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Die Bedeutung normativer Geschlechterstereotype in der psychodynamischen Beratung adoleszenter Jungen

Titel: Die Bedeutung normativer Geschlechterstereotype in der psychodynamischen Beratung adoleszenter Jungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Benjamin Dittrich (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentralen Bezugspunkte für Jugendliche, an denen, wie zu zeigen sein wird, die Geschlechterstereotype von Männlichkeit reproduziert werden, sind die Schule, die Familie und Freunde bzw. die Peergroup. Der Bedeutung dieser Bezugspunkte für die Beratung sowie die Kontextualisierung im Rahmen der adoleszenten Entwicklung und Krise soll diese Arbeit herausstellen.

Die Adoleszenz wird in der Entwicklungspsychologie als Phase der Destabilisierung bezeichnet. Jugendliche müssen die Veränderung ihres nun sexuellen Körpers in ihre Identität integrieren und sich außerhalb der Familie neu orientieren. Ein nicht unwesentlicher Faktor spielen dabei die Geschlechterstereotype, die in der Gesellschaft vorherrschen. Das „Doing Gender“, also die soziale Konstruktion von Geschlecht, gilt selbstredend auch für Männer. Während jedoch die (vor allem empirische) Forschung ein klares Bild von der „Konstruktion von Weiblichkeit“ hat, mangelt es an Forschungsergebnissen zur Männlichkeit, was Baur zufolge überwiegend daran liege, dass Männer als „das Normale“ gelten und diese Normalität nicht näher definiert bzw. erforscht wird. In der Psychoanalyse mag dieses Missverhältnis anders ausfallen, da gerade die Gewordenheit der Normalität im Zentrum der Theorie steht und sich Freud überwiegend mit der Entwicklung von Männern auseinandergesetzt hat, was wiederum zur Folge hatte, dass die ihm zahlreich folgenden Analytikerinnen umso intensiver auch die Entwicklung der Frau und die Bedeutung von Weiblichkeit in den Blick nahmen.

Heutzutage sind sich überwiegend alle sozialwissenschaftlichen Theorien sind darüber einig, dass das biologische Geschlecht sozial überformt ist; die Natur des Mannes oder der Frau ist „Natur durch Gesellschaft“. Besonders bei jungen Männern herrscht ein sozialer Druck zum Entwickeln von Männlichkeit. Diese Herstellung von Männlichkeit geschieht aktiv und orientiert sich an kollektiven Normen, was als Männlichkeit gilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoriegeschichtliches

3. Entwicklung und Adoleszenz

3.1 Zur Entwicklungspsychologie

3.2 Krisen in der Adoleszenz

3.3 Bedeutung für die Praxis

3.4 Suizidalität in der Adoleszenz

4. Normative Geschlechterstereotype im Bezugsrahmen Adoleszenter

4.1 Schule

4.2 Familie

4.3 Freundschaften, Peers

5. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung normativer Geschlechterstereotype für adoleszente Jungen im Kontext psychodynamischer Beratung, mit einem Fokus auf die Herausforderungen bei der Identitätsbildung und der Integration von Männlichkeitsbildern.

  • Psychoanalytische Entwicklungsphasen und Adoleszenzkrisen
  • Einfluss von Geschlechterstereotypen auf die Identitätsbildung
  • Die Rolle von Familie, Schule und Peergroups als Sozialisationsinstanzen
  • Umgang mit Suizidalität und Körperbildern in der Beratung
  • Strategien zur psychodynamischen Intervention

Auszug aus dem Buch

3.2 Krisen in der Adoleszenz

In der Psychologie hielt sich lange die Annahme, dass Krisen in Pubertät Teil eines normalen Entwicklungsverlaufs sind. Pinquart (2003), zeigt jedoch anhand mehrerer Studien dass schwerere Krisen (Beziehungskrisen oder Suizidalität) nur bei einer Minderheit der Adoleszenter vorkommt. Leichtere Krisen, hier als „Problemverhalten“ beschrieben (als Beispiel Alkoholkonsum) können positiv zur Entwicklung beitragen, wenngleich sie ein Risikofaktor bleiben. Die Aufgabe des Beraters wäre hier also vor allem Prävention und Förderung der Kompetenzen zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben. Die Entwicklung in der Adoleszenz kann nur aufgezeigt werden, wenn man diese von Pathologien (Neurosen, Perversionen und Psychosen) im Erwachsenenalter abgrenzt (Laufer & Laufer, 1989, S. 19).

