In dieser Hausarbeit soll es um den Begriff der Souveränität gehen. Genauer sollen die Definitionen des Begriffes Souveränität von Jean-Jacques Rousseau und Abbe Sieyes verglichen werden und herausgestellt werden, wo sie sich ähneln und wo sie voneinander abweicht.
Dafür werde ich erst die Begriffsdefinition von Rousseau vorstellen und danach die Definition von Sieyes, bevor ich beide miteinander vergleiche. Die Definition von den Autoren wird erst einzeln vorgestellt, da so der Vergleich einfacher und besser ist, wenn keine Definitionen währenddessen eingebaut werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Souveränität nach Rousseau
2.1 Vom Naturzustand zum Gesellschaftsvertrag
2.2 Souveränität als Ausübung des Gemeinwillens
2.3 Unveräußerlich und unteilbar
2.4 Das Irren des Gemeinwillens
2.5 Welche Grenzen hat die Macht des Souveräns?
2.6 Die Gesetzgebung und der Gesetzgeber
2.7 Abstimmungen und Mehrheit
3. Die Souveränität bei Sieyes
3.1 Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
3.2 Souveränität
3.3 Repräsentation
3.4 Grenzen der Souveränität
3.5 Gesetze
4. Vergleich der beiden Souveränitätskonzeptionen
4.1 Gesellschaftsvertrag als Grundlage
4.2 Gemeinwille und Souveränität
4.3 Streitpunkt Repräsentation
4.4 Gesetzgebung und Gesetze
4.5 Abstimmungen und Mehrheiten
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Souveränitätskonzeptionen von Jean-Jacques Rousseau und Emmanuel Joseph Sieyes systematisch zu vergleichen, um ihre Gemeinsamkeiten sowie zentralen theoretischen Divergenzen vor der Französischen Revolution herauszuarbeiten.
- Vergleich der staatsphilosophischen Grundlagen bei Rousseau und Sieyes
- Analyse des Begriffs der Souveränität und des Gemeinwillens
- Untersuchung der Rolle der Repräsentation im Staat
- Gegenüberstellung von Gesetzgebungsprozessen und Mehrheitsverhältnissen
Auszug aus dem Buch
3.3 Repräsentation
Sieyes forderte, dass das Volk Repräsentanten wählt, um sie in der verfassungsgebenden Gewalt zu vertreten. Diese Repräsentanten sind auf Zeit bestimmt und werden neu gewählt. Sieyes sah dafür vor, dass jährlich ein Drittel der Repräsentanten neugewählt wird.
Sieyes Gedanken zu der Repräsentation basieren zum Teil auf der Arbeitsteilung von Adam Smith. Inspiriert von ihm sah Sieyes auch eine Arbeitsteilung in der Gesellschaft möglich und weitete dies auch auf die Politik aus. So muss nicht jeder alles ausüben, sondern jeder macht seinen Teil und ist dadurch produktiver. Insgesamt sah er vier Gründe, die die Repräsentation besser als eine Versammlungsdemokratie machten. Die Gründe waren, dass es in der Nation eine ungleiche Verteilung von intellektuellen Fähigkeiten gab, eine direkte Demokratie ineffizient wäre, die Nation zu groß sei und dass es eine Teilung der Gewalten geben solle.
Die Mehrheit der Bürger besäßen, laut Sieyes, nicht die nötige Ausbildung und die Musse, um sich mit der Politik auseinanderzusetzen und beteiligen zu können. Die vom Volk gewählten Repräsentanten nehmen den Bürger so die Arbeit der Willensbildung ab und ermöglichen es, dass sie sich auf andere Tätigkeiten fokussieren können. Diese Entscheidung über eine Teilnahme ist eine der Freiheiten, die aus Sieyes` Freiheitsbegriff folgen. Trotzdem besitzt und übt das Volk weiterhin die verfassungsgebende Gewalt aus, da die Repräsentanten nur in Stellvertretung handeln und auch nur diese eine Pflicht haben und keine weiteren, nicht vom Volk auferlegten, Pflichten folgen darf. Dadurch beschränkt es auch keine Freiheit des Einzelnen, da, wie schon bei den Mehrheitsentscheidungen erwähnt, dies ein Punkt ist, die sie bei der Gesellschaftsbildung einstimmig zugestimmt haben. Weiter sei die Repräsentation bei einer Nation von der Größe Frankreichs nötig, da es zu viele Bürger gebe und zu viel Land, auf dem sie verteilt sind, seien für eine Versammlungsdemokratie. Zuletzt war die Repräsentation ein Teil von Sieyes` Gewaltenteilungslehre.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Souveränität im zeithistorischen Kontext und Vorstellung der beiden zentralen Akteure Rousseau und Sieyes.
2. Souveränität nach Rousseau: Detaillierte Darlegung von Rousseaus Theorie des Gesellschaftsvertrages, des unteilbaren Gemeinwillens und der Rolle des Gesetzgebers.
3. Die Souveränität bei Sieyes: Erläuterung der Souveränitätsauffassung bei Sieyes unter Berücksichtigung von Repräsentation und der Differenzierung zwischen Aktiv- und Passivbürgern.
4. Vergleich der beiden Souveränitätskonzeptionen: Synthetische Gegenüberstellung, bei der die konträren Ansichten zur Repräsentation und Volksteilhabe explizit herausgestellt werden.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einordnung der theoretischen Ansätze und kritische Reflexion des Bürgerbildes bei beiden Denkern.
Schlüsselwörter
Souveränität, Jean-Jacques Rousseau, Abbe Sieyes, Gesellschaftsvertrag, Gemeinwille, Repräsentation, Politische Philosophie, Volkssouveränität, Gesetzgeber, Französische Revolution, Aktivbürger, Gewaltenteilung, Demokratie, Staatstheorie, Naturzustand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Souveränitätskonzepte von Jean-Jacques Rousseau und Abbe Sieyes und setzt diese in den Kontext der Zeit kurz vor der Französischen Revolution.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Gesellschaftsvertrag, das Verständnis von Souveränität, die Rolle der Repräsentation sowie Verfahren der Gesetzgebung und Abstimmung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Definitionen von Souveränität der beiden Autoren zu vergleichen, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und insbesondere die gravierenden Unterschiede in der praktischen Umsetzung, wie etwa bei der Repräsentation, herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende ideengeschichtliche Analyse der Primärtexte von Rousseau und Sieyes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Rousseau und Sieyes separat dargelegt und anschließend in einem direkten Vergleich gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Souveränität, Gemeinwille, Repräsentation, Volkssouveränität, Gesellschaftsvertrag und politisches Denken der Aufklärung.
Wie bewerten die Autoren die Rolle des Bürgers?
Beide Autoren hegen eine gewisse Skepsis gegenüber der Urteilsfähigkeit des Bürgers, weshalb sie Instrumente wie den Gesetzgeber (bei Rousseau) oder Repräsentanten (bei Sieyes) als notwendig erachten.
Was ist der wesentliche Unterschied beim Thema Repräsentation?
Während für Sieyes Repräsentation eine notwendige Voraussetzung für die Staatsführung in einem großen Land wie Frankreich darstellt, lehnt Rousseau jede Form der Repräsentation ab und plädiert für eine direkte Ausübung der Souveränität durch das Volk.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Souveränitätskonzeptionen vor der französischen Revolution. Vergleich der Theorien von Jean-Jacques Rousseau und Abbe Sieyes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325424