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Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns "Pan"

Eine allgemeine formale und themenzentrierte inhaltliche Analyse des Romans

Title: Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns "Pan"

Term Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: E. Schröder (Author)

Scandinavian Languages
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Bei der Lektüre von Knut Hamsuns Roman Pan aus dem Jahre 1894 erscheint neben zahlreichen anderen sowohl formalen als auch inhaltlichen Besonderheiten die Beziehungsvielfalt innerhalb der Erzählung augenfällig: So werden im Rahmen einer eingeschränkten Räumlichkeit (ein kleine Handelsstätte im norwegischen Nordland) und eines ebenfalls begrenzten Figurenkollektivs (in Glahns Bericht rund acht handelnde Charaktere, vergl. Punkt II. 1.2.a)) verschiedene Personenkonstellationen erprobt, von denen sich jedoch letztlich keine als dauerhaft „fruchtbar“ erweist und über das Ende des Romans hinausgerettet werden kann.
Ausgehend von dieser Erkenntnis stellte sich mir notwendig die Frage, warum die zwischenmenschlichen Verbindungen hier so ausnahmslos scheitern und ob möglicherweise eine allen gemeinsame zentrale Problematik für ihr Nicht-Funktionieren verantwortlich ist. Zu diesem Zwecke mussten die verschiedenen Beziehungen zunächst einer näheren Betrachtung unterzogen und auf ein Element hin untersucht werden, das möglicherweise in ihnen allen enthalten ist. Als ein solches erschien mir schließlich der Aspekt persönlicher Macht: Das Streben nach Macht, ihre Ausübung und der Kampf um sie erweisen sich als nicht unwesentliche Bestandteile der (nicht nur erotischen) Beziehungen im Roman- und damit einhergehend ebenfalls die Opposition von Stärke und Schwäche und letztlich das Verhältnis von Herrschaft und Unterordnung.
Die verschiedenen Manifestationen von Macht lassen sich beispielhaft und in unterschiedlicher Intensität anhand der folgenden vier Figurenkonstellationen im Roman zeigen: Beginnend mit der zweifellos im Mittelpunkt der Erzählung stehenden und vermutlich schillerndsten Verbindung, nämlich der Glahns und Edvardas, deren Macht-Verhältnis als das wohl am wenigsten eindeutige erkannt werden muss, sollen weiterhin die Beziehung Glahns und Evas, Evas und Macks und –als einziges nicht erotisches– das Verhältnis Glahns und Macks betrachtet werden. Dies soll im Rahmen einer weiterführenden inhaltlichen Analyse erfolgen, welche mir jedoch nur auf der Grundlage einer vorhergehenden allgemein-formalen Untersuchung des Romantextes sinnvoll erscheint. Letztere soll daher –in Anbetracht des gegebenen begrenzten Raumes jedoch ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit- zunächst vorangestellt werden, um anhand äußerer Beobachtungen und Erkenntnisse möglicherweise bereits auf einzelne Aspekte der folgenden inhaltlichen Analyse vorauszuweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II. 1. Allgemeine formale Analyse: Knut Hamsuns Pan

II. 1.1. Inhalt und Aufbau

II. 1.1 a) Zusammenfassung des Inhalts

II. 1.1.b) Aufbau des Romans

II. 1.2. Figuren und Erzähler

II. 1.2.a) Figuren und Figurenkonstellation

II. 1.2.b) Erzähler und Erzählperspektive

II. 1.3. Zeit und Raum

II. 1.3.a) Gebrauch der Tempora

II. 1.3.b) Erzählte Zeit

II. 1.3.c) Zeitstruktur / zeitliche „Bauform“

II. 1.3.d) Raumverhältnisse

II. 1.4. Sprachlich- stilistische und formale Auffälligkeiten

II. 1.4.a) Sprache

II. 1.4.b) Stil

II. 1.4.c) Form

II. 2. Weiterführende inhaltliche Analyse: Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns Pan

II. 2.1. Glahn und Edvarda

II. 2.2. Glahn und Eva

II. 2.3. Eva und Mack

II. 2.4. Glahn und Mack

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Knut Hamsuns Roman Pan (1894) hinsichtlich seiner formalen Struktur und analysiert schwerpunktmäßig die Machtverhältnisse zwischen den zentralen Charakteren, um zu ergründen, warum deren zwischenmenschliche Verbindungen ausnahmslos scheitern.

