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Bedeutung und Realisierung des Topos der militia amoris unter Berücksichtigung verschiedener Einzelnachweise der römischen Elegiker

Untersuchung zu Tibull, Ovid und Properz

Titel: Bedeutung und Realisierung des Topos der militia amoris unter Berücksichtigung verschiedener Einzelnachweise der römischen Elegiker

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fred Benthien (Autor:in)

Klassische Philologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die römische Liebeselegie zu der Regierungszeit des Augustus bediente sich ihres griechischen Vorbildes. Die meisten Themen jedoch, die in der griechischen Elegie Eingang in die Dichtung fanden, wurden nicht weiter als inhaltlicher Hauptgegenstand hinzugezogen. Hauptthema ist bei den Römern die Liebe des lyrischen Ichs zu einer anderen Person. Wobei sich in den erhaltenen Texten der griechischen Variante kaum liebesbezogene Elemente vorfinden lassen, was wiederum nicht heißen muss, dass es sie nicht gab. Fakt ist jedoch, dass die römische Liebesdichtung dieser Zeit, auch wenn die inhaltsbezogene Inspirationsquelle zur Erotik nicht näher bestimmbar ist, sich der paränetischen Sprechweise, wie sie zum Beispiel bei überlieferten Elegien des Kallinos von Ephesos und des Spartaners Tyrtaios, und des aitiologischen erklärenden Sprechens im Rahmen einer Katalogelegie, bedient. Wenn es nun zu bedenken gilt, was die römische Liebeselegie besonders auszeichnet, so muss man auch die damaligen gesellschaftlichen Umstände einbeziehen sowie die Wirkungsabsicht des vortragenden lyrischen Ichs gegenüber seinem Publikum.

Die „von den zeitgenössischen Lesern als feminin eingeschätzte Handlungsweise“ ist der Gegenentwurf eines normalbürgerlichen Daseins. Das lyrische Ich entsagt angesehenen und den Werdegang fördernden beruflichen Tätigkeiten und spart sich Bemühungen um diese auf, um sich gleichwohl mit ebenso kräftezehrendem Impetus Liebschaften oder zwischenzeitlich der Untätigkeit hinzugeben. Dieses Bild wird insbesondere bei der Verweigerung militärischer Aktivitäten sowie deren metaphorische Ummünzung zur Liebe als Kriegsdienst deutlich. In der römischen Realität ist diese militia amoris undenkbar, denn „die für einen jungen Römer zur augusteischen Zeit als normal vorausgesetzte Lebensform ist die sportliche Betätigung auf dem Marsfeld zur Vorbereitung auf den Kriegsdienst, der wiederum Voraussetzung für eine politische Karriere ist.“ Das lyrische Ich entzieht sich also all dessen. Die militia amoris ist in der augusteischen Liebeselegie ein allgegenwärtiger Topos, der bei den verschiedenen römischen Dichtern jedoch Einbeziehung in differenzierter Manier erfährt. Sie ist für das Globalverständnis der elegischen Dichtung von höchster Wichtigkeit und dienlich zum Nachvollziehen der Wirkungsabsicht. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit sei ihren unterschiedlichen Darstellungen sowie den daraus resultierenden Wirkungsabsichten bei den verschiedenen poetae zugewandt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung sowie Nahelegung grundlegender Terminologien

2.Tiubll:

3.Properz.

4.Ovid

5.Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion des Topos der "militia amoris" (der Liebeskriegsdienst) in der augusteischen Liebeselegie bei den Dichtern Tibull, Properz und Ovid sowie deren unterschiedliche Wirkungsabsichten.

  • Vergleich der Konzepte von Liebe und militärischer Metaphorik.
  • Analyse des Rollentausches zwischen dem lyrischen Ich und dem Soldatenbild.
  • Untersuchung der poetologischen Gegenwelt der Elegiker im Kontrast zur römischen Realität.
  • Kontrastierung der individuellen Stile Tibulls, Properz' und Ovids hinsichtlich der "militia amoris".

Auszug aus dem Buch

4. Ovid:

Betrachtet man nun die amores-Trilogie des Publius Ovidius Naso, so ist Folgendes zu berücksichtigen: Im Jahr 43 v. Chr. geboren, ist er der jüngste der elegischen Dichter und kannte somit das Werk seiner Dichterkollegen schon sehr gut. Klar ist, dass es bei allen augusteischen Dichtern gang und gäbe war inter- und intratextuelle Bezüge in den einzelnen Gedichten zueinander herzustellen, sodass ein großes Geflecht an Verknüpfungen in Form von Anspielungen, Zitaten und Abwandlungen zutage trat.

