„Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann“ oder „Ihrem Schutzengel verdanken sie ein langes Leben.“, solche Texte finden wir in den letzten Jahrzehnten wieder häufiger. Ob in der Werbung, in der Kirche oder im Alltag – der Schutzengel ist wieder da. Jedoch stellt uns dies vor eine Problematik in unserem katholischen monotheistischen Glauben. Dürfen wir zu Schutzengeln beten, sie verehren und gleichzeitig von uns behaupten, dass wir „neben Gott „keine anderen Götter haben“ (Ex 20,3)? Sind die Schutzengel für uns zu Nebengöttern oder Gottheiten geworden? Hat ein Schutzengel immer etwas mit Religion zu tun, oder hat sich der Begriff in der heutigen Gesellschaft selbstständig gemacht? Sind die „Boten Gottes“ nur noch Boten der Werbestrategen oder wirkliche „Offenbarungsträger“ ?
Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, werde ich im ersten Teil dieser Arbeit auf die Suche nach der heutigen Bedeutung eines ‚Schutzengels’ eingehen. Um festzustellen, ob der monotheistische Glaube sich trotz der Schutzengel vom polytheistischen Glauben absetzt, werde ich ihn mit ebendiesem vergleichen.
Für den Vergleich habe ich den Hinduismus gewählt, der mir mit seinen vielen Gottheiten als gutes Beispiel für einen polytheistischen Glauben dient. Somit folgt im zweiten Kapitel die Auseinandersetzung mit den diversen Gottheiten im Hinduismus sowie deren Bedeutung im Glauben.
Im darauf folgenden Kapitel erfolgt dann der Vergleich, der mit dem Versuch einer Antwort auf die Frage nach der Rolle der Schutzengel für das Christentum endet.
Am Schluss dieser Arbeit werde ich dann eine kurze Zusammenfassung der Problematik und des Ergebnisses geben.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Die Engel im Christentum
1.1 Die Aktualität des Themas
1.1.1 Auf der Suche nach den Engeln im Alltag
1.1.2 Verwendung des Begriffs Engel
1.2 Der Begriff des (Schutz-)Engels
1.2.1 Die Übersetzung
1.2.2 Der Engel in seinen religionsgeschichtlichen Ursprüngen
1.2.2.1 Die Fravašis
1.2.2.2 Die Vorstellung eines persönlichen Gottes
1.2.2.3 Der persönliche Dämon in der griechisch-römischen Welt
1.2.3 Der Sprachgebrauch
1.2.4 Der Engel in der Bibel
1.2.4.1 Wo taucht der Begriff auf
1.2.4.2 Verschiedene Typen von Engeln
1.2.4.3 Verschiedene Betitelungen der Engel
1.2.5 Der Schutzengel als ständiger Begleiter?
1.2.6 Das Verhältnis der Engel zu Gott
1.3 Der Engel – Eine Gefahr für den Monotheismus?
2. Die Gottheiten im Hinduismus
2.1 Ein kurzer Umriss des Hinduismus
2.2 Die Götterwelt des Hinduismus
3. Vergleich
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Wiederkehr der Schutzengelvorstellung in der Gesellschaft und analysiert, ob diese Entwicklung eine Gefahr für das monotheistische Gottesbild im Christentum darstellt. Hierzu wird ein religionswissenschaftlicher Vergleich mit der polytheistischen Götterwelt des Hinduismus durchgeführt, um die theologischen Unterschiede zwischen Engeln als Boten und Gottheiten als Anbetungsobjekten herauszuarbeiten.
- Aktualität der Schutzengel im Alltag und in der Werbung
- Religionsgeschichtliche Ursprünge des Engelbegriffs
- Unterscheidung zwischen Verehrung und Anbetung im biblischen Kontext
- Vergleich der christlichen Angelologie mit hinduistischen Götterkonzepten
- Abgrenzung zwischen monotheistischem Glauben und polytheistischen Strukturen
Auszug aus dem Buch
1.3 Der Engel – Eine Gefahr für den Monotheismus?
In der Einleitung stellten wir uns die Frage, ob die wieder aufkommenden Engelsverehrung oder Anbetung eine Gefahr für den monotheistischen Glauben ist. Nachdem wir nun in den vorhergehenden Kapiteln auf die Suche nach den Ursprüngen des Engel-Begriffs gegangen sind und wir diverse Vorstellungen von Engeln erarbeitet und gegenübergestellt haben, versuchen wir die Einleitungsfrage auf der Basis dieser Ergebnisse zu beantworten.
