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Wiedervereinigung unter Kohl

Der Einfluss von Persönlichkeit im Einigungsprozess

Title: Wiedervereinigung unter Kohl

Term Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus A. M. Rietschel (Author)

Politics - History of Political Systems
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1949 – 1989 – 2009. Von der Bundesrepublik, begonnen als Provisorium, zeitweilig interpretiert als Kernland und in Zeiten der Resignation gegenüber der Einheit vereint bis heute. In diesem Jahr wird in vielen Publikationen die Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren reflektiert und auch Schriften zum 20 jährigen Jubiläum des Mauerfalls verfasst. Mit dem Ausscheiden der wichtigsten, an der Wiedervereinigung beteiligten Akteure aus der Politik, entsteht eine wahre Flut an Publikationen zum Thema der Einheit. Helmut Kohl, Michail Gorbatschow, François Mitterrand, Horst Teltschik, Eduard Schewardnadse oder Hans-Dietrich Genscher schreiben ihre Sicht der Ereignisse. [...] Widersprüche [...] Rolle Kohls [...]diskutiert. Welchen Einfluss besaß der ehemalige Kanzler? [...]

Nach 1989 gab es eine machtpolitische Verschiebung von der bipolaren Konfrontation der Supermächte USA und UdSSR zu einer Unipolarität, in der nur noch ein Staat über die Ressourcen einer Supermacht verfügte. Dieser Zustand galt aus neorealistischer Sicht als äußerst instabil, da die übrigen Staaten zu einer Ausbalancierung dieses Machtübergewichtes neigen („balancing“ ).
Es kam dennoch zu keinem größeren Konflikt und vielmehr wurde die Situation genutzt die BRD und die DDR zu vereinen. Der zum Beispiel von Frankreich befürchtete Aufstieg Deutschlands zur Großmacht blieb jedoch aus, wobei die handelsstaatliche Ausrichtung der Bundesrepublik aus neorealistischer Perspektive als „unnatürlich“ erscheint. [...]
Die Betrachtung von Individuen wird in den Politikwissenschaften im Allgemeinen und den internationalen Beziehungen im Besonderen als marginaler Faktor betrachtet.
Die von den klassischen Realisten in den Mittelpunkt gerückte „Natur des Menschen“ bezieht zwar den Faktor Mensch mit ein, jedoch auf eine allgemeine, das Individuum vernachlässigende Weise.
[...] Eine Ausnahme bilde Kenneth Waltz, der das Individuum in seiner Theorie als eine von drei Analyseebenen („images of international relations“) anführt.
[...]
In diesem Zusammenhang erarbeiteten Byman / Pollack dreizehn Hypothesen , mit denen der besondere Einfluss von Individuen deutlich gemacht werden soll.
Mit Hilfe von vier, nach Relevanz ausgewählten Hypothesen soll im Folgenden der Beitrag und Einfluss Kohls an der Deutschen Einheit bewertet werden. Im anschließenden Abschnitt wird Kohls Verhältnis zu Mitterrand und daraus resultierend etwaige Einflüsse auf den Einigungsprozess betrachtet.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einfluss von Individuen

3. Die Beziehung zwischen Kohl und Mitterrand

4. Zusammenfassung

5. Literaturangabe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl auf den Prozess der deutschen Wiedervereinigung, wobei insbesondere die Bedeutung persönlicher diplomatische Fähigkeiten und sein spezifisches Verhältnis zum französischen Staatspräsidenten François Mitterrand analysiert werden.

  • Analyse des Einflusses politischer Führungspersönlichkeiten auf internationale Beziehungen
  • Bewertung der Rolle Kohls unter Anwendung von Hypothesen von Byman und Pollack
  • Untersuchung des informellen Verhandlungsstils von Helmut Kohl
  • Analyse der deutsch-französischen Beziehung und deren Relevanz für den Einigungsprozess
  • Diskussion der Bedeutung persönlicher Vertrauensverhältnisse in der Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

Hypothese 1: Individuen legen das Haupt- und die Nebenziele eines Staates fest.

In der Verfassung wird, neben dem Recht zu Regierungsbildung im Artikel 64 I GG, im Artikel 65 GG mit der „Richtlinienkompetenz“ die klassische Befugnis des Kanzlerprinzips verwirklicht. In ihr steht zwar nicht explizit die Verantwortlichkeit für die Außenpolitik, jedoch weist Geschäftsordnung der Bundesregierung (§1) ergänzend darauf hin, dass es sich um Richtlinien sowohl der Innen- als auch der Außenpolitik handelt. Kohl musste sich nicht erst Führungsansprüche erkämpfen, „Deutschlandpolitik war zur jeder Zeit institutionell vorgegebene Chefsache.“ Damit ist gemeint, dass die vergleichsweise starke Stellung des Bundeskanzlers institutionell und auch durch eine informelle Entwicklung der politischen Entscheidungsbildung zu Amtsbeginn Kohls bestand. In dieser Situation hängt es von der Person des Kanzlers ab, ob dieser mehr oder weniger Einfluss ausüben kann und als „starker“ oder „schwächerer“ Kanzler wahrgenommen wird.

