Die Hausarbeit besteht aus drei verschiedenen Fragestellungen, die in den jeweiligen Kapiteln beantwortet werden. Angesprochene Themen sind das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch, das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch und der Theoriepluralismus in der sozialen Arbeit.
Zunächst wird erklärt, was das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch, nachfolgend LWO genannt, ist und welche Aufgaben und Ziele es in dem Konzept gibt. Anschließend werden kurze Einblicke in den historischen Kontext gegeben. Es folgen die Dimensionen des Konzeptes und die Bewältigungsformen des Alltages. Danach werden die Struktur- und Handlungsmaxime beschrieben, die die "Grundhaltungen der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit" konkretisiert. Nach der Skizzierung des Konzeptes wird die Kinder- und Jugendhilfe als Handlungsfeld dargestellt, um danach zentrale Ideen des Ansatzes mit dem Handlungsfeld zu erläutern.
Dann wird das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch vorgestellt. Danach werden das Theorie-Praxis-Modell und die kritische Lebenskonstellation im Zusammenhang der Lebensbewältigung dargestellt. Es folgen die Aufgaben und Ziele des Konzeptes und ein kleiner Einblick in die Entstehung. Anschließend werden die personal-psychodynamischen, die relational-intermediären und die sozialstruktureIlen und sozialpolitischen Ebenen der Lebensbewältigung mit den in Zusammenhang stehenden Bewältigungslagen näher betrachtet. Nach der Skizzierung der Lebensbewältigung werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Darstellung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch anhand eines Handlungsfeldes
1.1 Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
1.2 Hilfe zur Erziehung in der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
2. Vergleich der Lebensbewältigung nach Böhnisch und Lebensweltorientierung nach Thiersch
2.1 Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
2.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Lebensweltorientierung
3. Funktionen der Theorien Sozialer Arbeit: Verhältnis von sozialpädagogischer Forschung und Theoriebildung
3.1 Funktionen der Theorien Sozialer Arbeit
3.2 Verhältnis von sozialpädagogischer Forschung und Theoriebildung
4. Reflektion des Moduls
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit zentralen theoretischen Ansätzen der Sozialen Arbeit auseinander, insbesondere der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch und dem Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch. Ziel ist es, die Konzepte fundiert darzustellen, ihre Funktionsweisen zu erläutern, sie miteinander in Bezug zu setzen und das Verhältnis von sozialpädagogischer Forschung zur Theoriebildung kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen und Handlungsmaxime der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.
- Strukturen und Dimensionen des Konzepts der Lebensbewältigung.
- Vergleichende Analyse von Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung.
- Bedeutung und Funktionen von Theorien innerhalb der Sozialen Arbeit.
- Zusammenhang zwischen wissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
Der Ansatz der LWO orientiert sich an der Lebenswelt der Adressat*innen, die im Mittelpunkt des Konzeptes stehen. Der Begriff der Lebenswelt wird dabei verstanden wie ein Individuum den Alltag und/oder die Umgebung erlebt und wahrnimmt. Die Soziale Arbeit erlangt dort ihre Bedeutung, wo Adressat*innen mit ihren im Alltag zu bewältigenden Problemen, Aufgaben und Anstrengungen Schwierigkeiten haben. Dabei hat die Lebensweltorientierte Soziale Arbeit die Aufgabe unter Berücksichtigung der Konstellationen der individuellen Lebenswelt, Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Kraftreserven zu stärken, die Schwächen zu überwinden, um mit den vorhandenen Ressourcen einen gelingenderen Alltag für die Adressat*innen zu ermöglichen, ohne dabei den Eigensinn der Adressat*innen außer Acht zu lassen. (vgl. Grunwald/Thiersch 2018).
