Am 15. April 1992 erhielten wir durch den Landrat des Landkreises MUSTER den Auftrag zur Durchführung einer Bereitschafts-dienstanalyse im Kreiskrankenhaus MUSTER. Ziel dieser Analyse soll sein die Lieferung von Daten für die vorgeschriebene Einstufung der tatsächlich geleisteten Arbeit während der Bereitschaftsdienste in die hierfür vorgesehenen Klassen gemäß §15 BAT-O (Tarifvertrag zur Anpassung des Tarifrechts) und SR 2a BATO (Sonderregelungen für Angestellte...) für die folgenden Bereiche
- Innere Medizin,
- Chirurgie,
- Anästhesie,
- Gynäkologie,
- Pädiatrie,
- Labor,
- Röntgenabteilung und
- OP-Dienst.
Impulsgebend war der Wunsch der Kostenträger des Krankenhauses in den Budgetverhandlungen für das Budgetjahr 1992 nach einer detaillierten Analyse der gezahlten Beträge für die Bereit- schaftsdienste. Bei den Verhandlungen selbst wurde, laut Aussage der Kostenträger, der vergleichsweise hohe Anteil für die Abgeltung des Bereitschaftsdienstes an den Gesamtausgaben des Krankenhauses für Personal diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Auftrag, Auftragsdurchführung
1.1 Auftrag
1.2 Auftragsdurchführung
2. Kurzdarstellung der Ergebnisse der Bereitschaftsdienstanalyse -1992-
2.2 Zusammenfassende Darstellung der vom Krankenhaus kurzfristig zu ergreifenden Maßnahmen
3. Rechtsgrundlagen, angewandte Methodik
3.1 Rechtsgrundlagen
3.2 Angewandte Methodik
4. Die Ergebnisse im Überblick
4.1. Chirurgie
4.2. Gynäkologie
4.3. Innere Medizin
4.4. Röntgenabteilung (Funktionsdienst)
4.5. Labor (Funktionsdienst)
4.6. Chirurgischer Operationsdienst (und Chirurgische Ambulanz) (Funktionsdienst)
4.7. Anästhesie
4.8. Pädiatrie
4.9. Operationsdienst Gynäkologie (Funktionsdienst)
4.10. Anästhesie (Funktionsdienst)
5. Vorschläge zur Einteilung in die Bereitschaftsdienststufen, zur Organisation und zur Abrechnung des Bereitschafts dienstes
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Analyse besteht darin, valide Daten zu erheben, um eine korrekte Einstufung der tatsächlich geleisteten Arbeit während der Bereitschaftsdienste in die entsprechenden Tarifklassen gemäß BAT-O im Kreiskrankenhaus MUSTER vorzunehmen. Basierend auf diesen Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen entwickelt, um die Arbeitsbelastung des Personals zu optimieren und die Organisation sowie die Abrechnung der Dienste wirtschaftlich effizienter zu gestalten.
- Analyse der tatsächlichen Arbeitsbelastung in verschiedenen medizinischen Fachbereichen
- Einstufung der Bereitschaftsdienststufen basierend auf der Arbeitsintensität
- Entwicklung von Maßnahmen zur kurzfristigen Optimierung von Dienstplänen und Abläufen
- Vorschläge zur Einführung einer EDV-gestützten Leistungserfassung und Vergütungsabrechnung
Auszug aus dem Buch
3.1 Rechtsgrundlagen
Grundlage für die Erhebung der Tätigkeiten in einem definierten Zeitraum stellt der BAT-O dar. Er ist für die Einrichtungen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, die diesen Tarifvertrag mit gestaltet haben, anzuwenden. Das Kreiskrankenhaus MUSTER ist eine rechtlich unselbständige Einheit des Landkreis MUSTER und fällt somit unter die Regelungen des BAT-O, zumal der Landkreis Mitglied dieser Vereinigung ist.
§15 des BAT-O regelt die regelmäßige Arbeitszeit und unter Absatz 6a die Möglichkeit des Arbeitgebers, einen Dienstnehmer auf Anordnung hin, diesen außerhalb der Arbeitszeit zu verpflichten, sich an einer vom Dienstgeber bestimmten Stelle aufzuhalten (Bereitschaftsdienst). Im Bedarfsfalle hat dann der Dienstnehmer die Arbeit aufzunehmen.
Indes ist es dem Dienstgeber nur dann gestattet eine Anordnung zur Leistung von Bereitschaftsdienst zu leisten, "wenn zu erwarten ist, daß zwar Arbeit anfällt, erfahrungsgemäß aber die Zeit ohne Arbeitsleistung überwiegt."
