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Kennzahlenbasiertes Frühwarnsystem zur Erkennung und Behebung von Eskalationsverhalten bei scheiternden Projekten

Title: Kennzahlenbasiertes Frühwarnsystem zur Erkennung und Behebung von Eskalationsverhalten bei scheiternden Projekten

Master's Thesis , 2016 , 97 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

Die Durchführung von Projekten ist heutzutage ein fester Bestandteil im Unternehmensalltag. Basierend auf der Tatsache, dass Escalation of Commitment Projektergebnisse maßgeblich gefährden kann, wird diese Arbeit die wesentlichen eskalationsauslösenden Faktoren darstellen und erläutern.

Des Weiteren werden neben den Gegenmaßnahmen für diese Faktoren geeignete Kennzahlen erarbeitet, mit deren Hilfe eskalatorische Ursachen frühzeitig identifiziert werden können. Hauptziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung eines kennzahlenbasierten Frühwarnsystems zur frühzeitigen Erkennung und Behebung von Eskalationsverhalten bei scheiternden Projekten. Letztendlich soll das entwickelte Frühwarnsystem nach einer unternehmensindividuellen Anpassung den Unternehmen als ein Instrument dienen, welches im Falle eines scheiternden Projektes ein eskalierendes Verhalten des verantwortlichen Projektleiters rechtzeitig erkennt und diesem Verhalten durch entsprechende Gegenmaßnahmen entgegenwirkt.

Immer häufiger berichten Medien über gescheiterte Großprojekte, welche ihren ursprünglich geplanten Zeit- und Kostenrahmen um ein Vielfaches überschritten haben und trotzdem weitergeführt werden. In der Presse sind einige Beispiele über gescheiterte Großprojekte mit einer milliardenhohen Kostenüberschreitung in Deutschland zu finden. Für das Projekt Stuttgart 21 wurden ursprünglich 6,5 Milliarden Euro geplant. Aktuellen Schätzungen zufolge werden die Kosten um 50 Prozent überschritten.

Auch bei dem Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg haben sich die geplanten Kosten bereits verdoppelt. Ein weiteres Beispiel für ein gescheitertes Großprojekt ist das Konzerthaus Elbphilharmonie in Hamburg. Statt den ursprünglich geschätzten 186 Millionen Euro belaufen sich die aktuellen Kosten auf 865 Millionen Euro.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

1.1 Ausgangssituation und Konkretisierung der Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Begriff und Wesen von Projekten

