In dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Offenheit des Neurotizismus und der Verträglichkeit eines Individuums mit der Absicht eine starke künstliche Intelligenz zu nutzen untersucht. Weiterführend wurde auf den Einfluss auf diesen Zusammenhang durch Emotionen gegenüber künstlicher Intelligenz eingegangen.
Dieser Forschungsbereich ist höchst relevant, weil Digitalisierung und die Verwendung von künstlicher Intelligenz im Alltag in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Allerdings wurden bisher wenige Studien dazu durchgeführt, welche Persönlichkeitsdimensionen die Akzeptanz von künstlicher Intelligenz unterstützen oder diese verhindern.
Die Studie ist quantitativ und wurde anhand einer anonymen Onlinebefragung durchgeführt. Es haben 265 Personen an der Umfrage teilgenommen und die Verteilung der Geschlechter war nahezu gleichmäßig. Die Untersuchung der Hypothesen hat ergeben, dass kein Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitsdimensionen Neurotizismus und Verträglichkeit mit der Absicht eine starke künstliche Intelligenz zu nutzen besteht. Auch unter dem Einfluss von Emotionen ist dieser nicht gegeben. So müssen die Hypothesen verworfen und die Forschungsfrage mit nein beantwortet werden. Dies bedeutet, dass noch weitere Studien unabdingbar sind, um sich ein ganzheitliches Bild bezüglich des Zusammenhangs der Persönlichkeit eines Individuums mit der Akzeptanz von starker künstlicher Intelligenz machen zu können. Aus der wissenschaftlichen Perspektive kann festgehalten werden, dass noch weitere Untersuchungen notwendig sind, um anwendbare und auf die Praxis umsetzbare Ergebnisse zu erlangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Grundlagen
2.1 Big 5
2.2 Offenheit
2.3 Neurotizismus
2.4 Verträglichkeit
2.5 Künstliche Intelligenz
2.6 Stand der Forschung
2.7 Forschungsfrage und Hypothesen
3 Forschungsmethodik
3.1 Stichprobe
3.2 Messinstrumente
3.3 Forschungsdesign und Vorgehen
4 Datenanalyse
4.1 Deskriptive Statistik und Korrelation der Variablen
4.2 Ergebnisse der Hypothese 1
4.3 Ergebnisse der Hypothese 2
4.4 Ergebnisse der Hypothese 3
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Praktische Implikationen
5.3 Limitationen und Desiderate
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Ausprägungen der Persönlichkeitsdimensionen Offenheit, Neurotizismus und Verträglichkeit den Zusammenhang zwischen Emotionen gegenüber künstlicher Intelligenz und der Absicht, eine starke KI zu nutzen, beeinflussen. Ziel ist es, aufzuklären, ob Persönlichkeit und Emotionen signifikante Prädiktoren für die Akzeptanz von KI-Technologien darstellen.
- Analyse des Einflusses der Big-Five-Persönlichkeitsdimensionen
- Untersuchung der moderierenden und mediierenden Rolle von Emotionen
- Erforschung der Akzeptanz von starker künstlicher Intelligenz
- Methodische Anwendung quantitativer sozialwissenschaftlicher Verfahren
- Diskussion über praktische Konsequenzen für Unternehmen und Anwender
Auszug aus dem Buch
2.2 Offenheit
Grundsätzlich bezieht sich diese Persönlichkeitsdimension auf die geistige Beweglichkeit, intellektuellen Ehrgeiz und Kreativität (Simon, W. 2006, S. 199). Individuen, die eine hohe Ausprägung dieses Faktors haben, werden oft als emotional überschwänglich und positiv bezüglich neuer Erfahrungen wahrgenommen (Fetchenhauer, 2012, S. 167). Sie stehen neuen Ideen, Kulturen und Wertesystemen aufgeschlossen gegenüber und sind häufig unkonventionell (Fetchenhauer, 2012, S. 167). „Sie haben breite Interessen, sind künstlerisch und kreativ und zeichnen sich durch originelle und erfinderische Einfälle aus“ (Fetchenhauer, 2012, S. 167). Es kann allerdings vorkommen, dass Menschen mit einer starken Ausprägung der Offenheit die Beständigkeit und Richtung im Bezug auf die berufliche Laufbahn fehlt und dadurch zu dem Bezug eines eher niedrigen Gehalts führen kann (Fetchenhauer, 2012, S. 168).
