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Der Geschichtsbewusstseinswandel hinsichtlich der deutschen Kolonialgeschichte. Am Beispiel des Kolonial-Ehrenmals Bremen

Titel: Der Geschichtsbewusstseinswandel hinsichtlich der deutschen Kolonialgeschichte. Am Beispiel des Kolonial-Ehrenmals Bremen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Der Prozess des Dialoges zwischen Denkmal und Betrachter, samt seinem Wandel über die Zeit, soll Gegenstand dieser Hausarbeit sein. Ich möchte versuchen, das Geschichtsbewusstsein der jeweiligen Akteure in ihrer Zeit, anhand der Ereignisse um das ehemalige Kolonial-Ehrenmal, nachzuvollziehen.

Das hier zu behandelnde Monument ist sehr gut für eine Untersuchung in diesem Rahmen geeignet, da allein sein Standort, Bremen, sehr eng mit der deutschen Kolonialgeschichte verbunden ist. Dies wird auch anhand der Tatsache deutlich, dass das Ehrenmal das größte und wichtigste Monument seiner Art in der Weimarer Republik war und eine stark frequentierte “Wallfahrtsstädte“ der deutschen Kolonialbewegung darstellte.

Das Kolonial-Ehrenmal Bremen, eine monumentale Tierplastik eines afrikanischen Elefanten, wurde während seiner langjährigen Geschichte Zeuge eines allgemeinen Bewusstseinswandels bezüglich der deutschen Kolonialgeschichte. Den vorläufigen Höhepunkt dieses Prozesses bildete 1990 seine Umwidmung zum Anti-Kolonial-Denk-Mal, die bundesweit für Aufsehen sorgte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1. Einführende Beschreibung des Denkmals und kurzer Abriss seiner Geschichte

II.2. Das Kolonial-Ehrenmal als Ausdruck des Geschichtsbewusstseins seiner Entstehungszeit

II.3. Das Kolonial-Ehrenmal als Ausdruck des Geschichtsbewusstseinswandels in Deutschland nach 1945

III. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Bremer Kolonial-Ehrenmal als Spiegelbild des historischen Geschichtsbewusstseinswandels in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie ein Denkmalmonument von der Verherrlichung kolonialistischer Ideologie hin zu einer kritischen Auseinandersetzung und einem Ort der Mahnung transformiert wurde.

  • Die koloniale Entstehungsgeschichte des Bremer Ehrenmals
  • Die ideologische Nutzung des Denkmals während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus
  • Der Prozess der gesellschaftlichen Verdrängung und das Vergessen nach 1945
  • Die gesellschaftliche Debatte um Erhalt, Restaurierung und politische Umwidmung
  • Die heutige Bedeutung als Anti-Kolonial-Denk-Mal und Mahnmal

Auszug aus dem Buch

II.2. Das Kolonial-Ehrenmal als Ausdruck des Geschichtsbewusstseins seiner Entstehungszeit

Jedes Denkmal ist immer eine Manifestation des Geschichtsbewusstseins seiner Stifter. Es wird ein Sinn damit verbunden und oft auch ein bestimmtes Ziel damit verfolgt. Schon die Größe und die zentrale Lage des Bremer Mals lassen darauf schließen, dass eine Botschaft möglichst breit und öffentlich vermittelt werden sollte.

Die Stifter, organisiert in der Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG), verfolgten unter anderem das Ziel der öffentlichen Propaganda, um den “Raub der deutschen Kolonien“ im Bewusstsein der Bevölkerung wach zu halten um schließlich: “… die Wiedererrichtung eines deutschen Kolonialreiches in Afrika und Asien“ zu ermöglichen.

Die Wahl des Standorts, Bremen, ist in dieser Hinsicht schon symbolisch aufgeladen und sicher war es auch kein Zufall, dass es gerade hier möglich war, die hohe Summe von 100.000 RM zu mobilisieren. Bremen war schon von Beginn an eine Triebfeder und eine wichtige Ausgangsbasis für die deutsche Landname auf fremden Kontinenten.

