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Friedensengagement von proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg. Vereinbarung von pazifistischen Bestrebungen und feministischen Zielen

Titel: Friedensengagement von proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg. Vereinbarung von pazifistischen Bestrebungen und feministischen Zielen

Hausarbeit , 2022 , 23 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit will der Frage nachgehen, wieso die Überzeugung vom Frieden es nicht geschafft hat, die beiden Friedensinitiativen zusammen zu führen. Dafür will sie anhand der Inhalte der Abschlussdokumente der beiden Friedenskonferenzen in Den Haag und Bern 1915 vergleichen, wie die proletarische und bürgerliche Frauenbewegung ihre pazifistischen Bestrebungen mit ihren feministischen Zielen vereinbart haben.

Der Erste Weltkrieg wird in fachhistorischen Kreisen oft als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Dieses Narrativ geht auf den Historiker und Diplomaten George F. Kennan zurück. Kennan beschrieb 1979 den Krieg als Urkatastrophe, da er der Anfang von darauffolgenden Katastrophen wie beispielsweise dem zweiten Weltkrieg war. Neben einschneidenden politischen und ökonomischen Veränderungen brachte der 1. Weltkrieg auch gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf das Leben von Frauen stellen heute ein noch offenes Forschungsfeld dar. Die Militärhistorikerin Ursula Von Gersdorff (1910-1983) bezeichnet die Frauenbewegung als „eine der großen Kräfte der politisch-gesellschaftlichen Entwicklung des ausgehenden 19. Jahrhunderts“. Seit den 1880er Jahren florierte die deutsche Frauenbewegung und vernetzte sich auch zunehmend international. Während des Krieges zeichnete sich die deutsche Frauenbewegung durch ein großes Kriegsengagement aus. Die Mehrheit der Frauen engagierte sich unter dem Dach des Nationalen Frauen Bundes (NFD) für den Krieg. Eine Besonderheit des NFD war, dass sich unter seinem Dach erstmals alle Strömungen der deutschen Frauenbewegung gemeinsam engagiert haben. Darunter fielen demnach auch die beiden großen Strömungen der deutschen Frauenbewegung, die proletarische und bürgerliche Frauenbewegung. Erwähnenswert ist dieser Umstand, da seit den Gründungen der beiden Bewegungen ein gemeinsames Vorgehen eigentlich ausgeschlossen war. Auch wenn sich die meisten Frauen in den Dienst für die Nation stellten, gab es auch einige wenige Frauen, die den Kriegsdienst verweigerten. Sowohl auf proletarischer als auch auf bürgerlicher Seite der Frauenbewegung kam es zu Abspaltungen von der eigenen Mutterpartei. Die Minderheiten gingen beide ihren pazifistischen Bestrebungen nach, schlossen sich aber nie zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Frauenbewegung

2.1 Definition

2.2 Deutsche Frauenbewegung

3. Strömungen der deutschen Frauenbewegung

3.1 Bürgerliche Frauenbewegung

3.2 Proletarische Frauenbewegung

4. Die deutsche Frauenbewegung Im Ersten Weltkrieg (1914-1918)

4.1 Kriegsengagement

4.2 Friedensengagement

5. Friedensbemühungen der deutschen Frauenbewegung

5.1 Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Bern 1915

5.2 Berner Manifest

5.3 Internationaler Frauenkongress in Den Haag 1915

5.4 Haagener Beschlüsse

6. Vergleich der Ergebnisse der Versammlungen im Zeichen des Friedens

6.1 Gemeinsamkeiten

6.2 Unterschiede

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Hausarbeit untersucht die Gründe für das Scheitern einer gemeinsamen pazifistischen Friedensinitiative zwischen der proletarischen und bürgerlichen Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg, indem sie die Abschlussdokumente der Friedenskonferenzen in Den Haag und Bern 1915 vergleicht.

  • Vergleich der pazifistischen Bestrebungen von proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung.
  • Analyse der Zielsetzungen und Grundüberzeugungen beider Bewegungen.
  • Untersuchung der Rolle der "Klassenfrage" im Kontext der Friedensbemühungen.
  • Evaluierung der Abschlussdokumente der Konferenzen in Bern und Den Haag.
  • Erklärung der Unvereinbarkeit der beiden Friedensinitiativen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Bürgerliche Frauenbewegung

Wie keine andere hatte Luise Otto-Peters als Schriftstellerin, Aktivistin und Frauenpolitikerin die bürgerliche Frauenbewegung durch Ideen und Einsatz geprägt (Boetcher-Joeres 1983 S. 21). Zwischen 1866 und 1889 entstanden insgesamt 16 Lokalvereine des ADF, dessen Mitgliedszahl 1870 bereits bei ungefähr 10.000 lag. Luise Otto-Peters wollte Frauen Selbständigkeit und Mündigkeit erkämpfen (vgl. ebd.).

Im ersten Paragraph der Vereinssatzung hieß es:

"Der allgemeine deutsche Frauenverein hat die Aufgabe, für die erhöhte Bildung des weiblichen Geschlechts und die Befreiung der weiblichen Arbeit von allen ihrer Entfaltung entgegenstehenden Hindernissen mit vereinten Kräften zu wirken" (Otto-Peters, 1866 S.8).

