Sammlung diverser Berichte - Band IX: Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Hat das Krankenhaus noch Reserven?


Projektarbeit, 1996

25 Seiten


Leseprobe

In der Reihe

Sammlung diverser Berichte Band IX

werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus diversen Gutachten zu Wirtschaftlichkeits- und Organisationsanalysen verschiedenster Projekte präsentiert. Die Ergebnisse und Vorschläge zu den einzelnen Themen sollen die Basis sein, für Interessierte z. B. von betroffenen Einrichtungen und natürlich auch Anderen, u. U. das eigene Umfeld selbstkritisch zu Hinterfragen, Ansätze zu finden, die in diesen Berichten dargestellten Vorschlägen und Empfehlungen, für die Verbesserung ihrer Einrichtungen zu adaptieren und umzusetzen. Die Angaben zu den zu untersuchenden Einrichtungen wurden bewusst anonymisiert.

Im Band IX dieser Reihe beschäftigt sich der Verfasser mit der Thematik, „Hat das Krankenhaus noch Reserven?“, welches anläßlich eines Vortrages am 22-04-1996 in Nürnberg auf einem Pflegekongress vorgetragen wurde. In diesem Referat werden verschiedene Ansatzmöglichkeiten von Einsparungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Dem Verfasser ist sich zwar bewußt, dass es sich bei dieser Schriftenreihe teilweise um Untersuchungen handelt, die zum Teil schon vor 10 Jahren gemacht wurden, die Ergebnisse und Hinweise sind aber noch immer von hoher Aktualität, wie neuere Untersuchungen zu relevanten und ähnlichen Themen beweißen. Auch das Thema der Kostenrduktion im Gesundheitswesen bzw. im Krankenhaus ist aktueller denn je.

Die Schriftenreihe wird mit weiteren Themen fortgesetzt Der Verfasser Launsdorf im Juni 2009 Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin GF der WiG consult GmbH (WAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) Dieter Dieter F. F. - - W. W. Freiherrr Freiherrr von von M Müü nster nster - - Kistner Kistner

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Hat das

Krankenhaus noch Reserven ?

Das Thema meines Vortrages lautet, "Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen! Hat das Krankenhaus noch Reserven?"

Ich für meinen Teil möchte, insbesondere aus meiner Erfahrung heraus als Berater mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen, diese Frage mit einem eindeutigen JA b eantworten. Sie mögen mir an dieser Stelle vielleicht nicht zustimmen, dies insbesondere aus der Sicht Ihres eigenen Hauses. Ich hoffe und bin eigentlich davon überzeugt, daß Sie nach diesem Vortrag und insbesondere auch nach dem zweiten Thema "LABORORGANISATION", das mein

Kollege Herr Eichinger halten wird, anderer Auffassung sind.

Wir die WiG consult GmbH haben es uns zur Aufgabe gemacht, Ihnen bei der Umsetzung der schwierigen Aufgaben, die vor uns liegen zu helfen, Sie zu unterstützen. Erwähnt werden muß, daß einer unserer entscheidenden Vorteile darin liegt, daß unsere Mitarbeiter ausnahmslos alle über eine langjährige Krankenhauserfahrung verfügen, zum Teil sogar noch selbst in der unmittelbaren Krankenhauspraxis stehen. Lassen Sie mich ganz kurz die WiG und ihre Aufgabenschwerpunkte vorstellen.

WiG FOLIE consult WiG Beratungsleistungen GmbH

Beratungsleistungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(eigene Darstellung)

Über die neue Bundespflegesatzverordnung und insbesondere das GSG 93 wurde inzwischen viel geschrieben, diskutiert und auch lamentiert. Ob zu Recht oder Unrecht möchte ich jetzt nicht weiter vertiefen. Ein Ende der Diskussion ist allerdings, gerade auch im Hinblick auf die anstehende neue Bundespflegesatzverordnung, noch nicht abzusehen. Es wird mit Sicherheit auch noch viel darüber zu sprechen sein. Wobei für letztere seitens der Ministerien Sendepause angesagt ist.

Ich will mich an dieser Stelle bewußt nicht in den Reigen derer, die hierüber etwas zu sagen haben, einfügen und auch nicht mit in das “Hohe Lied der Klagen” einstimmen, auch wenn das momentan modern sein mag. Ich vertrete vielmehr die Auffassung, alles Klagen hilft nichts, wir müssen da durch, wir überstehen auch dieses Gesetz. Diese Haltung ist aber nicht gleichzusetzen mit sich beugen und bedingungslos akzeptieren.

Ich gehe allerdings mit Ihnen darin konform, daß Kritik teilweise angebracht ist, aber genauso an manchen Stellen unberechtigt ist. Tatsache bleibt, daß Änderungen notwendig waren und wir uns alle diesen Änderungen und Neuerungen gegenüber nicht verschließen können.

Was lief denn falsch, daß der Gesetzgeber zu einer solchen Maßnahme wie die Einführung des GSG 93 greifen mußte. Es gab in den vergangenen Jahren doch genügend Gesetze und Jahrhundertwerke!

