In diesem Punkt möchte ich kurz meine persönlichen Beweggründe, welche mich dazu veranlasst haben die Quelle „Luther über den Tod der Frauen im Kindbett“ zu bearbeiten, darstellen. Zum einen empfinde ich die innerhalb der Quelle implizierte Darstellung einer Frau, bzw. die darin zum Ausdruck gebrachte Haltung gegenüber dem weiblichen Geschlecht, als äußerst interessant. Diese durchaus negative Illustration weckte mein Interesse im Hinblick auf die Frage, ob ein derartiges Frauenbild in der Frühen Neuzeit üblich war oder ob es sich dabei um ein persönliches Empfinden Luthers handelt? Des Weiteren regte mich diese Quelle an, mich mit den Begründungen, sowie Argumentationen für eine derartige Einstellung den Frauen gegenüber auseinanderzusetzen. Dabei richtete ich meinen Blick nicht nur auf Luther, sondern ebenfalls auf die allgemeine Einstellung der Bevölkerung der Frühen Neuzeit, da diese sicherlich mitunter Luthers Äußerungen initiierte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die „Ws“ der Quellenanalyse
2.1 Was steht in der Quelle?
2.2 Wer?
2.3 Wann?
2.4 Warum?
2.5 Wo?
2.6 Wie?
3 Ansätze in der Forschung/Sekundärliteratur
4 Bewertung der Quelle
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Luthers Äußerungen zum Tod von Frauen im Kindbett, um zu eruieren, ob das darin gezeigte Frauenbild ein persönliches Empfinden darstellte oder ein repräsentatives Spiegelbild der gesellschaftlichen Einstellung der Frühen Neuzeit war.
- Analyse der Rolle der Frau im Zeitalter der Frühen Neuzeit
- Untersuchung theologischer Rechtfertigungen für die Unterordnung der Frau
- Reflektion über die gesellschaftliche Bedeutung des Frauenbildes bei Martin Luther
- Einordnung der Quelle in den historischen Kontext der Reformation
Auszug aus dem Buch
2.1 Was steht in der Quelle?
In dieser Quelle skizziert Luther die Aufgaben, sowie die Funktion einer Frau im Zeitalter der Frühen Neuzeit. Dabei steht die Kinderpflege und Erziehung, jedoch ebenso die Mithilfe bei der Arbeit des Mannes, sowie ihre Gehorsam ihm gegenüber im Vordergrund. Derart ist es von Gott selbst gewollt und geschaffen.
Dabei schreibt Luther ihr die primäre Funktion als Gebärende zu, wobei ein Tod der Frau bei einer Geburt, angesichts Gottes Werkes toleriert werden soll. Denn Gott habe sie auf Grund dessen geschaffen, um Nachkommenschaft zu gewährleisten. Ist dies „verrichtet“ und die Frau stirbt dabei, so ist dies das Werk Gottes, welches konzediert werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation sowie der zentralen Fragestellung bezüglich des Frauenbildes in der Frühen Neuzeit anhand der Quelle von Martin Luther.
2 Die „Ws“ der Quellenanalyse: Methodische Aufarbeitung der Quelle durch die Beantwortung der klassischen W-Fragen zu Inhalt, Urheber, Kontext, Zweck und Form der Tischrede.
3 Ansätze in der Forschung/Sekundärliteratur: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen der Frühen Neuzeit und des damaligen Frauenbildes im Kontext theologischer sowie gesellschaftlicher Vorstellungen.
4 Bewertung der Quelle: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei Luthers Ansichten als repräsentativ für das zeitgenössische, theologisch legitimierte Frauenbild identifiziert werden.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Frühe Neuzeit, Frauenbild, Kindbett, Reformation, Geschlechterrollen, Theologie, Tischreden, Mutterschaft, Gebären, soziale Funktion, historische Quellenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert eine Tischrede Martin Luthers zum Tod von Frauen bei der Geburt, um die Rolle und Stellung der Frau im 16. Jahrhundert zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen das Frauenbild der Frühen Neuzeit, die theologischen Rechtfertigungen für die Unterordnung der Frau und der historische Kontext der Reformation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob Luthers Aussagen ein isoliertes, persönliches Frauenbild widerspiegeln oder ob sie als typisch für die gesellschaftlichen Vorstellungen jener Zeit zu werten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit nutzt die Methode der klassischen Quellenanalyse (W-Fragen-Methode) in Verbindung mit einer Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zur Geschlechtergeschichte.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Quelle anhand der W-Fragen sowie eine fundierte Einbettung in die historische Forschungsliteratur.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlagworten gehören Martin Luther, Frühe Neuzeit, Frauenrolle, theologische Rechtfertigung und historische Quellenanalyse.
Welche Bedeutung maß Luther dem Tod einer Frau im Kindbett bei?
Laut der Analyse ordnete Luther den Tod einer Frau im Kindbett dem „Werk Gottes“ unter, wodurch das Leben der Frau als zweitrangig hinter der Funktion als Gebärende zurücktrat.
Wie wurde die Rolle der Frau in der Frühen Neuzeit theologisch legitimiert?
Durch den Rückbezug auf die Genesis, insbesondere die Erschaffung Evas und den Sündenfall, wurde die Unterwürfigkeit der Frau unter den Mann als gottgegeben begründet.
- Quote paper
- Dorothee Kremietz (Author), 2007, Quellenanalyse - Luther über den Tod der Frauen im Kindbett, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132299