Zunächst einmal finden wir in der Bibel die Stelle, an der gesagt wird, dass man „[D]en Herrn allein […] anbeten“ soll (2 Kön 17,36) und das erste Gebot, welches besagt, dass man neben Gott keine anderen Götter haben darf, wichtige Hinweise für die Beantwortung der Frage. Engel dürfen demnach keine Götter sein und nicht angebetet werden. Hierzu ein Zitat aus der Offb:
Ich, Johannes, habe dies gehört und gesehen. Und als ich es hörte und sah, fiel ich dem Engel, der mir dies gezeigt hatte, zu Füßen, um ihn anzubeten. Da sagte er zu mir: Tu das nicht! Ich bin nur ein Knecht wie du und deine Brüder, die Propheten, und wie alle, die sich an die Worte dieses Buches halten. Gott bete an!
In dieser Stellungnahme des Engels wird ganz klar, dass sie nicht angebetet werden sollen und dies nicht geschieht, da die Engel selbst nur Knechte Gottes sind, die sich um den Thron des Herrn versammeln. Selbst Jesus Christus bestärkt seine Brüder im Glauben und der Verehrung der Engel. Karl Rahner, „der einflussreichste und bedeutendste katholische Theologe des 20. Jahrhunderts“, stellte einmal fest, dass die Verehrung von Schutzengeln in dieser Zeit zum Leben dazu gehörte und praktiziert wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, ob die populäre Schutzengelvorstellung den monotheistischen Kern des Christentums gefährdet.
1. Die Engel im Christentum: Dieses Kapitel untersucht die historische und theologische Bedeutung von Engeln, deren biblische Verankerung und ihr Verhältnis zu Gott.
2. Die Gottheiten im Hinduismus: Es erfolgt eine Einführung in die komplexen Strukturen des Hinduismus sowie ein Überblick über dessen diverse Götterwelt als Vergleichsfolie.
3. Vergleich: Dieser Abschnitt stellt die Eigenschaften von christlichen Engeln und hinduistischen Gottheiten gegenüber, um wesentliche Unterscheidungsmerkmale im Hinblick auf den Monotheismus herauszuarbeiten.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Schutzengelverehrung im Christentum keine reale Gefahr für den monotheistischen Glauben darstellt, da Engel strikt als Boten und nicht als Gottheiten definiert sind.
Schlüsselwörter
Schutzengel, Christentum, Hinduismus, Monotheismus, Polytheismus, Angelologie, Gottheiten, Theologie, Religionsgeschichte, Anbetung, Verehrung, Bibel, Brahma, Vishnu, Shiva.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die moderne Wiederbelebung der Schutzengel-Thematik im Widerspruch zum christlichen Monotheismus steht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Engelvorstellung im Christentum, die hinduistische Götterwelt und den Vergleich beider religiöser Systeme hinsichtlich ihres Gottesbegriffs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob Schutzengel als "Nebengötter" fungieren oder ob sie klar in den monotheistischen Rahmen eingebettet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der theologische Fachliteratur und biblische Quellen mit religionsgeschichtlichen Erkenntnissen zum Hinduismus abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Engelbegriffs im Christentum, die Analyse der Götterwelt des Hinduismus und einen direkten Vergleich dieser Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schutzengel, Monotheismus, Polytheismus, Theologie und Religionsvergleich.
Gilt die Verehrung eines Schutzengels im Christentum als Götzendienst?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Engel im Christentum als Knechte Gottes gelten, die ihre Anbetung ausdrücklich ablehnen, was einen polytheistischen Wechsel ausschließt.
Warum wurde der Hinduismus für den Vergleich ausgewählt?
Der Hinduismus dient als Beispiel für ein polytheistisches System, um durch den Kontrast die Eigenart des christlichen Monotheismus deutlicher hervorzuheben.
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- Arne Loewenich (Autor), 2006, Sind Schutzengel eine Gefahr für den einen Gott?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132594