Sammlung diverser Berichte - Band II: Übernahme der Zentralsterilisation durch einen externen Anbieter

Wirtschaftslichkeitsanalyse der Ist-Situation mit Soll-Konzeption


Projektarbeit, 1996

41 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Das Projekt
1.2 Die Aufgabe
1.3 Auftragsdurchführung

2. Bericht
2.1 Zentralsterilisation Fachlich und organisatorische Voraussetzung
2.1.1 Organisatorische Voraussetzungen
2.1.2 Bauliche Voraussetzungen
2.1.2.1 Unreine Zone
2.1.2.2 Reine Zone
2.1.2.3 Räumliche Gliederung
2.1.3 Personelle Voraussetzungen
2.1.3.1 Personalbedarf
2.1.3.2 Qualifikationsstruktur
2.1.3.3 Aufgaben der Leitung
2.1.3.4 Betriebszeiten
2.1.4 Qualitätssicherung
2.1.4.1 Verfahrensabläufe
2.1.4.2 Ergebniskontrolle
2.1.4.3 Dokumentation
2.1.4.4 Kennzeichnung und Kontrolle des Sterilgutes
2.1.4.5 Gerätewartung
2.1.4.6 Prüfen auf Wirksamkeit und Prüfungstermine
2.1.4.7 Ergebnisbeurteilung und Archivierung
2.1.4.8 Betriebsbuch
2.1.4.9 Gerätebuch
2.1.5 Sterilisation und Hygiene
2.1.5.1 Entsorgung
2.1.5.2 Dekontamination
2.1.5.3 Ultraschallbehandlung
2.1.5.4 Pflege
2.1.5.5 Funktionskontrolle
2.1.5.6 Verpackung
2.1.5.7 Vorbereitung zur Sterilisation
2.1.5.8 Sterilisationsverfahren / Festlegen des Sterilisationsverfahrens
2.1.5.9 Beschicken des Sterilisationsgerätes
2.1.5.10 Nachbehandlung des Sterilgutes
2.1.5.11 Lagerung und Kommissionierung
2.1.5.12 Bereitstellung und Transport
2.1.5.13 Kontrolle der Verpackung
2.1.5.14 Beschaffung von Instrumenten
2.1.5.14.1 Produktdefinition
2.1.5.14.2 Produkteigenschaften
2.1.5.14.3 Lieferantenmerkmale
2.1.5.15 Ausmusterung
2.2 Zentralsterilisation IST-Situation
2.2.1 Allgemeine Kennzahlen
2.2.1.1 OP-Leistungszahlen
2.2.1.2 Vollkräfte und Personalkosten
2.2.2 Ist-Darstellung Zentralsterilisation
2.2.3 Personalbedarfsberechnung
2.2.4 Kosten der Zentralsterilisation
2.2.5 Zusammenfassung der wesentlichsten Auffälligkeiten

3. Umsetzung
3.1 Personalbedarfsermittlung und Personalkosten im Soll
3.2 Organisationsabläufe
3.3 Beschaffung
3.4 Vertrag
3.4.1 Haftung

4. Resümee

1. Einleitung

1.1 Das Projekt

Die R xxxxxxxxxxx Gesellschaft mbH, xxxxxxxxxxx, vertreten durch Herrn K. Rxxxxxxx, - nachfolgend Auftraggeber genannt- möchte ihre Dienstleistungen im Bereich „Übernahme und Führung von Zentralsterilisationen im Krankenhausbereich“ erweitern und benötigt hierfür externe Unterstützung bei der Projektberatung.

Der Auftraggeber hat derzeit eine konkrete Anfrage bezüglich der Übernahme der vorgenann-ten Aufgabe. Es handelt sich hier um das Krankenhaus Pxxxxxx - nachfolgend Krankenhaus genannt - das aufgrund interner Personalprobleme eine Neuorganisation der Zentral-sterilisation vornehmen mul3.

