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Die Frage nach der Theodizee im Buch Hiob

Title: Die Frage nach der Theodizee im Buch Hiob

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dorothee Kremietz (Author)

Theology - Biblical Theology
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Die Frage nach dem Warum des Leidens eines gerechten unschuldigen Menschen ist seit jeher existent und hat dabei auch gegenwärtig an Aktualität, sowie Brisanz nicht eingebüßt.
Angesichts dieser Frage rückt biblisch das Buch Hiob in den Mittelpunkt, innerhalb welchem unschuldiges Leiden, konkret an Hand der Hiobgestalt, dargestellt wird.

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit diesem Buch der Bibel, wobei es insbesondere zu versuchen gilt, die Frage nach der Theodizee binnen dieses Werkes zu ergründen, sowie nach Möglichkeit zu beantworten.
Beginnend mit einer kurzen Definition des Theodizeebegriffs im Allgemeinen und der diesbezüglich theologischen Auslegung im konkreten, sowie einer bündigen Erörterung dessen Entstehung, widme ich mich dem Hiobbuch im Speziellen. Nach einführenden Passagen in den Aufbau, Inhalt und Entstehung der Dichtung, gehe ich näher auf das Leiden Hiobs ein.
Hierbei skizziere ich zunächst Hiobs Umgang mit seinem Leid, die Theologie seiner Freunde, sowie das Lied der Weisheit und abschließend Gottes Antwort. Aus diesen konkret am Hiobbuch und somit der Gestalt Hiob haftenden Erläuterungen schlussfolgernd, verweise ich allgemein auf Menschen, denen ungeschuldet Leid widerfährt und versuche, mittels der Ohnmacht des Menschen, näher auszudifferenzieren, wie dieser sein Leiden verstehen kann. Daran anknüpfend führe ich gängige Repliken bezüglich der Theodizeefrage in Verbindung mit Hiob an, um letztlich darüber Aufschluss zu erlangen, ob und in wie fern diese innerhalb des Hiobbuches eine Antwort findet.
Diese Ausführungen abschließend erfolgt ein Fazit, in welchem meine persönliche Meinung, anlässlich der Frage nach der Theodizee im Buch Hiob, ersichtlich dargestellt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der Theodizee

3 Entstehung der Theodizee

4 Das Buch Hiob

4.1 Aufbau

4.2 Inhalt

4.3 Entstehung

5 Hiobs Leid

5.1 Hiobs Umgang mit dem Leid

5.2 Theologie der Freunde Hiobs

5.3 Das Lied über die Weisheit

5.4 Die Antwort Gottes

6 Wie der Mensch sein Leiden verstehen kann

6.1 Die Ohnmacht des Leidenden

6.2 Das Buch Hiob als biblische Klärung der Theodizeefrage?

7 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Theodizeefrage innerhalb des biblischen Buches Hiob, um zu ergründen, ob und inwiefern das Werk eine Antwort auf das Leiden eines unschuldigen Menschen bietet. Dabei wird analysiert, wie Hiob mit seinem Schicksal ringt, wie die Theologie seiner Freunde zu bewerten ist und welche Bedeutung die Theophanie für das Verständnis von Gottes Handeln und menschlicher Ohnmacht hat.

  • Definition und theologische Einordnung der Theodizeefrage
  • Struktur, Inhalt und Entstehungsgeschichte des Buches Hiob
  • Auseinandersetzung mit der traditionellen Vergeltungslehre
  • Die Rolle der Gottesantwort und der menschlichen Ohnmacht
  • Erlösung vom Rechtfertigungszwang durch schöpferische Freiheit

Auszug aus dem Buch

6.1 Die Ohnmacht des Leidenden

Hiob ist keine historisch-biographisch fassbare Einzelgestalt, sondern eine poetisch imaginäre Figur, gleichwohl von universalem Charakter. Hiobs Name steht universal ein für die von Hunger, Kriegschaos, allgemeinem Leiden geplagte Menschheit. Er fungiert somit als Schutzpatron der Leidenden, sowie als Garant, dass Entsetzen und Entstellung der Leidenden gewürdigt werden und diese gegen unangebrachten Trost gewahrt bleiben.50 Im Werdegang Hiobs, der immer stärker von seinem Begehren geprägt ist zu erfahren, wie er sein Leiden verstehen kann, kristallisiert sich anfänglich latent, gegen Ende jedoch sehr offenkundig, dessen eigene Ohnmacht heraus. Dabei scheint Hiobs Erkenntnis der eigenen Ohnmacht und somit die eines jeden Menschen ein notwendiges Kriterium darzustellen, aus welchem Leiden Sinn erfahren kann.51