Ganz im Gegensatz dazu stehen Menschen mit einer niedrigen Ausprägung an Offenheit, die oftmals ein konservatives und autoritätsgläubiges Leben führen (Fetchenhauer, 2012, S. 168).
Zusammenfassend kam man sagen, dass sich die Offenheit für Erfahrungen in die Facetten Offenheit für Fantasie, Emotionen, Ästhetik, Vorgehensweisen, Ideen und Normen- und Wertekonstellationen unterteilen lässt (Laux, 2008, S. 177).
Aktuell ist die geläufigste Bezeichnung für diese Persönlichkeitsdimension „Offenheit für Veränderungen“, wobei manchmal auch die Begriffe „Intellekt“ oder nur „Offenheit“ als Synonym verwendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einführung in die Relevanz von künstlicher Intelligenz und Darstellung der Forschungsfrage zur Persönlichkeit und Akzeptanz.
2 Grundlagen: Theoretische Herleitung des Big-5-Konzepts, Definition von KI sowie Diskussion des Forschungsstandes.
3 Forschungsmethodik: Erläuterung des quantitativen Forschungsdesigns, der Stichprobenauswahl und der verwendeten Messinstrumente.
4 Datenanalyse: Darstellung der deskriptiven Statistiken und Überprüfung der drei aufgestellten Hypothesen mittels statistischer Analysen.
5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse, Ableitung praktischer Implikationen und Reflexion der Limitationen der Studie.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Big 5, Persönlichkeit, Offenheit, Neurotizismus, Verträglichkeit, Künstliche Intelligenz, Starke KI, Akzeptanz, Emotionen, Quantitative Forschung, Onlinebefragung, Datenerhebung, Statistik, Moderationsanalyse, Mediationsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen menschlicher Individuen und ihrer Absicht, starke künstliche Intelligenz zu nutzen, unter Einbeziehung emotionaler Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (Big 5), die Definition und Einordnung künstlicher Intelligenz sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob die Ausprägungen von Offenheit, Neurotizismus und Verträglichkeit einen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Emotionen gegenüber KI und der Nutzungsabsicht von starker KI haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Primärstudie, die mittels einer anonymen Onlinebefragung 265 Datensätze generierte und statistisch auswertete.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise bei der Erhebung, die empirische Datenanalyse sowie die kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Big 5, Künstliche Intelligenz, Persönlichkeitspsychologie, Akzeptanz, Emotionen und quantitative Datenanalyse.
Welches Ergebnis hatte die Analyse der Offenheit?
Die Untersuchung ergab keinen signifikanten Interaktionseffekt zwischen der Offenheit und der Nutzungsabsicht durch positive Emotionen, weshalb die entsprechende Hypothese verworfen wurde.
Warum konnte kein Mediatoreffekt für Neurotizismus nachgewiesen werden?
Obwohl Zusammenhänge zwischen Neurotizismus, negativen Emotionen und der Nutzungsabsicht bestehen, konnte keine vollständige Mediation durch negative Emotionen statistisch belegt werden, da der c'-Pfad signifikant blieb.
Welche Limitationen werden für die Studie genannt?
Es wird auf die geringe Anzahl an Items für die Messung der Nutzungsabsicht und die begrenzte Vergleichbarkeit mit exakt identischen Vorstudien hingewiesen.
- Arbeit zitieren
- Julia Pfleger (Autor:in), 2022, Big 5 Persönlichkeitseigenschaften, Emotionen und Absicht eine starke künstliche Intelligenz zu nutzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323255