2.1.1 Definition und Merkmale eines Projektes

2.1.2 Projektarten

2.2 Projektmanagement

2.2.1 Begriffsbestimmung

2.2.2 Aufgaben und Ziele des Projektmanagements

2.2.3 Phasen des Projektmanagements

2.3 Projektcontrolling als Instrument des Projektmanagements

2.3.1 Definition von Projektcontrolling

2.3.2 Stellung und Formen des Projektcontrollings

2.3.3 Charakterisierung von Kennzahlen und deren Grenzen im Projektcontrolling

2.4 Fundierung von Projektabbruchsentscheidungen

2.5 Charakteristika von Eskalationsverhalten

2.5.1 Begriffsbestimmung Escalation of Commitment

2.5.2 Erklärungsansätze der Sozialpsychologie – das Determinantenmodell von Staw/Ross

2.5.3 Die Prototypen nach Staw/Ross

3 Erklärung eskalationslösender Faktoren im Projektkontext

3.1 Projektbezogene Faktoren

3.1.1 Größe des Projektziels

3.1.2 Investitionswirksamkeit

3.1.3 Payoff und Ausgaben für Vollendung

3.1.4 Höhe der Projektabbruchkosten

3.1.5 Durchführbarkeit von Alternativen

3.2 Psychologische Faktoren

3.2.1 Information processing

3.2.2 Optimismus und Kontrollillusion

3.2.3 Framing

3.2.4 Selbstrechtfertigung

3.2.5 Sunk costs

3.3 Soziale Faktoren

3.3.1 Externe Rechtfertigung und Bindung

3.3.2 Normen für Führungspersonen

3.4 Strukturelle Faktoren

3.4.1 Institutionelle Trägheit

3.4.2 Unternehmenspolitische Probleme

3.5 Kontextueller Faktor: Größen außerhalb der Organisation

4 Entwicklung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten

4.1 Anforderungen an Kennzahlen und ein Frühwarnsystem

4.1.1 Allgemeine Anforderungen an Kennzahlen

4.1.2 Anforderungen und Bedeutung an ein kennzahlbasiertes Frühwarnsystem

4.2 Identifikation und Bewertung eines scheiternden Projektes

4.2.1 Identifikation eines scheiternden Projektes

4.2.2 Überprüfung der Wirtschaftlichkeit eines Projektes

4.3 Erarbeitung von Kennzahlen zur Gegensteuerung bei eskalationsauslösenden Faktoren

4.3.1 Kennzahlen für projektbezogene Faktoren

4.3.2 Kennzahlen für psychologische Faktoren

4.3.3 Kennzahlen für soziale Faktoren

4.3.4 Kennzahlen für strukturelle Faktoren

4.3.5 Kennzahlen für den kontextuellen Faktor

4.4 Konzeptualisierung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten

5 Zusammenfassung und kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein kennzahlbasiertes Frühwarnsystem zu entwickeln, das Projektverantwortliche dabei unterstützt, Eskalationsverhalten in scheiternden Projekten frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Gegenmaßnahmen zu verhindern.

  • Analyse der theoretischen Aspekte von Projektmanagement und Projektcontrolling
  • Untersuchung der Einflussfaktoren auf das "Escalation of Commitment" (Bindung an ein scheiterndes Projekt)
  • Identifikation von fünf Hauptkategorien eskalationsauslösender Faktoren (projektbezogen, psychologisch, sozial, strukturell, kontextuell)
  • Entwicklung eines Anforderungskatalogs für Kennzahlen zur Früherkennung
  • Konzeption eines praxisorientierten Frühwarnsystems zur Risikominimierung

Auszug aus dem Buch

1.1 Ausgangssituation und Konkretisierung der Problemstellung

Immer häufiger berichten Medien über gescheiterte Großprojekte, welche ihren ursprünglich geplanten Zeit- und Kostenrahmen um ein Vielfaches überschritten haben und trotzdem weitergeführt werden. In der Presse sind einige Beispiele über gescheiterte Großprojekte mit einer milliardenhohen Kostenüberschreitung in Deutschland zu finden. Für das Projekt Stuttgart 21 wurden ursprünglich 6,5 Milliarden Euro geplant. Aktuellen Schätzungen zufolge werden die Kosten um 50 Prozent überschritten. Auch bei dem Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg haben sich die geplanten Kosten bereits verdoppelt. Ein weiteres Beispiel für ein gescheitertes Großprojekt ist das Konzerthaus Elbphilharmonie in Hamburg. Statt ursprünglich geschätzten 186 Millionen Euro belaufen sich die aktuellen Kosten auf 865 Millionen Euro.

All diese immens gescheiterten Projekte weisen meistens ein ähnliches Verhaltensmuster der Projektverantwortlichen auf: Trotz enormer Kostenüberschreitungen und eines voraussichtlichen Projektverlusts wird an der ursprünglich getroffenen Projektdurchführung festgehalten. Wenngleich ein Projektabbruch eine wirtschaftlich sinnvollere Lösung darstellen würde. Dieses beschriebene irrationale Verhalten der Projektverantwortlichen wird als „Escalation of Commitment“ bezeichnet. Besonders in der heutigen, dynamischen Wettbewerbssituation kann ein derartig eskalierendes Verhalten der Projektverantwortlichen große Gefahren für ein Unternehmen darstellen. Ein großer Imageverlust, unzufriedene Stakeholder und hohe Verluste des Unternehmens sind nicht selten die typischen Folgen eines gescheiterten Projektes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Problematik gescheiterter Großprojekte und Definition des Forschungsziels, ein Frühwarnsystem für Eskalationsverhalten zu entwickeln.

