Obwohl sich das PLZ-Modell in der Betriebswirtschaftslehre etabliert hat, ist es keineswegs unumstritten. Zahlreiche Beiträge weisen auf Schwachpunkte des Modells hin und stellen teilweise seinen Aussagewert in Frage. Zudem weichen die Darstellungen und Sichtweisen verschiedener Autoren zum Teil voneinander ab, wenn auch nicht immer wesentlich. Dennoch lässt dieser Umstand den Schluss zu, dass die Forschung dieses Gebiet noch nicht erschöpfend behandelt und keine endgültige Klarheit geschaffen hat.
Durch das Verfassen dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, weshalb das PLZ-Modell in der wissenschaftlichen Diskussion häufig kritisiert wird. Es soll dabei nicht das Identifizieren und Erörtern sämtlicher Problembereiche angestrebt werden, sondern lediglich der Beweis, dass das Modell Schwachstellen aufweist, die Anlass zu Kritik geben können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 Ausgangslage
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Aufbau der Arbeit
2. DAS PRODUKTLEBENSZYKLUS-MODELL
2.1 Die Grundidee
2.2 Das Modell
2.3 Nutzen des Modells
3. PROBLEMBEREICHE DES MODELLS
3.1 Abgrenzung des Produktbegriffs
3.2 Kurvenverlauf und Abgrenzung der Marktphasen
3.3 Zeit als einzige erklärende Variable
3.4 Produkte mit mehreren Lebenszyklen
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Produktlebenszyklus-Modells (PLZ-Modell) und analysiert kritisch dessen wissenschaftliche Schwachstellen, um aufzuzeigen, warum das Modell in der Fachdiskussion häufig umstritten ist.
- Grundlagen und Definition des Produktlebenszyklus-Modells.
- Darstellung der typischen Phasen: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Degeneration.
- Kritische Analyse der Modellannahmen, insbesondere zur Abgrenzung von Produktbegriff und Marktphasen.
- Bewertung der Zeit als erklärende Variable für den Erfolg von Produkten.
- Diskussion der Grenzen bei der Anwendung des Modells in der unternehmerischen Praxis.
Auszug aus dem Buch
3.1 Abgrenzung des Produktbegriffs
Der Begriff „Produktlebenszyklus“ lässt die Abgrenzung des zugrunde gelegten Produktbegriffs offen.
Unter „Produkt“ kann sowohl - ein Produktmarkt (z.B. Zigaretten), - ein Marktsegment (z.B. Filterzigaretten) oder - ein individuelles Produkt (eine Marke) verstanden werden (vgl. Kotler 1989: 301).
Es scheint plausibel, dass sich auf der relativ hohen Aggregationsebene von Produktmärkten vermutlich am ehesten der in Kapitel 2.2 dargestellte Umsatzverlauf des Produktlebenszyklus auffinden lassen wird, da bei derartigen Durchschnittsbetrachtungen unter Umständen eine Kompensation unterschiedlicher individueller Verlaufsformen stattfindet. Im Gegensatz dazu können PLZ einzelner Produkte sehr unterschiedliche Verläufe annehmen. Eine PLZ-Betrachtung, die auf der Produktebene ansetzt, kommt unter Umständen zu völlig anderen Ergebnissen als die Analyse des Marktlebenszyklus. Der Marktlebenszyklus kann beispielsweise bei der Einführung eines neuen Produktes schon weit fortgeschritten sein und sich in der Reife- oder Sättigungsphase befinden (vgl. Haedrich/Tomczak 1996: 104).
Anlass zu Kritik gibt in diesem Fall die Verallgemeinerung, die das PLZ-Modell darstellt. Will man konkrete Aussagen aus dem Modell ableiten, so ist immer zuerst zu klären, worauf sich der Lebenszyklus bezieht (vgl. Thommen/Achleitner 1998: 196).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Produktpolitik ein und erläutert die Relevanz sowie die Problemstellung des PLZ-Modells, inklusive der Zielsetzung der Arbeit.
2. DAS PRODUKTLEBENSZYKLUS-MODELL: Hier werden die theoretische Grundidee, das idealtypische Modell mit seinen fünf Phasen sowie der Nutzen für die unternehmerische Praxis dargestellt.
3. PROBLEMBEREICHE DES MODELLS: In diesem Hauptteil werden zentrale Kritikpunkte wie die Unschärfe des Produktbegriffs, die empirische Fragwürdigkeit des Kurvenverlaufs, die problematische Zeitvariable und die Komplexität bei mehreren Lebenszyklen behandelt.
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont trotz der kritisierten Schwachstellen den verbleibenden Nutzen des Modells als Orientierungshilfe.
Schlüsselwörter
Produktlebenszyklus, PLZ-Modell, Produktpolitik, Marktphasen, Umsatzverlauf, Produktentwicklung, Marketingstrategie, Einführungsphase, Wachstumsphase, Reifephase, Sättigungsphase, Degenerationsphase, Produktlebensdauer, Marktdurchdringung, Produktelimination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem in der Betriebswirtschaftslehre etablierten Produktlebenszyklus-Modell (PLZ) und untersucht dessen wissenschaftliche Aussagekraft und Anwendungsgrenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des PLZ-Modells, dessen typische Phasenabfolge sowie eine fundierte Auseinandersetzung mit der Kritik am Modell.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, weshalb das PLZ-Modell in der Fachliteratur häufig kritisiert wird, und zu belegen, dass das Modell signifikante Schwachstellen aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der verschiedene theoretische Positionen und Beiträge renommierter Autoren zum PLZ-Modell gegenübergestellt und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden exemplarisch spezifische Problembereiche beleuchtet, darunter die mangelnde Eindeutigkeit des Produktbegriffs und die Problematik der Zeit als alleiniger erklärender Faktor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Produktlebenszyklus, Marktphasen, Produktpolitik, Umsatzverlauf, Degeneration und Modellkritik.
Warum wird die Zeitvariable im Modell kritisiert?
Die Kritik besagt, dass die Zeitachse im Modell den tatsächlichen Erfolg eines Produktes nur unzureichend erklären kann, da externe Umwelteinflüsse unberücksichtigt bleiben.
Ist das PLZ-Modell nach Ansicht des Autors wertlos?
Nein, der Autor betont, dass trotz der aufgezeigten Schwachstellen die Analyse von Produktlebenszyklen weiterhin wichtige Erkenntnisse für die strategische Produktpolitik liefern kann.
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- Hans-Ulrich Scheurer (Author), 2004, Problembereiche des Produktlebenszyklus-Modells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132328