1.2 Die Aufgabe

Ziel des Auftrages bezüglich der Zentralsterilisation im Krankenhaus Pxxxxxxist, eine leistungsstarke Einrichtung zu schaffen, die die Ansprüche, die an eine sparsame und wirtschaftliche Betriebsführung zu stellen sind, einerseits realisiert und entspricht, gleichzeitig aber sicherstellt, dal3 den Anforderungen, die der laufende Betrieb stellt, entsprochen wird. Dabei sind die hausspezifischen Gegebenheiten, wie z. B. bauliche Konzeption etc. zu berück-sichtigen. Darüber hinaus ist unter Beachtung der gesetzlichen Notwendigkeiten und der ge-gebenen wirtschaftlichen Sachzwänge, die Sicherung einer leistungsfähigen Personalbesetzung für die Zukunft zu gewährleisten.

Der Auftraggeber legt Wert darauf, dal3 er Informationen über den Betrieb einer Zentral-sterilisation erhält, die er nicht nur bezogen auf das vorliegende Projekt, sondern insbesondere auch auf andere Projekte anwenden kann. Es ist daher bei der Berichtsdarstellung nicht nur die Situation des Krankenhauses darzustellen, sondern auch auf rechtliche Aspekte und organisatorische Belange einzugehen. Der Auftraggeber wünschte darüber hinaus eine fach-liche und praktische Unterstützung vor Ort, falls es zur Übernahme der Zentralsterilisation des o.g. Krankenhauses durch ihn kommt. Der Bericht soll darüber hinaus den Auftraggeber in die Lage versetzen, die bestehende Zentralsterilisation eines Krankenhauses zu übernehmen und fachlich leiten zu können.

Die Projektentwicklung bzw. der nachfolgende Bericht ist daher in drei Berichtsteile auf-geteilt.

1. Teil

Der erste theoretische Teil des Berichtes befal3t sich mit den fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen, die für den Betrieb einer Zentralsterilisation notwendig sind. Insbesondere werden folgende Punkte abgehandelt:

1. Organisation
2. Personelle Voraussetzungen und Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter
3. Qualitätssicherung
4. Anforderungen an die Sterilisation und die Hygiene

2. Teil

Der zweite Teil des Berichtes zeigt die vorgefundenen Bedingungen im konkreten Fall „Batxxxxxxkrankenhaus xxxxxx“ auf, und untersucht diese. Insbesondere werden folgende Punkte abgehandelt:

1. Darstellung der Ist-Situation
2. Personalbedarfsermittlung bezogen auf die Ist-Situation
3. Darstellung der Organisationsabläufe
4. Kosten der Sterilisation im Krankenhaus

3. Teil

Der dritte Teil des Berichtes stellt die mögliche Umsetzung und die hierzu gehörenden Arbeitsschritte im konkreten Fall „Bathildiskrankenhaus XXXXXXX“ in Form eines Soll-Konzeptes dar. Insbesondere werden folgende Punkte abgehandelt:

1. Personalbedarfsermittlung im Soll
2. Organisationsabläufe
3. Voraussichtliche Kosten der Sterilisation im Krankenhaus

1.3 Auftragsdurchführung

Die Auftragserteilung seitens des Auftraggebers erfolgte mit Schreiben vom 29.03.1996.

Um ein möglichst individuell auf das Projekt „Geplante Übernahme der Zentralsterilisation des Baxxxkrankenhauses durch den Auftraggeber“ angepal3tes Angebot erstellen zu können, wurde eine erste Projektbesichtigung und -besprechung am 15. März 1996 vorgenommen.

