Der Einzelhandel von heute steht vor bedeutenden Fragen, für welche er Antworten sucht. Wie werden Kunden an verschiedenen Kontaktpunkten durch unterschiedliche Kanäle am besten angesprochen? Wie kann der Händler ein Verständnis für die Wünsche seiner Kunden aufbauen? Was ist der effektivste Weg, um Rentabilität zu gewährleisten oder digitale Neuerungen zu integrieren? Sind Kooperationen mit Lieferanten der richtige Weg um eine langfristige, strategische Partnerschaft zu etablieren?
Mitten in einer Zeit der Umbrüche platzt die Corona-Pandemie herein und zu den drängenden Fragen, die sich bis dahin gestellt hatten, kommen zahlreiche, noch drängendere hinzu. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob durch die Pandemie die Geschwindigkeit der Transformation der Branche erhöht wird, oder ob es sich um ein zeitlich begrenztes Einzelereignis handelt.
Um Transparenz zu erlagen, wurden die Einflussfaktoren analysiert und eine Branchenstrukturanalyse anhand des Five-Forces-Modells nach Porter durchgeführt. Die Websites und Instagram-Profile der Deutschen Rolex-Konzessionäre wurden bezüglich der angebotenen Lockdown-Kommunikationswege und der Qualität ihres Social-Media- Auftrittes untersucht.
Die Studie führt zu dem Schluss, dass die Pandemie wie ein Katalysator wirkt. Die Händler, deren digitale Kommunikation bereits vor den beiden Lockdowns gut aufgestellt war, konnten dank der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen die Zwangsschließungen leichter verkraften und stehen im Vergleich zu ihren schwächeren Mitbewerbern besser da. Die Konsolidierung wird beschleunigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zur Thematik
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Der Handel mit Luxus-Uhren
2.1 Definition Einzelhandel
2.2 Der globale Luxusmarkt
2.2.1 Der globale Uhrenmarkt
2.2.2 Die Renaissance der mechanischen Uhr
2.3 Der Uhrenhandel in Deutschland
2.3.1 Definition und Abgrenzung
2.3.2 Marktvolumen
2.3.3 Konsolidierung
2.3.4 Digitalisierung
3 Branchenstrukturanalyse (Five-Forces nach Porter)
3.1 Methode und Bedeutung
3.1.1 Rivalität
3.1.2 Lizenzierte Händler
3.1.3 Graumarkt / Zweitmarkt
3.1.4 eCommerce Plattformen
3.1.5 CPO – Certified Pre-Owned
3.1.6 Potenzielle neue Konkurrenten
3.1.7 Verhandlungsmacht der Käufer
3.1.8 Substitutionsprodukte
3.1.9 Verhandlungsmacht der Lieferanten
3.2 Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Branchenstrukturanalyse nach Porter
4 Digitaler Reifegrad deutscher Rolex Konzessionäre
4.1 Struktur der Rolex-Konzessionäre in Deutschland
4.2 Lockdown Kommunikation auf der Website
4.2.1 Chat / WhatsApp
4.2.2 Video Beratung
4.2.3 Call & Collect
4.2.4 Click & Collect
4.3 Präsenz auf der Social-Media Plattform Instagram
4.3.1 Warum Instagram?
4.3.2 Auswertung der Profile
4.4 Bewertung
5 Auswirkungen der Pandemie
5.1 Direkte Auswirkungen
5.1.1 Tourismus
5.1.2 Schließungen des Einzelhandels
5.1.3 Produktionsausfälle
5.2 Gegenmaßnahmen / Konjunkturpaket der Bundesregierung
5.2.1 Senkung des Mehrwertsteuersatzes
5.2.2 Kurzarbeit
5.2.3 Finanzierungshilfen
5.2.4 Aufstockung Kindergeld
6 Fazit
6.1 Erfolgsfaktoren unabhängiger Uhrenhändler
6.1.1 Stammkunden
6.1.2 Service
6.1.3 Tourismus
6.1.4 Kooperationen
6.1.5 eCommerce
6.1.6 Nachhaltigkeit
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Ziel der Arbeit ist es, die Einflussfaktoren der Transformation des deutschen Luxus-Uhrenhandels unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie zu identifizieren und zu differenzieren, ob es sich dabei um einen kurzfristigen Sondereffekt oder eine langfristige Verstärkung bestehender Trends handelt.
- Analyse der Branchenstruktur mittels Porters Five-Forces-Modell.
- Untersuchung des digitalen Reifegrades deutscher Rolex-Konzessionäre.
