Heutzutage gilt es aufgrund von zunehmender Wettbewerbsintensität aktuelle Kosteninstrumente und -strategien immer wieder zu überdenken und weiterzuentwickeln. Es sollen möglichst effiziente Kostenstrukturen erzielt werden. Dabei müssen die dynamischen Entwicklungen des Marktes mit den Schlüsselfaktoren Kunden, Kosten und Preis mit einbezogen werden. Als strategisches Kalkül zur Sicherstellung des Erfüllens der hohen Erwartungen stellt sich das Target Costing als verbreitetes strategisches Kostenrechnungsinstrument heraus. Diese moderne Kostenrechnungsmethode fokussiert ihre Ausrichtung auf aktuell vorliegende Kundenbedürfnisse, im Widerspruch zu der Vergangenheitsorientierung der traditionellen Kostenrechnungsmethoden.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Implementierung des Target Costing und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Entscheidungs- und Kontrollfunktion des Managements. Die Zielsetzung liegt im Aufzeigen von Verbindungen zwischen der strategischen Ausrichtung im Wettbewerb und der zielgerichteten Umsetzung der Kostenrechnungsmethode. Dazu werden zu Beginn die Grundlagen und die Funktionsweise des Target Costing vermittelt sowie im Anschluss auf die potenziellen Einflussfaktoren basierend auf der Implementierung in den Supply-Chain Systemen des Unternehmens eingegangen wird. Im Anschluss wird die interne Perspektive im Sinne der Nutzung als Instrument zur Mitarbeitermotivation dargestellt. Abschließend wird der Einsatz des Target Costing als Instrument des strategischen Controllings kritisch beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Target Costing
2.1 Definition und Zielsetzung
2.2 Funktionsweise
3 Bedeutung des Target Costing in der Unternehmensstrategie
3.1 Integration der Zielkostenrechnung in externe Supply Chain Systeme und deren Management
3.2 Target Costing als psychologisches Instrument der Mitarbeitermotivation
4 Kritische Evaluierung des Target Costing
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit evaluiert die Auswirkungen des Target Costing als Instrument des strategischen Controllings auf unternehmerische Entscheidungen in Großkonzernen, insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung von internen und externen Geschäftsbeziehungen.
- Marktorientierte Steuerung der Produktkosten und Zielrentabilität
- Integration der Zielkostenrechnung in externe Supply-Chain-Systeme
- Nutzung von Target Costing als psychologisches Motivationsinstrument
- Kritische Analyse des Implementierungsaufwands und Organisationsdrucks
- Entscheidungsfindung zur Markteinführung und Produktgestaltung
Auszug aus dem Buch
2.2 Funktionsweise
Das Verfahren des Target Costing lässt sich primär in die vier Prozessschritte der Zielkostenfestlegung, Zielkostendekomposition, Zielkostenkontrolle und Zielkostenerreichung unterteilen, wobei die Kontrolle und das Erreichen der Kostenvorgaben in direkter Abhängigkeit zueinander stehen (vgl. Friedl et al., 2017, S.479). Darauf bezugnehmend definieren Seidenschwarz und Hórvath (1992, S.144) die Festlegung der Kostenziele als Einstiegspunkt. Im Vordergrund steht die Market-Into-Company-Strategie, über die, nach einer umfangreichen Marktanalyse, ein Absatzpreis und ein geschätztes Absatzvolumen für das Produkt festgelegt wird, sodass sich final ein geschätzter Preis je produzierter Einheit berechnen lässt (vgl. Gagne & Discenza, 1995, S.17). Im Anschluss werden die erlaubten Kosten (Zielkosten) durch Subtraktion der durch das Unternehmen festgelegten Zielrendite pro Produkteinheit vom zu erwartenden Verkaufspreis ermittelt (vgl. Kato, 1993, S.38). Es zeigt sich, dass Kundenbedürfnisse durch die marktorientierte Festlegung des Absatzpreises frühzeitig im Kostenmanagementprozess berücksichtigt werden (vgl. Schulte-Henke, 2008, S.12).
