Ländermarktanalyse Frankreich


Seminararbeit, 2003

56 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Basisdaten des Ländermarktes
2.1. Geographie und Klima
2.2. Bevölkerung
2.3. Politisches System und Verwaltung
2.4. Rechtsordnung
2.5. Soziokulturelle Faktoren
2.5.1. Bildungswesen
2.5.2. Sprachen
2.5.3. Religionsgemeinschaften

3. Wirtschaft
3.1. Entwicklung und Hintergrundinformationen
3.2. Wirtschaftslage 2003
3.3. Bedeutende Wirtschaftssektoren
3.3.1. Land- und Forstwirtschaft
3.3.2. Industrie
3.3.3. Dienstleistungen
3.4. Technologie
3.5. Infrastruktur
3.6. Arbeitsmarkt
3.7. Steuersystem
3.8. Finanzmarkt
3.9. Internationale Organisationen

4. Außenhandel
4.1. Import- und Exportdaten
4.2. Ausländische Investitionen

5. Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland
5.1. Bilaterale Handelsentwicklung
5.2. Deutsche Investitionen in Frankreich
5.3. Bilaterale Handelsstruktur
5.4. Deutsch-Französische Fusionen – Beispiel „Aventis“

6. Abschließende Bewertung des Ländermarktes
6.1. Chancen
6.2. Risiken
6.3. Mögliche Wettbewerbsstrategien
6.4. Übersicht und Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang I

Anhang II

Anhang III

Anhang IV

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wahlen in Frankreich

Abbildung 2: Einschätzung der Sprachkenntnisse

Abbildung 3: Arbeitslosenquote

Abbildung 4: Außenwirtschaft nach Warengruppen

Abbildung 5: geographische Lage Frankreichs

Abbildung 6: ethnische Aufteilung Frankreichs

Abbildung 7: Aventis Organisation

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Beispiele für Löhne und Gehälter

Tabelle 2: Steuerarten

Tabelle 3: Wichtigste Liefer- und Bezugsländer

Tabelle 4: Ausländische Direktinvestitionen

Tabelle 5: Top Ten der Pharmaunternehmen Europas

Tabelle 6: Strategische Alternativen

Tabelle 7: Länderrating des F.A.Z.-Instituts

Tabelle 8: Zusammenfassende Bewertung

1. Einleitung

Zielsetzung dieser Arbeit ist die Erstellung einer Ländermarktanalyse für einen möglichen Markteintritt in Frankreich. „Gegenstand der Marktanalyse ist die Feststellung der Struktur eines Auslandsmarktes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie stellt eine einmalige Zustandsuntersuchung für die Attraktivität von Auslandsmärkten dar.“[1] Ich habe den Ländermarkt Frankreich aus zwei Gründen gewählt. Zum einen handelt es sich bei Frankreich um einen hochinteressanten Markt für Investoren, der trotz der derzeitigen weltweiten Konjunkturflaute Wachstumspotenzial aufweist und neben einem Binnenmarkt mit ca. 59 Millionen Kunden direkten Zugang zu ca. 310 Millionen Konsumenten in den Nachbarländern bietet. Der zweite Grund für die Wahl Frankreichs ist ein persönlicher Aspekt – ich halte Frankreich mit seinen verschiedenen Landschaften, dem „Savoir-vivre“ seiner Bevölkerung und dem relativ angenehmen Klima für ein sehr reizvolles Land, das ich auch schon durch einige Urlaube erkunden konnte.

Die Erstellung dieser Hausarbeit erwies sich als sehr umfangreich, da über Frankreich etliche Daten verfügbar sind, die jedoch teilweise veraltet waren oder einander widersprachen. Für deutsche Unternehmen, die einen Markteintritt in Frankreich planen, gibt es viele sehr gute Anlaufstellen zur Informationsgewinnung, was auch an der bewährten politischen Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten liegt. In dieser Arbeit werden die Basis- und Wirtschaftsdaten Frankreichs dargestellt, der Außenhandel und die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland erläutert. Als Beispiel für eine gelungene deutsch-französische Fusion wird das Unternehmen Aventis näher betrachtet. Abschließend wird eine zusammenfassende Bewertung des Ländermarktes vorgenommen und mögliche Wettbewerbsstrategien dargestellt. Im Anhang III folgt eine Auflistung möglicher Rechtsformen französischer Unternehmen.

2. Basisdaten des Ländermarktes

2.1. Geographie und Klima

Frankreich ist mit einer Größe von ca. 550.000 km2 inkl. Korsika der flächenmäßig größte Staat Westeuropas (siehe Abb. 5) und nimmt fast 20 Prozent der Fläche der Europäischen Union ein. Hinzu kommen vier Übersee-Departements (Guadeloupe, Martinique, Guayana, Réunion) und sechs weitere Überseeterritorien (Saint-Pierre-et-Miquelon, Mayotte, Französisch-Polynesien, Neukaledonien, Wallis-et-Futuna, Südpolar- und antarktische Territorien).[2] Die geologische Oberfläche des Staates besteht zu 2/3 aus Ebenen, die wichtigsten Gebirge sind die Alpen, Pyrenäen, Jura, Ardennen, Zentralmassiv und die Vogesen. Frankreich hat vier Meerzugänge, zur Nordsee, dem Ärmelkanal, Atlantik und Mittelmeer, mit einer Küstenlänge von insgesamt 5.500 km.[3]

Zu unterscheiden sind fünf Klimazonen. Der ozeanische Westen weist häufige Niederschläge und milde Temperaturen auf, das subkontinentale Pariser Becken vergleichsweise geringe Niederschläge und starke Aufheizung im Sommer. Im kontinentalen Nordosten liegen die Temperaturextreme weiter auseinander als im atlantischen Frankreich, dies wird durch die differenzierte Landschaft begünstigt. Der mediterrane Süden zeigt eine unausgewogene jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge, wobei im Sommer meist eine stabile Schönwetterlage vorherrscht. Hier findet sich auch der Mistral, ein extremer Fallwind, der durch Luftdruckgegensätze entsteht. Als Sonderklimazone gelten die Gebirge, die eine starke vertikale Klimadifferenzierung aufweisen.[4]

2.2. Bevölkerung

„Zwei Grundtendenzen, die bis in die Gegenwart hinein von Bedeutung sind, zeichnen die Bevölkerungsentwicklung Frankreichs aus und unterscheiden sie grundlegend von der demographischen Entwicklung anderer großer europäischer Länder, wie etwa Deutschland, England oder Italien: zum einen die Stagnation der Bevölkerung Frankreichs zwischen der Mitte des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts; und zum anderen die damit verknüpfte frühe und massive Immigration von Ausländern, die Frankreich zeitweise (vor den USA und Kanada) zum wichtigsten Einwanderungsland der Welt werden ließ.“[5]

Heute leben 58,519 Millionen Einwohner in Frankreich, darunter ca. 4 Millionen Ausländer, von denen 1,5 Millionen aus EU-Ländern stammen. Die größten Bevölkerungsgruppen ausländischer Herkunft sind Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und Spanier. Die Bevölkerung Frankreichs stellt 16 % der EU-Bevölkerung. Auf einen Quadratkilometer kommen 107 Einwohner, wobei 76 % der Bevölkerung in den Städten leben, davon allein
20 % im Großraum Paris.[6] Seit 1990 verzeichnet die Nation ein Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 0,4 % pro Jahr.[7]

Französische Minderheiten sind 1,2 Millionen Elsässer und Lothringer, 900.000 Bretonen, 300.000 Katalanen, 200.000 Flamen und 100.000-200.000 Basken. Innerhalb der Staatsgrenzen werden mehr Sprachen gesprochen als in jedem anderen west- oder mitteleuropäischen Land, noch zu Mitte des vorigen Jahrhunderts stellten die französischen ,,Muttersprachler" eine Minderheit innerhalb Frankreichs dar. Diese Situation der Vielsprachigkeit weist auf eine breite ethnische Varietät hin (vgl. Abb. 6). Durch die von Paris seit der französischen Revolution rigoros betriebene „Politik der Französisierung“ befinden sich die sprachlichen Minderheiten in einer schwierigen Situation. Verglichen mit der Politik anderer mehrsprachiger Länder wie Spanien, Italien oder der Schweiz werden in Frankreich die sprachlichen und ethnischen Minderheiten in einem weit geringeren Maße an politischen Prozessen beteiligt, Sprachförderung sowie andere kulturpolitische Maßnahmen werden häufig nur von privaten Initiativen angeboten. Die Lage hat sich seit den sechziger Jahren zwar verbessert, trotzdem ist der politische Einfluss der Korsen, Basken, Bretonen oder Okzitanen gering. Dies ist auch der Grund für zahlreiche Konflikte und Separationsbestrebungen, die sich hauptsächlich durch kultur- und wirtschaftspolitische Forderungen – vereinzelt jedoch auch durch Terrorakte – bemerkbar machen.[8]

