korrespondenztyp (z. B. E-Mails), Hypertexttyp (z. B. das Textangebot von World Wide Web) und der Konversationstyp, zu dem man Chats anordnen kann (GRZENIA 2006: 43).

Noch Anfang der 90er Jahre gab es wenige Untersuchungen und Analysen zu den Auswirkungen des Internetchats auf Kommunikation, u. a. die Studie von Sproul/Kiesler. Ab Mitte der 90er erschienen einige Sammelbände, z. B. Herring 1996 und 1998 die erste Monographie zu dem Thema. In dem Wissensportal mediensprache.net finden sich zum Beispiel in der Literaturdatenbank zum Thema Chat, evtl. Mündlichkeit/Schriftlichkeit 229 Einzelbeiträge. Einige Wissenschaftler befassen sich mit dem Thema des Chats im Zusammenhang mit der Brieftheorie – z. B. Weigel 1999, des Gender-Swappings – z. B. Bruckman, Hall, Savicki 1996, mit den Möglichkeiten des Rollenspielens und des Turn Takings (vgl. WIRTH 2005: 67ff, SASSEN 2000:92). Luhmann betrachtet das Chatten als Written to the Moment (LUHMANN 1996: 366). In den letzten zehn Jahren erschienen zahlreiche Publikationen über Kommunikation in Form des Chats, z. B. Pemberton, Shurville 2000, Barnes 2002, Thurlow, Lengel, Tomic 2004 usw.

Aus linguistischer Sicht besteht die “kommunikationsgeschichtliche Novität” des Chattens darin, dass Schrift “für die situationsgebundene, direkte und simultane Kommunikation” verwendet wird (STORRER 2001: 462), ohne in einem “systematischen Verhältnis zu einer vorgängigen oder nachträglichen Oralisierung” zu stehen (ibid.). Die Übertragungsbedingungen des Chats werden durch den Umstand bestimmt, dass es sich um eine Computer mediated Communication handelt. Sie wird als Schrift verkörpert, erweist jedoch die konzeptuelle Mündlichkeit, was aus dem umgangssprachlichen Sprachstil der situationsgebundenen Kommunikation und aus der synchronen Übertragung der Daten resultiert (vgl. WIRTH 2005: 68).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, indem sie die Bedeutung des Internets für die moderne Gesellschaft hervorhebt und den Chat als ein noch wenig erforschtes Phänomen zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit verortet.

2. Zur Verwendung des Konzepts "Sprachgebrauch": Das Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des Sprachgebrauchs, unter anderem durch die Saussuresche Dichotomie von Langue und Parole sowie Modelle zur sprachlichen Interaktion.

3. Stand der Forschung über Kommunikation in Form der Konversation aufgrund des Aufsatzes von Jürgen Streeck: Es wird die Konversationsanalyse als Forschungsmethode vorgestellt, die sich primär auf die Interaktion und die Organisation des Sprecherwechsels konzentriert.

4. Internetchats: Forschungsstand der konzeptionellen Mündlichkeit und medialen Schriftlichkeit: Dieses Kapitel diskutiert die Besonderheiten der Chatkommunikation, die zwar als Schriftmedium fungiert, aber eine starke konzeptionelle Mündlichkeit aufweist.

5. Chat als Kommunikation zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Hier wird die Verschmelzung von mündlichen und schriftlichen Merkmalen im Chat vertieft und die Bedeutung der technischen Rahmenbedingungen analysiert.

6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die technologische Entwicklung die Sprachentwicklung beeinflusst und die traditionellen Grenzen zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zunehmend verschwimmen.

7. Zusammenfassung in einer Fremdsprache: Eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse in polnischer Sprache.

Schlüsselwörter

Chat, Kommunikation, Sprachgebrauch, Konversationsanalyse, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Internet, Onlinekommunikation, Interaktion, Interaktivität, Sprachwissenschaft, Mediale Kommunikation, Computervermittelte Kommunikation, Turn-Taking, Digitale Revolution

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Internetchat als moderne Kommunikationsform und analysiert, wie sich Sprache in einem Umfeld verhält, das einerseits schriftbasiert ist, aber gleichzeitig Merkmale der mündlichen Kommunikation aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Konversationsanalyse, die Unterscheidung zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und medialer Schriftlichkeit sowie die Rolle der Technik bei der Gestaltung von Dialogen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Chat wissenschaftlich einzuordnen und zu zeigen, dass die Technologie die Art und Weise, wie wir Sprache verwenden und miteinander kommunizieren, nachhaltig verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird primär auf die Konversationsanalyse nach Jürgen Streeck zurückgegriffen, ergänzt durch textlinguistische Ansätze nach Linke/Nußbaumer, um sowohl die soziale Interaktion als auch die mediale Form des Chats zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zum Sprachgebrauch und zur Konversationsanalyse gelegt, gefolgt von einer Analyse des Forschungsstandes zum Chat und einer Untersuchung der spezifischen Ausprägungen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in diesem Medium.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Chat, Konversationsanalyse, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Interaktivität und internetbasierte Kommunikation am besten beschreiben.

Warum ist der "Turn-Taking"-Mechanismus im Chat besonders?

Im Gegensatz zur mündlichen Face-to-Face-Kommunikation erfolgt das "Turn-Taking" im Chat schriftbasiert und technisch vermittelt, was zu einer linearen Abfolge der Nachrichten führt, die oft durch zeitliche Verzögerungen oder das Überlagern von Dialogen beeinflusst wird.

Welche Rolle spielt das "Organon-Modell" für die Untersuchung?

Das Modell von Karl Bühler dient dazu, die Textfunktionen im Chat besser zu verstehen, indem es das Zusammenspiel von Darstellung, Ausdruck und Appell in der Kommunikation beleuchtet.

Wie beeinflusst die Technik die Sprache im Chat laut der Autorin?

Die Autorin argumentiert, dass die technologischen Möglichkeiten des Chats, wie z.B. die Datenspeicherung und das synchrone Tippen, die Sprachproduktion verändern und dazu führen, dass der Nutzer flexibler und oft weniger normgebunden kommuniziert.

Was bedeutet der Begriff "konzeptionelle Mündlichkeit"?

Er beschreibt Situationen, in denen Texte (wie Chats) zwar technisch als Schrift vorliegen, in ihrer Struktur, Spontaneität und Situationsgebundenheit jedoch eher der mündlichen Umgangssprache ähneln.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Chat - eine Kommunikationsform zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit?
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Course
Sprachgebrauch
Grade
2,0
Author
Elzbieta Szumanska (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V132242
ISBN (eBook)
9783640417889
ISBN (Book)
9783640417827
Language
German
Tags
chat kommunikation schriftlichkeit Mündlichkeit Internet Web 2.0
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elzbieta Szumanska (Author), 2007, Chat - eine Kommunikationsform zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132242
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint