"Der Einzige und sein Eigenheim" von Pierre Bourdieu unter besonderer Berücksichtigung der Habitus-Theorie


Referat (Ausarbeitung), 2008

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Einzige und sein Eigenheim
2.1. Überblick über die Intention des Buches
2.2. Zusammenfassung der relevanten Kapitel
2.2.1. Ein Vertrag unter Zwang
2.2.2. Der Eigentumssinn

3. Bourdieus Theorie des Habitus
3.1. Begriffsdefinition: Habitus
3.2. Der Habitus im Zusammenhang mit dem Eigenheim

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Der Einzige und sein Eigenheim“ von Pierre Bourdieu ist eines seiner eher unbekannteren Werke. So lässt sich auch nur eine Rezension zu diesem Buch finden, was natürlich nur einen exemplarischen Wert hat, aber dennoch aufzeigt, dass Bourdieu in seiner Karriere wichtigere Forschungsansätze verfolgte. Aus eben jener Rezension geht hervor, dass das Buch

in einer Reihe mit weiteren, in den letzten zwei Jahren erschienenen Titeln von Bourdieu wie ‚Das Elend der Welt’, ‚Über das Fernsehen’ und ‚Gegenfeuer’ [steht], in denen er die Gesellschaft des Neoliberalismus beschreibt und in gesellschaftliche Auseinandersetzungen interveniert. (Villinger 1999)

Auf diese Buchreihe soll hier allerdings nicht eingegangen werden und sei deswegen nur exemplarisch erwähnt. Ziel dieser Arbeit ist es, die Parallelen zwischen dem „klassischen Bourdieu“ mit seiner Habitus Theorie und seinem als Vorlage dienendem Spätwerk aufzuzeigen.

Dabei wird im 2. Kapitel „Der Einzige und sein Eigenheim“ kurz vorgestellt. Zuerst wird die Intention Bourdieus, welche er mit der Veröffentlichung dieses Buches verfolgte, dargestellt, um eine Einordnung in sein Gesamtwerk zu schaffen. Anschließend werden die für diese Arbeit relevanten Kapitel zusammengefasst, da nur wenige Kapitel in diesem Buch für den weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit wesentlich sind.

Um die Entsprechungen zur Habitus-Theorie methodisch sinnvoll darstellen zu können, ist es notwendig diese in aller Kürze darzustellen. Das soll Thema des 3. Kapitels sein, in welchem anschließend der Hauptvergleich und die Suche nach den, und soviel sei vorweggenommen, wenigen Parallelen, vorgenommen wird.

Auf die wenigen Parallelen wird im Fazit noch als abschließende Betrachtung eingegangen.

2. Der Einzige und sein Eigenheim

In der Einleitung wurde bereits erwähnt, dass „Der Einzige und sein Eigenheim“ ein eher unbekanntes Werk von Bourdieu ist. Es steht allerdings in direkter Verbindung zu seinem viel bekannteren Buch „Das Elend der Welt“ aus dem Jahr 1997. So lassen sich dort weitergehende sowie eindringlichere Interviews und Berichte über die Situation von Hauskäufern finden, als es in dem vorliegenden Buch der Fall ist[1]. Warum wurde dieses Buch herausgegeben? Ist es nur eine Verwertung von Texten, die in den Sammelband keinen Einlass gefunden haben?

2.1. Überblick über die Intention des Buches

Mitnichten lässt sich hier als Antwort festhalten. Das Buch ist zwar unbekannt, hat dennoch eine eigenständige Daseinsberechtigung und lässt sich nur schwerlich mit dem Vorgänger vergleichen.

Während in „Das Elend der Welt“ Schicksale aus allen Bereichen des Lebens dargelegt werden, ist die Intention Bourdieus hier, eine kritische Auseinandersetzung mit den sozialen Folgen anzuregen, welche im Zusammenhang mit dem Häuserkauf zu erwarten sind. Darauf wird in „Das Elend der Welt“ auch eingegangen, und wie angedeutet, teils sogar eindringlicher. Allerdings werden hier die Untersuchungen um eine empirische Komponente bereichert und sind viel detaillierter dargestellt.

Für Bourdieu gilt es nicht nur die finanziellen Aspekte zu überdenken und zu bewerten, sondern auch eine soziale Komponente muss im Zusammenhang mit dem Erwerb von Eigentum betrachtet werden. Als Zielgruppe sollen aber nicht nur Käufer und Interessenten angesprochen werden, auch Stadtplaner, Soziologen, Architekten und Wohnungsbaupolitiker zählen zum Kreis der Adressaten. (vgl. Steinrücke/Schultheis 1998: S. 16)

2.2. Zusammenfassung der relevanten Kapitel

Indes sind die Kapitel mit denen sich diese Arbeit weitergehend beschäftigen wird scheinbar direkt an Käufer und Interessenten adressiert, da sie eher wenig Wohnungspolitisches beinhalten.

2.2.1. Ein Vertrag unter Zwang

In „Ein Vertrag unter Zwang“ geht es um eine qualitative Untersuchung, wie mit dem Kunden umgegangen wird, wenn er ein Haus kaufen will. Dabei wurden verschiedene Immobilienunternehmen in verschiedenen Randgebieten von Paris bei Verkaufsgesprächen durch einerseits reale Käufer und andererseits Testkäufer aus dem Team von Bourdieu untersucht. Außerdem wurden Tiefeninterviews mit Verkäufern, Sekretärinnen, Verkaufstrainern etc. geführt.

Als Ziel der Untersuchung wird angegeben, die Struktur eines Verkaufsgesprächs zu ergründen. Da die Käuferschicht, durch die Umstellung der Finanzierung des Hauserwerbs (von z. B. Vererbung) auf Kreditzahlung, sehr stark vergrößert wurde, gilt es das Verkaufs- oder auch Kreditgespräch genauer zu untersuchen. (vgl. Steinrücke/Schultheis 1998: S. 9)

[...]


[1] Vgl. u.a. Bourdieu, Pierre (1992): Am seidenen Faden. in Bourdieu, Pierre et al. (1997): Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnose alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. S. 445 - 456

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
"Der Einzige und sein Eigenheim" von Pierre Bourdieu unter besonderer Berücksichtigung der Habitus-Theorie
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die Wirtschaftssoziologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V132279
ISBN (eBook)
9783640387786
ISBN (Buch)
9783640388165
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einzige, Eigenheim, Pierre, Bourdieu, Berücksichtigung, Habitus-Theorie
Arbeit zitieren
Michael Heina (Autor), 2008, "Der Einzige und sein Eigenheim" von Pierre Bourdieu unter besonderer Berücksichtigung der Habitus-Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132279

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