Quellenanalyse - Luther über den Tod der Frauen im Kindbett


Hausarbeit, 2007

8 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „Ws“ der Quellenanalyse
2.1 Was steht in der Quelle?
2.2 Wer?
2.3 Wann?
2.4 Warum?
2.5 Wo?
2.6 Wie?

3 Ansätze in der Forschung/Sekundärliteratur

4 Bewertung der Quelle

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In diesem Punkt möchte ich kurz meine persönlichen Beweggründe, welche mich dazu veranlasst haben die Quelle „Luther über den Tod der Frauen im Kindbett“[1] zu bearbeiten, darstellen. Zum einen empfinde ich die innerhalb der Quelle implizierte Darstellung einer Frau, bzw. die darin zum Ausdruck gebrachte Haltung gegenüber dem weiblichen Geschlecht, als äußerst interessant. Diese durchaus negative Illustration weckte mein Interesse im Hinblick auf die Frage, ob ein derartiges Frauenbild in der Frühen Neuzeit üblich war oder ob es sich dabei um ein persönliches Empfinden Luthers handelt? Des Weiteren regte mich diese Quelle an, mich mit den Begründungen, sowie Argumentationen für eine derartige Einstellung den Frauen gegenüber auseinanderzusetzen. Dabei richtete ich meinen Blick nicht nur auf Luther, sondern ebenfalls auf die allgemeine Einstellung der Bevölkerung der Frühen Neuzeit, da diese sicherlich mitunter Luthers Äußerungen initiierte.

2 Die „Ws“ der Quellenanalyse

2.1 Was steht in der Quelle?

In dieser Quelle skizziert Luther die Aufgaben, sowie die Funktion einer Frau im Zeitalter der Frühen Neuzeit. Dabei steht die Kinderpflege und Erziehung, jedoch ebenso die Mithilfe bei der Arbeit des Mannes, sowie ihre Gehorsam ihm gegenüber im Vordergrund. Derart ist es von Gott selbst gewollt und geschaffen. Dabei schreibt Luther ihr die primäre Funktion als Gebärende zu, wobei ein Tod der Frau bei einer Geburt, angesichts Gottes Werkes toleriert werden soll. Denn Gott habe sie auf Grund dessen geschaffen, um Nachkommenschaft zu gewährleisten. Ist dies „verrichtet“ und die Frau stirbt dabei, so ist dies das Werk Gottes, welches konzediert werden muss.

2.2 Wer?

Der Urheber dieser Quelle ist Martin Luther, welcher als zu den Augustinermönchen gehörender Theologieprofessor zu einem der bedeutsamsten theologischen Initiatoren der Reformation zu zählen ist. Darüber hinaus zählt er noch heutzutage zu den bekanntesten deutschen Persönlichkeiten.[2] Diese Quelle gehört einer seiner Tischreden an, welche er üblicherweise im weiten Kreise der Familie und Freunde hielt. Diese Tischrunden fielen daher auch des Öfteren sehr üppig aus, mit bis zu 50 Personen. Zu den häufigsten Gästen sind dabei sein Freund Phillipp Melanchton zu zählen, Probst Jonas, sowie Caspar Cruziger. Das Beiwohnen an den Tischreden Luthers blieb jedoch auch Reisenden, Fürsten und Adligen nicht verwehrt.[3] Demnach adressiert Luther bei dieser Tischrede, die daran Teilnehmenden. Wer dies hierbei im speziellen war, ist nicht überliefert. Lediglich verweist die Quelle auf den Namen „Greta“. Diese Frau wird Luthers Tischrede über den Tod der Frauen im Kindbett beigewohnt haben, wobei jedoch ebenfalls nicht zu eruieren ist, in welcher Hinsicht diese Greta Luthers Verwandtschafts- bzw. Freundeskreis angehört.

2.3 Wann?

Martin Luther wird in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit hineingeboren, welche durch zahlreiche Spannungen und Konflikten geprägt ist. Viele Kontroversen im sozialen Bereich schlagen sich in Unruhen und Ängste der Bevölkerung nieder. Pestepidemien, sowie Bedrohungen durch Kriege verstärken dieses Unbehagen. Ebenso kommt es zur Entstehung eines neuen Weltbildes, sowie einer neuen Geistesströmung, dem Humanismus. Modifikationen, die sich gravierend auf das gesamte Leben der damaligen Bevölkerung auswirken. In dieser Zeit, genauer im Jahre 1522, hielt Luther die Tischrede von dem Tod der Frauen im Kindbett. Die Umstände in diesem Jahr wirkten sich ebenfalls auf Luthers Werdegang aus. 1521, durch den Kirchenbann als Ketzer abgestempelt, soll Luther nun auch seine Lehren widerrufen. Dies tut er jedoch nicht und muss nun inkognito auf der Wartburg leben, als über ihn die Reichsacht (Wormser Edikt) verhängt wurde. In dieser Zeit beschäftigt er sich intensiv mit dem Neuen Testament und übersetzt dies schließlich ins Deutsche, welches 1522 im Druck erschien.[4] Nun schienen die radikalen Kräfte der Reformation Überhand zu gewinnen, sodass Luther 1522 aus der Verbannung zurück nach Wittenberg kehrt um die reformatorische Bewegung wieder auf seine „gemäßigte Linie“[5] zu bringen. In diesem Jahr, sowie in den darauf folgenden geht Luther daran, seine Lehren praktisch, mittels Schriften und Predigten umzusetzen. Er sieht seine primäre Aufgabe nun darin, den Menschen das Evangelium zu verkünden und zu erläutern.[6] Alles in allem befand sich Luther zur Zeit seiner Vorbringung dieser Tischrede in einem sehr turbulenten Lebensabschnitt, welcher durch seine Vorgeschichte bereits geprägt, nun sehr engagiert und motiviert versucht, seine anfangs verurteilten Lehren, unters Volk zu bringen.

[...]


[1] Luther, Martin, Werke. Weimarer Ausgabe,Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296

[2] Vgl. Martin Greschat/Günther Lottes: Luther in seiner Zeit, Kohlhammer/Stuttgart/Berlin/Köln 1997

[3] Vgl. Appell, Wolfgang: Das Familienleben der Lutherfamilie, 2007, http://www.qoqa.de/qoqa4.html,

24.08.2007 ; 16:18 Uhr

[4] Vgl. Ebert, Martin: Martin Luther - die Zeit, 2003, http://www.luther.de/leben/worms.html, 24.08.2007 ; 16:29

Uhr

[5] Ebert, Martin: Martin Luther - die Zeit, 2003, http://www.luther.de/leben/bauernk.html, 24.08.2007 ; 16:34 Uhr

[6] Vgl. ebenda

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Quellenanalyse - Luther über den Tod der Frauen im Kindbett
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1.3
Autor
Jahr
2007
Seiten
8
Katalognummer
V132299
ISBN (eBook)
9783640383559
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Quellenanalyse, Luther, Frauen, Kindbett
Arbeit zitieren
Dorothee Kremietz (Autor), 2007, Quellenanalyse - Luther über den Tod der Frauen im Kindbett, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132299

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