In dieser Arbeit werde ich erst einmal die theoretischen Hintergründe des Diabetes mellitus Typ 1 näher beleuchten. Dazu beschreibe ich die Symptome der Krankheit, nenne mögliche Ursachen oder Auslöser, erkläre die Diagnostik und gebe Einblicke in unterschiedliche Therapieformen. Des Weiteren beschäftige ich mich im Hauptteil meiner Arbeit mit dem wichtigen Aspekt des schulischen Sportunterrichts und dem medizinisch korrekten Umgang der Lehrkraft und der Mitschüler gegenüber dem diabeteskranken Kind. Bezogen darauf lautet die Fragestellung, die ich in meiner Arbeit aufgreifen, diskutieren und zum Schluss zusammenfassen werde: In welchem Umfang und welcher Intensität ist es für diabeteskranke Kinder ratsam Sport zu treiben und wie sollte die Lehrkraft in der Schule mit den betroffenen Kindern umgehen?
Der insulinabhängige Typ 1 Diabetes mellitus ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter weltweit und die Tendenz steigt weiterhin. Nach Angaben der WHO, sterben weltweit jährlich 1,5 Millionen Menschen an den Folgen von Diabetes. Somit ist Diabetes die vierthäufigste Todesursache. Die Therapie besteht aus lebenslanger Insulinsubstitution und einer darauf abgestimmten Ernährung in Kombination mit Sport- und Bewegungsprogrammen. Das Ziel der Therapie lässt sich als Ideal folgendermaßen formulieren: Ermöglichung einer altersentsprechenden, körperlichen, intellektuellen, sozialen und psychischen Entwicklung unter Vermeidung akuter Stoffwechselentgleisungen und diabetesbedingter Folgeerkrankungen. Dieses Ideal können die Betroffenen, Eltern, Ärztinnen und Ärzte jedoch nicht allein verwirklichen. Gefordert sind an dieser Stelle auch Pädagoginnen und Pädagogen, wie Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher, mit denen die Kinder in einem für sie prägenden Lebensabschnitt, täglich zusammen sind und viel Zeit mit ihnen verbringen. Vor allem die intellektuelle und soziale Entwicklung diabeteskranker Kinder kann von Pädagogen positiv beeinflusst werden. Eine besondere Herausforderung stellt für das diabetische Kind und für seine Lehrkraft der Sportunterricht in der Schule dar. Der Grund dafür liegt in der Hypoglykämie (Unterzuckerung), die bei körperlicher Anstrengung vermehrt auftreten kann. Als angehende Sportlehrkraft ist es enorm wichtig, sich die Probleme solcher Kinder bewusst zu machen und ihnen adäquat und hilfreich zur Seite zu stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Diabetes mellitus Typ 1
3.1.1 Prävalenz und Inzidenz
3.1.2 Symptome
3.1.3 Ursache
3.1.4 Diagnostik
3.1.5 Therapie
4. Sport- und Bewegungstherapie bei Typ 1 Diabetes
4.1 Wirkung von Sport- und Bewegungstherapie bei Typ 1 Diabetes
4.2 Schulsport mit Typ 1 Diabetikern
4.3 Informationen für Lehrkräfte und Mitschüler*innen zum Umgang mit diabeteskranken Kindern
4.4 Informationsbroschüre für Lehrkräfte
5. Diskussion
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten von diabeteskranken Kindern im Schulsport. Ziel ist es, Lehrkräften und Mitschülern das notwendige Wissen für einen medizinisch korrekten Umgang zu vermitteln und die Bedeutung von Sport für die physische und psychosoziale Entwicklung dieser Kinder hervorzuheben.
- Grundlagen des Diabetes mellitus Typ 1 (Symptomatik, Diagnose, Therapie).
- Physiologische Auswirkungen und der Nutzen von Sport und Bewegung.
- Sicherheit im Schulsport: Prävention und Erste-Hilfe bei Unterzuckerung.
- Defizite im Wissensstand von Sportlehrkräften bezüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen.
- Integration und sozialintegrative Aspekte des Sports für chronisch kranke Kinder.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Symptome
Die Symptomatik der Diabeteskrankheit ist vielseitig und umfasst ein breites Spektrum. Jedoch entwickelt sich der Insulinmangel bei Typ 1 Diabetikern oftmals schleichend, dadurch sind die zahlreichen Symptome nicht immer gleich bemerkbar (gesund.bund.de, 2020).
