Die vorliegende Arbeit hat die Zielsetzung, die verschiedenen Konzepte der Portfoliooptimierung durch Optionen darzustellen, zu analysieren und letztendlich
eine Konklusion zu ziehen, ob und für wen der Einsatz von Optionen zur Portfoliooptimierung sinnvoll ist. Damit eine detaillierte und wissenschaftlich fundierte Analyse und Beurteilung der Portfoliooptimierung durch Optionen vorgenommen werden kann, beschränken sich die fortfolgenden Ausführungen, aufgrund des limitierten Umfangs der Arbeit, auf die Betrachtung und die Analyse der Portfoliooptimierung durch Optionen von Aktienportfolios. Zu Beginn wird innerhalb des zweiten Kapitels das Fundament für ein portfoliotheoretisches Grundverständnis – durch die Darlegung des Portfolio-Selection-Modells von Markowitz, dem Shortfall-Ansatz von Roy und dem Index
Modell von Sharpe – geschaffen. Anschließend wird eine Systematisierung des Portfolio-Risikobegriffs, in seine beiden Komponenten – systematisches sowie unsystematische Risiko – vorgenommen. Im Dritten Kapitel werden die Grundlagen zum Verständnis der Wirkungsweise von Optionen innerhalb der Portfoliooptimierung geschaffen. Zunächst wird eine
Einordnung der Optionen innerhalb des Derivatemarktes angestellt, bevor die Optionen, sowie ihre vier Grundoptionspositionen – aus denen sich die Optimierungsstrategien im vierten Kapitel zusammensetzen – definiert und näher erläutert werden.
Im Anschluss werden die preisdeterminierenden Einflussfaktoren von Optionen anhand der Black-Scholes-Formel analysiert, bevor darauf basierend, die Sensitivitätskennziffern von Optionen hergeleitet werden. Im vierten Kapitel wird durch die Veranschaulichung und Analyse der verschiedenen Portfoliooptimierungsstrategien durch den Einsatz von Optionen, eine Synthese, der in den Kapiteln zwei und drei erworbenen Grundkenntnisse, vorgenommen. Dabei werden sowohl antizyklische Chancenstrategien, wie das Covered-Call-Writing (CCW), als auch Portfolio-Insurance-Konzepte, wie das Protective-Put-Buying (PPB), die Kombinationsmöglichkeiten des PPB und CCW,
sowie die Kombination von Long-Calls mit sicheren Anlagen (90/10-Strategie), erläutert. Innerhalb des Protective-Put-Buyings werden die Möglichkeiten der Strategieimplementierung, durch die Verwendung eines Fixed-Hedges bzw. des Delta-Hedgings, erläutert. Die Kombinationsmöglichkeiten des CCW und des PPB werden anschließend anhand des Collars und seines Spezialfalls – dem Gamma- Hedging – näher analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufbau der Arbeit
2. Portfoliotheoretische Grundlagen
2.1. Portfolio-Selection-Modell (Markowitz)
2.1.1. Annahmen
2.1.2. Rendite, Risiko und Korrelation
2.1.3. Effiziente Portfoliokonstellationen
2.2. Shortfall-Ansatz (Roy)
2.3. Index-Modell (Sharpe)
2.3.1. Systematisches Risiko
2.3.2. Unsystematisches Risiko
3. Optionen
3.1. Einordnung von Optionen innerhalb des Derivatemarktes
3.2. Optionsdefinition
3.3. Optionspositionen
3.3.1. Long-Call
3.3.2. Short-Call
3.3.3. Long-Put
3.3.4. Short-Put
3.4. Preisbildung
3.4.1. Innerer Wert und Zeitwert
3.4.2. Einflussfaktoren des Optionspreises
3.4.2.1. Black-Scholes-Modell
3.4.2.2. Sensitivitätskennzahlen
3.4.2.2.1. Delta
3.4.2.2.2. Gamma
3.4.2.2.3. Omega
3.4.2.2.4. Rho
3.4.2.2.5. Theta
3.4.2.2.6. Vega
4. Portfoliooptimierung durch Optionen
4.1. Ausgangssituation
4.2. Optimierungsstrategien durch Optionen
4.2.1. Covered-Call-Writing (CCW)
4.2.2. Portfolio Insurance Konzepte
4.2.2.1. Protective-Put-Buying (PPB)
4.2.2.1.1. Fixed-Hedge
4.2.2.1.2. Delta-Hedging
4.2.2.2. Kombinationen von CCW und PPB
4.2.2.2.1. Collar
4.2.2.2.2. Gamma-Hedging
4.2.2.3. Long-Call mit sicherer Anlage (90/10-Strategie)
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Optionen zur Optimierung von Aktienportfolios eingesetzt werden können. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, unter welchen Marktbedingungen und für welche Anlegertypen Strategien wie Covered-Call-Writing oder Portfolio-Insurance (z. B. durch Protective-Puts) einen Mehrwert gegenüber einer reinen Aktienanlage bieten.