Danach erfolgten die WiG internen, projektbezogenen Vorbereitungsmal3nahmen sowie nach Auftragserteilung die Erstellung eines speziellen umfangreichen Fragebogens, der dem Krankenhaus am 09.04.1996, mit der Bitte um weitere Veranlassung, zugesandt wurde. Der Fragebogen sollte bis spätestens in der 17 KW. an uns zurückgesandt werden, damit seitens der Auftragnehmerin die Daten einer ersten Plausibilitätsprüfung unterzogen werden können. Die zweite tiefer gehende Analyse vor Ort war dann Ende der 18 KW. bzw. alternativ am 06.05.96 geplant. In der 17 KW. erinnerten wir in einem Telefonat mit dem Krankenhaus an die Abgabe unseres Fragebogens. In diesem Gespräch wurde uns seitens des Krankenhauses jedoch eröffnet, dal3 die von uns gewünschten Informationen nicht in dem geforderten Umfang zur Verfügung gestellt werden, wie sie an und für sich für die Durchführung des Projektes notwendig gewesen wären. Dies betraf insbesondere die Informationen bezüglich der einzel-nen Kostenbereiche und die Übergabe von Übersichtsplänen.

Ein ausgefüllter Fragebogen wurde uns vom Krankenhaus nicht übergeben. Die zu be-antwortenden Fragen wurden in Einzelgesprächen mit der Leitende OP-Schwester und der Pflegedienstdirektion erarbeitet. Da die Beantwortung unserer Fragen insgesamt nicht frist-gerecht zum geplanten Termin erfolgte, mul3te die zweite vor-Ort-Analyse „Erhebung, sowie Verifizierung der Datenlage“ ohne weitere detaillierte Kenntnisse und Hintergrund-informationen am 06.06.96 vorgenommen werden.

Das o.g. Gespräch mit der Leitenden OP-Kraft diente dazu anhand unseres Fragebogens, bzw. den während eines ersten Gespräches an diesem Tag mit der Pflegedirektion des Hauses über-gebenen Informationen, einen umfassenden Überblick über die Aufgaben der Zentral-sterilisation und Situation zu erhalten. Weitere Fragenkomplexe, mit der Bitte um Be-antwortung wurden der Pflegedirektion am 06.05.1996 übergeben. Die Beantwortung dieser Fragen erfolgte in diversen Telefonaten bzw. schriftlich am 10.05., 03.06. und zuletzt am 18.06.96.

Der Rücklauf der von uns angeforderten Daten erfolgte - wie bereits erwähnt - sukzessive. Bei der Durchsicht der uns überreichten Daten wurden teilweise erhebliche Unplausibilitäten, z.B. im Sachkostenbereich und auch bei den Kosten im personellen Bereich festgestellt.

Die insgesamt während des Untersuchungsverlaufs festgestellte Problematik bezüglich der Verfügbarkeit der benötigten Daten, die entweder nicht in entsprechender Qualität oder in nicht verifizierbarer Form vorlagen, hatte zur Folge, daß für die Bearbeitung der von uns vor-gesehene Zeitrahmen - Abgabe des Berichtsentwurfs in der 22. KW. - nicht mehr eingehalten werden konnte. Der von uns kalkulierte Aufwand für die ersten beiden Arbeitsschritte in Höhe von 23 Manntagen steht daher zeitlich nicht mehr zur Verfügung. Somit kann dem ursprüng-lich geplanten Einsatz eines Mitarbeiters während der Übernahme der Zentralsterilisation durch den Auftraggeber in Höhe von max. fünf Manntagen nicht mehr entsprochen werden.

Die wesentlichsten Punkte des zeitlichen Ablaufs der Untersuchung stellen sich wie folgt dar:

15.03.1996 Erste Projektbesichtigung und -vorbesprechung

29.03.96 Auftragserteilung

14. KW Projektvorbereitung, Entwicklung eines Fragebogens

09.04.96 Versand des Fragebogens mit der Bitte um weitere Ver-anlassung

17. KW Telefonat mit dem Krankenhaus, Anforderung des Fragebo-gens

06.05.96 2. Begehung und Besprechung vor Ort, weitere Fragen an das Krankenhaus

10.05.96 Übersendung von beantworteten Fragen seitens des Kranken-hauses

19. - 23. KW. Weitere Beantwortung und Übersendung von Unterlagen sei-tens des Krankenhauses