  • Formale Analyse von Erzählperspektive, Zeitstruktur und Raumdarstellung.
  • Untersuchung von Machtdynamiken in vier spezifischen Figurenkonstellationen.
  • Analyse der Opposition von Stärke/Schwäche und Herrschaft/Unterordnung.
  • Deutung der Rolle von Liebe, Eifersucht und gesellschaftlichem Status.

Auszug aus dem Buch

II. 2.1. Glahn und Edvarda

Wenn Macht hier als ein die menschlichen Beziehungen in Pan maßgeblich bestimmender Faktor erkannt und zunächst allgemein vor allem über die Stellung einer Person innerhalb der Gesellschaft definiert werden soll, so kann in Bezug auf die Figuren Glahn und Edvarda festgestellt werden, dass diese sich innerhalb einer angenommenen sozialen Hierarchie nicht auf gleicher Stufe befinden, sondern Glahn vielmehr „unter“ Edvarda steht- schließlich ist sie die Tochter des einflussreichen Kaufmannes, er lediglich ein zugereister Leutnant.

Da Edvarda jedoch eher wie ein leicht verwahrlostes Kind denn wie eine Dame höheren Ranges wirkt, blickt Glahn mit einer gewissen herablassenden Anteilnahme auf sie herab, er begegnet ihr mit einer Mischung aus Mitleid und Rührung: Så vakte hun min stemning, hun så forlatt ut, det slog mig at hun var moderløs, hendes tynde armer gav hende et vanskjøttet utseende. Det kom over mig. (S.22) – Es ist also der Eindruck von Hilflosigkeit und Schwäche des mutterlosen „Kindes“, der zunächst das Bild Edvardas in Glahns Augen prägt und bei diesem vermutlich eine Art Beschützerinstinkt weckt, der - durchaus in Verbindung mit ihrer physischen Attraktivität (hendes buede øienbryn S.13; hendes brune ansigt og brune hals; det kyske pikeuttrykk i hendes tommelfinger; en stor mund som blusset S.24; hendes tynde, skjønne lægger S.24)- letztlich ihre anziehende Wirkung auf ihn maßgeblich bestimmt.

Das Gefühl der Stärke, ja der Überlegenheit gegenüber dem hübschen, aber vernachlässigten Mädchen, das Bewusstsein, Eindruck auf sie zu machen (vergl. S.22 ff; Edvarda ist von Glahns Worten geradezu hingerissen: Jeg så på hende, hun stod foroverbøiet og lyttet. […] Hun var i den grad opmærksom at hun slet ikke tok seg i agt, men blev styg, enfoldig å se på, hendes læbe hang langt ned. S.23) und später die Erkenntnis, dass sie sich in ihn verliebt hat (beim Ausflug zum Trockenplatz bekennt Edvarda freimütig: Det er løitnant Glahn jeg vil ha. S.27) erfüllen Glahn zunächst mit Erstaunen und dann mit Freude- denn letztlich ist dies ja ein Eingeständnis der erotischen Macht, die er offenbar nicht zuletzt durch sein faszinierendes Äußeres und seinen dyreblik (S.32) über sie hat.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum zwischenmenschliche Verbindungen in Hamsuns Pan scheitern, und identifiziert den Aspekt persönlicher Macht als zentrales Untersuchungselement.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine formal-analytische Untersuchung des Romans sowie eine inhaltliche Analyse der Machtstrukturen in verschiedenen Figurenkonstellationen.

II. 1. Allgemeine formale Analyse: Knut Hamsuns Pan: Dieses Kapitel untersucht die äußeren Aspekte des Romans, darunter Aufbau, Figurengestaltung, Erzählperspektive sowie Zeit- und Raumdarstellung als stilistische Mittel.

II. 1.1. Inhalt und Aufbau: Hier wird der Inhalt des Romans zusammengefasst und die zweigeteilte Struktur des Werkes analysiert.

II. 1.2. Figuren und Erzähler: Dieses Kapitel beleuchtet die wechselseitigen Spannungsverhältnisse der Figuren und die subjektive Erzählperspektive der beiden Ich-Erzähler.

II. 1.3. Zeit und Raum: Untersucht wird der Gebrauch der Tempora, die erzählte Zeit sowie die zeitliche Bauform und die Bedeutung der Schauplätze im Nordland und in Indien.