Das Gesundheitsreformgesetz, kurz GSG genannt, ist aus der dringenden Notwendigkeit geboren worden, die Ausgaben im Gesundheitswesen deutlich zu reduzieren. Der Gesetzgeber hat zum einen das Ziel zunächst die Lohnnebenkosten zu vermindern und zum anderen die Wirtschaftlichkeit des Verhaltens in unseren Krankenhäusern zu erhöhen.

Um das vorgenannte Ziel zu erreichen, wurde - wie Sie alle wissen - u.A. das Selbstkostendeckungsprinzip aufgehoben und es werden leistungsgerechte Entgelte eingeführt. Ob diese Entgelte tatsächlich leistungsgerecht sind, ist aber nicht Thema meines Vortrages.

Auf der anderen Seite erleben wir im Moment die Phase der Deckellung.

Die Krankenhäuser sollen nach Möglichkeit schon heute das “ambulante operieren” einführen, wobei festzustellen ist, daß die erstatteten Kosten hierfür derzeit nicht kostendeckend sind.

Hinzu kommt, daß die Krankenhäuser organisatorisch und logistisch im Wesentlichen nicht auf die Neuerungen vorbereitet sind. Die bisherige, traditionelle Krankenhausorganisation kommt mit den Änderungen und neuen Anforderungen so schnell nicht zurecht, wie es erforderlich und notwendig wäre. Die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, insbesondere im EDV-Bereich, entsprechen nicht den Anforderungen, die zur Abrechnung der Fallpauschalen, Sonderentgelten , Basis- und Abteilungspflegesätze etc. notwendig sind.

Lassen Sie mich an dieser Stelle nur kurz beispielhaft das Thema PPR, das ja Bestandteil des GSG 93 ist, herausgreifen, ohne daß ich hierüber allzu sehr in die Tiefe steigen möchte.

Wie wir alle wissen, ist der Personalbedarf des Pflegedienstes seit dem 1.1.1993 gemäß den Vorschriften der PPR zu ermitteln. D.h. also seit 18 Monaten ist diese Verordnung in Kraft, wird damit gearbeitet. Einige tun es sogar schon deutlich länger. Leider muß ich in unserer täglichen Praxis feststellen, daß die Fehlerquote in der Auswertung noch immer sehr hoch ist. In den vergangenen Jahren haben wir uns alle zu Recht über die Systematik der

Anhaltszahlenberechnung beschwert. Nun haben wir ein System, das die Bedingungen einer modernen zentralisierten Krankenhausversorgung berücksichtigt und erstmalig eine leistungsbezogene Personalausstattung im Pflegedienst der Krankenhäuser zuläßt. Es ist sicherlich richtig, daß dieses System noch immer einige Fehler aufweist. Aber wir wollten ja dieses System. Ein System welches in anderen Variationsformen schon seit vielen Jahren in Ländern, wie z. B. in der Schweiz, als Schweizer Wegleitung, bzw. in Amerika als nurse shedulling Anwendung findet.

Bei uns hier in der Bundesrepublik (in diesem unserem Lande) resultiert das Manko im Umgang mit dem neuen System darin, das entweder eine einseitige Auslegung bzw.

Fehleinschätzung der Möglichkeiten vorzufinden ist, oder aber ein Boykottieren dieses Systems stattfindet. Das durchaus positiv zu wertende Ziel, die Pflege zu einem transparenten, nachvollzieh- und berechenbaren Leistungsnachweis zu zwingen, wird noch immer nicht ausreichend genutzt bzw. erreicht. Ich vertrete die Auffassung, daß die PPR der bisherigen Fremdbestimmung des Pflegedienstes ein Ende bereitet und verschiedene Möglichkeiten besitzt, und zwar über die der reinen Personalbedarfsermittlung hinaus, nämlich um als

- Personaleinsatzsteuerungsinstrument,
- als Qualitätssicherungsinstrument,
- als marktpolitisches Instrument und
- als Mittel zur Beeinflussung der Ablauforganisation

und entsprechender Änderungsmöglichkeiten eingesetzt werden könnten.

Überzeugende Beispiele ihrer Multifunktionalität sind der aktuelle Überblick der

Pflegedienstleitung über die Pflegebedürftigkeit der Patienten auf den einzelnen Stationen und die Korrelationen, die sich mittels der EDV-Auswertung der Pflegeintensitätsstatistiken z.B. zu Ausfallzeiten, Häufungen von Krankheitsbildern usw. feststellen lassen.

Lassen Sie mich aber wieder zum eigentlichen Thema zurückkommen.

Von der FA. ANDERSEN Consulting wurde Ende 1993 eine repräsentative Umfrage gestartet. Hintergrund dieser Umfrage war die Erstellung einer Studie “Die Zukunft des

Europäischen Gesundheitswesens, Perspektiven für Deutschland”. Das Ergebnis der

Untersuchung war folgendes

Gründe für Schließung von Krankenhäusern

Ergebnis einer Befragung 6.93

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Folie Bettenabbau / Verbesserung der Situation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Krankenhäusern

Ergebnis einer Befragung 6.93

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Konsequenzen, die aus der Umsetzung der neuen Bundespflegesatzverordnung auf uns zukommen werden sind:

Folie GSG Bundespflegesatzverordnung / Daumen drauf

GSG 93 Bundespflegesatzverordnung

- Effizienzsteigerung
- Kostensenkung
- Qualitätssicherung
- Organisation und Führung
- Strategie
- Standortbestimmung
- usw.