2.3. Politisches System und Verwaltung

Frankreich ist eine demokratische parlamentarisch-präsidiale Republik mit einem Zweikammerparlament (Nationalversammlung und Senat). Die jüngste Verfassung der Republik vom 04.10.1958 regelt die Aufgaben der Institutionen. Sie wurde mehrmals überarbeitet und geändert: 1962 zur Direktwahl des Präsidenten, 1992 zwecks Anpassung an die Maastricht-Verträge[9], 1993 bezüglich der strafrechtlichen Verantwortlichkeit der Mitglieder der Regierung und der Änderung des Asylrechts, 1999 für den gleichberechtigten Zugang von Männern und Frauen zu Wahlämtern und im Jahr 2000 zur Verkürzung der Amtszeit des Präsidenten.[10]

Staatsoberhaupt Frankreichs ist der Präsident der Republik. Der Staatspräsident verfügt in Frankreich über vergleichsweise weitreichende politische Einflussmöglichkeiten, vor allem in der Innen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.[11] Jaques Chirac wurde am 5. Mai 2002 für 5 Jahre in allgemeiner, direkter Wahl gewählt (das allgemeine Wahlrecht besteht in Frankreich ab Vollendung des 18. Lebensjahres) und ist damit durchgehend seit Mai 1995 Staatsoberhaupt. Nach den sensationellen Wahlergebnissen vom Mai 2002 verfügen Chiracs Anhänger mit 365 Abgeordneten über die Mehrheit in der Nationalversammlung (s.u.). Auch in den meisten Regionalparlamenten besitzen seine Anhänger die Mehrheit. „Noch nie seit Beginn der Fünften Republik 1958 befand sich eine konservative Regierung in einer derart vorteilhaften Situation.“[12] Die von Premierminister Jean-Pierre Raffarin geführte Regierung bestimmt die Politik der Nation. Der Liberale Raffarin verkörpert als Mann aus der Provinz die Politik der Bürgernähe[13] ; er leitet die Amtsgeschäfte der Regierung und stellt die Ausübung der Gesetze sicher.[14]

Das Parlament setzt sich aus zwei Kammern zusammen, der Nationalversammlung und dem Senat. Die 577 Abgeordneten der Nationalversammlung werden in allgemeiner und direkter Wahl in zwei Wahlgängen für jeweils fünf Jahre gewählt. Der Senat wird durch 321 Senatoren gebildet, die indirekt von Wahlmännergremien der einzelnen Départements gewählt werden (siehe Abb. 1). In einem Dreijahresrhythmus wird der Senat jeweils zu einem Drittel erneuert.[15]

Neben der zentralstaatlichen Verwaltung verfügt Frankreich über drei weitere Verwaltungsebenen:

1. Die Gemeinden, deren Gesamtzahl bei 36.000 liegt. Ihre (relativ geringen) Kompetenzen und Befugnisse liegen in den Bereichen Stadtplanung, Wohnen, Verkehr, Bildungswesen, Infrastruktur, Sozial- und Gesundheitswesen sowie Umwelt und Kultur, jeweils vor Ort.
2. Die Départements, als wichtigste territoriale Flächeneinheiten. Die Hauptaufgaben der insgesamt 100 Départements (davon 4 in Übersee) sind Raumordnung, Infrastruktur, Stadt- und Verkehrsplanung sowie Sozial- und Gesundheitswesen – insbesondere die Verwaltung der staatlichen Sozialhilfe.
3. Die 26 Regionen (davon 4 in Übersee und Korsika mit einem Sonderstatus als territoriale Kollektivität), deren Kompetenzen in den Bereichen regionale Raum- und Verkehrsplanung, Wohnungsbau, Bildungswesen, Berufsbildung sowie Umwelt und Kultur liegen.[16]

Trotz der Dezentralisierungsbestrebungen ist der französische Staat de facto ein Einheitsstaat geblieben. Die Zentralregierung legt die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Handeln der lokalen Gebietskörperschaften fest, koordiniert deren Aktivitäten, schaltet sich bei Kompetenzstreitigkeiten ein und legt den Finanzausgleich fest.[17]

Abb.1: Wahlen in Frankreich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Länderbericht Frankreich (Christadler,M. 1999, S. 315)[18]

2.4. Rechtsordnung

Die französische Rechtsordnung basiert auf internationalen Normen, die in bilateralen und multilateralen Abkommen und gemeinschaftlichen Verträgen innerhalb der EU enthalten sind sowie auf landesinternen Normen. Die französische Gerichtsbarkeit ist eingeteilt in ordentliche Gerichte, die Streitsachen zwischen Zivilpersonen regeln, und Verwaltungsgerichte, die für die Streitsachen zwischen Bürgern und Behörden zuständig sind. Die ordentliche Gerichtsbarkeit umfasst die Zivilgerichte und die Strafgerichte. Außerdem existiert das Jugendgericht, vor dem sowohl zivile als auch strafrechtliche Sachen verhandelt werden.