Die enge und vor allem effektive Zusammenarbeit mit dem Kanzleramt wurde nicht zuletzt durch Wolfgang Schäuble möglich, der 1984 bis 1989 Chef des Bundeskanzleramtes war. Dies stellte einen wichtigen Machtfaktor für Kohl dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Wiedervereinigung unter Helmut Kohl ein und thematisiert die wissenschaftliche Debatte über den Einfluss individueller Akteure in den internationalen Beziehungen.

2. Einfluss von Individuen: Unter Verwendung von Hypothesen von Byman und Pollack werden die individuellen Möglichkeiten und Machtstrukturen Kohls analysiert, insbesondere sein diplomatischer Stil und seine Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen.

3. Die Beziehung zwischen Kohl und Mitterrand: Das Kapitel untersucht die persönliche und politische Beziehung zwischen Kohl und Mitterrand sowie deren Auswirkungen auf den deutschen Einigungsprozess und die europäische Integration.

4. Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung reflektiert, wobei die Rolle Kohls als entscheidender Akteur betont und ein Fazit zum Einfluss persönlicher Beziehungen gezogen wird.

5. Literaturangabe: Auflistung der im Werk verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Helmut Kohl, Deutsche Wiedervereinigung, François Mitterrand, Außenpolitik, Persönlichkeitseinfluss, Kanzlerdemokratie, Internationale Beziehungen, Diplomatie, Machtpotenzial, 2+4 Vertrag, Bundesrepublik Deutschland, Europäische Integration, Führungspersönlichkeit, Machtfaktoren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Einfluss der Persönlichkeit des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl auf den deutschen Einigungsprozess zwischen 1989 und 1990.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen der Einfluss von Individuen auf internationale Politik, die Gestaltungsmacht des Kanzlers, die diplomatische Strategie Kohls sowie seine Beziehung zu internationalen Akteuren, vorrangig François Mitterrand.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welchen Einfluss Helmut Kohl als Individuum im Hinblick auf die Wiedervereinigung hatte, unter besonderer Berücksichtigung seines Verhältnisses zu François Mitterrand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftliche Analyse anhand von ausgewählten Hypothesen von Byman und Pollack durchgeführt, die dazu dienen, den Einfluss von Individuen in der Politik messbar und bewertbar zu machen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Kohls Rolle anhand der genannten Hypothesen, untersucht seinen informellen Verhandlungsstil, seine Personalpolitik sowie das komplexe, von Vertrauen und gelegentlichen Spannungen geprägte Verhältnis zu Mitterrand.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtpotenzial, Kanzlerdemokratie, informelle Verhandlungsführung, diplomatisches Geschick, Vertrauensbasis und die „2+4 Verträge“.

Wie bewertet der Autor Kohls Rolle im Einigungsprozess?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kohl eine entscheidende Rolle einnahm und die Einigung nicht als bloßen Automatismus der Zeitgeschichte verstehen darf, da sein diplomatisches Geschick und seine Führungsstärke maßgeblich waren.

War das Verhältnis zu Mitterrand ein maßgeblicher Faktor für die Einigung?

Die Arbeit stellt fest, dass es zwar eine enge persönliche Freundschaft gab, ein signifikanter, direkter Einfluss dieser speziellen Beziehung auf das Gelingen der Einigung jedoch schwer belegbar ist, da Mitterrand teilweise auch verzögernde Positionen einnahm.

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Details

Title
Wiedervereinigung unter Kohl
Subtitle
Der Einfluss von Persönlichkeit im Einigungsprozess
College
University of the Federal Armed Forces München  (Internationale Beziehungen)
Course
60 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Entwicklungen und Ergebnisse bundesdeutscher Außenpolitik seit 1949
Grade
1,0
Author
Markus A. M. Rietschel (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V132330
ISBN (eBook)
9783640384556
ISBN (Book)
9783640384969
Language
German
Tags
Internationale Beziehungen (Neo-) Realismus Deutsche Einheit Helmut Kohl Individuen François Mitterrand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus A. M. Rietschel (Author), 2009, Wiedervereinigung unter Kohl , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132330
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