07.06.96 Übersendung von beantworteten Fragen seitens des Kranken-hauses

März bis Überarbeitung, Plausibilitätskontrollen der eingereichten bzw. Juni 96 neu angeforderten Unterlagen und Erstellung eines Be-richtsentwurfs

11.06.96 Kurzer Zwischenbericht an den Auftraggeber

13.06.96 Vorbesprechung wesentlicher Ergebnisse mit dem Auftragge-ber und der Pflegedienstdirektion des Krankenhauses

18.06.96 Übersendung von beantworteten Fragen durch das Kranken-haus

26.-27. KW Erstellung des Berichtsentwurfs

09. 07.96 Abgabe des Berichtsentwurfs an den Auftraggeber

09.09.96 Besprechung des Berichtsentwurfs mit dem Auftraggeber und der Krankenhausleitung

September Überarbeitung des Berichtsentwurfs und Abgabe des End-berichtes

Insgesamt ist festzustellen, dal3 sich die Übergabe der für die Untersuchung benötigten Unter-lagen sehr schleppend hinzog und die Plausibilitätsprüfung der Unterlagen aufwendig war und erhebliche Rückfragen notwendig machte.

Die Zuarbeit seitens des Krankenhauses gestaltete sich im wesentlichen nicht in dem zu er-wartenden und für die Untersuchung notwendigen Umfang. Wir dürfen an dieser Stelle aber auch darauf hinweisen, dal3 seitens der Pflegedirektion des Krankenhauses unsere Nachfragen sowie die notwendigen Auskünfte, soweit es im Rahmen der Datenlage möglich war, bereit-willig und sehr kooperativ nachgekommen wurde.

Trotz der vorgenannten Situation versetzen uns die insgesamt zur Verfügung stehenden Daten in die Lage, nunmehr den Bericht zu fertigen und zu den folgenden Entwurfsergebnissen zu kommen.

Die WiG consult GmbH hat im Laufe der Bearbeitung des Auftrages das Krankenhaus mehr-mals konsultiert, Feststellungen vor Ort getroffen sowie Gespräche geführt und darüber hinaus telefonisch und per Fax die Datenlage erfal3t. Das Abarbeiten des Auftrages wurde in drei Schritte gegliedert:

1. Datenerfassung
2. Untersuchung der Zentralsterilisation anhand
der Kenntnisse vor Ort und der Datenlage
3. Ermittlung der Ergebnisse, Darstellung der
Struktur und wesentliche Hinweise für die
Projektumsetzung anhand der Datenlage und
Vorlage des Vorberichts / Schlul3berichts.

2. Bericht

2.1 Zentralsterilisation / Fachlich und organisatorische Voraussetzung

Im folgenden werden die Punkte und Mal3nahmen abgehandelt, die letztlich dazu dienen, eine ordnungsgemäl3e - unter Beachtung wirtschaftlicher Sachzwänge - funktionierende Sterilisationseinheit betreiben zu können.

2.1.1 Organisatorische Voraussetzungen

Die Sterilisation und Desinfektion in einem Krankenhaus stellt eine der wichtigsten organisatorischen Knotenpunkte dar. Zu berücksichtigen ist dabei, dal3 z.B. die Zentral-sterilisation (ZS) ein Dienstleistungsbetrieb ist, der im wesentlichen von seinen Zu-lieferern, dem OP, Ambulanzen, Kreissaal und Stationen, abhängig ist und in einem hohen Umfang fremdbestimmt wird. Die Frage nach der richtigen Organisation der ZS löst daher oft lange, vehemente und oft auch kontroverse Diskussionen aus.

Daher ist es unabläl3lich, dal3 bei der Planung, neben den baulichen Gesichtspunkten, die oft allerdings nicht mehr abänderbar sind, die rein organisatorischen Punkte besonders beachtet werden. Die Betreibung einer ZS verlangt eine intensive Vorbereitung und ständige Anpassung gewisser Organisationsformen an den laufenden Betrieb.