II. 1.4. Sprachlich- stilistische und formale Auffälligkeiten: Die Analyse konzentriert sich auf die lyrisch-emotional gefärbte Sprache, die stilistische Vagheit durch Leerstellen sowie formale Aspekte der direkten Figurenrede.

II. 2. Weiterführende inhaltliche Analyse: Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns Pan: Der zweite Teil widmet sich vertiefend den Machtaspekten in den Beziehungen zwischen den Protagonisten.

II. 2.1. Glahn und Edvarda: Analyse des komplexen Kräftemessens um die Oberhand in einer Beziehung, die zwischen Sieg und Niederlage sowie Liebe und Hass schwankt.

II. 2.2. Glahn und Eva: Untersuchung der emotionalen Unterordnung Evas unter Glahn, die in einer totalen Abhängigkeit mündet und sie zur tragischen Figur macht.

II. 2.3. Eva und Mack: Darstellung der wirtschaftlichen und sexuellen Ausbeutung Evas durch den Kaufmann Mack, der im Mikrokosmos Sirilund als Tyrann agiert.

II. 2.4. Glahn und Mack: Betrachtung der ambivalenten Beziehung zwischen dem Leutnant und dem mächtigen Kaufmann, geprägt von Respekt, Misstrauen und dem Streben nach Macht.

III. Schluss: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die den Faktor Macht als entscheidendes, aber oft unbewusstes Element für das Scheitern der Liebesbeziehungen im Roman identifiziert.

Schlüsselwörter

Knut Hamsun, Pan, Machtverhältnisse, Liebesbeziehungen, Erzählstruktur, Glahn, Edvarda, Eva, Mack, Figurenkonstellation, Unterordnung, Abhängigkeit, Machtkampf, Erzählperspektive, Nordland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Knut Hamsuns Roman Pan unter einer formalen und insbesondere machttheoretischen Perspektive, um die Ursachen für das Scheitern der zwischenmenschlichen Beziehungen der Hauptfiguren aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen Machtstrukturen, soziale Hierarchien, emotionale Abhängigkeiten, Eifersucht sowie die formale Analyse der Erzählweise, des Stils und der Zeitstruktur des Romans.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Machtaspekt als verbindendes Element in den verschiedenen Liebesbeziehungen des Romans zu isolieren und zu verstehen, in welchen Formen und zu welchem Zweck Macht ausgeübt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse, kombiniert mit einer formalen Untersuchung (Erzählperspektive, Stil, Struktur) und einer themenzentrierten inhaltlichen Analyse der Machtkonstellationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Romans und eine darauf aufbauende inhaltliche Untersuchung der Machtverhältnisse zwischen Glahn, Edvarda, Eva und Mack.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Machtverhältnisse, Liebesbeziehungen, Unterordnung, Abhängigkeit, Erzählstruktur, Glahn, Edvarda, Eva und Mack.

Warum wird Glahns Beziehung zu Eva als tragisch bezeichnet?

Die Beziehung gilt als tragisch, da Eva durch ihre bedingungslose, auf Selbstaufgabe beruhende Liebe in eine Position der totalen emotionalen Abhängigkeit gerät, die letztlich in ihrem Tod als einziger Befreiungsmöglichkeit mündet.

Welche Rolle spielt Mack im Roman?

Mack agiert als wohlhabender Kaufmann und mächtiger „Lokalkönig“ in Sirilund, der durch seine wirtschaftliche Macht eine tyrannische Kontrolle über andere Figuren ausübt und deren Leben durch Intrigen und Gewalt maßgeblich beeinflusst.

Wie unterscheidet sich die Erzählweise im Epilog vom ersten Teil?

Während der erste Teil durch eine subjektive, lyrisch-dunkle und vage Erzählweise Glahns geprägt ist, berichtet der Reisegefährte im Epilog nüchtern, rational und faktenorientiert.

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Details

Title
Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns "Pan"
Subtitle
Eine allgemeine formale und themenzentrierte inhaltliche Analyse des Romans
College
University of Münster  (Institut für Nordische Philologie)
Course
Knut Hamsun
Grade
1,6
Author
E. Schröder (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V132309
ISBN (eBook)
9783640410514
ISBN (Book)
9783640410620
Language
German
Tags
Macht-Verhältnisse Knut Hamsuns Eine Analyse Romans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
E. Schröder (Author), 2005, Macht-Verhältnisse in Knut Hamsuns "Pan", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132309
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