Oberste Instanz der Gerichtsbarkeit ist der Kassationshof, der die Rechtsmittel gegen die Urteile der Berufungsgerichte prüft. Der Staatsrat urteilt als oberstes Verwaltungsgericht in letzter Instanz über die Rechtmäßigkeit von Verwaltungsverordnungen und prüft als juristisches Beratungsorgan der Regierung deren Gesetzesentwürfe.[19]

2.5. Soziokulturelle Faktoren

Der französische Lebensstandard ist heute einer der höchsten der Welt. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hat u.a. durch technologischen Fortschritt zu einer gewissen Vereinheitlichung der Lebensweisen und Konsumgewohnheiten geführt. Von 1955 bis 1995 hat sich die durchschnittliche Kaufkraft der Franzosen vervierfacht. Die soziale Absicherung ist heute auf alle Bevölkerungsgruppen ausgeweitet und es besteht ein Anspruch auf „soziale Mindestleistungen“ bzw. ein Grundeinkommen für sozial Bedürftige.[20]

Seinen Rang in Europa und in der Welt leitet Frankreich u.a. aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert. In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Chansons gefördert. Frankreich betreibt in der EU und WTO mit Nachdruck seine Konzeption einer „diversité culturelle“ mit der Begründung, Kultur sei keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden könne. Der Erhalt und die Pflege des kulturellen Erbes wird dann auch als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Frankreich äußert sein Selbstverständnis als Kulturnation – mit Paris als Kulturmetropole – durch großzügig gestaltete kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen.[21]

Das Leben in Frankreich ist weit über seine Landesgrenzen hinaus sprichwörtlich bekannt. Dabei schwingt besonders die Bewunderung für die französische Lebensart mit. Die Raffinesse der französischen Küche genießt weltweit Anerkennung. Das "Savoir-vivre", das "Zu Leben verstehen", bedeutet jedoch mehr als nur Essen und Trinken. Es bedeutet gleichzeitig, die Dinge gelegentlich etwas leichter zu nehmen, seinen persönlichen Freiraum optimal zu nutzen und sich nicht in seinem ausgeprägten Individualismus einschränken zu lassen.

2.5.1. Bildungswesen

Die Grundkonzeption des modernen französischen Bildungssystems entstand im wesentlichen in den Jahren 1790 – 1795. Hierzu zählt die staatliche Verantwortung für die Primär- und Sekundärschulen sowie die Schaffung eines allgemeinbildenden, kostenlosen Pflichtschulsystems. Ähnlich wie das deutsche Schulsystem unterteilt sich auch das französische in die Enseignement primaire (Primärschulen), Enseignement secondaire (Sekundär- oder weiterführende Schulen) und Enseignement supérieure (Hochschulbereich). Das französische Schuljahr umfasst den Zeitraum von Anfang September bis Ende Juni und wird durch zweimonatige Sommer- sowie meist zweiwöchige Weihnachts-, Winter- und Osterferien unterbrochen. Im Unterschied zum deutschen Schulwesen nimmt das private Unterrichtswesen in Frankreich einen wichtigen Platz ein.[22]

Schulpflicht besteht vom 6. bis 16. Lebensjahr. Es existieren 70.668 Grund- und weiterführenden Schulen, außerdem 90 Universitäten sowie 3.600 Hochschuleinrichtungen. Am angesehensten sind die Eliteschulen, die Grands Ecoles. Nach dem Abitur, dem Besuch von ein- bis zweijährigen Classes préparatoires und einem selektiven Zulassungsverfahren bereiten sich dort ca. sechs Prozent aller Studenten auf höhere Laufbahnen in Verwaltung, Politik, Militär, Industrie und Handel vor. Das Lehrer-Studenten-Verhältnis liegt allgemein bei 1:19,8. Die Ausgaben im Bildungssektor beliefen sich im Jahr 2000 auf 99,7 Milliarden Euro, das entspricht 7,2 % des Bruttoinlandsprodukts oder 37 % des Staatshaushalts.[23]

