„Der Westchor des Naumburger Doms mit den sogenannten Stifterfiguren, dem Lettner und seinem plastischen Dekor gehört zu den bedeutendsten künstlerischen Schöpfungen des hohen Mittelalters.“1
Thema dieses Aufsatzes ist es vor allem die vier Hauptfiguren dieses Stifterfigurenzyklus näher zu beleuchten. Es wird versucht die zentrale Frage nach der Identifizierung dieser Figuren zu beantworten. Zu diesem Zweck werden die Quellen, die uns dafür zur Verfügung stehen, vorgestellt und erklärt. Einen zentralen Punkt stellt die Forschung dar, hier werden die Meinungen der ‚traditionellen’ ebenso dargelegt, wie gegensätzliche Meinungen der ‚neueren’ Forschung.
Der dritte wichtige Punkt umfasst die Ekkehardiner selbst, neben einem kurzen Abriss der Familiengeschichte werden ihre Beziehungen zum Bistum Naumburg von entscheidender Bedeutung sein.
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1 Schubert, Westchor, S. 9.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundsätzliches zum Naumburger Westchor
2. Beschreibung der beiden Paare
3. Quellen zur Identifizierung
4. Die Grabstätten der Ekkehardiner
5. Die Traditionelle Forschungsmeinung
6. Gegensätzliche Forschungsmeinungen
7. Die Geschichte der Ekkehardiner und ihre Beziehungen zum Bistum Naumburg
Fazit
Quellen und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stifterfigurenzyklus im Naumburger Westchor mit dem Ziel, die Identität der dargestellten Persönlichkeiten durch die Analyse schriftlicher Quellen sowie die Einordnung in die historische Forschung und Familienhistorie der Ekkehardiner zu klären.
- Identifizierung der vier Hauptfiguren des Stifterfigurenzyklus.
- Gegenüberstellung traditioneller Forschungsansätze und moderner, abweichender Interpretationen.
- Untersuchung der historischen Familiengeschichte der Ekkehardiner.
- Analyse der Beziehungen zwischen der Adelsfamilie und dem Bistum Naumburg.
- Bewertung der sakralen und repräsentativen Funktion der Stifterfiguren im Westchor.
Auszug aus dem Buch
3. Die Quellen zur Identifizierung
Um die dargestellten Personen sicher mit historischen Persönlichkeiten identifizieren zu können, ist es notwendig zuverlässige Quellen heranzuziehen. Die baulichen und kunsthistorischen Gegebenheiten legen einen terminus antequem für die Zeit fest, in der die Personen spätestens gelebt haben, nämlich den Zeitpunkt der Aufstellung der Statuen Mitte des 13. Jahrhunderts. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen die Betreffenden ihre großen Taten für das Bistum vollbracht haben. Des weiteren müssen die dargestellten Personen in einer engen Beziehung zum Naumburger Hochstift gestanden haben, was einen terminus postquem festlegt, denn da das Bistum erst 1028, mit der Verlegung nach Naumburg neu gegründet wurde, können die Personen frühestens nach diesem Zeitpunkt gestorben sein, denn sonst hätten sie keine Beziehung zum Bistum Naumburg haben können. Wahrscheinlich ist also, dass sie alle zwölf zwischen etwa 1000 und 1250 gelebt haben.
Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen gibt es noch mehrere schriftliche Quellen, die für die Identifizierung von Stifterpersönlichkeiten herangezogen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt den Naumburger Westchor als bedeutendes Kunstwerk vor und skizziert das Ziel der Identifizierung der Figuren durch Quellenanalyse und Forschungsvergleich.
1. Grundsätzliches zum Naumburger Westchor: Dieses Kapitel behandelt die Baugeschichte des Naumburger Doms und die Entstehung des Westchors als räumlichen Kontext für die Stifterfiguren.
2. Beschreibung der beiden Paare: Es erfolgt eine detaillierte kunsthistorische Beschreibung der Hauptstifterpaare unter Berücksichtigung ihrer Gestaltung und Platzierung als „Eckpfeiler“.
3. Quellen zur Identifizierung: Der Autor erläutert die methodischen Kriterien zur Identifizierung der Statuen anhand von Inschriften, Urkunden und Totenbüchern.
4. Die Grabstätten der Ekkehardiner: Dieses Kapitel befasst sich mit der Lokalisierung der Grablegen der Ekkehardiner und deren Bedeutung für die Aufstellung der Stifterfiguren.
5. Die Traditionelle Forschungsmeinung: Hier werden die Ansätze von Forschern wie Carl Peter Lepsius und Walter Schlesinger dargelegt, die die Figuren als bedeutende Stifter des Hochstifts interpretieren.
6. Gegensätzliche Forschungsmeinungen: Dieses Kapitel stellt moderne, politisch motivierte Deutungsansätze, insbesondere durch Folkhard Cremer, vor und setzt sich kritisch mit diesen auseinander.
7. Die Geschichte der Ekkehardiner und ihre Beziehungen zum Bistum Naumburg: Der historische Hintergrund der Familie wird beleuchtet, insbesondere deren Rolle bei der Bistumsgründung und ihre Motivation als Stifter.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz fehlender Eindeutigkeit die traditionelle Forschung die wahrscheinlichsten Ergebnisse liefert.
Quellen und Literaturverzeichnis: Zusammenstellung aller herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur zur Arbeit.
Schlüsselwörter
Naumburger Westchor, Stifterfiguren, Ekkehardiner, Naumburger Dom, Identifizierung, Baugeschichte, Hochstift Naumburg, Totengedenken, Mittelalterliche Kunst, Epigraphik, Stifter, Markgrafen, Forschungsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den sogenannten Stifterfiguren im Westchor des Naumburger Doms und versucht, die dargestellten historischen Personen anhand von Quellen und Forschungsergebnissen zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Baugeschichte des Doms, die genealogische Bedeutung der Ekkehardiner, die kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschung sowie die ikonographische Analyse der Statuen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Identität der vier Hauptfiguren des Zyklus zu klären und zu bewerten, inwiefern die tradierten Forschungsmeinungen den historischen Tatsachen standhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der architektonische Gegebenheiten, epigraphische Befunde an den Schildinschriften, zeitgenössische Urkunden und spätere Necrologe ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die baulichen Fakten, die detaillierte Beschreibung der Figuren, die kritische Diskussion traditioneller und neuerer Forschungsmeinungen sowie die historische Rolle der Ekkehardiner als Adelsfamilie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Naumburger Westchor, Stifterfiguren, Ekkehardiner, Identifizierung, Totengedenken und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen.
Warum ist die Identifizierung der Figur des Konrad laut Forschung problematisch?
Konrads Figur weicht im künstlerischen Stil stark von den anderen Statuen ab, und es fehlen zeitgenössische, gesicherte Belege für seine exakte Zuordnung innerhalb des Zyklus.
Welche Rolle spielt die Urkunde von 1249 für die Deutung der Statuen?
Die Urkunde dient als Indiz, da sie Namen nennt, die mit Schildinschriften an den Statuen übereinstimmen; ihre Bedeutung für die Stifterfunktion wird jedoch in der Forschung unterschiedlich gewichtet.
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- Frank Schleicher (Author), 2003, Die Ekkehardiner unter den Stiftern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13252