Auf der einen Seite ist Las Vegas genau wie jede andere Weltstadt: Menschen leben in ihren Häusern, gehen zur Arbeit, gründen Familien, bezahlen ihre Miete, feiern Feiertage und mähen ihren Rasen. Auf der anderen Seite ist Las Vegas kein bisschen wie andere Städte. Ein Ort mit jeglicher Unterhaltung, unzählbaren Hotelräumen, endlosem Spielvergnügen und freizügigsten Angeboten. Las Vegas ist aber auch die Stadt in der Paris und New York, italienische Kunst und griechische Architektur, genau wie ägyptische Mystik und Hollywood Film quasi Tür an Tür zu finden sind. Um aber wirklich eine Stadt der Zukunft zu kreieren, hat man nicht einfach nur „das Beste der Welt“ kopiert, sondern dies gleich noch verbessert, aufgewertet und attraktiver gemacht. So kann man in Las Vegas die Kanäle von Venedig genießen ohne aber den Gestank ertragen zu müssen, oder man entscheidet sich etwa kunstvolle Malerei von Michelangelo zu betrachten, allerdings dann gleich im XXL-Format. Wem das noch nicht genügt, der kann mit einer Achterbahn durch die Skyline von New York fahren, oder eine Nacht in König Arthurs Schloss verbringen. Alles scheint möglich zu sein in der „City of Entertainment“.
Auch in Dubai wird nicht einfach Zukunft geschaffen, sondern die Zukunft der Zukunft anvisiert, um ja nicht überholt zu werden. Eine Skihalle mitten in der Wüste, ein Hotel in der Form eines Segels oder eine künstlich geschaffene Insel in der Form einer Palme sind da schon fast Vergangenheit und eigentlich nur noch der Form halber erwähnenswert. Die Zukunft schreibt Dubai mit einem geplanten Unterwasserhotel, mit einer geplanten Inselanlage, die von oben betrachtet eine arabischen Weisheit verrät, oder dem geplanten höchsten Gebäude der Welt, welches das jetzige höchste Gebäude um fast 400m überragen soll.
In den neuen Städten von heute ist das einst typische Stadtbild einer Großstadt also längst überholt und neu definiert. Hier läuft alles nach dem Konzept „Let me entertain you!“, wo der Unterhaltungswert der Gäste, die als Touristen zu Massen in die Städte strömen, als einziges Maß angesetzt wird. Und dabei gilt es sich immer wieder neu zu erfinden und alles zu tun um sich wiederholt interessant zu machen. Ein Stadtkonzept, bei dem nicht gilt: „Diese Stadt muss man einmal im Leben gesehen haben.“, sondern das darauf abzielt, dass es bei jedem Besuch etwas Neues zu entdecken gibt und man sich als Tourist schon fast Sorgen machen muss, dass man bei zu langer Abstinenz nicht etwas verpasst.
Inhaltsverzeichnis
Die Zukunft der Zukunft
Eine Kultur der Simulation
Wie in der Wüste ein Mekka des Vergnügens entstand
Was hat Sie, was ich nicht habe?
Die andere Seite der Medaille
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Inszenierung künstlicher Stadträume in unterschiedlichen Kulturkreisen am Beispiel von Las Vegas und Dubai. Dabei liegt der Fokus auf der Entstehung dieser Orte als Erlebniswelten, ihrem Erfolg durch Symbolik und Unterhaltungsangebote sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den damit verbundenen ökologischen und sozialen Herausforderungen.
- Die Entstehung und Transformation von Las Vegas als Glücksspielmetropole
- Die rasante urbane Entwicklung Dubais zur Weltmetropole
- Die Rolle von Simulation, Symbolik und "Ökonomie der Aufmerksamkeit"
- Die kritische Kehrseite: Wasserverbrauch, Arbeitsbedingungen und soziale Disparitäten
Auszug aus dem Buch
Die Zukunft der Zukunft
Auf der einen Seite ist Las Vegas genau wie jede andere Weltstadt: Menschen leben in ihren Häusern, gehen zur Arbeit, gründen Familien, bezahlen ihre Miete, feiern Feiertage und mähen ihren Rasen. Auf der anderen Seite ist Las Vegas kein bisschen wie andere Städte. Ein Ort mit jeglicher Unterhaltung, unzählbaren Hotelräumen, endlosem Spielvergnügen und freizügigsten Angeboten. Las Vegas ist aber auch die Stadt in der Paris und New York, italienische Kunst und griechische Architektur, genau wie ägyptische Mystik und Hollywood Film quasi Tür an Tür zu finden sind. Um aber wirklich eine Stadt der Zukunft zu kreieren, hat man nicht einfach nur „das Beste der Welt“ kopiert, sondern dies gleich noch verbessert, aufgewertet und attraktiver gemacht.
