Sammlung diverser Berichte - Band VII: Untersuchung des Energieaufkommens unter der Fragestellung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW eines Krankenhauses der Grundversorgung


Projektarbeit, 1997

22 Seiten


Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Auftrag und Auftragsdurchführung
1.1 Zusammenfassung der wichtigsten Feststellungen

2. Bericht
2.1 Einleitung
2.2 Versorgungsverträge
2.2.1 Gas
2.2.2 ELT
2.2.3 Wasser
2.3 Versorgungs- und Verbrauchsstrukturen
2.3.1 Gas
2.3.2 ELT
2.3.3 Wasser
2.4 Geplante Maßnahmen

3. Empfehlungen
3.1 Zu den geplanten Maßnahmen
3.2 Energiemanagement
3.3 Kraft-Wärme-Kopplung

4. Zusammenfassung

Anhang
Anlage 1 Einsatz von Gas
Anlage 2 Einsatz von elektrischer Arbeit
Anlage 3 Einsatz von Wasser
Anlage 4 Energienutzung 1995
Anlage 5 Monatliches Leistungsmaximum 1995
Anlage 6 Energienutzung 1996
Anlage 7 Monatliches Leistungsmaximum 1996

1. AUFTRAG UND AUFTRAGSDURCHFÜHRUNG

Mit der Geschäftsleitung der St. XXXXX Krankenhaus GmbH fand am 06. März 1997 ein Vorgespräch über die energetische Situation des Krankenhauses und der geplanten künftigen Maßnahmen statt. Ferner wurde auch über die wirtschaftliche Nutzung und Möglichkeiten eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) gesprochen.

Auf der Basis dieses Gespräches wurde ein erster Begehungstermin vereinbart, der am 12. März 1997 durchgeführt wurde. In diesem Zusammenhang wurden auch die mit Schreiben vom 23. Januar 1997 angeforderten Unterlagen gesichtet und die Verbrauchsdaten aus-gewertet.

Aufgrund verschiedener sich darstellender Unplausibilitäten hielten wir eine weitere aus-führliche Begehung der Einrichtung für dringend erforderlich. Diese Begehung wurde von unseren Fachingenieuren am 24. April 1997 vorgenommen. Darüber hinaus fand ein Ge-spräch mit dem Architekten statt, der für eine geplante Erweiterung bzw. die Errichtung einer Anlage für betreutes Wohnen verantwortlich zeichnet. Mit Schreiben vom 05. Mai 1997 haben wir weitere Unterlagen angefordert.

Auf der Basis der Auswertung der uns überlassenen Unterlagen und der aufgrund der Be-gehungen gewonnenen Erkenntnissen ist der nachfolgende Bericht erstellt worden.

Die ermittelten Daten sind unter branchenspezifischen Gesichtspunkten auf Schlüssigkeit geprüft, untersucht und die Zukunftsperspektiven unter Berücksichtigung der absehbaren Energietechnischen Entwicklung sowie des zu erwartenden Bedarfs in Form einer Kurzana-lyse bewertet worden.

Eine weitere, tiefergehende Analyse der betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen und Daten war aufgrund der von uns gewählten und mit dem Auftraggeber abgesprochenen Vor-gehensweise nicht gewollt und auch nicht möglich. Das Ergebnis dieser Untersuchung soll lediglich Hinweise auf Auffälligkeiten geben und ggf. als Aufgreifindikator dienen, um in den Fällen, wo es aufgrund der Hinweise notwendig erscheint, weitere Analysen durch-führen zu können. Die nachstehenden Ausführungen beinhalten daher auch keine betriebs-wirtschaftlichen Aussagen über die Ist-Kosten der Klinik.

Unsere Prüfung richtet sich nur auf die Bewertung der vorgefundenen Situation und der ge-planten Ausweitung soweit diese unter der gegebenen Situation beurteilbar und abzu-schätzen ist.

Das ermittelte Ergebnis hat in wirtschaftlicher Hinsicht somit zunächst nur nachrichtlichen bzw. planerischen Charakter. Eine Verantwortlichkeit und Haftung, auch im Verhältnis zu Dritten, ist ausdrücklich ausgeschlossen. Der Bericht wurde unter Würdigung aller uns be-kanntgewordenen und zu Kenntnis gebrachten Informationen und wesentlichen Faktoren, nach bestem Wissen und Gewissen mit einem hohen Maß an Sorgfalt erstellt und soll der Geschäftsführung der St. XXXXX Krankenhaus GmbH als Orientierung für die weitere Vorgehensweise und Maßnahmen dienen bzw. ggf. die Grundlage für die Finanzierung der verschiedenen Bauvorhaben sein.