2 Theoretische Grundlagen: Vermittlung des notwendigen Wissens über Projektmanagement, Projektcontrolling sowie die sozialpsychologischen Hintergründe der Eskalationsgefahr.

3 Erklärung eskalationslösender Faktoren im Projektkontext: Detaillierte Untersuchung der fünf Kategorien (projektbezogen, psychologisch, sozial, strukturell, kontextuell) als Auslöser für irrationales Festhalten an Projekten.

4 Entwicklung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten: Erarbeitung konkreter Anforderungen, Indikatoren und mathematischer Ansätze, um den Übergang von Projektfortsetzung zu Projekteskalation messbar zu machen.

5 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Abschluss der Arbeit mit einer Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der Grenzen des entwickelten Modells.

Schlüsselwörter

Projektmanagement, Projektcontrolling, Eskalationsverhalten, Escalation of Commitment, Frühwarnsystem, Kennzahlen, Projektabbruch, Wirtschaftlichkeit, Sunk Costs, Projektrisiko, Stakeholder, Fehlentscheidung, Projektsteuerung, Investitionskontrolle, Rationalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen, bei dem Verantwortliche trotz negativer Indikatoren irrational an scheiternden Projekten festhalten, und entwickelt ein Frühwarnsystem mittels Kennzahlen, um dies zu verhindern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen des Projektmanagements und Controllings über psychologische Mechanismen der Bindung an scheiternde Entscheidungen bis hin zur operativen Entwicklung eines Frühwarnsystems.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie ein kennzahlbasiertes System Projektleiter frühzeitig dabei unterstützen kann, Eskalationsverhalten zu identifizieren und rechtzeitig korrigierende Maßnahmen einzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse unter Einbeziehung bestehender sozialpsychologischer Modelle (insbesondere das Staw/Ross-Modell) und verknüpft diese mit betriebswirtschaftlichen Controlling-Instrumenten und Kennzahlensystemen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Auslöser für Eskalationsverhalten analysiert und anschließend systematisch in Kennzahlen für das Projektcontrolling übersetzt, um ein messbares Frühwarnsystem zu definieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe umfassen Projektcontrolling, Escalation of Commitment, Frühwarnsystem, Projektabbruch und die verschiedenen Eskalationsfaktoren.

Wie spielt das "magische Dreieck" in die Eskalation hinein?

Das magische Dreieck (Zeit, Kosten, Qualität) bildet das Spannungsfeld; bei Projektstörungen führt der Druck auf diese drei Ziele oft dazu, dass Projektleiter irrational Ressourcen nachschießen, um den ursprünglichen Zielen treu zu bleiben.

Was unterscheidet das "prototypische Modell" von Staw/Ross von einem rationalen Rückzug?

Das Modell von Staw/Ross verdeutlicht, wie über vier Phasen hinweg psychologische und soziale Faktoren die rationale Abwägung zwischen Projektnutzen und Projektabbruch verzerren und den Abbruch verzögern.

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Details

Title
Kennzahlenbasiertes Frühwarnsystem zur Erkennung und Behebung von Eskalationsverhalten bei scheiternden Projekten
College
University of Augsburg
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
97
Catalog Number
V1324328
ISBN (PDF)
9783346825049
ISBN (Book)
9783346825056
Language
German
Tags
kennzahlenbasiertes frühwarnsystem erkennung behebung eskalationsverhalten projekten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Kennzahlenbasiertes Frühwarnsystem zur Erkennung und Behebung von Eskalationsverhalten bei scheiternden Projekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324328
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