Eine wesentlich beeinflussende Rolle spielt die Krankenhausgliederung (Hochhaus oder Pavillon), und die Aufgabe des Krankenhauses, z.B. Regel- oder Schwerpunktversorgung. Die besonderen Spezialitäten der einzelnen Abteilungen sowie z.B. auch das Transport-system von und zur ZS. Eine in der heutigen Zeit zunehmend gröl3ere Rolle spielen auch die Inanspruchnahme von Einmalgut und der Umfang der Aufbereitung von sogenannten Sets, die für einzelne Abteilungen speziell vorgehalten und/oder produziert werden müssen. Dieser Umstand wirkt sich insbesondere auf die personelle Vorhaltung im Be-reich der Zentralsterilisation aus.

Bei Zentralsterilisationen, die in unmittelbarer Anbindung (räumlich) zur Operations-abteilung stehen, müssen bei dem Betrieb das erhöhte Infektionsrisiko durch Nosokomiale-Infektionen berücksichtigt werden. Dies stellt besonders hohe An-forderungen bei der Beachtung hygienischer Vorschriften an das dort tätige Personal. Bedingt durch die räumliche Anbindung ist die Gefahr von Keimverschleppung in be-sonders gefährdeten Bereichen gegeben.

Andererseits verursacht die dezentrale Lage einer Zentralsterilisation auch entsprechende Aufwendungen bezüglich des Transportes der kontaminierten Instrumentarien bzw. des Sterilgutes zurück in OP etc. Dieser Umstand kann insbesondere unter hygienischen Ge-sichtspunkten bedeutsam und problematisch sein.

Andererseits bietet die Dezentralisation solcher Einheiten - d.h. eine klare räumliche Trennung zwischen unreinem und reinem Bereich - den grol3en Vorteil, dal3 Keimver-schleppungen innerhalb der Sterilisation oder von der Zentralsterilisation in benachbarte Bereiche, die eine hohe Anforderung an die Keimarmut haben, vermieden werden können. Desweiteren sind solche Einrichtungen überschaubarer.

2.1.2 Bauliche Voraussetzungen

Sterilisationseinheiten müssen unter Beachtung hygienischer Gesichtspunkte zweigeteilt sein, d.h. grundsätzlich müssen Sterilisationseinheiten in Räume vor und nach der Sterilisation unterteilt werden, d.h. es muß eine reine und unreine Seite vorhanden sein.

Aus organisatorischer Sicht ist allerdings eine Dreiteilung notwendig. Dies bedeutet, es ist eine Reinigungs- und Annahmezone zu schaffen ,eine Packzone sowie ein Sterillager vorzuhalten.

Aufgrund dieser Konzeption wird die Übertragung von Krankheitskeimen von kontaminiertem Gut auf Sterilgut ausgeschlossen. Ebenso darf eine aerogene Übertragung von patogenen Keimen nicht stattfinden.

2.1.2.1 Unreine Zone

In diesem Bereich werden die kontaminierten Güter von der Verbrauchsstelle angeliefert, es erfolgt die Desinfektion und Reinigung der Güter bzw. der Transportbehältnisse.

2.1.2.2 Reine Zone

Hier erfolgt die Vorsortierung der desinfizierten und aufbereiteten Güter, die Zusammen-stellung der Sets, Prüfen der Funktionsfähigkeit, Verpacken des Sterilgutes, die Lagerung bzw. Zwischenlagerung der Sterilgüter sowie der Transport zu den Verbrauchsstellen.

2.1.2.3 Räumliche Gliederung

Im Folgenden wird eine räumliche Gliederung einer zentralen Sterilisationseinheit bei spielhaft angegeben.