In den Antwortreden Gottes, wie bereits ansatzweise im vorausgehenden Abschnitt erörtert, wird die Ohnmacht des Menschen am augenscheinlichsten. Der Sturm an Gegenfragen52 erstrebt zunächst die Differenz von Kreatur und Schöpfer ins Unermessliche zu steigern und den, der sich zu Gott Ebenbürtigkeit anmaßte, auf sein kreatürliches Maß zurück zu stutzen.53 Bereits die Anfänge der ersten Gottesrede betonen somit dessen Übermacht und die Ohnmacht des Menschen. Die Schöpfung, welche im Zentrum der zweiten Gottesrede steht, beweist dabei Gottes planendes Wirken, in welchem der Mensch nur einen kleinen nichtigen Platz einnimmt.54 Diese Vollkommenheit der Schöpfung sieht sich jedoch durch das Rechtsbegehren eines Menschen verdunkelt. Der Mensch macht sich somit einer „Schöpfungsvergessenheit“55 schuldig. Dies wird besonders in Hiobs verabsolutierenden Rechtsstandpunkt deutlich, wofür er bereits im Auftakt der zweiten Rede Gottes einen Verweis erhält: „Willst du wirklich mein Recht zerbrechen, mich schuldig sprechen, damit du recht behältst?“56 Dieser Ausspruch Gottes demonstriert Hiob, dass er als selbsthaftender Schuldner seine Idee von Gerechtigkeit selbst nicht umzusetzen vermag.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zeitlose Problematik des Leidens eines unschuldigen Menschen ein und formuliert das Ziel, die Theodizeefrage am Beispiel des Hiobbuches zu untersuchen.

2 Definition der Theodizee: Dieses Kapitel definiert die Theodizee als theologisches Problem und grenzt die Fragestellung gegenüber dem allgemeinen philosophischen Diskurs ab.

3 Entstehung der Theodizee: Hier wird dargelegt, dass die Theodizee eine lebensgeschichtliche Problematik ist, die bereits in der Antike und im Alten Testament thematisiert wurde.

4 Das Buch Hiob: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über den Aufbau, den Inhalt und die Entstehungsgeschichte des biblischen Buches Hiob.

5 Hiobs Leid: Dieser Abschnitt analysiert Hiobs Umgang mit seinem Leid, die Kritik an der Vergeltungslehre seiner Freunde, das Weisheitslied und die Antwort Gottes.

6 Wie der Mensch sein Leiden verstehen kann: Hier wird die Rolle der menschlichen Ohnmacht sowie die Frage nach dem Hiobbuch als biblische Klärung der Theodizeefrage diskutiert.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die persönliche Erkenntnis, dass Hiob keine einfache Antwort liefert, sondern zur vertrauensvollen Begegnung mit Gott ermutigt.

Schlüsselwörter

Theodizee, Buch Hiob, unschuldiges Leiden, Gerechtigkeit, Vergeltungslehre, Ohnmacht, Gotteserfahrung, Schöpfung, Theophanie, Glaube, Weisheit, Leid, Rechtfertigung, biblische Dichtung, Sinnsuche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Theodizeefrage – der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts des Leidens in der Welt – anhand des biblischen Buches Hiob.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die menschliche Ohnmacht, die Kritik an traditionellen Vergeltungstheologien, die Bedeutung der Schöpfung und der Dialog zwischen Mensch und Gott.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, wie das Hiobbuch die Frage nach dem Warum des Leidens behandelt und ob darin eine befriedigende Antwort für den leidenden Menschen gefunden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologische Textanalyse, die verschiedene Interpretationsansätze und fachwissenschaftliche Literatur zum Buch Hiob heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Aufbaus und Inhalts des Hiobbuches, die Analyse der verschiedenen Redegänge (Hiobs Klage, Freunde, Gottesreden) und die Reflexion über das menschliche Verständnis von Leiden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Theodizee, Unschuldiges Leiden, Vergeltungsdogma, Ohnmacht, Gotteserfahrung und Schöpfung.

Warum wird die Theologie der Freunde Hiobs im Text kritisiert?

Ihre Theologie wird als zu starr empfunden, da sie an der traditionellen Vergeltungslehre festhält und dem Leidenden durch ihre kühle Dogmatik keine Empathie entgegenbringt.

Wie trägt die Theophanie zur Lösung der Theodizeefrage bei?

Gottes Antwort im Sturm lehrt Hiob seine menschliche Begrenztheit gegenüber der unbegreiflichen Schöpfung, wodurch er vom Zwang zur rationalen Rechtfertigung entlastet wird.

Welches Fazit zieht der Autor zur Antwort des Hiobbuches?

Das Buch bietet zwar keine handfeste rationale Lösung an, ermöglicht dem Menschen aber durch den Dialog mit Gott eine neue Perspektive und Stärkung im Glauben.

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Details

Title
Die Frage nach der Theodizee im Buch Hiob
College
University of Dortmund
Grade
1.0
Author
Dorothee Kremietz (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V132301
ISBN (eBook)
9783640383573
Language
German
Tags
Frage Theodizee Buch Hiob
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothee Kremietz (Author), 2007, Die Frage nach der Theodizee im Buch Hiob, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132301
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