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Der Kriminalroman und das Mysterium seiner Popularität

Titel: Der Kriminalroman und das Mysterium seiner Popularität

Hausarbeit , 2007 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Simon Wordtmann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Kriminalroman gehört in ein Genre, „dessen Beliebtheit immer noch eines seiner großen Mysterien für die Literaturwissenschaft ist.“ Seit über 160 Jahren – wie lange genau, soll noch untersucht werden – ist er eine der beliebtesten Gattungen und somit aus den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken.
Ich möchte mit dieser Hausarbeit versuchen, der Popularität des Kriminalromans so gut es geht auf die Spur zu kommen um dieses Phänomen – zumindest ein kleines Stück weit – zu erklären. Um die Beliebtheit und den Erfolg einer Sache zu beschreiben, muss zunächst geklärt sein, worum es sich bei der Sache handelt, wie sie entsteht, was die Wurzeln sind und wie sie und ihr Erfolg sich entwickelt haben. Es soll also zunächst untersucht werden, wie die Erfolgsstory des Kriminalromans ihren Anfang nahm, wer also die Gründungsväter sind und was den Kriminalroman überhaupt von Verbrechensgeschichten früherer Zeiten unterscheidet, was seine typischen Merkmale sind.
Nachdem wir dies getan haben und verstanden haben, welche Arten des Kriminalromans erfolgreich, in seiner Entwicklung also entscheidende Pfeiler sind, dann können wir auch versuchen das Rätsel der Popularität zu lösen. Dies soll zunächst allgemein und später dann bezogen auf den skandinavischen Kriminalroman am Beispiel von Henning Mankells Wallander geschehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Kriminalroman

1.1 Detektiv, Krimi, Rätsel? Versuch einer Definition

1.2 Entwicklung des Kriminalromans

1.2.1 Die Urväter der Gattung: Edgar Allan Poe und Arthur Conan Doyle

1.2.2 Die Klassiker: Agatha Christie und Dorothy L. Sayers

1.2.3 The American Way of crime: Die amerikanische Hard-Boiled Schule

2. Die Popularität des Kriminalromans

2.1 Brecht über einen “blühenden Literaturzweig”

2.2 Was macht den Kriminalroman so populär?

3. Der schwedische Kriminalroman

3.1 Henning Mankell und Kurt Wallander

3.2 Die Popularität des Kriminalromans am Beispiel von Henning Mankell

Fazit

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die anhaltende Popularität des Kriminalromans als literarische Gattung. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche strukturellen Merkmale und historischen Entwicklungen den Erfolg dieses Genres begründen und wie sich diese Aspekte, insbesondere im skandinavischen Kontext am Beispiel von Henning Mankells Wallander-Reihe, manifestieren.

  • Historische Entwicklung des Kriminalromans und seine prägenden Gründungsväter.
  • Analyse der Popularitätsfaktoren anhand von literaturtheoretischen Ansätzen (u.a. Bertolt Brecht).
  • Die Transformation vom klassischen Kriminalroman zum gesellschaftskritischen Genre.
  • Die Rolle des Ermittlers als Identifikationsfigur in einer komplexen Welt.
  • Besonderheiten des schwedischen Kriminalromans und seine Bedeutung auf dem deutschen Markt.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Die Urväter der Gattung: Edgar Allan Poe und Arthur Conan Doyle

Wie die Geschichte von Abel und Kain zeigt, sitzen die Wurzeln des Kriminalromans sehr tief. Diese Geschichte handelt von einem Mord und sie wurde aufgeschrieben, was aus ihr natürlich noch lange keinen Kriminalroman macht. Dies zeigt nur, dass das Verbrechen natürlich so alt wie die Menschheit ist, das daher aber Geschichten über Verbrechen noch keine kriminalliterarischen Werke darstellen. Logisch erscheint aber, dass eine Gattung wie der Kriminalroman erst zum Leben erweckt werden konnte, nachdem die „alte Vorstellung von der Aufdeckung des Verbrechens als einer Sache Gottes durch die Vorstellung von der vollen Zuständigkeit und Verantwortung des Menschen“ abgelöst wurde. Zeitlich gesehen befänden wir uns also spätestens in der Aufklärung, die die Vernunft dem Glauben gegenüberstellt und die von der Annahme überzeugt ist, dass die Moral zuletzt siegt.

