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Die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung. Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns Geschichte "Eine Spukgeschichte"

Titel: Die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung. Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns Geschichte "Eine Spukgeschichte"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Eberhard (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung in E.T.A. Hoffmanns Geschichte „Eine Spukgeschichte“ wiedergegeben wird. Dies zeige ich, indem ich zuerst die Geisterauffassung der Aufklärung erläutere und dabei vor allem auf den Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg und den Hallenser Philosoph Georg Friedrich Meier eingehe. Als nächstes analysiere ich Hoffmanns Elemente einer Gespenstergeschichte und im Anschluss daran betrachte ich die in der Geschichte vorkommende Figur der weißen Frau als Gestalt des Aberglaubens näher. Danach wende ich mich der Protagonistin der Geschichte, der jüngeren Tochter Adelgunde des Obristen P. und deren Ambivalenz zu. Das Unheimliche leite ich ein, indem ich auf den durch den Spuk erzeugten Wendepunkt eingehe. Als nächstes erläutere ich das Motiv des Arztes, welches vor allem für das Ende der Geschichte sehr wichtig und ausschlaggebend für die Katastrophe ist. Das Ende als Verwurf der Geistertheorie der Aufklärung stelle ich anhand des nächsten Abschnittes dar, woraufhin ich die Folgen des Spuks für die Familie analysiere. Zum Schluss beschreibe ich das Unheimliche im Rahmengespräch der vier Serapionsbrüder und gehe auf den Leser als subjektiven Betrachter ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zur Fragestellung

2. Geisterauffassung der Aufklärung

3. Hoffmanns Elemente einer Gespenstergeschichte

4. Die weiße Frau als Gestalt des Aberglaubens

5. Adelgundes ambivalenter Zustand

5.1 Der durch den Spuk erzeugte Wendepunkt

6. Das Motiv des Arztes

7. Das Ende als Verwurf der Geistertheorie in der Aufklärung

7.1 Die Folgen des übernatürlichen Phänomens

8. Das Unheimliche im Rahmengespräch

9. Der Leser als subjektiver Betrachter

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung in E.T.A. Hoffmanns Geschichte „Eine Spukgeschichte“ adaptiert und durch die Konfrontation mit einem rationalen Weltbild reflektiert wird.

  • Die Geisterauffassung und der Rationalismus des 18. Jahrhunderts
  • Elemente und Motive der Gespenstergeschichte bei E.T.A. Hoffmann
  • Die Rolle der Aufklärung und des medizinischen Diskurses (Arzt-Motiv)
  • Konflikt zwischen rationalem Weltbild und dem Übernatürlichen
  • Das Unheimliche im Rahmen der Erzählung und die Rolle des Lesers

Auszug aus dem Buch

3. Hoffmanns Elemente einer Gespenstergeschichte

Hoffmanns Erzählung „Eine Spukgeschichte“ enthält typische Elemente einer Gespenstergeschichte. Zum einen erscheint der Geist nach einem nur ihm selbst bekannten Gesetz, denn es wird nicht ersichtlich, warum das Gespenst Adelgunde jeden Abend um 9 Uhr erscheint. Zum anderen erscheint der Geist „eigentümlich schemenhaft, unkörperlich, botschaftslos und stumm“ und nicht mehr als ein mit Ketten rasselndes Monster in blutbefleckten Lacken. Elemente, wie die Gestaltlosigkeit oder die Stummheit bringen die Verunsicherung und den Schrecken der Geschichte hervor.

Durch die Grenzüberschreitung aus dem Rationalen in das Irrationale und das Durchbrechen des Alltags durch die Spukerscheinung, wird eine „Metapher des Gespenstischen“ sichtbar. In Hoffmanns Geschichte zeigt sich eine Ambivalenz, denn einerseits erscheint das Übersinnliche der Protagonistin Adelgunde und später auch den übrigen Figuren, andererseits wird hier stark auf die Aufklärung eingegangen. Es ist also auch möglich, dass das Übernatürliche der Einbildungskraft entsprungen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zur Fragestellung: Das Kapitel stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor und erläutert die Ambivalenz zwischen rationalem und irrationalem Weltbild in Hoffmanns Werk.

2. Geisterauffassung der Aufklärung: Es werden die theoretischen Positionen der Aufklärer Lichtenberg und Meier dargelegt, die Geistererscheinungen als Produkte der Einbildung oder pathologische Zustände deuten.