Adolf Lüderitz, Erwerber des ersten deutschen Schutzgebietes, war ein Bremer Kaufmann und sicherlich auch Vorbild für viele seiner Geschäftskollegen. Tatsache ist, dass besonders Bremen durch seinen Hochseehafen und zahlreichen Außenhandelsgesellschaften sehr viel vom lukrativen Überseehandel profitierte, welcher durch Errichtung von Kolonien noch mehr Gewinn abwarf.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Bremer Kolonial-Ehrenmals ein und beschreibt dessen Wandel von einer kolonialen Propagandastätte hin zum "Anti-Kolonial-Denk-Mal" als Spiegel des deutschen Geschichtsbewusstseins.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in drei Unterkapitel, die zunächst die historischen Entstehungsbedingungen des Denkmals beleuchten, anschließend die ideologische Aufladung in der Zeit vor 1945 untersuchen und schließlich den Wandel des kollektiven Gedächtnisses nach 1945 bis zur Umwidmung analysieren.

III. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Denkmal ein steter Zeuge der deutschen Geschichte war, dessen Programm sich wandelte, um jeweils aktuelle gesellschaftliche oder ideologische Interessen zu legitimieren, und das heute als Mahnmal für Verantwortung und Gerechtigkeit steht.

Schlüsselwörter

Kolonialgeschichte, Kolonial-Ehrenmal, Anti-Kolonial-Denk-Mal, Geschichtsbewusstsein, Bremen, Deutsche Kolonialgesellschaft, Kolonialrevisionismus, Erinnerungskultur, Denkmal, Propaganda, Aufarbeitung, Nationalsozialismus, Apartheid, Postkolonialismus, Mahnmal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte des Bremer Kolonial-Ehrenmals als Indikator für den Wandel im deutschen Geschichtsbewusstsein gegenüber der eigenen kolonialen Vergangenheit.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsgründe des Denkmals, seine Funktion als Propagandainstrument in den 1930er Jahren, die Phase der gesellschaftlichen Verdrängung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die spätere kritische Debatte zu seiner Umwidmung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich die Rezeption und Interpretation eines festen materiellen Objekts – des "Bremer Elefanten" – parallel zum gesellschaftlichen Wandel von einer kolonialverherrlichenden zu einer kolonialkritischen Haltung verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die Quellen wie Zeitungsartikel, Debattenprotokolle und fachwissenschaftliche Literatur zur deutschen Erinnerungskultur kombiniert.

Worauf liegt der Fokus im Hauptteil der Untersuchung?

Der Fokus liegt auf der chronologischen Betrachtung: Die Absichten der Stifter bei der Errichtung, die Rolle des Denkmals während des Nationalsozialismus und der Prozess der Umdeutung durch engagierte Bürgerbewegungen in der Nachkriegszeit.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Geschichtsbewusstsein, Kolonialrevisionismus, Transformation von Erinnerungskultur und gesellschaftliche Verantwortung in Bezug auf postkoloniale Diskurse.

Warum war Bremen als Standort für das Monument so entscheidend?

Bremen profitierte als eines der bedeutendsten Zentren des Überseehandels massiv von der Kolonialwirtschaft und verfügte über eine finanzstarke Koloniallobby, die das Projekt politisch und finanziell tragen konnte.

Welchen Einfluss hatte der Zweite Weltkrieg auf das Denkmal?

Nach 1945 führte die Entnazifizierungsvorgabe der US-Militärregierung dazu, dass Inschriften entfernt wurden, was das Denkmal zu einer bloßen "erinnerungsfreien" Tierplastik degradierte und eine jahrzehntelange Phase des Vergessens einleitete.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Geschichtsbewusstseinswandel hinsichtlich der deutschen Kolonialgeschichte. Am Beispiel des Kolonial-Ehrenmals Bremen
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar - Deutsche Kolonialgeschichte
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V1325367
ISBN (PDF)
9783346816306
ISBN (Buch)
9783346816313
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche Kolonialgeschichte Kolonial-Ehrenmal Kolonialehrenmal Bremen Elefant Geschichtsbewusstsein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Der Geschichtsbewusstseinswandel hinsichtlich der deutschen Kolonialgeschichte. Am Beispiel des Kolonial-Ehrenmals Bremen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325367
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Leseprobe aus  19  Seiten
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