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Laien in der Geschichte der katholischen Kirche

Das Vaticanum II als neue Hoffnung!?

Title: Laien in der Geschichte der katholischen Kirche

Term Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Arne Loewenich (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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1956 schrieb G. Stachel, dass es nicht die Aufgabe von Laien sein kann, neue Tätigkeitsbereiche in der Kirche zu erobern, sondern dass abzuwarten sei, wie weit diese durch die Hierarchie der Kirche herangezogen werden. Ob Stachel im Entferntesten geahnt hat, was sich ungefähr sechs Jahre später in Rom in dieser Frage abgespielt hat, ist mehr als fraglich: Johannes XXIII. ruft das Zweite Vatikanische Konzil aus und am Ende dieser mehrjährigen Versammlung stehen 1965 viele gewaltige Beschlüsse, mit denen so gut wie niemand in dieser Zeit gerechnet hätte. Die Zeit war in Deutschland bestimmt von der Nachkriegszeit, der zweiten deutschen Demokratie (Bonner Republik) unter den Kanzlern Adenauer und Erhard und der Wirtschaftsexplosion. In solch einer Zeit sind die Menschen mit sich selbst, ihrem Erfolg und dem Neuaufbau des eigenen Lebens beschäftigt – bleibt da noch Zeit für Religion und Kirche? Wie sah die Stimmung vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil aus? Warum beruft ein Papst in dieser Zeit ein Konzil ein? War das Zweite Konzil nur der Nachfolger des Ersten?
Diese Hausarbeit soll einen Überblick über die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Umstände und Gründe der Einberufung desselben geben. Die Dogmatische Konstitution lumen gentium bildet einen weiteren Teil, da in diesem Dokument die Hierarchie innerhalb der Kirche in einschneidender Weise verändert wird und die Rolle der Laien, dem Volk Gottes, ein völlig neues Gewicht erhält. Daher wird im Besonderen die Rolle der Laien in der Kirche betrachtet. Weiterhin ist das Laienapostolat ein wichtiger Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils und beschäftigt sich ebenfalls mit der größten Gruppe in der Katholischen Kirche. Durch die Stärkung der Laien kam es bei manch einem Kleriker auch zu Existenzängsten, da er sich in seinen Autoritäten beschnitten fühlten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Exkurs

2.1 Wortdefinition

2.2 Der Begriff Laie in den Anfängen des Christentums

2.3 Die Unterscheidung zwischen Laien und Klerikern

2.4 Die Laien nach dem Konzil von Trient

2.5 Der Katholizismus im 19. Jahrhundert

2.6 Die Katholische Aktion

3. Das Zweite Vatikanische Konzil

3.1 Am Vorabend des Konzils

3.2 Allgemeines zum Konzil

3.3 Die dogmatische Konstitution über die Kirche lumen gentium

3.3.1 Das vierte Kapitel über die Laien

3.3.2 Bewertung

3.4 Das Dekret über das Laienapostolat

4. Nach dem Konzil und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Rolle der Laien innerhalb der katholischen Kirche mit besonderem Fokus auf das Zweite Vatikanische Konzil. Ziel ist es, den Wandel der Laien-Rolle vom passiven Kirchenmitglied zum aktiven, mitverantwortlichen Teil des "Volkes Gottes" sowie die damit einhergehenden Spannungsfelder zum Klerus zu analysieren.

  • Historische Herleitung des Laienbegriffs vom frühen Christentum bis zur Neuzeit
  • Analyse der dogmatischen Konstitution lumen gentium hinsichtlich der Laien-Thematik
  • Untersuchung des Dekrets über das Laienapostolat und dessen kirchenrechtliche Bedeutung
  • Diskussion über das Spannungsverhältnis zwischen klerikaler Autorität und laikalem Engagement

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Das vierte Kapitel über die Laien

Das vierte Kapitel Die Laien wurde in neun Artikel unterteilt. Direkt im 30. Artikel findet man als Einleitung fast schon eine Entschuldigung in Richtung der Laien von den Konzilsvätern, denn diese „wissen sehr gut, wieviel die Laien zum Wohl der ganzen Kirche beitragen.“ Gleichzeitig wäre ihnen bewusst, „daß sie[ die Priester, Anm. d. A.] von Christus nicht bestellt sind, um die ganze Heilsmission der Kirche allein auf sich zu nehmen, sondern daß […] [sie] als Hirten“ die Gläubigen nur anleiten sollen, damit alle für das eine Ziel zusammenarbeiten können.

Ein ganz wichtiger Aspekt, fällt nur in einem Nebensatz: Explizit werden in einer Apposition zum Wort Laien „Männer und Frauen“ erwähnt. Im Vergleich zu alten Quellen ist es bemerkenswert, dass Frauen in diesem Fall gleichgestellt mit den Männern sind. Hierzu finden wir ebenfalls einen Absatz in Artikel 32, in dem klargestellt wird, dass es „keine Ungleichheit aufgrund von Rasse und Volkszugehörigkeit, sozialer Stellung und Geschlecht“ gibt.