In der Neuordnung der Pubertät, psychoanalytisch gesprochen der Ordnung der Partialtriebe unter die Genitalität, können Entwicklungshemmungen auftreten, wie bereits Freud 1905 beschreibt (vgl. Freud, 1905d S. 109). Laufer und Laufer ergänzen Freuds Bemerkungen und beschreiben die Adoleszenz als einen Prozess, indem das (Erinnerungs-)Material früherer Entwicklungsphasen reorganisiert und integriert werden muss. Präadoleszente Wünsche und Phantasien werden im Zuge der Pubertät, je nach ihrer Auflösungen zur sexuellen Normalität oder sexuellen Pathologie (vgl. Laufer und Laufer, S. 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Adoleszenz als Phase der Destabilisierung und skizziert das Forschungsdefizit bezüglich männlicher Identitätskonstruktionen im Vergleich zur weiblichen.

2. Theoriegeschichtliches: Dieses Kapitel arbeitet die psychoanalytische Entwicklungstheorie auf, insbesondere Freuds Konzepte zur psychosexuellen Entwicklung und die Verschiebung hin zu modernen Identitätsmodellen.

3. Entwicklung und Adoleszenz: Hier werden die psychologischen Grundlagen der Individuation beschrieben, sowie spezifische Krisenformen, die Bedeutung der Beratungspraxis und die Problematik suizidaler Tendenzen erörtert.

4. Normative Geschlechterstereotype im Bezugsrahmen Adoleszenter: Das Kapitel analysiert die Rolle von Schule, Familie und Peergroups als Orte, an denen Geschlechterrollen aktiv konstruiert und reproduziert werden.

5. Diskussion: Abschließend wird evaluiert, wie psychodynamische Beratung helfen kann, gesellschaftliche Anforderungen mit persönlichen innerpsychischen Konflikten zu integrieren.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Psychodynamik, Geschlechterstereotype, Männlichkeit, Identitätsbildung, Beratung, Pubertät, Doing Gender, Sozialisation, Ödipuskomplex, Objektbeziehung, Suizidalität, Peergroup, Konfliktbewältigung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen adoleszente Jungen konfrontiert sind, wenn sie versuchen, ihre sexuelle Identität unter dem Einfluss gesellschaftlicher Männlichkeitsstereotype zu formen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die psychodynamische Entwicklung, die Rolle der Familie, schulische Einflüsse sowie die Bedeutung von Freundschaften für die männliche Adoleszenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bedeutung von normativen Geschlechterstereotypen in der Beratung von Jungen herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie psychodynamische Ansätze bei der Krisenbewältigung unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-wissenschaftliche Arbeit, die einschlägige psychoanalytische und sozialwissenschaftliche Literatur kritisch reflektiert und zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Adoleszenzentwicklung sowie eine Untersuchung der Sozialisationsinstanzen wie Schule, Elternhaus und Peergroups.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identitätsbildung, „Doing Gender“, psychodynamische Beratung und der Umgang mit innerpsychischen Konflikten während der Pubertät.

Wie gehen Laufer und Laufer mit dem Konzept der „zwei Vergangenheiten“ um?

Sie unterscheiden zwischen der unmittelbaren Vergangenheit der aktuellen Adoleszenzkrise und der präadoleszenten Vergangenheit, wobei für die Praxis der Fokus auf den aktuellen, krisenhaften Erlebnissen liegen sollte.

Inwiefern beeinflusst die Schule die männliche Identität?

Die Schule fungiert als „geschlechtliche Sozialisationsinstanz“, in der Jungen oft stereotypen Rollenbildern ausgesetzt sind, die aktiv durch Konkurrenz oder Ausgrenzungsmechanismen stabilisiert werden.

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Details

Titel
Die Bedeutung normativer Geschlechterstereotype in der psychodynamischen Beratung adoleszenter Jungen
Hochschule
International Psychoanalytic University
Note
1,3
Autor
Benjamin Dittrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V1324378
ISBN (PDF)
9783346809742
ISBN (Buch)
9783346809759
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechterstereotype Gender Adoleszenz Psychotherapie Männlichkeit Weiblichkeit Entwicklungspsychologie Schule Familie Peergroup Suizidalität bei Jugendlichen Heteronormativität KJP Pubertät
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Dittrich (Autor:in), 2017, Die Bedeutung normativer Geschlechterstereotype in der psychodynamischen Beratung adoleszenter Jungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324378
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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