Nach genauerer Betrachtung wird dem Market-Into-Company Ansatz das höchste Potential zur Anwendung im Rahmen des Target Costing zugesprochen, zumal die potentiellen Alternativen oftmals nur unter stark abgeänderten Marktstrukturen und Unternehmenseigenschaften angewendet werden können (vgl. Seidenschwarz, 1991, S.200). Resümierend wird im ersten Prozessschritt des Target Costing ein marktorientierter Ansatz basierend auf Kundenpräferenzen zur Zielkostenfestlegung herangezogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Wettbewerbsintensität und erläutert, wie Target Costing als modernes strategisches Kosteninstrument die traditionelle Vergangenheitsorientierung ersetzen kann.
2 Grundlagen des Target Costing: Dieses Kapitel definiert das Zielkostenmanagement als Instrument zur Koordination von Produktkosten und beschreibt die vier zentralen Prozessschritte von der Festlegung bis zur Zielkostenerreichung.
3 Bedeutung des Target Costing in der Unternehmensstrategie: Hier liegt der Fokus auf der Einbindung des Target Costing in externe Supply-Chain-Systeme sowie auf dessen Wirkung als psychologisches Motivationsinstrument für Mitarbeiter.
4 Kritische Evaluierung des Target Costing: Dieses Kapitel hinterfragt den hohen Organisationsdruck und die Schwierigkeit der Kostenschätzung bei Neuproduktentwicklungen trotz der Vorteile der Transparenz und Rationalisierung.
5 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz und betont, dass der Erfolg des Target Costing maßgeblich von der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Stakeholdern und der strategischen Koordination abhängt.
Schlüsselwörter
Target Costing, Zielkostenmanagement, Kostenrechnung, Strategisches Controlling, Supply Chain Management, Unternehmensstrategie, Mitarbeitermotivation, Kundenbedürfnisse, Kostentransparenz, Marktorientierung, Produktentwicklung, Zielrentabilität, Produktkosten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Target Costing eingesetzt wird, um in Großkonzernen Kosten marktorientiert zu steuern und strategische Entscheidungen zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die marktorientierte Zielkostendefinition, die Einbindung von Zulieferern in die Supply Chain sowie die motivationale Steuerung der eigenen Mitarbeiter.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern wirkt sich das Target Costing als Instrument der Kostenrechnung auf unternehmerische Entscheidungen eines Großkonzernes aus?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der theoretischen Herleitung von Zusammenhängen zwischen Kostenmanagement und wirtschaftlicher Entscheidungsfindung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen, die Integration in externe Lieferketten sowie die Nutzung des Instruments zur Mitarbeiterführung und schließt mit einer kritischen Würdigung ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Target Costing, strategisches Controlling, Kostenmanagement, Supply Chain Management und Mitarbeitermotivation.
Welche Rolle spielen "Black-Box-Zulieferer" bei der Implementierung?
Black-Box-Zulieferer sind von zentraler Bedeutung, da sie in frühen Phasen der Produktentstehung integriert werden können, um direkt Kostenreduktionen zu initiieren und Produktfunktionen zu optimieren.
Warum wird "Overengineering" als Gefahr für das Target Costing bezeichnet?
Overengineering führt zu unnötig komplexen technischen Lösungen, die weit über das vom Markt nachgefragte Maß hinausgehen und somit die Zielkostenvorgaben verfehlen.
Wie kann eine Entlohnung bei Unterlassen der Markteinführung motivierend wirken?
Eine Kompensation bei Nicht-Einführung verhindert, dass Mitarbeiter zukünftig ihre Anstrengungen bei der Umsetzung von Zielkostenvorgaben reduzieren, indem die geleistete Arbeit dennoch wertgeschätzt wird.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Das Target Costing als Instrument der Kostenrechnung bei unternehmerischen Entscheidungen eines Großkonzernes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325763