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Bildungsungleichheit nach Coleman und Bourdieu. Theorien und Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit

Am Beispiel der Gemeinschaftsschule

Titel: Bildungsungleichheit nach Coleman und Bourdieu. Theorien und Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung von Theorien und Gründen für Bildungsungleichheit und von politischen Maßnahmen zur Reduzierung dieser nach zwei Soziologen: James Samuel Coleman und Pierre Bourdieu. Während Coleman die Quellen von Bildungsungleichheit insbesondere bei dem Grad an sozialen Bindungen erkennt, sind für Bourdieu die soziale Herkunft, inklusive des Vorhandenseins von kulturellem Kapital entscheidend. Anhand des Beispiels der Gemeinschaftsschulen soll außerdem die Frage geklärt werden, inwiefern diese mit den Theorien von Coleman und Bourdieu dazu beitragen könnten, den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungskompetenz zu entkoppeln.

Das Thema der Chancengleichheit im Kontext von Bildung besitzt, wie schon zu Bourdieus Lebzeiten, nach wie vor eine hohe Relevanz. Das zeigen Veröffentlichungen zu den PISA-Studien 2012 und 2015, die alle 3 Jahre stattfinden. Hierbei wurde unter anderem der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Kompetenzerwerb in der Schule gemessen, welcher auch als sozialer Gradient bezeichnet wird. Der soziale Gradient hat in Deutschland seit Beginn der PISA-Studien im Jahre 2000 zwar abgenommen, befindet sich jedoch auch im Jahre 2015 über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Allmendinger et. al. stellen anhand des „Bildungstrichters“, den sozialen Gradienten Deutschlands anschaulich dar. Demnach gehen von 100 Kindern aus Akademikerfamilien, 88 auf die gymnasiale Oberstufe und 83 letztendlich auf eine Hochschule, während es bei Kindern von Nicht-Akademikern gerade einmal 46 auf die gymnasiale Oberstufe und 23 Kinder auf eine Hochschule schaffen. Was bei Akademikerkindern nach einer festen Säule anmutet, sieht bei dem Rest nach einem Trichter sozialer Auslese aus. „Die Chance eines Akademikerkindes, eine Hochschule zu besuchen, ist damit mehr als dreieinhalb Mal so hoch wie die Chance eines Nichtakademikerkindes“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Begriffsklärung

2. Ursachen und Determinanten für Bildungsungleichheit

2.1 Begriffsklärung

2.2 James S. Coleman

2.3 Pierre Bourdieu

3. Gemeinschaftsschulen

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit der Bildungsungleichheit auf Basis der Konzepte von James Samuel Coleman und Pierre Bourdieu, um zu untersuchen, inwiefern das Modell der Gemeinschaftsschule dazu beitragen kann, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln.

  • Ursachen und Mechanismen der Bildungsungleichheit nach Coleman und Bourdieu
  • Die Rolle von sozialem Kapital und kulturellem Kapital im Bildungssystem
  • Sozialkonservative Funktionen des Schulsystems und soziale Reproduktion
  • Das Konzept der Gemeinschaftsschule als pädagogische Antwort auf Bildungsungleichheit
  • Methoden zur individuellen Lernförderung und Öffnung der Schule

Auszug aus dem Buch

2.2 James S. Coleman

Coleman sieht einen Zusammenhang zwischen Bildungskompetenz und dem sozialen Kapital (vgl. Coleman 1988: 228-231). Dieses beschreibt Coleman (1991: 389) als die „Menge der Ressourcen, die in Familienbeziehungen und in sozialer Organisation der Gemeinschaft enthalten sind und die die kognitive oder soziale Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen fördern“.

Eine Form sozialen Kapitals sind Verpflichtungen und Erwartungen. Sie treten auf, wenn ein sozialer Akteur eine Leistung für jemand anderen erbringt und hierfür eine Gegenleistung erwartet. Der Nehmer-Position wird wiederum eine Verpflichtung auferlegt und vorab Vertrauen gegeben, diese auch zu erfüllen. Zur Charakterisierung dieser Form sozialen Kapitals sind zwei Merkmale wichtig. Zum einen das Ausmaß der Vertrauenswürdigkeit des Umfeldes und die Anzahl der zu erfüllenden Verpflichtungen. (ebd.: 396-397)

Das Informationspotential beschreibt das Ausmaß an Informationen, das in sozialen Beziehungen enthalten ist. Es kann vorkommen, dass Beziehungen einzig und allein aufgrund des gegenseitigen Informationsaustausches erhalten werden. Informationen sind eine Grundlage für Handlungen. (ebd.:402-403)

