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Einführung in die Soziale Arbeit. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle in der historischen Entwicklung der Sozialen Dienste

Title: Einführung in die Soziale Arbeit. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle in der historischen Entwicklung der Sozialen Dienste

Term Paper , 2022 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne van Horrick (Author)

Social Work
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Inwieweit findet sich das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle in der historischen Betrachtung/Entwicklung der Sozialen Dienste wieder?

Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst die Historie der Sozialen Arbeit skizziert. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Herausbildung der Gesundheits-, Armen- und Altenfürsorge gelegt. Um den Rahmen einer Hausarbeit nicht zu sprengen, werden lediglich die bedeutendsten Stationen ihrer Entstehungsgeschichte dargestellt. Eine weitere Eingrenzung findet statt, indem der Schwerpunkt einzig auf die Entwicklung der Sozialen Arbeit in Deutschland gelegt wird.

Im Anschluss an den historischen Rückblick soll schließlich ein Bezug zwischen den Kategorien der Hilfe und Kontrolle zu den jeweiligen Entwicklungsphasen hergestellt werden. Hierzu wird zum besseren Verständnis eine kurze Erklärung des doppelten Mandats angeführt, welche verdeutlicht, wie sich Hilfe und Kontrolle in der alltäglichen Praxis der Professionellen äußern. Abschließend wird eine Verbindung beider Begrifflichkeiten zu den verschiedenen Entwicklungsphasen hergestellt, wodurch letztlich eventuelle Veränderungen im Zeitverlauf erörtert werden können.

Für Studierende der Sozialen Arbeit stellt die Thematik dieser Hausarbeit einen wesentlichen Bestandteil ihres Studiums, sowie auch eine bedeutende Grundlage für ihr späteres berufliches Handeln, dar. Denn, wie aus den bisherigen Studieneinheiten ersichtlich, muss sich die Soziale Arbeit ihren Ursprüngen immer wieder bewusst werden um sich nicht nur als Dienstleistung zu verstehen, sondern demgegenüber immer die Gerechtigkeit im Blick zu behalten. Somit stellt die Thematik auch für mich eine gute Gelegenheit dar um meine Kenntnisse in Bezug auf die historischen Entwicklungsphasen der Sozialen Arbeit, über die Inhalte der Studienhefte hinaus, zu vertiefen.

Die weitestgehend offen gestaltete Fragestellung ermöglichte es mir, mich besonders mit den, aus meiner Sicht, relevantesten und interessantesten Entwicklungsphasen, auseinanderzusetzen. Diese Gegebenheit hat meine Motivation vor allem in Bezug auf die Literaturrecherche enorm gesteigert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg zu einer professionellen Sozialen Arbeit

2.1 Die Armenfürsorge im Mittelalter

2.2 Zucht- und Arbeitshäuser

2.3 Elberfelder System

2.4 Straßburger System

2.5 Einführung der Sozialversicherungen

2.6 Gemeinwesenarbeit

2.7 Volkspflege - Soziale Arbeit im Nationalsozialismus

2.8 Die Nachkriegszeit

3. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle im Zeitverlauf

3.1 Das doppelte Mandat – zwischen Hilfe und Kontrolle

3.2 Hilfe und Kontrolle im Kontext der Historie

4. Abschlussdiskussion

5. Reflexion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die historische Entwicklung Sozialer Dienste in Deutschland unter der zentralen Fragestellung, inwiefern sich das Spannungsfeld zwischen helfender Unterstützung und gesellschaftlicher Kontrolle über verschiedene Epochen hinweg manifestiert und verändert hat.

  • Historische Ursprünge der Sozialen Arbeit von der mittelalterlichen Armenfürsorge bis zur frühen Industrialisierung.
  • Analyse professioneller Organisationsstrukturen wie dem Elberfelder und Straßburger System.
  • Die ideologische Instrumentalisierung im Nationalsozialismus und deren Folgen für die Soziale Arbeit.
  • Das Konzept des "doppelten Mandats" als theoretischer Rahmen für professionelles Handeln.
  • Aktuelle Entwicklungen der Sozialpolitik, exemplifiziert an Reformen wie "Hartz IV" und dem Bürgergeld.

Auszug aus dem Buch

Elberfelder System

Der Beginn der Industrialisierung und der damit verbundene rasche Bevölkerungszuwachs innerhalb der großen Industriestädte, sowie die darauffolgende Wirtschaftskrise brachte eine enorme, bis dato nicht vorstellbare Massenarmut mit sich. Durch die Krise verloren beträchtlich viele Menschen ihre Anstellung, wodurch sie drohten in Armut und Elend zu geraten. Folglich wurde auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und die damit verbundene Verarmungsgefahr all gegenwärtig.