Materialschleuse
Reinigungsplatz
Desinfektion
Dekontamination der Transportbehälter
Personalschleuse
Sortier- und Packplatz
Ausgabestelle für desinfiziertes Gut
Sterilisatoren (Durchladegeräte)
Sterilgutlager
Ausgabeschleuse für Sterilgut

2.1.3 Personelle Voraussetzungen

2.1.3.1 Personalbedarf

Bezüglich des Personalbedarfs von Zentralsterilisationseinheiten werden in der ein-schlägigen Literatur die unterschiedlichsten Bewertungsmal3stäbe genannt. Allgemein orientiert man sich an Vorgaben, wie sie z.B. auch von den Wirtschaftsprüfungsgesell-schaften zur Anwendung kommen.

Eine vergleichende Übersicht über angewandte Anhaltszahlen in der Zentralsterilisation stellt sich wie folgt dar: 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(eigene Darstellung)

Aus den vorgenannten Angaben läl3t sich folgendes Berechnungsbeispiel ableiten:

In einem 600-Betten-Krankenhaus, mit optimaler Organisation sind im Jahresdurchschnitt 550 Betten belegt, davon von den operativ tätigen Abteilungen über 60 %:

550 : 120 = 4,6 VK

Wie aus den obigen Darstellungen der in der Bundesrepublik Deutschland zur An-wendung kommenden Anhaltszahlen deutlich wird, besteht eine relative Unsicherheit bezüglich der Anwendung der obengenannten Anhaltszahlen, die je nach Situation vor Ort nicht situationsgerecht ist. Es ist daher in der Regel immer notwendig, den Bedarf entsprechend der individuellen Vorgaben und Verhältnissen vor Ort zu errechnen, wobei zu unterstellen ist, dal3 nach Möglichkeit eine optimale Umsetzung organisatorischer Notwendigkeiten vorgenommen wird.

2.1.3.2 Qualifikationsstruktur

Bezüglich der Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter, die im Bereich der ZS eingesetzt werden, gibt es keine einschlägigen Richtlinien und Vorgaben. Es ist jedoch sinnvoll, wenn wenigstens die Leitung dieser Einrichtung aus dem Bereich der Krankenpflege kommt. Optimal ist es, wenn diese Kraft eine Ausbildung als OP-Schwester/pfleger ab-solviert hat, damit die Voraussetzungen, die mit dem Umgang von teilweise hoch-spezialisierten Instrumentatrium notwendig ist, gegeben sind. Ebenso erscheint es uns notwendig, dal3 die Leitung solch einer Abteilung über eine Zusatzausbildung verfügt, wie sie z.B. die EHS (European Society for Hospital Sterile Supply e.V.) 2 anbietet.

2.1.3.3 Aufgaben der Leitung

Die Leitung der Zentralsterilisation ist insbesondere für den reibungslosen Betrieb, unter Beachtung aller organisatorischen und wirtschaftlichen Belange zuständig. Sie hat dabei nicht nur die Belange der ZS, sondern auch die der Nutzer zu beachten und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Desweiteren hat sie darauf zu achten, dal3 das nach-geordnete Personal regelmäl3ig geschult wird.

Neben den personellen Leitungsaufgaben hat sie auch im administrativen Bereich Auf-gaben. So sind von ihr die für den Betrieb notwendigen Richtlinien, Handbücher und Packlisten zu erstellen und die Verfahren festzulegen. Dabei hat die Dokumentation der einzelnen Abläufe und Vorgänge einen hohen Stellenwert, insbesondere unter Beachtung der Qualitätssicherung. Die Unterlagen sind entsprechend zu archivieren, so dal3 ggf. ein rascher Zugriff möglich ist.

Die Beschaffung von Instrumenten und Zubehör liegen ebenfalls im Verantwortungs-bereich der Leitung. Insgesamt ist es sinnvoll, dal3 eine individuelle Stellen- und Auf-gabenbeschreibung erstellt wird, aus der die zu leistenden Aufgaben hervorgehen und be-schrieben sind.

