In erster Linie assoziiere ich damit die Schöpfungsgeschichte, in welcher der Mensch als Höhepunkt
der Schöpfung dargestellt wird (vgl. Gen 1, 26ff.). In diesen Bibelstellen wird der Mensch dadurch
charakterisiert, dass er zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde, dass der Mensch im Auftrag Gottes
die Erde verwalten soll und “der Mensch sich auf der Erde vermehren soll.“ Weiterhin lässt sich die
Redensart vom Menschen als Krönung der Schöpfung bis zu Aristoteles zurückverfolgen. In seinem
Werk “Scala naturae“ wird der Versuch unternommen, die belebte und unbelebte Natur systematisch
zu ordnen. Demnach sind die am kompliziertesten erscheinenden Lebewesen die höher entwickelten.
Daraus wird in diesem Werk der Schluss gezogen, dass der Mensch als das höchst entwickelte
Wesen in der Schöpfung gesehen wird. Ein nicht unwesentlicher Aspekt bildet hierbei die
Evolutionstheorie. Die Evolutionstheorie besagt, dass alle Arten von Lebewesen gleich sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Mensch als Krönung der Schöpfung
1.1 Historische und religiöse Herleitung der Anthropozentrik
1.2 Kritik an der Sonderstellung des Menschen
1.3 Egoismus und Leistungsgesellschaft als Störfaktoren
1.4 Das Konzept des Schwellenwesens
1.5 Umweltprägung, Bindung und die soziale Natur des Menschen
1.6 Fazit zur These der Krönung der Schöpfung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die philosophische und theologische These, dass der Mensch als „Krönung der Schöpfung“ zu betrachten sei. Dabei wird insbesondere der Widerspruch zwischen diesem hohen Anspruch und der menschlichen Fehlbarkeit, dem Hang zum Egoismus sowie der destruktiven Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt analysiert.
- Historische Betrachtung des Schöpfungsgedankens
- Analyse menschlicher Aggression und des Selbsterhaltungstriebs
- Die Rolle von Egoismus und gesellschaftlichem Leistungsdruck
- Der Mensch als durch sein soziales Umfeld geprägtes Wesen
- Die Bedeutung von zwischenmenschlicher Liebe und Bindung
Auszug aus dem Buch
Der Mensch als Krönung der Schöpfung
In erster Linie assoziiere ich damit die Schöpfungsgeschichte, in welcher der Mensch als Höhepunkt der Schöpfung dargestellt wird (vgl. Gen 1, 26ff.). In diesen Bibelstellen wird der Mensch dadurch charakterisiert, dass er zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde, dass der Mensch im Auftrag Gottes die Erde verwalten soll und “der Mensch sich auf der Erde vermehren soll.“ Weiterhin lässt sich die Redensart vom Menschen als Krönung der Schöpfung bis zu Aristoteles zurückverfolgen. In seinem Werk “Scala naturae“ wird der Versuch unternommen, die belebte und unbelebte Natur systematisch zu ordnen. Demnach sind die am kompliziertesten erscheinenden Lebewesen die höher entwickelten. Daraus wird in diesem Werk der Schluss gezogen, dass der Mensch als das höchst entwickelte Wesen in der Schöpfung gesehen wird.
Ich stelle die Behauptung auf, dass der Mensch die Fähigkeit und die Anlagen besitzt, sich zur Krönung der Schöpfung zu entwickeln. Ich persönlich sehe den Menschen als ein begrenztes und fehlbares Wesen an. Wenn der Mensch die Krönung der Schöpfung ist, wieso steht er überwiegend in einem feindschaftlichen Verhältnis zur ihr? Umweltzerstörungen, Ausbeutung von Bodenschätzen und die massenhafte Tötung von Tieren sind dem Menschen zuzuschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Mensch als Krönung der Schöpfung: Einleitung in den Themenkomplex unter Rückgriff auf die Schöpfungsgeschichte und das aristotelische Modell der Scala naturae.
1.1 Historische und religiöse Herleitung der Anthropozentrik: Untersuchung der biblischen und philosophischen Wurzeln, die den Menschen als Ebenbild Gottes und höchstes Wesen definieren.
1.2 Kritik an der Sonderstellung des Menschen: Auseinandersetzung mit der ökologischen Bilanz des Menschen und der Frage nach dem feindseligen Verhältnis zur Natur.
1.3 Egoismus und Leistungsgesellschaft als Störfaktoren: Analyse der gesellschaftlichen Strukturen, die den Egoismus fördern und die zwischenmenschliche Solidarität untergraben.
1.4 Das Konzept des Schwellenwesens: Betrachtung des Menschen als Wesen, das zwischen Trieben, Egoismus und der Fähigkeit zum Guten steht.
1.5 Umweltprägung, Bindung und die soziale Natur des Menschen: Darstellung der Abhängigkeit des menschlichen Wesens von äußeren Einflüssen, Erziehung und sozialen Bindungen.
1.6 Fazit zur These der Krönung der Schöpfung: Abschließende Verneinung der Ausgangsthese unter Betonung der menschlichen Angewiesenheit auf Gutes und menschliche Gemeinschaft.
Schlüsselwörter
Schöpfungsgeschichte, Anthropozentrik, Scala naturae, Egoismus, Leistungsgesellschaft, Selbsterhaltungstrieb, Umweltprägung, Sozialisation, Fehlbarkeit, Zwischenmenschlichkeit, Ethik, Menschenbild, Schwellenwesen, Kants kategorischer Imperativ, Liebe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Prüfung der anthropozentrischen Behauptung, der Mensch sei die „Krönung der Schöpfung“, und hinterfragt diese im Kontext menschlichen Verhaltens.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die religiöse Wurzel der Menschheitswürde, die psychologischen Ursachen menschlicher Aggression, der Einfluss der Leistungsgesellschaft auf das Individuum sowie die Bedeutung frühkindlicher Prägung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den menschlichen Anspruch auf eine Sonderstellung in der Natur durch eine Analyse der tatsächlichen menschlichen Handlungsweise und der moralischen Defizite kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine philosophisch-theologische Argumentationsweise angewandt, die durch verhaltenspsychologische Beobachtungen und sozialkritische Reflexionen ergänzt wird.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der biologisch-psychologischen Determination (Triebe, Umweltprägung) und dem ethischen Anspruch des Menschen.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Anthropozentrik, Fehlbarkeit, Egoismus, soziale Bindung und das Konzept des Schwellenwesens.
Warum ordnet der Autor den Menschen als „Schwellenwesen“ ein?
Der Mensch wird so bezeichnet, da er zwar Trieben und egoistischen Impulsen unterworfen ist, jedoch gleichzeitig das Potenzial und die moralische Anlage zur Entwicklung des Guten besitzt.
Welche Rolle spielt die Umwelt laut dieser Ausarbeitung für den Menschen?
Der Autor argumentiert, dass der Mensch maßgeblich ein „Produkt seiner Umwelt“ ist, da insbesondere Erfahrungen von Liebe und Geborgenheit in der Kindheit die Basis für ein empathisches und moralisch handelndes Wesen bilden.
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- Wilhelm Weber (Author), 2008, Der Mensch als Krönung der Schöpfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132428