Dieser aufklärerische Gedanke war zumindest ein Entstehungsgrund für den Schauerroman oder „gothic novel“ im 18. Jahrhundert. Was aber den Kriminalroman als moderne Gattung von den Verbrechensdichtungen, die bis ins 19. Jahrhundert reichen, unterscheidet, ist der Aspekt der Aufklärung eines Verbrechens. Es geht nicht länger um den Mord an sich, sondern um die Beschreibung „der Sammlung von Verbrechensspuren und Indizien“ Der erste, der diesen Gedanken zum Kern seiner Erzählung macht ist der Amerikaner Edgar Allan Poe mit seiner Erzählung The Murders in the Rue Morgue (1841). Die Schlüsselszene in diesem Werk ist ein brutaler Doppelmord an zwei Damen – Mutter und Tochter – in einem von innen verschlossenen Raum. Nun betritt ein junger Mann mit scharfem Verstand die Bühne, welcher zum Vorbild für alle nachfolgenden Detektive werden soll. C. Auguste Dupin. Er beweist, dass diese grausame Tat unmöglich von Menschenhand vollführt werden konnte und schließt daraus, dass es eine wilde Bestie – ein Menschenaffe nämlich - mit übermenschlichen Kräften gewesen sein muss. Tatsächlich war das Tier einem Matrosen aus Borneo entflohen und hatte diese Morde vollbracht. Es geht hier nicht um die Morde an sich. Schon die Tatsache, dass ein Affe der Mörder ist, macht deutlich, dass „nicht der Mord mit seinen rechtlichen Konsequenzen, sondern die Aufklärung eines Rätsels im Vordergrund steht.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Kriminalroman: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Abgrenzung des Genres und zeichnet dessen historische Entwicklung von den Anfängen bei Poe und Doyle bis zur US-amerikanischen Hard-Boiled-Schule nach.

2. Die Popularität des Kriminalromans: Hier werden theoretische Gründe für den Erfolg des Kriminalromans diskutiert, wobei insbesondere Brechts These vom „intellektuellen Genuss“ sowie der Unterhaltungswert und die Struktur des Genres beleuchtet werden.

3. Der schwedische Kriminalroman: Dieses Kapitel analysiert den speziellen Erfolg der skandinavischen Krimis, wobei die Verbindung von Gesellschaftskritik und Identifikationsfiguren am Beispiel von Henning Mankell im Mittelpunkt steht.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Detektiv, Popularität, Edgar Allan Poe, Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Hard-Boiled, Henning Mankell, Kurt Wallander, Gesellschaftskritik, Aufklärung, Genre, Literaturwissenschaft, Identifikation, Schweden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarischen und gesellschaftlichen Gründe für den langjährigen, weltweiten Erfolg des Kriminalromans als Gattung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die historische Entstehung des Genres, die psychologischen Faktoren der Beliebtheit bei Lesern sowie die Entwicklung hin zu einer gesellschaftskritischen Literaturform.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen für die immense Popularität des Kriminalromans und untersucht, wie sich diese insbesondere im modernen skandinavischen Krimi widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung primärer und sekundärer Quellen sowie der Anwendung von Thesen bekannter Literaturtheoretiker basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erörterung theoretischer Popularitätsmodelle (u.a. Brecht) und eine detaillierte Fallstudie zum skandinavischen Kriminalroman am Beispiel von Henning Mankell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kriminalroman, Identifikation, Gesellschaftskritik, Aufklärung und das spezifische Phänomen des skandinavischen Krimis charakterisieren.

Warum spielt die Figur des Kommissars Wallander eine so zentrale Rolle?

Wallander dient als exemplarisches Beispiel für einen modernen Ermittler, der durch seine Menschlichkeit, Verletzlichkeit und soziale Einbettung eine starke Identifikationsfläche für den Leser bietet.

Wie unterscheidet sich der skandinavische Kriminalroman von klassischen Vertretern?

Der skandinavische Krimi bricht mit dem reinen „Whodunit“-Schema und verknüpft die klassische Detektivarbeit eng mit expliziter Gesellschaftskritik und der Darstellung realer politischer Probleme.

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Details

Titel
Der Kriminalroman und das Mysterium seiner Popularität
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Kafka, Karl May und der Kanon oder: Was ist "gute" Literatur und woran kann ich sie erkennen?
Note
1,0
Autor
Simon Wordtmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V132243
ISBN (eBook)
9783640381258
ISBN (Buch)
9783640502677
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krimi Kriminalroman Popularität Berühmtheit Wallander Henning Mankell Verbrechen Aufklärung Detektiv Ermittler Gut und Böse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Wordtmann (Autor:in), 2007, Der Kriminalroman und das Mysterium seiner Popularität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132243
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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