Das Konzept der LWO hatte seine Anfänge Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre. Während der Nachkriegszeit wurde in vielen Strukturen zu einem Neuansatz gedrängt, da die bis dahin bestehende Soziale Arbeit nicht weiter hingenommen werden konnte. Thiersch lernte in der Zeit verschiedene Einrichtungen kennen und war von den Verhältnissen empört. Daraufhin wollte er die Soziale Arbeit neu etablieren. Dies funktionierte nur, wenn er die Theorien hätte „wissenschaftlich ausweisen und fundieren [können]“ (Thiersch 2020: 19). Seine darauf anfängliche alltagsorientierte Sozialpädagogik konkretisierte sich immer mehr, zu den Umrissen des LWO, die in der neuen offenen Jugendarbeit Anklang fand. Gleichzeitig wurde in dem Studiengang Erziehungswissenschaft der Studienschwerpunkt Sozialpädagogik neu etabliert. Mit der Zeit wurde das Konzept der LWO immer weiter erweitert und differenziert. Ende der 1980er Jahren konnte Thiersch, durch die Entwicklung der Struktur- und Handlungsmaxime, sein Konzept, in den achten Jugendbericht einbringen und somit auf der sozialpolitischen Bühne präsentieren. Damit gewann das Konzept immer mehr an Einfluss. (Thiersch 2020)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Darstellung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch anhand eines Handlungsfeldes: Das Kapitel erläutert die Grundsätze der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und zeigt an einem Praxisbeispiel aus der Kinder- und Jugendhilfe auf, wie die theoretischen Maxime in konkretes Handeln übersetzt werden.
2. Vergleich der Lebensbewältigung nach Böhnisch und Lebensweltorientierung nach Thiersch: In diesem Teil werden die beiden theoretischen Hauptkonzepte gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten in ihren Zielsetzungen und Unterschiede in ihrer wissenschaftstheoretischen Fundierung herauszuarbeiten.
3. Funktionen der Theorien Sozialer Arbeit: Verhältnis von sozialpädagogischer Forschung und Theoriebildung: Das Kapitel untersucht die Rolle von Theorien in der Sozialen Arbeit, thematisiert den Theorienpluralismus und hinterfragt die Wechselwirkungen zwischen sozialpädagogischer Forschung und der Entwicklung von Theorien.
4. Reflektion des Moduls: Der Autor reflektiert den eigenen Lernprozess, die vertiefte Auseinandersetzung mit theoretischen Inhalten sowie die neu gewonnenen Erkenntnisse über die Bedeutung von Forschung in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Lebensbewältigung, Lothar Böhnisch, Soziale Arbeit, Theoriebildung, Sozialpädagogik, Alltäglichkeit, Handlungsfähigkeit, Forschung, Hilfe zur Erziehung, Inklusion, Partizipation, Theorie pluralismus, Empowerment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Theorieansätzen der Sozialen Arbeit, insbesondere der Lebensweltorientierung nach Thiersch und der Lebensbewältigung nach Böhnisch, sowie deren Bedeutung für die Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Konzepte zur Lebensweltgestaltung, Strategien zur psychosozialen Bewältigung in kritischen Lebenssituationen sowie die wissenschaftliche Fundierung und Forschung innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel des Portfolios?
Ziel ist die theoretische Durchdringung der Konzepte, das Aufzeigen von Parallelen und Kontrasten sowie die Reflexion darüber, wie Theorien die professionelle Arbeit beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete schriftliche Arbeit, die auf Literaturanalyse und der vergleichenden Gegenüberstellung von Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebensweltorientierung, das Konzept der Lebensbewältigung, einen systematischen Vergleich dieser beiden Ansätze sowie die Analyse des Verhältnisses zwischen Theorie und Forschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lebensweltorientierung, Lebensbewältigung, Handlungsfähigkeit, Alltäglichkeit sowie den Diskurs um Theoriebildung in der Sozialen Arbeit geprägt.
Warum wird die Kinder- und Jugendhilfe als Handlungsfeld gewählt?
Die Kinder- und Jugendhilfe dient als Praxisbeispiel, um die abstrakten Handlungsmaxime der Lebensweltorientierung (z. B. Alltagsnähe, Regionalisierung) konkret und anschaulich zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung misst der Autor der eigenen Reflexion bei?
Die Reflexion dient dazu, den eigenen Lernfortschritt abzubilden, das Bewusstsein für den professionellen theoretischen Hintergrund zu schärfen und die eigene Arbeitsweise für das weitere Studium anzupassen.
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- Anonym (Autor), 2022, Theoriebildung und Theorieansätze der Sozialen Arbeit. Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch und Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325337