Die sich bis hierher etablierte bürgerliche und kirchliche Armenpflege war nicht mehr in der Lage die Armutsprobleme von diesen Ausmaßen aufzufangen. Daher wurde die soziale Frage innerhalb der Bevölkerung immer lauter, bis sie schließlich in der Umgestaltung der Armutspflege eine Antwort fand. (Köllmann, 1954, S. 66 f.) So setzte sich zunächst das, im Jahr 1853 geschaffene, Elberfelder System durch, welches sich auf das Quartiersprinzip beruft, nachdem ehrenamtliche bürgerliche Armenpfleger in Zuständigkeit für eine geringe Anzahl an Armenfamilien aus ihrer direkten Nachbarschaft agierten. Hierbei hatten die Armenpfleger es zur Aufgabe deren Bedürftigkeit zu überprüfen. (Hammerschmidt & Tennstedt, 2012, S. 74 f.)

Im Anschluss wurde innerhalb der Bezirksversammlung über die jeweiligen Maßnahmen zur Hilfeleistung entschieden. Die Bezirksversammlung setzte sich aus den Armenpflegern und dem, für den Bezirk zuständigen, Vorsteher zusammen. Sie kam regelmäßig, in einem Abstand von zwei Wochen zusammen, so konnte eine engmaschige Kontrolle gewährleistet werden. (Sachße, 1994, S.37) Dabei sollten die ständigen Kontrollen sicherstellen, dass die Hilfeleistungen nicht ausgenutzt würden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Spannungsfeldes von Hilfe und Kontrolle und erläutert die methodische sowie motivationale Grundlage der Arbeit.

2. Der Weg zu einer professionellen Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel zeichnet chronologisch die wichtigsten Etappen der Fürsorgegeschichte nach, von der mittelalterlichen Armenhilfe über frühe Organisationsmodelle bis hin zur Nachkriegszeit.

3. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle im Zeitverlauf: Der Hauptteil definiert das doppelte Mandat und überträgt dieses theoretische Konstrukt auf die zuvor untersuchten historischen Entwicklungsstufen.

4. Abschlussdiskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Soziale Arbeit inhärent mit dem Dissens zwischen individueller Hilfe und staatlicher Disziplinierung konfrontiert bleibt.

5. Reflexion: Der Autor reflektiert den eigenen Lernprozess und die Erkenntnisgewinne hinsichtlich des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Hilfe, Kontrolle, Historie, Armenfürsorge, Elberfelder System, Straßburger System, doppeltes Mandat, Industrialisierung, Wohlfahrtsstaat, Nationalsozialismus, Sozialpolitik, Professionalisierung, Arbeitshäuser, Bürgergeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit exploriert die historische Entwicklung der Sozialen Dienste in Deutschland und analysiert das darin verborgene Spannungsfeld zwischen helfender Unterstützung für Hilfsbedürftige und staatlicher Kontrolle.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Themenfeldern zählen die Armenpflegemodelle früher Epochen, die Etablierung des Wohlfahrtsstaates, die Auswirkungen der Industrialisierung, die Rolle der professionellen sozialen Arbeit im NS-Regime sowie moderne sozialpolitische Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Gewichtung von Hilfe und Kontrolle in der historischen Entwicklung und der heutigen Praxis der Sozialen Arbeit manifestiert und ob eine eindeutige Abgrenzung möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende historische Literaturrecherche und eine systematische Aufarbeitung der Entwicklungsphasen der Sozialen Arbeit, um das theoretische Konzept des doppelten Mandats wissenschaftlich einzuordnen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Entstehungsgeschichte der professionellen Sozialen Arbeit sowie eine anschließende inhaltliche Diskussion um das doppelte Mandat als professionelle Herausforderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Soziale Arbeit, Hilfe, Kontrolle, doppeltes Mandat, Armenfürsorge und Wohlfahrtsstaat zentral definiert.

Wie veränderte sich die Rolle der Kontrolle im historischen Vergleich?

Während in der frühen Neuzeit die Disziplinierung und die Kategorisierung in "würdige" und "unwürdige" Arme im Vordergrund standen, versteht sich die moderne Soziale Arbeit eher als Dienstleistung, wobei das Spannungsfeld durch Anforderungen wie das "Fördern und Fordern" weiter präsent bleibt.

Was hat die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus für die Fachdisziplin offenbart?

Die Autorin stellt fest, dass die Soziale Arbeit im Nationalsozialismus als Instrument der Rassenhygiene missbraucht wurde, was zu einer kritischen Aufarbeitung und dem Streben nach einer politisch unabhängigen Menschenrechtsprofession führte.

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Details

Title
Einführung in die Soziale Arbeit. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle in der historischen Entwicklung der Sozialen Dienste
Grade
1,3
Author
Anne van Horrick (Author)
Publication Year
2022
Pages
24
Catalog Number
V1323217
ISBN (PDF)
9783346806659
ISBN (Book)
9783346806666
Language
German
Tags
Hilfe und Kontrolle Soziale Arbeit Bettelordnungen Soziale Arbeit im Nationalsozialismus Gemeinwesenarbeit Settlement Bewegung Spannungsfeld Nürnberger Armenordnung Straßburger System Elberfelder System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne van Horrick (Author), 2022, Einführung in die Soziale Arbeit. Das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle in der historischen Entwicklung der Sozialen Dienste, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323217
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