1.1 ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN FESTSTELLUNGEN UND MAßNAHMEN

- Eine Notstrombatterie ist offensichtlich nur für den OP-Bereich vorhanden, eine davon getrennte Batterie für die Notbeleuchtung (gem. VDE 0107) existiert nicht
- Die lichte Breite des Raumes, Hauptverteilung, ist nicht ausreichend
- Das Notstromaggregat hat seit 1985 nur 73 Betriebsstunden. Die vorgeschriebene Be-triebsstundenzahl für den Zeitraum (144 Stunden) ist damit nicht erreicht
- Ein Wartungsbuch für das Notstromaggregat war nicht vor Ort
- Verhandlungen mit dem Gaslieferanten sind aufgrund der sich darstellenden Kosten notwen-dig
- Eine Blindleistungs-Kompensations-Regelanlage sollte installiert werden
- Mit den Energielieferanten sind Verhandlungen über die Konditionen zu führen
- Die geplanten Umbaumaßnahmen (OP, Küche etc.) sollten im Hinblick auf Energiespar-potentiale von einem Fachingenieur untersucht werden
- Der Wasserverbrauch der verschiedenen Jahre variiert stark. Einsparpotentiale sind zu ver-muten
- Die Baupläne für die verschiedenen Maßnahmen sollten von einem Fachingenieur auf mög-liche Energieeinsparpotentiale hin untersucht werden
- Das Gebäudemanagment ist mit dem Ziel der Aktivierung von Einsparungspotentialen zu modernisieren. Voraussetzung für die Aufstellung einer BHKW-Wirtschaftlichkeitsbetrach-tung, ist die Ermittlung/Istaufnahme der Lastgänge (Verbräuche Strom/Gas)
- Die Wirtschaftlichkeit für den Betrieb eines BHKW scheinen gegeben. Im Zuge der Bebau-ung des Grundstückes (Kieroth) für „Betreutes Wohnen“ halten wir den Zusammenschluß und gemeinsames Betreiben einer BHKW für wirtschaftlich sinnvoll. Diesbezüglich wäre aber eine Wirtschaflichkeitsberechnung notwendig.
- Das Erstellen eines Energiekonzeptes bzw. die Voraussetzung für ein Energiemanagement halten wir für dringend erforderlich.

2. BERICHT

2.1 EINLEITUNG

Die Klinik St. XXXXX Krankenhaus GmbH ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit 125 aufstellbaren Betten, davon sind 105 Betten gem. der Bedarfsplanung des Landes Nord­rhein-Westfalen genehmigt. Bettenführende Fachabteilungen sind die Bereiche

Innere Medizin
Chirurgie
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Interdisziplinäre Intensivmedizin

Desweiteren sind vorhanden die Abteilungen Anästhesie, Labordiagnostik, Radiologie, Physiotherapie. Darüber hinaus ist an das Krankenhaus ein Altenpflegeheim mit 50 Pflege-plätzen und 12 Plätzen für Tagespflege angegliedert.

Das Hauptgebäude des Krankenhauses ist älteren Ursprungs. Ergänzungen und Erweiterungen fanden unter anderem 1963 sowie Ende der 80er Jahre statt.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat in einem Feldversuch ermittelt, daß durch Maßnahmen der Energieoptimierung im Bereich der Krankenhäuser durchschnittliche Ein-sparungen im Bereich von DM 1.200,-- bis zu DM 2.400,--/Bett im Jahr möglich sind.

Bei einem Bestand von ca. 836.935 Betten in der Bundesrepublik Deutschland ergibt sich aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Einsparpotential das zwischen 1 und 2 Milliarden DM/Jahr liegt. Bei Untersuchungen verschiedener Krankenhäuser wurden Energieeinsparpotentiale von bis zu 50 % der entstandenen Kosten ermittelt.

Für die praktische Umsetzung schlägt die Deutsche Krankenhausgesellschaft folgende An-sätze vor:

- Energieoptimierte Neubauplanung
- Energieoptimierte Umbauplanung
- Energieoptimierte Sanierung
- Energiemanagement

Es gibt eine Reihe von weiteren Beispielen, an denen aufgezeigt wird, daß bei kritischer Be-trachtung der Energiesituation eines Krankenhauses durch Energieoptimierung eine wesent-liche Energieeinsparung und damit eine wesentliche Umweltentlastung möglich ist. Drastische Energieeinsparungen sind, in Abhängigkeit der jeweiligen Situation vor Ort, somit realisierbar.

2.2 VERSORGUNGSVERTRÄGE

2.2.1 GAS - WÄRMEARBEIT

Zwischen dem Krankenhaus und WLK besteht ein Erdgas-Liefervertrag - abgeschlossen am 8. Oktober 1992 - mit einer Preisanpassung vom Oktober 1996.

Eine Überprüfung des Vertrages war für uns nicht möglich, da uns z.Zt. nur Ausschnitte des Vertrages vorlagen.

2.2.2 ELEKTRISCHE ARBEIT

Zwischen dem Krankenhaus und der WLK besteht ein Stromliefervertrag, abgeschlossen am 1.07.1990. Mit diesem Vertrag war eine Zonenpreisreglung vereinbart.

Aufgrund der Verbrauchsergebnisse im Jahr 1995 wurde die Leistungspreisregelung "Preis-regelung L 125" vereinbart. Nach der aktuellen Verbrauchssituation im Krankenhaus ist die Preisregelung L 125 optimal.