- Grundlagen der modernen Portfoliotheorie (Markowitz, Sharpe)
- Funktionsweise und Preisbildung von Optionen (Black-Scholes-Modell)
- Analyse von antizyklischen Chancenstrategien wie Covered-Call-Writing (CCW)
- Untersuchung von Portfolio-Insurance-Konzepten (Protective-Put, Collar)
- Synthese und kritische Bewertung der Eignung dieser Strategien für Investoren
Auszug aus dem Buch
3.2. Optionsdefinition
Eine Option ist eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, aufgrund derer der Verkäufer der Option, gegen Erhalt einer Optionsprämie, dem Käufer das Recht einräumt, in Zukunft einen bestimmten Basiswert zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Dabei hat der Käufer das Recht, nicht aber die Pflicht:
• bei Zahlung einer Optionsprämie an den Verkäufer,
• eine genau festgelegte Menge eines Basiswertes (Basisobjekt oder Underlying),
• innerhalb eines bestimmten Zeitraumes oder zu einem festgelegten Zeitpunkt,
• zu einem bei Vertragsabschluß festgelegten Preis (Basispreis, Strikeprice),
• zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).
Der Verkäufer, auch Stillhalter genannt, hat kein Wahlrecht. Er hat sich somit der Entscheidung des Käufers zu fügen, ob dieser die Option zieht oder verfallen lässt. Demnach ist die Option ein einseitiger Vertrag, denn der Käufer einer Option beschränkt sein Risiko auf seinen anfänglichen Kapitaleinsatz in Höhe der Optionsprämie, da er lediglich ein Recht erwirbt, jedoch keine Verpflichtung eingeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufbau der Arbeit: Einführung in die aktuelle Problematik volatiler Kapitalmärkte und Erläuterung der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Portfoliotheoretische Grundlagen: Vermittlung der theoretischen Basis durch die Modelle von Markowitz, Roy und Sharpe, inklusive einer Systematisierung von systematischem und unsystematischem Risiko.
3. Optionen: Definition und Einordnung von Optionen in den Derivatemarkt, Erläuterung der Optionspositionen sowie detaillierte Analyse der Preisbildung und der Sensitivitätskennzahlen.
4. Portfoliooptimierung durch Optionen: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf konkrete Optimierungsstrategien wie Covered-Call-Writing und verschiedene Portfolio-Insurance-Konzepte.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Nutzens von Portfoliooptimierungsstrategien unter Berücksichtigung verschiedener Anlagehorizonte und Risikotoleranzen von Investoren.
Schlüsselwörter
Portfoliooptimierung, Optionen, Markowitz, Black-Scholes-Modell, Covered-Call-Writing, Portfolio Insurance, Protective-Put, systematisches Risiko, Delta-Hedging, Volatilität, Anlagestrategien, Risikomanagement, Derivate, Aktienportfolio, Performance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Optimierung von Aktienportfolios durch die gezielte Einbindung von derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere Optionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die moderne Portfoliotheorie, die Funktionsweise von Optionen und deren Einsatz zur Steuerung von Risiken und Renditen in einem Portfolio.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und für wen der Einsatz von Optionsstrategien zur Portfoliooptimierung sinnvoll ist, um einen Mehrwert gegenüber einer rein passiven Aktienstrategie zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch klassische Portfoliomodelle und der systematischen Analyse von Optionspreistheorien (Black-Scholes), kombiniert mit der Darstellung praktischer Absicherungsstrategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von den theoretischen Grundlagen der Portfoliokonstruktion über die technische Beschreibung von Optionen bis hin zur detaillierten Untersuchung von Strategien wie Covered-Call-Writing und Protective-Put-Buying.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Portfoliooptimierung, Diversifikation, systematisches Risiko, Sensitivitätskennzahlen (Griechen) und verschiedene Hedging-Techniken.
Wie unterscheidet sich Covered-Call-Writing von anderen Strategien?
Es handelt sich um eine antizyklische Strategie, die durch den Verkauf von Calls auf einen Aktienbestand in stagnierenden oder leicht fallenden Märkten Zusatzerträge erzielen soll.
Welches Problem löst das Gamma-Hedging?
Das Gamma-Hedging adressiert die Schwächen des dynamischen Delta-Hedgings, bei dem häufige Anpassungen aufgrund sich ständig ändernder Delta-Werte zu hohen Transaktionskosten führen.
- Quote paper
- Timo Schlichting (Author), 2008, Portfoliooptimierung durch den Einsatz von Optionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132294