„Der Einzige und sein Eigenheim“ von Pierre Bourdieu ist eines seiner eher unbekannteren Werke. Ziel dieser Arbeit ist es, die Parallelen zwischen dem „klassischen Bourdieu“ mit seiner Habitus Theorie und seinem als Vorlage dienendem Spätwerk aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER EINZIGE UND SEIN EIGENHEIM
2.1. ÜBERBLICK ÜBER DIE INTENTION DES BUCHES
2.2. ZUSAMMENFASSUNG DER RELEVANTEN KAPITEL
2.2.1. Ein Vertrag unter Zwang
2.2.2. Der Eigentumssinn
3. BOURDIEUS THEORIE DES HABITUS
3.1. BEGRIFFSDEFINITION: HABITUS
3.2. DER HABITUS IM ZUSAMMENHANG MIT DEM EIGENHEIM
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen zwischen Pierre Bourdieus Theorie des Habitus und seinem Werk „Der Einzige und sein Eigenheim“. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit habituelle Konzepte zur Analyse der sozialen Mechanismen beim Hauskauf und der Homogenisierung von Neubausiedlungen beitragen können.
- Kritische Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieus Werk „Der Einzige und sein Eigenheim“.
- Analyse des Verkaufsgesprächs und der habituellen Annäherung zwischen Verkäufer und Käufer.
- Untersuchung der sozialen Zusammensetzung von Eigenheimbesitzern in Neubausiedlungen.
- Theoretische Einordnung des Habitus-Begriffs im Kontext soziologischer Forschung.
- Reflexion über die Anwendbarkeit klassischer Habitus-Theorien auf Bourdieus Spätwerk.
Auszug aus dem Buch
3.1. Begriffsdefinition: Habitus
Der Begriff Habitus wurde nicht von Pierre Bourdieu selbst ins Leben gerufen, sondern er findet sich in der Philosophie, aber auch in der Soziologie. So etwa bei Émile Durkheim, bei Max Weber, Marcel Mauss und Norbert Elias. Doch erst Bourdieu hat ihm eine spezifische, systematische Bedeutung im Rahmen seiner Theorie von der sozialen Welt und der Theorie der Lebensstile gegeben. (vgl. Gebauer/Krais 2002)
Er bezeichnet Habitus als „Systeme dauerhafter Dispositionen, die als Erzeugungsprinzipien und zugleich Klassifikationssysteme individueller und kollektiver Praktiken wirksam sind.“ (Kocyba 2002: 211) Hierbei werden spezifische Konfigurationen von erworbenen Wahrnehmungs- und Handlungsschemata für das einzelne Individuum innerhalb eines beliebigen sozialen Systems inhärent, ohne das sich das Individuum selbst dieser Schemata bewusst wäre. Das bedeutet, dass das Individuum aufgrund seiner Herkunft einerseits bestimmte Handlungsmuster aufgenommen hat und diese seinerseits an andere Generationen weitergibt, sowie es sich andererseits von Inhabern anderer Habitusformen abzugrenzen und zu unterscheiden weiß. Bourdieu beschreibt dies folgendermaßen:
Der Habitus ist nicht nur strukturierende, die Praxis wie deren Wahrnehmung organisierende Struktur, sondern auch strukturierte Struktur: das Prinzip der Teilung in logische Klassen, das der Wahrnehmung der sozialen Welt zugrunde liegt, ist seinerseits Produkt der Verinnerlichung der Teilung in soziale Klassen. (Bourdieu 2007b: 279)
Auch wenn die Theorie des Habitus weit über das Geschriebene hinausgeht, so ist der Begriff für diese Arbeit hinreichend exakt definiert und kann dementsprechend im Zusammenhang mit dem Eigenheim untersucht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das eher unbekannte Werk Bourdieus vor und definiert das Ziel der Arbeit, Parallelen zwischen seiner Habitus-Theorie und den Inhalten des Buches aufzuzeigen.
2. DER EINZIGE UND SEIN EIGENHEIM: Dieses Kapitel erläutert die Intention des Buches, nämlich eine kritische Analyse der sozialen Folgen des Hauserwerbs und die Vorstellung der untersuchten Teilkapitel.
3. BOURDIEUS THEORIE DES HABITUS: Es erfolgt eine theoretische Herleitung des Habitus-Begriffs sowie dessen Anwendung auf die beobachteten Prozesse im Immobilienbereich, insbesondere auf das Verkaufsgespräch.
4. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass die Habitus-Theorie in dem untersuchten Werk nur eine untergeordnete Rolle spielt und Bourdieu primär ökonomische Faktoren fokussiert.
Schlüsselwörter
Pierre Bourdieu, Habitus, Eigenheim, Immobilienmarkt, Verkaufsgespräch, Sozialer Habitus, Kapitalarten, Neubausiedlungen, Soziologie, Lebensstile, Klassenstruktur, Kaufverhalten, Neoliberalismus, Habitus-Theorie, Soziale Ungleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Bourdieu-Werk „Der Einzige und sein Eigenheim“ und prüft, inwiefern seine berühmte Habitus-Theorie zur Erklärung der dort beschriebenen sozialen Phänomene beim Hauskauf herangezogen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Mechanismen von Verkaufsgesprächen, der Rolle des kulturellen und ökonomischen Kapitals beim Hauskauf sowie der Homogenisierung von Wohngebieten.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob sich Bourdieus „klassische“ Habitus-Theorie in seinem Spätwerk wiederfindet oder ob dort andere soziologische Schwerpunkte dominieren.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die Begriffe aus der Habitus-Theorie definiert und diese auf die im Buch präsentierten qualitativen und statistischen Untersuchungsergebnisse bezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Werks, eine kurze Begriffsklärung des Habitus und die anschließende Untersuchung der habituellen Annäherung zwischen Verkäufer und Käufer.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Habitus, ökonomisches Kapital, soziale Schichtung, Homogenisierung und vertikaler Vertrauensaufbau im Verkaufsgespräch.
Warum spielt der Habitus im Verkaufsgespräch eine so große Rolle?
Laut Bourdieu nutzen Verkäufer habituelle Gemeinsamkeiten, um beim Käufer ein Gefühl der „sozialen Wesenverwandtschaft“ und Sicherheit zu erzeugen, was den Vertragsabschluss begünstigt.
Wie bewertet der Autor die Präsenz der Habitus-Theorie im analysierten Buch?
Der Autor stellt fest, dass die Habitus-Theorie im betrachteten Werk nur am Rande vorkommt und die Analyse stattdessen deutlich stärker von der ökonomischen Perspektive geprägt ist.
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- Michael Heina (Author), 2008, "Der Einzige und sein Eigenheim" von Pierre Bourdieu unter besonderer Berücksichtigung der Habitus-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132279