3. Hoffmanns Elemente einer Gespenstergeschichte: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen erzählerischen Mittel, die Hoffmann nutzt, um eine unheimliche und ambivalente Atmosphäre zu erzeugen.

4. Die weiße Frau als Gestalt des Aberglaubens: Hier wird der traditionelle Sagentyp der „weißen Frau“ gegen die aufklärerische Widerlegung der Fabel durch Johann August Eberhard gestellt.

5. Adelgundes ambivalenter Zustand: Das Kapitel untersucht die Protagonistin Adelgunde als Figur, die zwischen Schönheit und gespenstischer Krankhaftigkeit oszilliert.

5.1 Der durch den Spuk erzeugte Wendepunkt: Die Analyse konzentriert sich auf den Moment der ersten Erscheinung am vierzehnten Geburtstag, der den inneren Wandel Adelgundes markiert.

6. Das Motiv des Arztes: Das Kapitel beleuchtet die Rolle des aufklärerischen Arztes, dessen Versuch, Adelgunde mittels einer List zu heilen, das Scheitern der rationalen Methode illustriert.

7. Das Ende als Verwurf der Geistertheorie in der Aufklärung: Der Ausgang der Erzählung wird als Katastrophe interpretiert, die die Unzulänglichkeit der rationalen Erklärung der Welt aufzeigt.

7.1 Die Folgen des übernatürlichen Phänomens: Dies befasst sich mit der psychischen Destabilisierung der Familie, die am aufgeklärten Weltbild festhält und schlussendlich am Wahnsinn zugrunde geht.

8. Das Unheimliche im Rahmengespräch: Hier wird die metadiskursive Ebene analysiert, in der die Freunde über das Unerklärliche der Geschichte debattieren.

9. Der Leser als subjektiver Betrachter: Das letzte Kapitel reflektiert, wie der Text den Leser durch die Ich-Erzählperspektive in eine unschlüssige Deutungsposition bringt.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Eine Spukgeschichte, Aufklärung, Gespenstergeschichte, Rationalismus, Einbildungskraft, Adelgunde, Die weiße Frau, Wahnsinn, Unheimliches, Geisterglaube, Literarische Analyse, Phantastik, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie E.T.A. Hoffmann in seiner Erzählung „Eine Spukgeschichte“ Motive der Aufklärung aufgreift und gleichzeitig durch das Einbrechen des Irrationalen konterkariert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen rationalem Weltbild und Aberglauben, die literarische Gestaltung des Gespenstischen sowie die Darstellung von psychischen Krisen als Folge einer Identitätskrise innerhalb festgefahrener rationaler Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwieweit die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung innerhalb der Erzählung wiedergegeben wird und ob das Übernatürliche eine Eigendynamik entwickelt, die das rationale Weltbild übersteigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär textimmanente Interpretationen mit historisch-theoretischen Diskursen der Aufklärungsperiode (Lichtenberg, Meier) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Geisterauffassung des 18. Jahrhunderts, die spezifischen Erzählelemente bei Hoffmann, die Rolle der Protagonistin Adelgunde, das Scheitern des Arztes und die Auswirkungen des unerklärlichen Phänomens auf die Familie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hoffmann, Aufklärung, Wahnsinn, Einbildungskraft, Unheimliches und Ambivalenz charakterisiert.

Warum ist das Motiv des Arztes für die Erzählung zentral?

Der Arzt repräsentiert die Hybris der Aufklärung. Sein Scheitern verdeutlicht, dass rationale Ansätze bei Phänomenen, die die menschliche Vernunft sprengen, nicht nur wirkungslos sind, sondern gar die Katastrophe beschleunigen.

Welche Bedeutung hat die Figur Adelgunde als „Kippfigur“ am Ende der Geschichte?

Adelgunde kippt aus ihrer Rolle, da sie durch die kollektive Erfahrung des Unheimlichen nicht mehr die Einzige ist, die das Übernatürliche wahrnimmt; sie wird so von der Isolation des Wahnsinns erlöst.

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Details

Titel
Die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung. Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns Geschichte "Eine Spukgeschichte"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Autor
Katharina Eberhard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1323042
ISBN (PDF)
9783346807427
ISBN (Buch)
9783346807434
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Serapionsbrüder Gespenster Aufklärung Hoffmann Spukgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Eberhard (Autor:in), 2021, Die Darstellung eines Gespenstes in der Epoche der Aufklärung. Am Beispiel von E.T.A Hoffmanns Geschichte "Eine Spukgeschichte", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323042
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Leseprobe aus  19  Seiten
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