Portugal und die Portugiesen in Groß-Zimbabwe 17./18. Jahrhundert


Hausarbeit, 2009

17 Seiten, Note: 2


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung – Portugal damals

2. Politische Entwicklungen

3. Demographische Vorraussetzungen und Merkmale der Migrationspolitik

4. Portugal und die ostafrikanische Küste

5. Great Zimbabwe
5.1 Geschichtlicher Abriss
5.2 Die Rozvij und die Portugiesen

6. Vom „Estado Da India“ zum „Estado Novo“

7. Resumèe

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung – Portugal damals

Portugal war eine Seefahrernation, prädestiniert wie kaum ein andere in der Zeit des beginnenden 15. Jahrhunderts. Eine knappe Million Einwohner waren nicht viel, um eine große Kolonisierung durchzuführen. Dazu waren die Seefahrten meist privat finanziert (Genuesen und Fugger) und da diese nur an der kurzfristigen Erkundung Interesse hatten, stellt sich die Frage, inwieweit dies Einfluss auf die generelle portugiesische Siedlungspolitik hatte.

Ziel der portugiesischen Expeditionen war es nicht, unbekannte Teile der Welt zu entdecken, sondern „neue Wege zu längst entdeckten Teilen der Welt zu finden. Der Weg war das Ziel.

(vgl. Brühne, Wolfgang, Kreuzzug und Asienhandel. Genua, Portugal und die europäische Expansion 1290 – 1620 in: Jahrbuch für Außereuropäische Geschichte)

Vorweg muss betont werden, dass, auch gerade in Hinblick auf die Siedlungspolitik Portugals, die Erfassung eines komplexen und vielgestaltigen Beziehungsrahmens, wie es der wirtschaftliche Austausch darstellt, in einer Arbeit dieses Rahmens nur ausschnittsweise möglich ist. Es soll hier auf mögliche Strategien hingewiesen.

Die Orientierung des portugiesischen Außenhandels hatte im obig genannten Zeitraum drei geographische Schwerpunkte:

- der Handel mit den benachbarten Gebieten im Königreich Kastilien

mit Nordwesteuropa (Flandern, Frankreich, Holland, England und die Hansestädte) (Vgl. Fonseca, Luis Adáo de, Portugal 1350 – 1500, in: Kellenbenz Hermann Hrg., Europäische Wirtschafts-und Sozialgeschichte vom ausgehenden Mittelalter, Stuttgart 1986, S 796)

- mit den Mittelmeerstaaten

wobei Salz, Wein und Öl das Hauptangebot Portugals ausmachten. Hier war aber auch ein Schwerpunkt auf die deutschen, vor allem die Hanse, Gebiete gerichtet. Um die Wende des 16. Jahrhunderts stiegen andere oberdeutsche Gesellschaften in das Handelsgeschäft mit Portugal ein. Diese Unternehmen hatten ihre Zentralen in Augsburg und Nürnberg, namentlich die Fugger, Welser (nur am Rande), die Gossenprotts und Hirschvogels (Vgl. Hümmerich, Franz, Die erste deutsche Handelsfahrt nach Indien, Ein Unternehmen der Welser und Fugger, Berlin 1922, S 58)

Bereits in früheren Jahren waren es Berührungspunkte portugiesischer Kaufleute mit Brügge, Antwerpen, die auf die kaufmännische Ausrichtung des Königreichs

Portugals hinweisen. Diese wirtschaftliche Verbindung, vor allem mit Antwerpen, ist auch für die künftige Siedlungspolitik im Rahmen der seemännischen Geschichte interessant. Flandrische Messen, rheinische Kaufleute und die seemännische Expansion der Portugiesen bildeten die ideale Basis für eine vermehrte bilaterale Handelsbeziehung (vgl. Limberger, Michael, Die Metropolenstellung Antwerpens im 16. Jh., S 12 – 18, Wien 1990)

Die portugiesische Wirtschaft litt seit dem Hochmittelalter an Kapitalmangel, technischer Rückständigkeit und Bevölkerungsdefizit, sodass schon seit diesem Zeitpunkt versucht wurde durch eine Art „Privilegienpolitik“ Gastarbeiter ins Land zu locken (Vgl. Oliveria, Marques, Historia de Portugal, S 106 – 111, Lissabon 1992)