So kann man in Las Vegas die Kanäle von Venedig genießen ohne aber den Gestank ertragen zu müssen, oder man entscheidet sich etwa kunstvolle Malerei von Michelangelo zu betrachten, allerdings dann gleich im XXL-Format. Wem das noch nicht genügt, der kann mit einer Achterbahn durch die Skyline von New York fahren, oder eine Nacht in König Arthurs Schloss verbringen. Alles scheint möglich zu sein in der „City of Entertainment“.
Auch in Dubai wird nicht einfach Zukunft geschaffen, sondern die Zukunft der Zukunft anvisiert, um ja nicht überholt zu werden. Eine Skihalle mitten in der Wüste, ein Hotel in der Form eines Segels oder eine künstlich geschaffene Insel in der Form einer Palme sind da schon fast Vergangenheit und eigentlich nur noch der Form halber erwähnenswert. Die Zukunft schreibt Dubai mit einem geplanten Unterwasserhotel, mit einer geplanten Inselanlage, die von oben betrachtet eine arabischen Weisheit verrät, oder dem geplanten höchsten Gebäude der Welt, welches das jetzige höchste Gebäude um fast 400m überragen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Zukunft der Zukunft: Einleitende Gegenüberstellung von Las Vegas und Dubai als moderne Städte, die sich durch Simulation und ständige Neuerfindung definieren.
Eine Kultur der Simulation: Analyse der theoretischen Konzepte wie „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ und der Bedeutung von Symbolen bei der Gestaltung künstlicher Erlebniswelten.
Wie in der Wüste ein Mekka des Vergnügens entstand: Detaillierte historische Phasenbetrachtung der Entwicklung von Las Vegas und der Entstehung Dubais als Weltmetropole.
Was hat Sie, was ich nicht habe?: Untersuchung der Alleinstellungsmerkmale und Vermarktungsstrategien beider Städte, um Besucher und Investoren anzuziehen.
Die andere Seite der Medaille: Kritische Reflexion über die negativen Auswirkungen, insbesondere den enormen Wasserverbrauch und die problematischen Arbeitsbedingungen.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Faszination dieser Orte bei gleichzeitiger Warnung vor der zunehmenden Abgestumpftheit gegenüber der Realität.
Schlüsselwörter
Las Vegas, Dubai, Simulation, Stadtentwicklung, Erlebniswelten, Ökonomie der Aufmerksamkeit, Tourismus, Symbolik, Wasserverbrauch, urbane Inszenierung, Gastarbeiter, Metropole, Unterhaltungsindustrie, Megakasinos, Stadtmarketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und städtebaulichen Phänomenologie von Las Vegas und Dubai als künstlich geschaffene Orte der Unterhaltung.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Transformation urbaner Räume, die Inszenierung durch Symbole, die Ökonomie der Aufmerksamkeit sowie die ökologische und soziale Schattenseite dieser Wachstumsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Städte ihre Identität konstruieren und welche Mechanismen hinter ihrem Erfolg sowie ihren Problemen stecken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine empirische Kulturforschung, die auf Literaturanalyse, Stadtbeschreibung und dem Vergleich der beiden Standorte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Entstehungsphasen, die Analyse der Vermarktungsstrategien und eine kritische Auseinandersetzung mit Ressourcenverbrauch und Sozialstrukturen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Simulation", "Erlebniswelten", "Stadtmarketing" und "Nachhaltigkeit in ariden Gebieten".
Wie unterscheidet sich Dubai in seiner Entwicklung grundlegend von Las Vegas?
Während Las Vegas über Jahrzehnte historisch gewachsen ist, vollzog Dubai eine wesentlich kometenhaftere, planungsgesteuerte Entwicklung, die stark vom Erdöl und dem politischen Willen zur Diversifizierung abhing.
Welche Rolle spielt der Wasserverbrauch in der Argumentation der Autorin?
Der Wasserverbrauch dient als zentrales Beispiel für die ökologische Instabilität dieser Orte, da beide Städte in ariden Regionen liegen und ihren exzessiven Verbrauch kaum langfristig decken können.
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- Tina Gentsch (Author), 2007, Neue Städte in verschiedenen Kulturkreisen am Beispiel von Las Vegas und Dubai, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132451