Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Inklusions- und Leistungsbegriff und versucht, diese näherzubringen. Hierfür wird zunächst eine Begriffserklärung von Inklusion und schulische Bildung gemacht, um anschließend auf den Zusammenhang von Inklusion und schulische Leistung einzugehen. Anschließen werden empirische Befunde zur Beziehung von Inklusion und Leistung herangezogen, im Hinblick auf die Wirkung und Ergebnisse der Herstellung von Leistungsdifferenz und Prozesse der Herstellung von Leistungsdifferenz. Zu guter Letzt werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
Begriffe wie Leistung, Schule, Leistungsmessung sowie Leistungsbewertung lassen sich als untrennbar miteinander verbunden zu verstehen. Es werden Schüler:innen in der Hinsicht auf ihre Leistungen differenziert und in ein Verhältnis von besser und schlechter miteinander verglichen. Anschließend erlangen sie damit am Ende ihrer Schulzeit eine berufliche Option bzw. Ausbildungschance.
Schüler:innen werden im deutschen Bildungssystem schon recht früh in Bildungsgänge mit verschiedenen Schulabschlüssen eingeordnet. Jedoch werden heute Schularten zusammengeführt und orientieren sich am Inklusionskonzept. Jedoch sind die Begriffe Inklusion und Leistung sehr komplex und werden verschieden aufgefasst. Das Zusammenspiel beider Begriffe und damit gebundenen Paradigmen und Konzepte sind scheinen dabei komplexer zu sein. In diesem Sinne stellt sich die Frage, ob die Ausführungen von Inklusion als gemeinsame Beschulung und die Ausführungen von Leistung als selektiv wirksam miteinander vereinbar sind oder ob ein inklusives Schulsystem die schulische Orientierung auf Leistung ändern würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung Inklusion und schulische Bildung
2.1. Inklusion
2.2. Schulische Leistung
3. Inklusion und schulische Leistung im Zusammenhang
4. Empirische Befunde zur Beziehung von Inklusion und Leistung
4.1. Herstellung von Leistungsdifferenz - Wirkung und Ergebnisse
4.2. Prozesse der Herstellung von Leistungsdifferenz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen der Umsetzung eines inklusiven Schulsystems und dem meritokratischen Leistungsprinzip des deutschen Bildungswesens. Dabei wird analysiert, inwieweit Inklusion als Menschenrecht mit selektiven gesellschaftlichen Leistungsanforderungen vereinbar ist.
- Grundlagen der Inklusionsbegriffe und schulischer Leistung
- Widersprüche zwischen Inklusion und Leistungsselektion
- Empirische Erkenntnisse zur Leistungsentwicklung in inklusiven Settings
- Prozesse der Differenzkonstruktion im inklusiven Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1. Inklusion
Zu den Ansprüchen und Zielen des inklusiven Unterrichts gehören im Wesentlichen, „allen Kindern und Jugendlichen in ihrer Verschiedenheit gerecht zu werden“ (Hackbarth/ Martens 2018, S. 194). Insbesondere im Zusammenhang der UN-BRK fordert inklusiver Unterricht eine „Maximierung von Teilhabe und Minimierung von Diskriminierung“ (ebd. 2018, S. 194). Dabei machen direkte Lehrformen wie auch indirekte Lernformen mit individualisierbarer Gestaltung von Arbeitsaufträgen, wie beispielsweise in der Freiarbeit, Wochenplänen oder Stationslernen, den inklusiven Unterricht aus (Riecke-Baulecke/ Rix 2018, S. 102).
Man unterscheidet im Zusammenhang zur Inklusion vier Diskurslinien und zeigt dabei auf, dass die ineinandergreifen (Bräu 2018, S. 207). Die erste Diskurslinie bezieht sich hierbei auf ein enges bzw. weites Inklusionsverständnis. Nach Werning wird zwischen „enges“ und „weites“ Inklusionsverständnis bzw. zwischen „spezifische“ und „allgemeine“ Ausrichtung des Inklusionsverständnisses unterschieden (ebd. 2018, S. 207). Mit eng oder spezifisch ausgelegtem Verständnis ist unter Inklusion die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen gemeint, wobei durch die Spezifikation die Differenzkategorie der „Behinderung“ ausführlich wird. Somit wird der Begriff Inklusion annähernd gleichbedeutend zu den früher üblicheren Begriffen der Integrationsklasse oder -schule gebraucht (ebd. 2018, S. 207).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die untrennbare Verbindung von schulischer Leistung und Selektion und wirft die Frage auf, ob ein inklusives Schulsystem die Orientierung auf Leistung grundlegend verändern müsste.
2. Begriffserklärung Inklusion und schulische Bildung: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Inklusionsverständnisse und beleuchtet den meritokratischen Leistungsbegriff als gesellschaftliches Verteilungskriterium.
3. Inklusion und schulische Leistung im Zusammenhang: Der Abschnitt diskutiert den fundamentalen Widerspruch zwischen inklusiver Pädagogik und dem gesellschaftlichen Selektionsauftrag der Schule.
4. Empirische Befunde zur Beziehung von Inklusion und Leistung: Hier werden Studien vergleichend betrachtet, die einerseits die Leistungsergebnisse beleuchten und andererseits soziale Differenzierungsprozesse im Unterricht untersuchen.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Unvereinbarkeit der Paradigmen von Inklusion und Meritokratie und betont die Notwendigkeit einer reflexiven Unterrichtsentwicklung.
Schlüsselwörter
Inklusion, schulische Leistung, Meritokratie, Differenzkonstruktion, Diskurslinien, UN-Behindertenkonvention, Selektion, Bildungsbenachteiligung, Teilhabe, Diskriminierung, Schulerfolg, Leistungsdifferenz, Pädagogik, Bildungssystem, Exklusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der Inklusion mit den bestehenden Leistungs- und Selektionsmechanismen im deutschen Schulsystem vereinbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind Inklusionsverständnisse, das meritokratische Prinzip, schulische Leistungsbewertung und die Prozesse der Differenzierung im Unterricht.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Widerspruch zwischen der Forderung nach Inklusion als Menschenrecht und der schulischen Funktion der Leistungsselektion zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien zur Leistungsentwicklung in unterschiedlichen Beschulungsformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit theoretischen Begriffsklärungen, der Diskussion von Spannungsfeldern zwischen Theorie und Praxis sowie der Analyse empirischer Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Meritokratie, Leistungsdifferenz, Teilhabe, schulische Selektion und Differenzkonstruktion.
Welche Rolle spielt die UN-Behindertenkonvention in der Argumentation?
Sie bildet die menschenrechtliche Grundlage, die Inklusion als Ziel zur Verringerung von Diskriminierung und Erhöhung sozialer Teilhabe fordert.
Welche Rolle spielen Lehrpersonen bei der Konstruktion von Differenz?
Studien zeigen, dass Lehrkräfte durch unveränderliche Gruppen-Formierungen und performative Praktiken im Unterricht ungewollt Differenzlinien und exkludierende Strukturen reproduzieren können.
Gibt es einen klaren Leistungsvorteil bei exklusiven Beschulungsformen?
Die Befundlage ist uneindeutig; einige Studien zeigen leichte Vorteile in separierten Settings, während andere keine signifikanten Leistungsunterschiede durch Inklusion feststellen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Inklusion und Leistung. Sind Ausführungen von Inklusion als gemeinsame Beschulung und die Ausführungen von Leistung als selektiv wirksam miteinander vereinbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325039