Otto-Peters war folglich überzeugt, dass die verbesserte Stellung der Frau nur durch das Recht auf Bildung und Arbeit möglich sei. Deswegen setzte sich die bürgerliche Frauenbewegung für das Arbeitsrecht von Frauen ein. Der Verein forderte neben verbesserter Mädchenbildung existenzsichernde Arbeit für Frauen. Darüber hinaus wollten sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Allerdings sollte das Recht auf Arbeit der Frau nur dann gelten, wenn die Pflicht der Ehe und Mutterschaft für sie ausblieben. 1876 fragte sich Otto-Peters in einem Essay:

„Und wohin nun mit diesen Allen, die sonst das Haus beschäftigte: den erwachsenen Töchtern, den Unverheirateten – deren Zahl umso mehr wächst, als die Männer sehen, wie kostspielig es ist, verheiratet zu sein – den Witwen?" (Otto-Peters 1876 S. 154)

Die Forderung nach Recht auf Arbeit sollte für bürgerliche Töchter gelten, und zwar solche, die von jeglicher Art von Erwerbs- und körperlicher Arbeit ausgeschlossen waren (Nave-Herz 1997 S. 13). Otto-Peters hatte demnach ein Interesse an der Verbesserung der Stellung der Frau in der Gesellschaft, lehnte aber eine grundlegende Veränderung der damals vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse ab (Hervé 1998 S. 28).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Thematik der Rolle der Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg und Formulierung der Fragestellung bezüglich der Unvereinbarkeit der Friedensinitiativen.

2. Frauenbewegung: Definition des Begriffs Frauenbewegung sowie eine kurze Beschreibung der deutschen Entwicklung.

3. Strömungen der deutschen Frauenbewegung: Darstellung der unterschiedlichen Zielsetzungen und Grundüberzeugungen der bürgerlichen und der proletarischen Frauenbewegung.

4. Die deutsche Frauenbewegung Im Ersten Weltkrieg (1914-1918): Analyse des Kriegsengagements und des Aufkommens pazifistischer Minderheiten innerhalb der Bewegungen.

5. Friedensbemühungen der deutschen Frauenbewegung: Detaillierte Betrachtung der Konferenzen in Bern und Den Haag sowie deren Abschlussdokumente.

6. Vergleich der Ergebnisse der Versammlungen im Zeichen des Friedens: Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Friedensinitiativen hinsichtlich ihrer pazifistischen und feministischen Strategien.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Frauenbewegung, Friedensengagement, Pazifismus, Proletarische Frauenbewegung, Bürgerliche Frauenbewegung, Den Haag 1915, Bern 1915, Clara Zetkin, Feminismus, Frauenwahlrecht, Klassenfrage, Internationalismus, Berner Manifest, Haagener Beschlüsse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem Friedensengagement der proletarischen und bürgerlichen Frauenbewegung während des Ersten Weltkriegs und untersucht, warum diese keinen gemeinsamen Weg finden konnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Thematisiert werden die Unterschiede in den feministischen Grundüberzeugungen, das Kriegsengagement der Frauenverbände und die pazifistischen Bemühungen in Bern und Den Haag 1915.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin geht der Frage nach, warum die Überzeugung vom Frieden nicht ausreichte, um die unterschiedlichen Friedensinitiativen der proletarischen und bürgerlichen Frauenbewegung in einen gemeinsamen Kampf zu vereinen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die Fachliteratur auswertet und die Abschlussdokumente der Friedenskonferenzen von 1915 in einen vergleichenden Kontext setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition der Frauenbewegung, die Strömungen, das Engagement im Ersten Weltkrieg sowie detailliert die Ziele des Berner Manifests und der Haagener Beschlüsse.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Essenzielle Begriffe sind Pazifismus, Feminismus, Klassenfrage, Internationale Solidarität und die Unterscheidung zwischen reformistischen und revolutionären Friedensansätzen.

Warum lehnte die bürgerliche Frauenbewegung (BDF) den Kongress in Den Haag ab?

Der BDF sah eine Teilnahme als unvereinbar mit der vaterländischen Gesinnung und der nationalen Verpflichtung der deutschen Frauenbewegung an.

Warum lehnte Clara Zetkin eine Teilnahme an der Konferenz in Den Haag ab?

Zetkin beurteilte die Den Haager Konferenz als zu reformerisch und sah in ihr keine Lösung für die notwendige Umstrukturierung der kapitalistischen Gesellschaft.

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Details

Titel
Friedensengagement von proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg. Vereinbarung von pazifistischen Bestrebungen und feministischen Zielen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
1.7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1325548
ISBN (PDF)
9783346811301
ISBN (Buch)
9783346811318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedensengagement frauenbewegung ersten weltkrieg vereinbarung bestrebungen zielen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Friedensengagement von proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg. Vereinbarung von pazifistischen Bestrebungen und feministischen Zielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325548
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Leseprobe aus  23  Seiten
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