Die häufigsten Symptome von Diabetes mellitus sind das plötzlich vermehrte Trinken und Wasserlassen. Es ist sogar möglich, dass das betroffene Kind nachts aufwacht, um diesen Bedürfnissen nachzugehen. Der Grund für die Polyurie (häufiges und dringendes Bedürfnis Wasser zu lassen) liegt darin, dass die Niere versucht den übermäßigen Glukosegehalt im Blut durch den Urin aus dem Körper auszuschwemmen. Die Folge des vermehrten Wasserverlustes ist starker Durst, auch Polydipsie genannt. Weitere wichtige Symptome der Zuckerkrankheit sind die Glukosurie und die Hyperglykämie. Die Glukosurie beschreibt das Ausscheiden von Traubenzucker im Harn und die Hyperglykämie den vermehrten Zuckergehalt im Blut. Beide diese Symptome werden vom Arzt in Form einer Blut- beziehungsweise Urinuntersuchung diagnostiziert. Die Diagnose für Diabetes lässt sich an einem erhöhten Blutzuckerwert feststellen. Man spricht von einem Normalwert, wenn dieser nüchtern gemessen zwischen 60 und 110 mg/dl liegt. Wenn allerdings ein Nüchternglukosewert von mehr als 126 mg/dl im Plasma venös oder von mehr als 110 mg/dl im Vollblut kapillär gemessen wird, ist dieser eindeutig zu hoch und gibt ein Anzeichen auf eine Diabeteserkrankung (Huber, 2010, S. 6). Zur Glukosurie kommt es normalerweise erst bei Blutzuckerwerten über 160 mg, denn ab diesem Wert ist die Niere nicht mehr in der Lage die Glukose in das Blut zurück zu resorbieren. Die Nierenschwelle ist überschritten und die Glukose wird im Urin ausgeschieden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Typ 1 Diabetes im Kindesalter und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und der Gestaltung des Sportunterrichts für betroffene Kinder.
2. Methodik: Hier beschreibt die Autorin ihre Beweggründe, basierend auf eigenen Praktikumserfahrungen, und erläutert die Literaturrecherche als Basis dieser nicht-empirischen Arbeit.
3. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert eine medizinische Grundlage zur Diabeteserkrankung, unterteilt in Prävalenz, Symptomatik, Ursachen, Diagnostik und Therapieformen.
4. Sport- und Bewegungstherapie bei Typ 1 Diabetes: Dies ist der Hauptteil der Arbeit; er analysiert den Nutzen von Sport, spezifische Gefahren wie die Hypoglykämie im Schulalltag sowie notwendige Handlungsstrategien für Lehrkräfte.
5. Diskussion: Die Diskussion verknüpft die Ergebnisse der Literaturrecherche mit der zentralen Fragestellung und betont die Notwendigkeit besserer Schulungen für Lehrpersonal.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und unterstreicht die Wichtigkeit, diabeteskranke Kinder ohne unnötige Einschränkungen am Sportunterricht teilhaben zu lassen.
Schlüsselwörter
Diabetes mellitus Typ 1, Schulsport, Sportunterricht, Hypoglykämie, Insulintherapie, Sportpädagogik, Inklusion, Erste Hilfe, Lehrkräfte, Kinder, Jugendalter, Glukose, Stoffwechsel, Stoffwechselentgleisung, Bewegungstherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Umgang mit diabeteskranken Schülern im Sportunterricht aus einer sportmedizinischen und pädagogischen Perspektive, um Lehrkräften Unsicherheiten zu nehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Krankheitsbilder von Diabetes Typ 1, die physiologische Wirkung von sportlicher Aktivität bei Diabetikern sowie notwendige Hilfsmaßnahmen bei Unterzuckerungen im Schulkontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der steigenden Inzidenz diabeteskranker Kinder und dem oft unzureichenden Wissen von Sportlehrkräften aufzuzeigen und Strategien für eine sichere Teilhabe am Sport zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, unter anderem durch Datenbanken wie PubMed und universitäre Bibliotheksportale, sowie auf der Auswertung aktueller pädagogischer und medizinischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Sport- und Bewegungstherapie, dem konkreten Verhalten bei Hypoglykämien im Schulsport und der Bedeutung der Lehrkraft für die Integration betroffener Schülerinnen und Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typ 1-Diabetes, Schulsport, Hypoglykämie, Sportlehrkräfte, Erste Hilfe, Inklusion und Bewegungstherapie.
Warum ist das Wissen über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Lehrkräften oft mangelhaft?
Studien, wie die von Zingraf und Brinkmann, zeigen, dass viele Lehrkräfte während ihres Studiums nicht ausreichend zum Thema chronische Erkrankungen und Notfallmanagement geschult wurden, was zu Unsicherheiten führt.
Was sollten Lehrkräfte beim Schwimmunterricht mit Diabetikern beachten?
Blutzuckermessgeräte und notwendige Notfallmedikamente wie Traubenzucker müssen in unmittelbarer Nähe, zum Beispiel am Beckenrand, griffbereit sein, um bei einer Hypoglykämie sofort reagieren zu können.
- Citar trabajo
- Kim Stroetman (Autor), 2021, Schulsportunterricht mit diabeteskranken Schüler:innen. Der medizinisch korrekte Umgangs für Lehrkräfte und Mitschüler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324979