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Auguste Rodin und die Kathedralen Frankreichs. Der letzte gotische Bildhauer

Title: Auguste Rodin und die Kathedralen Frankreichs. Der letzte gotische Bildhauer

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Metzlaff (Author)

Art - History of Art
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In Rodins besonderer Veröffentlichung zur französischen Sakralarchitektur ist keine rein persönliche Auseinandersetzung mit den Ruinen der französischen Kirchen zu sehen, sondern eine überpersönliche Leidenschaft, ein Appell für eine ihm wertvolle, aber verloren gegangen zu scheinende Kunst. Der Frage "Was ist Gotik?" stellt sich Rodin auf seine eigene Weise. Zumeist wird behauptet, dass Rodin der erste moderne Bildhauer war, vieles spricht jedoch dafür, in Rodin den letzten gotischen Bildhauer zu sehen. Die Erschöpfung der Formensprache der abendländischen Skulptur muss als ausschlaggebend für die Neuerungen in Rodins plastischem Werk gedeutet werden, da „Les Cathédrales de France” bezeugen, dass sein Denken an die traditionelle Formenwelt gekettet war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Les Cathédrales de France (1914)

2.1. Die Erstausgabe

2.2. Die zweite französische Auflage

2.3. Zwei deutsche Übertragungen

2.4. Interpretationen

2.5. Urheberschaft

2.6. Inhalt

2.7. Zwei Testamente

2.8. Rodins Architekturzeichnungen

2.9. Zeugnisse von den Kathedralen

3. Rezeption

3.1. Ewald Stark: Kathedralen. Himmelsstädte des Lichts (1987)

3.2. Anselm Kiefer: Rodin - Kiefer (2017)

4. Rodin, Gotik und Fragment

4.1. Auguste Rodin: Die Kathedrale (1908)

4.2. Rodin und das Fragmentarische

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die bisher wenig beachtete Auseinandersetzung des Bildhauers Auguste Rodin mit der französischen Sakralarchitektur, wie sie in seiner publizierten Schrift "Les Cathédrales de France" und seinem zeichnerischen Werk zum Ausdruck kommt, um Rodin als Künstler in einem neuen Licht zu betrachten.

  • Analyse der Entstehung und Rezeption von Rodins Buch "Les Cathédrales de France".
  • Untersuchung von Rodins kunsttheoretischem Verständnis der Gotik als "lebendiges" Prinzip.
  • Betrachtung von Rodins zeichnerischer Auseinandersetzung mit Architekturdetails.
  • Einordnung von Rodins Werk in den Kontext von Denkmalpflege und künstlerischer Tradition.
  • Vergleichende Analyse der Rezeption bei späteren Künstlern wie Ewald Stark und Anselm Kiefer.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Erstausgabe

1914, drei Jahre vor dem Tod Auguste Rodins, kam es zur Veröffentlichung seiner einzigen eigenständigen Publikation über die Kathedralen Frankreichs beim Verlag Librairie Armand Colin in Paris. Einer Notiz des Verlegers Henri Floury (1862–1961) zufolge erschien die erste Auflage mit nur fünfzig gedruckten Exemplaren.4

Obwohl das Jahr 1914, durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Europa, kein günstiger Zeitpunkt für eine derartige Veröffentlichung war, fanden Rodins „Kathedralen“ auf der ganzen Welt Eingang in Museums- und Universitätsbibliotheken.5 Dabei hatte Pierre Lampué (1836–1924) vom Rat der Stadt Paris Stimmung gegen das Buch gemacht, indem er eine Resolution herumgehen ließ, wonach es öffentlichen Bibliotheken untersagt sein sollte, das Buch zu erwerben.6

Jene Erstausgabe war mit einer über einhundert Seiten starken Einleitung des Schriftstellers Charles Morice (1860–1919), der 1908 einige Monate bei Rodin als Sekretär beschäftigt war, sowie 138 zuvor unveröffentlichten Handzeichnungen Rodins auf 100 Tafeln ausgestattet. Dem Ganzen ging eine zweiseitige, warnende Vorrede der Herausgeber Max Leclerc und Henri Bourrellier voraus. Deren kurze Einführung nimmt eine Zusammenfassung des Buches vorweg. Rodins Text wird darin als nichtwissenschaftliche, nicht archäologische oder architektonische Abhandlung vermittelt, die sich aus dessen periodischen Besuchen der Kathedralen und seinen dabei gesammelten Beobachtungen speist. Rodins scheinbar unordentlichen und sich inhaltlich wiederholenden Notizen seien hiernach von Interesse, weil er sich unter anderem zu unangemessenen Restaurierungen der mittelalterlichen Gebäude äußert.7

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Rodins passionierte Bindung an die Sakralarchitektur und die Bedeutung seines Buches als Zeugnis seiner künstlerischen Ansichten abseits strenger Analyse.