2.2.3 WASSERVERSORGUNG

Das Kreiswasserwerk Heinsberg beliefert das Krankenhaus mit Trinkwasser.

Angaben über die Kanalnutzungsgebühren lagen uns nicht vor.

2.3 VERSORGUNGS- UND VERBRAUCHSSTRUKTUREN

2.3.1 GAS - WÄRMEARBEIT

Der Jahresverbrauch ist 1996 im Vergleich zu 1995 um 6,6% angestiegen. Tabelle "Anlage 1

Es bleibt nun zu beobachten, ob sich dieser Anstieg für das Jahr 1997 fortsetzt. Die Ursachen für diesen Verbrauchsanstieg sind zu ermitteln.

Die Kosten für die Wärmearbeit sind 1996 im Vergleich zu 1995 um 8,2 % angestiegen. Die Ursache hierfür liegt einmal in der erhöhten Inanspruchnahme von Wärmearbeit und zum anderen in der Preiserhöhung für Wärmearbeit um 1,4 %.

Die Energieagentur Nordrhein Westfalen liefert hierzu Vergleichswerte.

Im statistischen Vergleich sind die Kosten für Gas von 1995 auf 1996 um 6,3 % gestiegen.

Vergleicht man die Einheitspreise der Energieagentur Nordrhein Westfalen mit denen der WLK, so wird festgestellt, daß die Einheitspreise für Gas bei der WLK 1995 um 21 % und 1996 um 15 % teurer waren als die Werte, die von der Energieagentur ermittelt wurden. 1

Aus den o.g. Gründen sind dann auch die spezifischen Kosten für Wärmearbeit pro Bett um 8,1 % gestiegen.

Es sollten daher Verhandlungen mit dem Gaslieferanten aufgenommen werden!

2.3.2 ELEKTRISCHE ARBEIT

Die Inanspruchnahme elektrischer Arbeit ist 1996 im Vergleich zu 1995 um 3,8 % gestiegen. Tabelle "Anlage 2"

Der Anteil der elektrischen Arbeit im Niedertarifbereich ist um 4,13 % gestiegen. Der Anstieg hier ist höher als der durchschnittliche Anstieg von 3,8 %.

In 1996 wurden also die günstigen Tarife zur Nachtzeit mehr in Anspruch genommen als 1995.

Ein modernes Energiemanagement würde jetzt versuchen, die von der Tageszeit un-abhängigen Arbeiten in die Nachtstunden mit dem günstigeren Tarif zu verlegen.

Die vom EVU angebotenen Tarife berücksichtigen bereits eine Blindarbeit von 50 % bezogen auf die Wirkarbeit während der Hochtarifzeit. Der Anteil der gemessenen Blindarbeit beträgt jedoch 71,7 % in 1995 und 72,8 % in 1996.

Für die übertarifliche Inanspruchnahme von Blindarbeit berechnet das EVU ca. DM 2.500/p.a.

Durch eine Blindleistungs-Kompensations-Regelanlage, die die Blindarbeit in den tarif-lich relevanten Bereichen absenkt, lassen sich Kosten für Blindarbeit vermeiden.

Die Kosten für eine solche Kompensationsanlage refinanzieren sich über die eingesparten Blindstromkosten innerhalb von 2 - 3 Jahren.

Beim Studium der Verbrauchsunterlagen und Vergleich der Kosten (Tabelle 2) fällt auf, daß trotz gestiegener Inanspruchnahme elektrischer Arbeit, die Kosten um ca. 8,4 % gefallen sind. Das Ganze wird noch einmal durch die durchschnittlichen Kosten in DM/kWh dokumentiert, die um 12 % gefallen sind.

Diese günstige Kostenentwicklung ist einmal in der Umstellung des Tarifs vom Zonentarif in einen Leistungspreistarif begründet und zum anderen durch den Wegfall der Ausgleichsab-gabe für die heimische Kohleförderung.

Für einen Vergleich mit ähnlichen Krankenhäusern liegen seitens der Energieagentur Nord-rhein Westfalen noch keine Kennzahlen vor. Mit diesen Kennzahlen für 1996 kann erst Mitte des Jahres gerechnet werden.

[...]


1 Die statistischen Werte, die von der Energieagentur Nordrhein Westfalen ermittelt wurden, berücksichtigen nicht, ob das Krankenhaus mit eigener Küche und/oder eigener Wäscherei ausgestattet ist.

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Details

Titel
Sammlung diverser Berichte - Band VII: Untersuchung des Energieaufkommens unter der Fragestellung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW eines Krankenhauses der Grundversorgung
Autor
Jahr
1997
Seiten
22
Katalognummer
V132505
ISBN (eBook)
9783640430284
ISBN (Buch)
9783640430369
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Sammlung, Berichte, Band, Untersuchung, Energieaufkommens, Fragestellung, Wirtschaftlichkeit, BHKW, Krankenhauses, Grundversorgung
Arbeit zitieren
BBA/MBA Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner (Autor), 1997, Sammlung diverser Berichte - Band VII: Untersuchung des Energieaufkommens unter der Fragestellung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW eines Krankenhauses der Grundversorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132505

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