Bei Ovid ist eine solche Abwandlung zum Beispiel, dass das lyrische Ich in seiner in sich geschlossenen Dreibuchsammlung zunächst Epen dichten will und keinerlei Interesse dafür hegt sich der Liebesdichtung hinzugeben, dies aber dann dennoch tut, da Amor ihn mit einem Liebespfeil und diesen Worten abschießt: quod que canas vates accipe dixit opus („empfange dasjenige, was du besingen sollst, Dichter, sagte er“).

Mit diesem unfreiwilligen Zuwenden zur Liebeselegie schafft Ovid erstens eine Distanz zu den übrigen Dichtern, die von sich aus der Liebe verfallen sind und schafft zugleich eine komische amüsierende Wirkung bei der Hörerschaft. Eine ebensolche Wirkung schafft er durch seine persönlich konstituierte Gegenwelt, die sich auch des foedus aeternum, servitium amoris und der militia amoris wie bei den anderen Elegikern bedient, diese aber in ganz eigentümlicher Weise wörtlich nimmt. Heldmann sagt dazu: „Wie so oft bei Ovid gründet der Ruhm sich aber nicht auf die Besonderheit des poetischen Themas, sondern auf die Art seiner Behandlung.“ Er nimmt also diese metaphorische Welt des Ergrauens im Alter, des Sklavendienstes und der Kriegsarbeit genau; er lebt diese nicht nur in seinen Gedanken, sondern erlebt diese viel mehr als Vergleiche in seiner poetologischen Realität. Dies soll nun anhand der militärischen Vergleichsebene gezeigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung sowie Nahelegung grundlegender Terminologien: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der augusteischen Liebeselegie und führt die zentralen Begriffe wie foedus aeternum und die gesellschaftlichen Hintergründe ein.

2.Tiubll: Dieses Kapitel analysiert das Werk Tibulls, wobei der Fokus auf seinem Wunsch nach einem friedvollen Landleben und seiner spezifischen Verwendung der kriegerischen Metaphorik liegt.

3.Properz.: Hier wird Properz' Umgang mit der militia amoris untersucht und sein Bestreben hervorgehoben, Naturgesetzmäßigkeiten anstelle des militärischen Ruhms zu ergründen.

4.Ovid: Das Kapitel beleuchtet Ovids eigenwillige, literarische Neuauslegung der militia amoris, in der er Soldatentum und Liebhaberrolle wörtlicher und parodistischer miteinander verschmilzt.

5.Conclusio: Die Conclusio fasst die Unterschiede in der Darstellung des Liebeskriegsdienstes bei den drei Dichtern zusammen und betont die Bedeutung für das Verständnis augusteischer Dichtung.

Schlüsselwörter

Augusteische Liebeselegie, militia amoris, Tibull, Properz, Ovid, foedus aeternum, servitium amoris, Liebeskriegsdienst, poetologische Gegenwelt, römische Gesellschaft, Elegie, Amores, Lyrisches Ich, Paraklausithyron, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der "militia amoris" (Liebeskriegsdienst) in der römischen Liebeselegie der augusteischen Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der militia amoris, des servitium amoris und des foedus aeternum als poetologische Gestaltungsmittel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Wirkungsabsicht und literarischen Umsetzung dieser Topoi bei den Dichtern Tibull, Properz und Ovid herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, um inter- und intratextuelle Bezüge innerhalb der Elegiensammlungen aufzuzeigen.

Welche Inhalte prägen den Hauptteil?

Der Hauptteil ist in Einzelanalysen zu Tibull, Properz und Ovid gegliedert, welche die spezifische Verwendung militärischer Metaphern in ihren jeweiligen Werken darlegen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Augusteische Elegie, militia amoris, Liebesdienst und poetologische Gegenwelt definiert.

Wie unterscheidet sich Ovids Darstellung von der seiner Vorgänger?

Ovid nimmt die metaphorische Welt der militia amoris wörtlich und stilisiert sich selbst aktiv als Siegertyp, anstatt den Soldatenberuf lediglich als Kontrastfolie zu nutzen.

Welche Bedeutung kommt der "militia amoris" für das Verständnis der Werke zu?

Sie gilt als tragende Größe für das Gesamtverständnis und die Rekonstruktion der Verfassungsabsicht der augusteischen Dichter in Bezug auf ihren zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bedeutung und Realisierung des Topos der militia amoris unter Berücksichtigung verschiedener Einzelnachweise der römischen Elegiker
Untertitel
Untersuchung zu Tibull, Ovid und Properz
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Fred Benthien (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V1323996
ISBN (PDF)
9783346807977
ISBN (Buch)
9783346807984
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung realisierung topos berücksichtigung einzelnachweise elegiker untersuchung tibull ovid properz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fred Benthien (Autor:in), 2018, Bedeutung und Realisierung des Topos der militia amoris unter Berücksichtigung verschiedener Einzelnachweise der römischen Elegiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323996
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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