2. Les Cathédrales de France (1914): Dieses Kapitel widmet sich der Publikationsgeschichte, den Ausgaben, der Urheberschaft sowie den zentralen Themen und testamentarischen Überlegungen Rodins innerhalb des Werkes.

3. Rezeption: Hier wird untersucht, wie Ewald Stark und Anselm Kiefer mit dem Erbe Rodins und dem Thema der Kathedralen künstlerisch umgegangen sind.

4. Rodin, Gotik und Fragment: Dieses Kapitel analysiert Rodins spezifische Skulptur "Die Kathedrale" sowie sein grundlegendes Verständnis des Fragmentarischen in seinem Schaffen.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Rodins Arbeit keine rein persönliche Auseinandersetzung ist, sondern ein Plädoyer für eine wertvolle, bedrohte Kunstform und den Status Rodins als letzten gotischen Bildhauer unterstreicht.

Schlüsselwörter

Auguste Rodin, Les Cathédrales de France, Sakralarchitektur, Gotik, Restaurierung, Architekturzeichnungen, Fragment, Skulptur, Denkmalpflege, Handzeichnungen, Mittelalter, Rezeption, Kunsttheorie, Ewald Stark, Anselm Kiefer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Rodins Werk "Les Cathédrales de France"?

Es handelt sich um eine Zusammenfassung seiner über vierzigjährigen Studien der französischen Sakralarchitektur, die er kurz vor seinem Tod veröffentlichte und in der er seine künstlerische Sicht auf die gotischen Bauwerke darlegt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Das Buch thematisiert die ästhetische Wertschätzung der Gotik, Kritik an unpassenden Restaurierungen, die Verbindung zwischen Natur und Architektur sowie das künstlerische Testament Rodins.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Ziel ist es, Rodins Schriften und Zeichnungen zu den Kathedralen zu kontextualisieren und seine Rolle als Künstler zu beleuchten, der in der Gotik eine lebendige, nationale Tradition sah.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur sowie einer vergleichenden Sichtung von Rodins publizierten Texten und seinen Architekturzeichnungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Publikationsgeschichte, die inhaltlichen Schwerpunkte, die Urheberschaftsdebatten sowie die künstlerische Rezeption durch spätere Akteure und das Prinzip des Fragmentarischen bei Rodin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Rodins Gotik-Verständnis, der Begriff des Fragmentarischen, Architekturzeichnungen als Studienobjekte und die kulturhistorische Bedeutung der Kathedralen.

Wie verhielt sich Rodin zu den Restaurierungsarbeiten an Kathedralen?

Rodin äußerte sich kritisch und bewahrend; er empfahl subtile, substanzerhaltende Reparaturen nach historischem Vorbild, statt weitreichender, zerstörerischer Eingriffe.

Welche Rolle spielten die Naturmetaphern in Rodins Denken über Architektur?

Rodin verglich Kathedralen oft mit Wäldern oder Bäumen, da er die organische Ordnung der Natur als Modell für die architektonische Struktur und die Empfindung der Gotik betrachtete.

Inwiefern beeinflusste Rodin zeitgenössische Künstler?

Anhand von Ewald Stark und Anselm Kiefer zeigt die Arbeit, wie Rodins visuelle Auseinandersetzung mit der Ruine als Zyklus und das Prinzip der "lebendigen" Form in der modernen Kunst nachwirken.

Welche Bedeutung hat das "Fragmentarische" für Rodins gesamtes Werk?

Das Fragment dient Rodin als Ausdrucksmittel, das in der Tradition sakraler Reliquien steht und seine philosophische Haltung zur Unvollständigkeit und dem Werden in der Kunst manifestiert.

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Details

Title
Auguste Rodin und die Kathedralen Frankreichs. Der letzte gotische Bildhauer
College
Martin Luther University  (Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas)
Course
Gotik-Bilder in Deutschland, England und Frankreich
Grade
1,0
Author
Melanie Metzlaff (Author)
Publication Year
2022
Pages
39
Catalog Number
V1324464
ISBN (PDF)
9783346815392
ISBN (Book)
9783346815408
Language
German
Tags
Auguste Rodin Les Cathédrales de France La Cathédrale
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Metzlaff (Author), 2022, Auguste Rodin und die Kathedralen Frankreichs. Der letzte gotische Bildhauer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324464
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