Die dritte Form sozialen Kapitals bilden Normen und wirksame Sanktionen. „Eine Norm existiert, wenn das sozial definierte Recht auf Kontrolle der Handlung nicht vom Akteur, sondern von anderen behauptet wird“ (ebd.: 313). Zur Durchsetzung von Normen werden Sanktionen verwendet. Sanktionen können Belohnungen oder Bestrafungen beinhalten. Eine Person die nach gesellschaftlichen Normen handelt, wird für ihr Verhalten belohnt. Im Gegensatz hierzu wird eine Handlung die nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht, bestraft. (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Begriffsklärung: Das Kapitel führt in die Problematik der Bildungsungleichheit ein, verdeutlicht anhand von PISA-Daten und dem „Bildungstrichter“ die Relevanz des Themas und definiert das Ziel, die Theorien von Coleman und Bourdieu auf Gemeinschaftsschulen anzuwenden.

2. Ursachen und Determinanten für Bildungsungleichheit: Hier werden die theoretischen Ansätze erläutert, wobei primäre und sekundäre Herkunftseffekte theoretisiert und die Ansätze von Coleman sowie Bourdieu zur Entstehung von Disparitäten detailliert analysiert werden.

3. Gemeinschaftsschulen: Dieses Kapitel beleuchtet das schulorganisatorische Modell der Gemeinschaftsschule und untersucht, wie dieses durch Methoden wie individuelle Lernentwicklung und Kooperationen mit außerschulischen Partnern auf die theoretisierten Ungleichheitsmechanismen reagiert.

4. Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert und die Schlussfolgerung gezogen, dass Gemeinschaftsschulen als Instrument zur Reduzierung von Bildungsungleichheit fungieren können, indem sie die theoretischen Anforderungen an eine offene Schule praktisch umsetzen.

5. Literaturverzeichnis: Umfasst die verwendeten soziologischen und bildungswissenschaftlichen Quellen zur theoretischen Fundierung und empirischen Untermauerung der Hausarbeit.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, James S. Coleman, Pierre Bourdieu, Gemeinschaftsschule, Soziales Kapital, Kulturelles Kapital, Humankapital, Habitus, Chancengleichheit, Bildungsentscheidungen, Öffnung der Schule, Sozialer Gradient, Bourdieu und Passeron, Bildungssystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Erklärung von Bildungsungleichheit durch die Soziologen James S. Coleman und Pierre Bourdieu und untersucht, ob das Modell der Gemeinschaftsschule zur Förderung der Chancengleichheit beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, die Bedeutung von verschiedenen Kapitalarten (ökonomisch, sozial, kulturell) sowie die Funktionen des Bildungssystems in Bezug auf die Reproduktion sozialer Ungleichheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Theorien zur Bildungsungleichheit darzustellen und zu prüfen, inwiefern Gemeinschaftsschulen durch ihre Struktur dazu beitragen können, den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungskompetenz zu entkoppeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die soziologische Konzepte analysiert und diese anhand von Literatur zu Gemeinschaftsschulen sowie empirischen Befunden aus PISA-Studien und anderen Berichten reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorien von Coleman (soziales Kapital) und Bourdieu (Kapitalformen, Habitus, Feld) sowie eine Analyse des Konzepts der Gemeinschaftsschule als pädagogische Antwort auf diese theoretischen Erkenntnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Schlüsselbegriffe sind Bildungsungleichheit, soziales Kapital, kulturelles Kapital, Habitus, Chancengleichheit und Gemeinschaftsschule.

Auf welche Weise beeinflusst der Habitus nach Bourdieu den schulischen Erfolg?

Der Habitus beeinflusst, wie Schüler und Eltern Anforderungen der Schule wahrnehmen und bewerten; Kinder aus privilegierten Schichten besitzen oft einen "passenden" Habitus, während Kinder aus bildungsferneren Schichten das Schulsystem oft als Hindernis erfahren.

Wie konkret trägt eine Gemeinschaftsschule laut der Arbeit zur Entkopplung von Herkunft und Erfolg bei?

Durch den Verzicht auf frühe Selektion, die Verlängerung des gemeinsamen Lernens und die Öffnung zur Gemeinde hin wird versucht, den Einfluss des Elternhauses zu verringern und alternative Leistungsbewertungen anzubieten.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bildungsungleichheit nach Coleman und Bourdieu. Theorien und Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit
Untertitel
Am Beispiel der Gemeinschaftsschule
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Soziologische Theorie
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V1322961
ISBN (PDF)
9783346805645
ISBN (Buch)
9783346805652
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung Ungleichheit Bourdieu Coleman Gemeinschaftsschule Bildungsungleichheit sozialer Gradient soziales Kapital kulturelles Kapital
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Bildungsungleichheit nach Coleman und Bourdieu. Theorien und Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322961
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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