Moritz Schlick 'Positivism and Realism'

Funktion und Bedeutung von Philosophie im Wissenschaftskonzept des „logischen Positivismus"


Essay, 2004
4 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Funktion und Bedeutung von Philosophie im Wissenschaftskonzept des „logischen Positivismus“

Textgrundlage:

Moritz Schlick: „Positivism and Realism“[1]

Es war die Philosophie, der Aristoteles den höchsten Rang unter den Wissenschaften einräumte. „Das Seiende, sofern es Seiendes ist, (hat) ihm eigentümlich zukommende Bestimmungen, und diese nun sind es, über die die Wahrheit zu ermitteln die Aufgabe des Philosophen bildet.“, schrieb er in seiner „Metaphysik“. Ziel philosophischer Erkenntnis müsse es also sein, „die Prinzipien und Ursachen der reinen Wesenheit zu erfassen“[2]. In Fortführung des aristotelischen Modells galt die Philosophie auch später im abendländischen Kulturraum lange als „Mutter aller Wissenschaften“. Dies änderte sich erst in dem Maß, in dem die von Weber konstatierte „Entzauberung der Welt“ durch die Naturwissenschaften ihren Lauf nahm – Wirklichkeit schien zunehmend wissenschaftlich quantifizierbar, also auf messbare Phänomene zurückführbar zu sein, deren additiv-logische Verknüpfung die Welt erschöpfend zu erklären schien – und die Philosophie in eine „Identitätskrise“ stürzte. Es war unter anderem diese Grenzverschiebung zwischen den Naturwissenschaften auf der einen und den Geisteswissenschaften – respektive der Philosophie – auf der anderen Seite, die zur Generierung neuer Wissenschaftsmodelle führte. Eines von ihnen war der „logische Positivismus“ des „Wiener Kreises“, zu dessen Begründern Moritz Schlick zählte. In seinem 1932 erschienenen Aufsatz „Positivism and Realism“ stellt Schlick dar, wie mithilfe diesen Wissenschaftskonzeptes der Neuverteilung wissenschaftlicher Kompetenzen Rechnung getragen werden könnte. Die Philosophie befände sich in einem „chaotischen Zustand“, konstatiert auch er und führt dies im wesentlichen auf zwei Ursachen zurück: den Inhalt philosophischer Fragestellungen und die Form der entsprechenden Antwortversuche. Das logisch-positivistische Modell, das er vorstellt, trägt diesem Problem insofern Rechnung, als es die Funktion und Bedeutung der Philosophie im Rahmen wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse im Vergleich zur klassisch aristotelischen Definition in beträchtlichem Ausmaß neu definiert. Sie wird, wie noch zu zeigen sein wird, vor allem mehr als zuvor abhängig von den Forschungsmethoden der einzelnen Spezialwissenschaften und ihren Ergebnissen.

[...]


[1] Schlick, Moritz: „Positivism and Realism“; in: „Library of Philosophical Movements”, Bd. II „Logical Positivism“;, Hrsg: P. Edwards/A. J. Ayer,

New York 1959; S. 82-107.

[2] vgl. Aristoteles; „Metaphysik“; Teil II „Die Probleme der Grundwissenschaft“, Kapitel 1: „Wesen und Aufgabe der Grundwissenschaft“.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Moritz Schlick 'Positivism and Realism'
Untertitel
Funktion und Bedeutung von Philosophie im Wissenschaftskonzept des „logischen Positivismus"
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,3
Jahr
2004
Seiten
4
Katalognummer
V132391
ISBN (eBook)
9783640418046
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moritz, Schlick, Positivism, Realism, Funktion, Bedeutung, Philosophie, Wissenschaftskonzept, Positivismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2004, Moritz Schlick 'Positivism and Realism', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132391

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