Wie oben schon erwähnt, ist es schwierig, den Begriff des Laien eindeutig zu beschreiben. Daher hatten auch die Konzilsvätern das Problem zu bewältigen, dass man eine Formulierung finden musste, die man für diese Gruppe benutzen konnte. Dabei schaffen sie es in Artikel 31 nur zu beschreiben, was Laien nicht sind; es sind „alle Christgläubigen […] mit Ausnahme der Glieder des Weihestandes und des […] Ordensstandes“. Im Anschluss erhebt man die Laien „zum Volk Gottes [, welches auf eigene Weise am] […]priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt[…] Christi […] teilhaftig“ sind. Die Teilhabe am Priesteramt Christi finden wir ebenfalls noch einmal in Artikel 34.

Neben der Abgrenzung vom Weihestand finden wir in Artikel 32 ein eindeutiges Bekenntnis zur Brüderlichkeit zwischen Laien und geweihten Amtsträgern. Schon hier merken wir, wie schwierig es den Konzilsvätern gefallen sein muss, eine Definition für die Gruppe der Laien zu finden; auf der einen Seite gleich mit den Klerikern und gleichzeitig abgegrenzt von ihnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Ausgangslage vor dem Konzil und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Laien im Wandel der Kirche zu betrachten.

2. Geschichtlicher Exkurs: Dieses Kapitel zeichnet die etymologische und rechtliche Entwicklung des Laienbegriffs von der Urkirche bis zur Gründung der Katholischen Aktion nach.

3. Das Zweite Vatikanische Konzil: Hier wird der Prozess der Konzilsberufung analysiert und die zentralen Dokumente lumen gentium sowie das Dekret über das Laienapostolat in Bezug auf die Laien-Thematik ausgewertet.

4. Nach dem Konzil und Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in der Praxis und zieht ein kritisches Fazit über das heutige Laien-Verständnis in der Kirche.

Schlüsselwörter

Laien, Katholische Kirche, Zweites Vatikanisches Konzil, lumen gentium, Laienapostolat, Klerus, Volk Gottes, Kirchengeschichte, Konzil von Trient, Katholische Aktion, Liturgiereform, Pastoralreferenten, Mitverantwortung, Kirchenrecht, Dogmatische Konstitution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der sich wandelnden Rolle von Laien in der katholischen Kirche und untersucht, wie das Zweite Vatikanische Konzil diese Stellung neu definierte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Abgrenzung zwischen Klerikern und Laien, der Aufwertung der Laien durch Konzilsdokumente sowie der praktischen Umsetzung und den bestehenden Spannungen innerhalb der kirchlichen Hierarchie.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit hinterfragt, inwieweit das Zweite Vatikanische Konzil die Rolle der Laien als "Volk Gottes" gestärkt hat und warum die ursprüngliche Euphorie über diese Aufwertung im kirchlichen Alltag oft verflogen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische und theologische Analyse, die auf der Auswertung kirchengeschichtlicher Quellen, theologischer Fachliteratur und offizieller Konzilsdokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Herleitung des Laienbegriffs und eine detaillierte Analyse der dogmatischen Konstitution lumen gentium sowie des Dekrets über das Laienapostolat.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch einen kritischen Blick auf das Spannungsfeld zwischen offiziellen Konzilsbeschlüssen und der gelebten kirchenpolitischen Realität aus.

Welche Bedeutung hat Artikel 31 in der Konstitution lumen gentium?

Artikel 31 ist zentral, da er den Laien als das "Volk Gottes" definiert, welches trotz der Abgrenzung vom Weihe- und Ordensstand eine aktive, teilhabende Rolle am priesterlichen und prophetischen Amt Christi erhält.

Warum wird im Fazit von einer "verflogenen Euphorie" gesprochen?

Der Autor argumentiert, dass trotz der theoretischen Stärkung der Laien durch das Konzil in der kirchlichen Praxis – insbesondere durch Stellenstreichungen und klerikale Vorbehalte – die Einbindung der Laien hinter den ursprünglichen Möglichkeiten zurückgeblieben ist.

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Details

Title
Laien in der Geschichte der katholischen Kirche
Subtitle
Das Vaticanum II als neue Hoffnung!?
College
University of Cologne  (Institut für Katholische Theologie)
Course
Einführung in die Historische Theologie: Religion und Gesellschaft
Grade
1,7
Author
Arne Loewenich (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V132591
ISBN (eBook)
9783640388592
ISBN (Book)
9783640388516
Language
German
Tags
Kirche katholische Kirche Konzil Vatikanische Konzil Laien Laienbewegung Vaticanum Zweite Vatikanische Konzil Loewenich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Loewenich (Author), 2009, Laien in der Geschichte der katholischen Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132591
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