- Bewertung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Uhrenhandel.
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für unabhängige Uhrenhändler.
- Analyse staatlicher Konjunkturmaßnahmen auf das Konsumverhalten.
Auszug aus dem Buch
2.2 Der globale Luxusmarkt
Ein Luxusgut ist ein Gut, welches nicht lebensnotwendig ist. Zu berücksichtigen ist, dass die Definition eines Luxusguts in Abhängigkeit des wirtschaftlichen Kontexts stark differieren kann. In Industrieländern werden viele Güter zu Bedarfsgütern gezählt, während diese hingegen in Entwicklungsländern den Luxusgütern zugeschrieben werden (bspw. Fahrrad, sauberes Trinkwasser).
Aus mikroökonomischer Sicht sind Luxusgüter solche Güter, die mit steigendem Wohlstandsniveau deutlich stärker nachgefragt werden (Einkommenselastizität der Nachfrage > 1), sogenannte superiore Güter. In Abhängigkeit der Einkommenshöhe kann eine Verdopplung des Einkommens zu einer Verdreifachung der Nachfrage führen. Hintergrund ist, dass bei diesem bestimmten Einkommensniveau, der Bedarf an Grundgütern und inferioren Gütern gedeckt ist und somit Investitionen in Luxusgüter getätigt werden. Sinkt das Einkommen, so sinkt auch die Nachfrage nach Luxusgütern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Ziel der Arbeit und erläutert deren Aufbau.
2 Der Handel mit Luxus-Uhren: Hier werden der Retail-Markt definiert, der globale Luxusuhrenmarkt analysiert und die Renaissance der mechanischen Zeitmesser sowie der deutsche Fachhandel betrachtet.
3 Branchenstrukturanalyse (Five-Forces nach Porter): Anwendung des theoretischen Modells zur Untersuchung der Wettbewerbssituation, Lieferantenmacht, Substitutionsprodukte und Markteintrittsbarrieren.
4 Digitaler Reifegrad deutscher Rolex Konzessionäre: Empirische Untersuchung der digitalen Kommunikationswege und Social-Media-Präsenz (Instagram) der untersuchten Fachhändler.
5 Auswirkungen der Pandemie: Analyse der direkten Pandemie-Folgen für den Handel sowie die Effektivität staatlicher Konjunkturpakete und Hilfsmaßnahmen.
6 Fazit: Zusammenfassung der identifizierten Erfolgsfaktoren für unabhängige Händler wie Stammkundenbindung, Service und Digitalisierung sowie ein Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Luxusuhren, Einzelhandel, Corona-Pandemie, Transformation, Digitalisierung, Branchenstrukturanalyse, Porter Five Forces, Rolex Konzessionäre, Second-Hand-Markt, Konsolidierung, eCommerce, Kundenkommunikation, stationärer Handel, Luxusgüter, Wachstumsstrategien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des deutschen Luxus-Uhrenhandels unter dem Einfluss der Corona-Pandemie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Branchenstrukturanalyse, dem digitalen Reifegrad der Händler und den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemiejahre.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob die Pandemie als Katalysator bestehende Trends beschleunigt hat oder nur als temporärer Störeffekt wirkte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer Literaturanalyse wird das Five-Forces-Modell von Porter genutzt und eine Desktop-Analyse deutscher Rolex-Konzessionäre durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Branchenanalyse, eine quantitative Studie zur digitalen Kommunikation der Händler und eine Bewertung staatlicher Unterstützungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Luxusuhren, Transformation, Digitalisierung und Branchenstrukturanalyse.
Inwiefern hat die Pandemie den stationären Handel beeinflusst?
Durch erzwungene Schließungen wurden Händler gezwungen, kurzfristig digitale Kommunikationsformen wie Video-Beratung oder WhatsApp-Chat einzuführen, um den Kundenkontakt aufrechtzuerhalten.
Welche Rolle spielt der Graumarkt für die Branche?
Der Graumarkt unterliegt durch die steigende Sichtbarkeit online einer hohen Transparenz und erzwingt eine zunehmende Professionalisierung des offiziell konzessionierten Handels.
Wie positionieren sich die großen Konzernmarken?
Die Top-Marken setzen vermehrt auf eine vertikale Integration, bei der die Kontrolle über den Vertrieb und die Verkaufsflächen direkt beim Hersteller oder in Kooperation mit großen Filialisten liegt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Hagen (Autor:in), 2021, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Uhrenhandel in Deutschland 2020, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325927