Auch wenn Entscheidungen so vielfältig sein können wie die Menschen es sind, müsste es dennoch für bestimmte Personengruppen „typische“ Muster geben. Die Einflussfaktoren hinter diesen ähnlichen Entscheidungen interessierten mich. Die zu lösenden Probleme und die Situationen um sie herum sind in einer globalen Sichtweise so komplex, dass vermutlich die einzelne Persönlichkeit damit überfordert ist, alle relevanten Faktoren im Auge (bzw. im Gehirn) zu behalten. Hier wäre ein Ansatz für die Installation „künstlicher“ Hilfen. Über den Ansatz der traditionellen Teildisziplinen der Psychologie, über den Forschungsstand bei den alternativen Theorien und über die Grenzen der Anwendung handelt diese Arbeit. Ich versuche, die Arbeit von H. Schaub „Persönlichkeit und Problemlösen. Persönlichkeitsfaktoren als Parameter eines informationsverarbeitenden Systems.“ in gebotener Kürze darzustellen und wende mich in einem Exkurs noch einmal vertiefend den diesbezüglichen Ansätzen der Kognitionspsychologie zu (John Anderson, Kognitive Psychologie)
Inhaltsverzeichnis
VORBEMERKUNGEN: WARUM ICH MICH FÜR DIESES THEMA ENTSCHIEDEN HABE
1. DIE SICHTWEISEN DER TEILDISZIPLINEN DER PSYCHOLOGIE AUF DIE PERSÖNLICHKEIT UND DAS HANDELN
1.1. ALLGEMEINE PSYCHOLOGIE
1.2. DIFFERENTIELLE UND PERSÖNLICHKEITSPSYCHOLOGIE
1.3. KRITIK
2. MENSCH UND PROBLEMLÖSEN
2.1. LEISTUNGEN UND FEHLLEISTUNGEN
2.2. FUNKTIONSWEISE VON DENKEN UND PROBLEMLÖSEN
2.2.1. PROBLEMLÖSEN AUS DER SICHT DER ANALYTISCHEN STRATEGIE
2.2.2. PROBLEMLÖSEN AUS DER SICHT DER SYSTEMTHEORETISCHEN STRATEGIE
2.3. ROLLE DER PERSÖNLICHKEIT BEIM PROBLEMLÖSEN
2.3.1. PERSÖNLICHKEITSTYPEN
2.3.2. EMPIRISCHE ERGEBNISSE
2.3.3. PROBLEMATIK DER HERANGEHENSWEISE
3. EXKURS: KOGNITIONSPSYCHOLOGISCHE SICHTWEISE AUF DIE MENSCHLICHE INFORMATIONSVERARBEITUNG
3.1. WAHRNEHMUNG
3.1.1. VISUELLES UND AUDITIVES SENSORISCHES GEDÄCHTNIS
3.1.2. AUFMERKSAMKEIT
3.1.3. MUSTERERKENNEN
3.2. WISSENSREPRÄSENTATION
3.2.1. WAHRNEHMUNGSMÄSSIGE WISSENSREPRÄSENTATION
3.2.2. BEDEUTUNGSMÄSSIGE WISSENSREPRÄSENTATION
3.2.2.1. PROPOSITIONEN
3.2.2.2. RELATIONALE DARSTELLUNG
3.2.2.3. PROPOSITIONALE NETZWERKE
3.2.2.4. SCHEMATA UND SCRIPTS
3.3. GEDÄCHTNIS:
3.3.1. KURZZEITGEDÄCHTNIS
3.3.1.1. CHUNKING
3.3.1.2. ARBEITSGEDÄCHTNIS
3.3.2. LANGZEITGEDÄCHTNIS
3.4. PROBLEMLÖSEN
3.4.1. PROZEDURALES WISSEN UND PROBLEMLÖSEN
3.4.2. PROBLEMRAUM
3.4.3. ALLGEMEINE METHODEN DES PROBLEMLÖSENS
3.4.4. PRODUKTIONSSYSTEME:
4. KÜNSTLICHE PERSÖNLICHKEIT UND PROBLEMLÖSEN
4.1. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
4.1.1. WAS IST KI?
4.1.2. WARUM KI?
4.1.3. PROBLEMLÖSEVERHALTEN EINES AGENTEN
4.2. KÜNSTLICHES LEBEN (ALIFE)
4.3. PSI-THEORIE (PERSON, SITUATION, INTERAKTION)
4.4. PROGRAMMIERTE PERSÖNLICHKEIT
5. KRITISCHER AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen menschlicher Persönlichkeit und Problemlösefähigkeit unter Einbeziehung kognitionspsychologischer Grundlagen. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob durch Ansätze der künstlichen Intelligenz und künstlichen Lebens eine Integration bestehender psychologischer Sichtweisen möglich ist, um komplexe menschliche Entscheidungs- und Problemlöseprozesse besser zu verstehen.
- Vergleich psychologischer Teildisziplinen in Bezug auf Persönlichkeit und Handeln.