Diese Bestimmung beinhaltet eine wesentliche Bedingung für die Möglichkeit des Dienstgebers, Bereitschaftsdienst anzuordnen: es muß mehr als 50 Prozent (nur dann überwiegt eine Sache die andere) der Gesamtzeit ohne Arbeitsleistung verbracht werden können. Ist dies nicht der Fall, was nur durch eine Erhebung der tatsächlichen Arbeiten erkannt werden kann, muß der Dienstgeber den Schichtdienst einrichten.
Die Vergütung für den Bereitschaftsdienst richtet sich nach dem Anteil der durchschnittlich anfallenden Zeit der Arbeitsleistung an der Gesamtzeit des Bereitschaftsdienstes. Entsprechend diesem Anteil wird auch die tatsächlich geleistete Bereitschaftsdienstzeit festgestellt und mit der Überstundenvergütung (§ 35 Abs. 3 Unterabs. 2 BAT-O) vergütet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Auftrag, Auftragsdurchführung: Dieses Kapitel erläutert den offiziellen Auftrag zur Analyse des Bereitschaftsdienstes im Kreiskrankenhaus MUSTER sowie die methodische Herangehensweise durch die WiG consult GmbH.
2. Kurzdarstellung der Ergebnisse der Bereitschaftsdienstanalyse -1992-: Es werden die zentralen Belastungswerte der verschiedenen Fachbereiche tabellarisch dargestellt und kurzfristig umzusetzende Maßnahmen abgeleitet.
3. Rechtsgrundlagen, angewandte Methodik: Hier werden die tariflichen Rahmenbedingungen nach dem BAT-O sowie das angewandte Verfahren der Datenerhebung und Tätigkeitsanalyse im Detail beschrieben.
4. Die Ergebnisse im Überblick: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auswertung der Arbeitsbelastung, differenziert nach Fachabteilungen, Tätigkeitsarten, Wochentagen und Tageszeiten.
5. Vorschläge zur Einteilung in die Bereitschaftsdienststufen, zur Organisation und zur Abrechnung des Bereitschafts dienstes: Abschließend werden konkrete Empfehlungen zur Neueinstufung der Bereitschaftsdienststufen und zur organisatorischen Optimierung unter Einbeziehung einer EDV-gestützten Abrechnung gegeben.
Schlüsselwörter
Bereitschaftsdienstanalyse, Kreiskrankenhaus, BAT-O, Arbeitsbelastung, Dienstplan, Personalbedarf, Bereitschaftsdienststufen, Leistungserfassung, Schichtdienst, Rufbereitschaft, Vergütung, Personalkosten, WiG consult GmbH, Krankenhausorganisation, Tarifrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Analyse grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bereitschaftsdienste im Kreiskrankenhaus MUSTER für verschiedene medizinische Bereiche, um die tatsächliche Arbeitsintensität zu ermitteln und die tarifliche Einstufung zu überprüfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einhaltung tariflicher Vorgaben (BAT-O), die Optimierung von Arbeitsabläufen, die korrekte Dokumentation von Tätigkeiten und die wirtschaftliche Personalbemessung.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Bereitstellung valider Daten für die Einstufung der geleisteten Bereitschaftsdienste in die entsprechenden Vergütungsklassen sowie die Senkung von Kosten durch organisatorische Anpassungen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Tätigkeitsanalyse durchgeführt, bei der über repräsentative Zeiträume detaillierte Aufzeichnungen zu Arbeitsleistungen, Warte- und Rüstzeiten erhoben und EDV-gestützt ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Analyse der Inanspruchnahme in den einzelnen Abteilungen, inklusive der Verteilung auf Wochentage und Tageszeiten, sowie rechtliche Analysen der Dienstformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bereitschaftsdienstanalyse, BAT-O, Dienststufen, Arbeitsbelastung, Personaleinsatzplanung und wirtschaftliche Prozessoptimierung charakterisiert.
Warum empfiehlt der Autor die Abschaffung des gynäkologischen OP-Funktionsdienstes?
Aufgrund der sehr geringen Inanspruchnahme von insgesamt nur 1,3 Prozent ist die Aufrechterhaltung eines eigenen Bereitschaftsdienstes wirtschaftlich nicht vertretbar; eine Integration in den chirurgischen OP-Dienst ist sinnvoller.
Wie soll die Abrechnung in Zukunft gestaltet werden?
Der Autor empfiehlt, weg von pauschalen Selbstaufschreibungen hin zu einer automatisierten EDV-gestützten Ermittlung der Arbeitsstunden zu gehen, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen.
Welche Rolle spielt der Rettungsdienst bei der Analyse?
Der Einsatz der Mitarbeiter im Rettungsdienst (Notarztwagen) wurde erfasst, allerdings für die allgemeine Einstufung nach BAT-O separat betrachtet, da dies eine gesonderte betriebliche Regelung erfordert.
- Quote paper
- BBA/MBA Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner (Author), 1992, Sammlung diverser Berichte - Band V: Bereitschaftsdienstanalyse an einem Kreiskrankenhaus über alle med. Bereiche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132503