2.1.3.4 Betriebszeiten

In Abhängigkeit zur Organisationsstruktur und dem operativen Aufkommen einer Operationsabteilung erscheint uns eine Betriebszeit Montag bis Freitag von 6:30 bis 19:00 Uhr angemessen. Dies mul3 aber jeweils individuell gesehen und gehandhabt werden. Die Dienstplangestaltung kann wie folgt aussehen:

6:30 bis 11:00 Uhr

Eine Teilzeitkraft, für z.B. Einsammeln des in der Nacht bzw. am Wochenende angefallenen Sterilgutes und Vorbereitung der Sterilisationsapparate 8:00 bis 16:30 Uhr

1 Vollkraft (Leitung) 16:00 bis 19:00 Uhr

1 - 2 Teilzeitkräfte, die z.B. die während des Tagesablaufes noch nicht erledigten Arbeiten übernehmen bzw. das eingehende Sterilgut nach 15:00 Uhr aufbereiten.

2.1.4 Qualitätssicherung und Arbeitsabläufe

Der Betreiber mul3 alle Wege der Sterilgutversorgung, d.h. vom Nutzer zum Nutzer, dar-stellen. Im Rahmen der Funktion „zentrale Sterilgutversorgung“ gibt es eine Reihe von Tätigkeiten und organisatorischen Strukturen, die mittelbar oder unmittelbar einen Einflul3 auf die Qualität der Dienstleistung dieser Funktion bzw. auf die Qualität des Instrumentariums haben. Dies beginnt bereits bei der Beschaffung von Instrumenten und gilt besonders für den Kreislauf zwischen Anwendung und Aufbereitung und endet bei der Ausmusterung unbrauchbar gewordener Instrumente und Geräte. Ein wichtiger Be-standteil der Qualitätssicherung ist auch die qualifizierte Ausbildung der Mitarbeiter, ins-besondere der Leitung dieses Bereiches.

2.1.4.1 Verfahrensabläufe

Die Bedienung der Maschine sowie die Verfahrensabläufe müssen eindeutig, wie im folgenden Beispiel aufgeführt, beschrieben sein:

- Bedienungsanleitung
- Anschlüsse
- Temperaturen
- Produkte und Konzentrationen von Reinigungsmitteln bzw. Des-infektionsmitteln
- Dosierhilfen
- Aufgabenbeschreibung für Bedienungspersonal und Wartung.
- Programme der maschinellen Reinigung sowie deren Anwendung
- Kontrollen zusammen mit den kritischen Ablaufprozeduren. Die Unter-lagen über die Kontrollen sind aufzubewahren.

Für die Durchführung dieser Arbeiten ist das Anlegen eines Bedienungsordners sinnvoll. Zuständig hierfür ist die Leitung der ZS, sie hat dies zu klären mit dem Maschinen-hersteller, dem Chemielieferanten und der Technik, Hygienebeauftragten oder Hygiene-fachkraft.

Ebenso sinnvoll sind entsprechende Personalschulungen mit Demonstration. Zuständig ist wiederum die Leitung der ZS.

[...]


1 G. Daul - B.Vahlpahl, Praktikerhandbuch zur Bewertung von Krankenhäuser-Vorsorge- und Rehabilitations- einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Leitfaden für Kassenleute 1993

2 European Society for Hospital Sterile Supply e.V., Sektion Deutschland mit Schulen in Potsdam und Tübingen

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Sammlung diverser Berichte - Band II: Übernahme der Zentralsterilisation durch einen externen Anbieter
Untertitel
Wirtschaftslichkeitsanalyse der Ist-Situation mit Soll-Konzeption
Autor
Jahr
1996
Seiten
41
Katalognummer
V132462
ISBN (eBook)
9783640395293
ISBN (Buch)
9783640395125
Dateigröße
788 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Sammlung, Berichte, Band, Zentralsterilisation, Anbieter, Wirtschaftslichkeitsanalyse, Ist-Situation, Soll-Konzeption
Arbeit zitieren
BBA/MBA Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner (Autor:in), 1996, Sammlung diverser Berichte - Band II: Übernahme der Zentralsterilisation durch einen externen Anbieter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132462

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