In erster Linie stand eben die kommerzielle Linie im Vordergrund. Denn schon Vasco da Gama und Cabral kamen zur Ansicht (vgl. Feldbauer Peter, Die Portugiesen in Asien, S 55), dass die islamischen Verbindungen aufzubrechen sein könnten, da sich hier wesentlich mehr kommerzielle Möglichkeiten ergeben könnten. Und genau das ist auch der Grund, warum die Portugiesen nur auf den kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg aus waren und daher auch nur kleine Siedlungen gründeten. Natürlich waren die Portugiesen auch sehr schnell auf dem Sklavenmarkt präsent (Lehners, Jean Paul in Vom Mittelmeer bis zum Atlantik (Hrsg. Peter Feldbauer, Gottfried Liedl, München 2001, S 183) – jedoch auch das bestätigt die These der kurzfristigen Siedlungspolitik der Portugiesen, die einfach nicht die Kapazitäten zur Kolonialisierung hatten und auch diese nicht wollten. Im Zuge des Auf- und Ausbaus der portugiesischen Kolonialpolitik, womit das Königreichs selbst überfordert war, ist diese Gastarbeiter“anlockungs“politik besonders wichtig, da im Zuge der Eroberungszüge diese natürlich auf die kurzfristige Ausnutzung der Ansiedlungen bedacht waren. Sohin waren längerfristige Kolonisierungen nicht im Sinne Portugals, bzw. dessen Helfer, sodass es eher um kurzfristige Handels“ausbeutungen“(Anm.d. Verf.) ging.

Das Königreich Portugal war von ausländischen Einflüssen abhängig und daher auch beeinflusst war. Die Fugger z.B. wollten ein weltumfassendes Handelsimperium aufbauen (Landsteiner Erich, in: Edelmayer Friedrich, Feldbauer Peter (Hrsg) in Globalgeschichte 1450 – 1620, München 2001, S 88),die Genuesen ebenso, weil sie eben eher west-südlich orientiert waren, um dadurch der Konkurrenz der Venetier zu entgehen.

Obwohl: Venedig unterlag auch der protektionistischen Wirtschaftspolitik, auch Genua, das an inneren Problemen scheiterte und, genauso wie die deutschen Handelshäuser, kein Interesse an der portugiesischen Expansion, die sie finanzieren sollten, hatten. Daher musste sich dieses Land immer mehr auf kleine Siedlungen beschränken und konnten keine „großen Landsprünge“ machen.

2. Politische Entwicklungen

Portugals innenpolitische Entwicklung im 16. Jahrhundert zielte darauf ab, die königliche Macht und Autorität zu stärken. Dafür versuchte man einerseits den Wunsch der Bevölkerung nach wirtschaftlicher Stabilität und Prosperität durch die beginnende atlantische Expansion zu befriedigen und andererseits den Einfluss des Adels zu beschränken. Außenpolitisch suchte Portugal die Anerkennung der Staatlichkeit innerhalb Europas. Darüber hinaus war Portugal auf friedliche Beziehungen und Verhältnisse, vor allem mit seinem ewigen Konkurrenten Kastilien, bedacht, um sich auf die Expansionsaktivitäten konzentrieren zu können. Mit der Eroberung von Ceuta 1415 begann die erste Phase der portugiesischen Expansion (vgl. Feldbauer, Peter, Portugal als Vorreiter der europäischen Expansion, in: Beiträge zur historischen Sozialkunde, 2/92, VGS, 1992, S52).

Da sich der wirtschaftliche Erfolg, den man sich durch die Eroberung Ceutas erhofft hatte, nicht verwirklichen ließ, wurden als Alternative maritime Vorstöße entlang der afrikanischen Westküste verfolgt, um einen direkten Zugang zu den schwarzafrikanischen Waren zu finden. Prinz Heinrich „der Seefahrer“, welcher selbst kaum zur See fuhr, trieb als Organisator des portugiesischen Ausgreifens in den Atlantik die darauffolgenden Erkundungsfahrten entlang der afrikanischen Westküste Richtung Süden voran. 1479 kam es zur Unterzeichnung des Vertrages von Alcacovas zwischen Portugal und Kastilien. Neben dynastischen Fragen enthielt das Vertragswerk wirtschaftliche Zugeständnisse Kastiliens im Atlantik, um Portugal zum Verzicht auf seine Erbansprüche auf Kastilien zu veranlassen. Dadurch konnte sich Portugal das Monopol auf den Schwarzafrikahandel sichern. 1494 kam es zum Vertrag von Tordesillas, der als „Teilung der Welt“ zwischen den beiden iberischen Mächten bezeichnet wird und als Ersatz für die 1479 vereinbarte Ost-West-Linie nun eine Trennungslinie in Nord-Süd Richtung festlegte (Vgl. Bernecker, Walther, Pietschmann, Horst, Geschichte Portugals: vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, Verlag C. H. Beck oHG, München, 2001, S 35)

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Details

Titel
Portugal und die Portugiesen in Groß-Zimbabwe 17./18. Jahrhundert
Hochschule
Universität Wien  (Afrikanistik)
Veranstaltung
Projektforschung
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V132408
ISBN (eBook)
9783640418060
ISBN (Buch)
9783640418510
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Portugal, Portugiesen, Groß-Zimbabwe, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Mag. Hannes Naderhirn (Autor), 2009, Portugal und die Portugiesen in Groß-Zimbabwe 17./18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132408

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