- Analyse von Problemlöseprozessen aus analytischer und systemtheoretischer Sicht.
- Untersuchung der Informationsverarbeitung und Wissensrepräsentation.
- Erforschung künstlicher Persönlichkeitskonzepte mittels PSI-Theorie und Agenten-Architekturen.
- Kritische Reflexion über die Möglichkeiten der Fehlerminimierung bei komplexen Entscheidungen.
Auszug aus dem Buch
4.3. PSI-Theorie (Person, Situation, Interaktion)
PSI (Dörner) ist eine Theorie zur einfachen Erklärung komplexer Zusammenhänge des Verhaltens / Handelns und der psychischen Prozesse (Wahrnehmung, Emotion, Motivation, Denken, Lernen, Gedächtnis). Sie geht davon aus, dass menschliches Handeln und Verhalten von Motiven gesteuert wird, die als Reaktion auf bestimmte Mangelzustände / Bedürfnisse zu verstehen sind.
Die Theorie basiert auf den Ansätzen des künstlichen Lebens, der Produktionssysteme und der konnektionistischen Systeme (neuronale Netze).
Mit dieser Theorie hat man versucht, eine Theorie der problemlösenden Persönlichkeit zu schaffen. Eine Persönlichkeit wird dabei unter funktionalen Gesichtspunkten konstruiert und mit einfachen menschenähnlichen Fähigkeiten und Merkmalen ausgestattet (z.B. Bedürfnissen). Man redet daher von einem Agenten oder einem System. Er ’lebt’ in der Regel in einer virtuellen Welt, physische Realisierungen eines solchen Agenten sind aber auch durchaus möglich (Roboter).
Zusammenfassung der Kapitel
1. DIE SICHTWEISEN DER TEILDISZIPLINEN DER PSYCHOLOGIE AUF DIE PERSÖNLICHKEIT UND DAS HANDELN: Dieses Kapitel stellt die Ansätze der Allgemeinen sowie der Differentiellen und Persönlichkeitspsychologie gegenüber und kritisiert deren mangelnde Integration.
2. MENSCH UND PROBLEMLÖSEN: Hier werden die Funktionsweise von Denken und Problemlösen sowie die Einflüsse menschlicher Persönlichkeit auf diese Prozesse erläutert.
3. EXKURS: KOGNITIONSPSYCHOLOGISCHE SICHTWEISE AUF DIE MENSCHLICHE INFORMATIONSVERARBEITUNG: Dieser Exkurs vertieft die kognitiven Grundlagen wie Wahrnehmung, Gedächtnisstrukturen und Methoden des Problemlösens innerhalb der menschlichen Informationsverarbeitung.
4. KÜNSTLICHE PERSÖNLICHKEIT UND PROBLEMLÖSEN: Das Kapitel untersucht computergestützte Ansätze wie KI, ALife und die PSI-Theorie, um komplexe menschliche Verhaltensweisen durch informationsverarbeitende Systeme zu simulieren.
5. KRITISCHER AUSBLICK: Im Fazit werden die Integration der verschiedenen Ansätze reflektiert und zukünftige Forschungsnotwendigkeiten aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Persönlichkeit, Problemlösen, Kognitionspsychologie, Informationsverarbeitung, PSI-Theorie, Künstliche Intelligenz, Agenten, Systemtheorie, Handeln, Entscheidungen, Motivationspsychologie, Wissensrepräsentation, Kognitive Modelle, Persönlichkeitskonstrukte, Mensch-Maschine-Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, insbesondere vor dem Hintergrund kognitiver Informationsverarbeitung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Psychologie der Persönlichkeit, die Kognitionspsychologie sowie die Modellierung menschlichen Verhaltens mittels künstlicher Intelligenz und Agentensystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Integration unterschiedlicher psychologischer Sichtweisen zu prüfen, um ein tieferes Verständnis für die Mechanismen des menschlichen Problemlösens zu gewinnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die Ansätze aus der Psychologie mit systemtheoretischen und KI-basierten Simulationsmodellen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Problemlösens, einen kognitionspsychologischen Exkurs zur Informationsverarbeitung sowie die Anwendung der PSI-Theorie auf künstliche Agenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Persönlichkeit, Problemlösen, Kognitionspsychologie, PSI-Theorie und Informationsverarbeitung definiert.
Was genau ist die PSI-Theorie im Kontext dieser Arbeit?
Die PSI-Theorie nach Dörner dient als Modell, um menschliches Handeln und psychische Prozesse wie Motivation und Emotion durch ein funktionelles, agentenbasiertes System zu erklären.
Welche Bedeutung haben die sogenannten Parameter in der PSI-Theorie?
Die Parameter, wie etwa Aktiviertheit oder Flexibilität, dienen dazu, die Arbeitsweise des Systems zu modifizieren, wodurch unterschiedliche Persönlichkeitsausprägungen innerhalb der Simulation erzeugt werden können.
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- Oleg Mavlikeev (Author), 2008, Persönlichkeit und Entscheiden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132379