2.5.2. Sprachen

Die Sprache, die erst die effiziente Kommunikation zwischen Menschen ermöglicht, stellt die Basis für jede Zusammenarbeit und für jedes Geschäft dar. Der französische Raum weist eine sprachliche Vielgestaltigkeit auf. Amtssprache ist seit 1539 Französisch. Hinzu kommen die Regionalsprachen:

Das Korsische (Ursprung im Italienischen), das Katalanische und Provenzalische (romanische Sprachen), das Deutsche und Flämische (germanische Sprachen), das Bretonische (keltische Sprache), das Baskische, eine vorindogermanische Sprache, deren Herkunft nicht zugeordnet werden kann, und das Okzitanische.[24]

Neben Französisch sprechen 15 Millionen Franzosen auch eine Regionalsprache. Keine der Regionalsprachen ist jedoch von der Regierung offiziell anerkannt. Hintergrund dieser Verweigerungshaltung ist die Angst, die Sprache als Mittel der Kultur könne separatistische Tendenzen unterstützen.[25] Ihre Fremdsprachenkenntnisse stufen die Franzosen selbst als eher mittelmäßig ein (vgl.Abb.2). Sie machen im europäischen Vergleich am wenigsten Gebrauch von ihren Fremdsprachenkenntnissen.[26]

Abb.2: Einschätzung der Sprachkenntnisse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Quelle: EU-Kommission: Europäer und Sprachen, S. 6, eigene Darstellung

Wichtig für ausländische Unternehmer, die sich in Frankreich ansiedeln wollen: Die französische Regierung hat am 4. August 1994 angeordnet, dass „für Geschäftsbeziehungen mit privaten Kunden in Frankreich bei Bezeichnungen, in Angeboten, auf Verpackungen, in Gebrauchsanweisungen, in Lieferscheinen, Rechnungen und Quittungen, aber auch in Arbeitsverträgen die französische Sprache anzuwenden ist.“[27]

2.5.3. Religionsgemeinschaften

Frankreich ist eine konfessionslose Republik, das heißt Staat und Kirche sind vollkommen getrennt. Die Religionszugehörigkeit der französischen Bürger bezieht sich zu 90% auf den Katholizismus, der in 93 territoriale Diözesen unterteilt ist[28]. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam mit 4 – 5 Millionen Gläubigen, es folgt an dritter Stelle das Judentum und danach der Buddhismus. Daneben existieren ca. 800.000 Protestanten, die sich auf mehrere Gemeinschaften aufteilen.[29]

[...]


[1] Jahrmann (2001: 240)

[2] vgl. Spiegel (2003: 156)

[3] vgl. http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page01.html

[4] vgl. Pletsch (2001: 29)

[5] vgl. Lüsebrink (2000: 16 (2): 28 – 37)

[6] vgl. Spiegel (2002:156) und http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page03.html

[7] vgl. http://www.ahk.de/bueros/f/frankreich/landundleute.html

[8] vgl. Geckeler (1995: 32 – 36)

[9] vgl. Spiegel (2002: 156)

[10] vgl. http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page02.html

[11] vgl. Lüsebrink (2000: 133)

[12] Spiegel (2002: 159 (3): 24 – 25)

[13] vgl. Spiegel (2002: 159)

[14] vgl. http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page02.html

[15] vgl. F.A.Z.-Institut (1999: 6)

[16] vgl. Lüsebrink (2000: 137 – 138)

[17] ebenda, 138

[18] Der Staatspräsident wird seit 2000 nur noch für fünf Jahre gewählt.

[19] vgl. http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page02.html

[20] vgl. http://www.france.diplomatie.fr/france/de/societe/societe01.html

[21] vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformationen Frankreich

[22] vgl. Lüsebrink (2000: 88 – 89)

[23] vgl. http://www.diplomatie.gouv.fr/venir/voicilafrance/de/page03.html

[24] vgl. Pletsch (2001: 58 – 60)

[25] vgl. http://www.frankreich-sued.de/generale-server/sprachen.htm

[26] vgl. EU-Kommission (2001: 6)

[27] vgl. Barmeyer (2000: 317 (4): 19 – 23)

[28] vgl. Spiegel (2002: 156)

[29] vgl. http://www.france.diplomatie.fr/culture/france/ressources/letour/de/text/religion.doc

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Ländermarktanalyse Frankreich
Hochschule
Fachhochschule Kiel  (FB Wirtschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
56
Katalognummer
V13226
ISBN (eBook)
9783638189279
Dateigröße
1393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Länderanalyse, Ländermarktanalyse, Frankreich
Arbeit zitieren
Birgit Boldt (Autor:in), 2003, Ländermarktanalyse Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13226

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