(eigene Darstellung)

Mit anderen Worten das Krankenhaus befindet sich in einem so richtigen Spannungsfeld, einem Vakuum.

Die derzeitige Situation setzt die Beteiligten, die Verantwortlichen vor Ort, also Sie die hier Anwesenden unter einen immensen emotionalen und rationalen Druck. Auf der einen Seite wird eine deutliche Reduzierung der Kosten, auf der anderen Seite eine Maximierung der Effizienz gefordert.

Wie heißt es in der Verordnung zur Neuordnung des Pflegesatzrechtes in der Präambel unter

Zielsetzung

Mit der Verordnung soll die Vergütung der Krankenhausleistungen vom bisherigen allgemeinen vollpauschalierten Pflegesatz umgestellt werden auf ein differenziertes Entgeltsystem mit medizinisch leistungsgerechten Entgelten. Damit sollen starke Anreize geschaffen werden, möglichst wirtschaftlich zu handeln und die Verweildauer der Patienten zu verkürzen.

unter B. werden die Lösungen genannt dann unter C. Alternativen keine unter dem Abschnitt D. Kosten heißt es im letzten Absatz Bund, Länder und Gemeinden als Träger von Krankenhäusern werden nicht direkt belastet. Nur bei nicht wirtschaftlich geführten Krankenhäusern können Verluste auftreten.

Was können wir, was müssen wir tun?

Lassen Sie mich aber zunächst die Frage stellen, was wird denn derzeit schon getan, was wird umgesetzt?

Ich selbst erlebe viele Krankenhäuser derzeit so, in völliger Agonie verharrend auf die Stunde X wartend den Kopf in den Sand stecken, nach dem Motto lieber gar nichts, als das Falsche tun.

Zeitmangel, zu hoher Arbeitsdruck, die Angst Fehler zu machen, uneffektive Organisation und Arbeitsläufe, langwierige und energiezehrende Entscheidungswege, Uneinigkeit in der Führungsspitze, Mangel an Führungs-, an sozialer Kompetenz verhindert oft dieses Maximum an Effizienz bei einem Minimum an Kosten.

Die Zusammenarbeit im Krankenhaus selbst wird häufig unnötig erschwert durch einen

Mangel an gegenseitiger Akzeptanz, Zusammengehörigkeitsgefühl und Motivation. An dieser Stelle muß man sicherlich den Blick auch auf die Mediziner richten, die hier in Zukunft deutlich mehr mit dem administrativen Verwalter des Krankenhauses zusammenarbeiten müssen, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Die Zeiten, sind endgültig vorbei, wo sich vieles nach der Auffassung und Meinung des Chefarztes auszurichten hatte.

Herr Dr. Kracht, Ernst&Whinney, unterschied Führungskräfte in drei Kategorien und zwar

den Macher

den Bewahrer

den Verwalter

Eine zu deutliche Ausprägung einer der drei Komponenten wäre meines Erachtens unter Berücksichtigung der zu bewältigenden Aufgaben nicht gut. Eine gute Mischung aus allen dreien ist gerade das richtige Verhältnis.

Lösungsmöglichkeiten müssen pragmatisch, durchdacht, aber auch konsequent angegangenen werden. Übereilte ad hoc Entscheidungen sind fehl am Platz. Die Aufgaben müssen fraktioniert angegangen und gelöst werden.

Das heißt, das Krankenhaus muß zunächst Strategien überlegen, wie die Probleme zu lösen sind.

Zunächst müssen wir überlegen, wie kann die Ertragslage verbessert, die Ausgabenseite reduziert werden. Die Strategien hierfür sind im

kurzfristigen

mittelfristigen und

langfristigen

Bereich anzusiedeln.

Wie müssen denn diese Strategien aussehen?

Lassen Sie mich zunächst die kurzfristigen Strategien erläutern, also der Bereich, der schnelle Ergebnisse bringt.

Unser Augenmerk wäre zunächst auf

die Umsatzstruktur

die Behandlungserlöse

die Nutzungsentgelte

die Personalkosten

die Wahlleistungen die Sachkosten

die Erlösstruktur

die Ertragsseite

die Organisationsstruktur

zu richten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Sammlung diverser Berichte - Band IX: Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Hat das Krankenhaus noch Reserven?
Autor
Jahr
1996
Seiten
25
Katalognummer
V132579
ISBN (eBook)
9783668094772
ISBN (Buch)
9783668094789
Dateigröße
1266 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
sammlung, berichte, band, wirtschaftlichkeit, gesundheitswesen, krankenhaus, reserven
Arbeit zitieren
Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner (Autor), 1996, Sammlung diverser Berichte - Band IX: Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Hat das Krankenhaus noch Reserven?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132579

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