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Misogyne Frauenbilder innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram

"Die Löwin versucht nicht der Löwe zu sein"

Title: Misogyne Frauenbilder innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram

Master's Thesis , 2022 , 114 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johanna Pfaller (Author)

Communications - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Inwiefern werden misogyne Frauenbilder innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram verbreitet?

Ziel der vorliegenden Abschlussarbeit war es, empirisch fundierte Erkenntnisse über frauenfeindliche Tendenzen in der Protestbewegung der Querdenker:innen zu gewinnen. Zu diesem Zweck werden mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse die Kommunikationsinhalte in ausgewählten Telegram-Kanälen und -Gruppen untersucht, die der deutschsprachigen Querdenker-Szene angehören.

Die Abschlussarbeit vermittelt zunächst einen Überblick über die zentralen theoretischen Erkenntnisse zu dem Phänomen Misogynie. Ausgehend von dieser Erörterung arbeitet der Forschungsbericht eine eigene Definition von Frauenfeindlichkeit heraus und diskutiert dann unterschiedliche Erscheinungsformen von Misogynie in gegenwärtigen Diskursen sowie den Zusammenhang mit anderen Ideologien und zugrundeliegenden Denkmustern. Anschließend widmet sich diese Arbeit der Entstehung und Zusammensetzung der Querdenker-Bewegung aus diversen gesellschaftlichen Milieus, bevor die Bedeutung der Plattform Telegram für die Bewegung illustriert wird. Nach dem Theorieteil wird das methodische Vorgehen in der Studie begründet, beschrieben und reflektiert. Daran anknüpfend werden die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse präsentiert. Zuletzt folgt eine Diskussion über misogyne Frauenbilder in der Querdenker-Bewegung und eine Einordnung der Erkenntnisse in den bestehenden Forschungstand, bevor diese Arbeit mit einem Kapitel über die Limitationen und möglichen Anschlussstudien an dieses Forschungsprojekt endet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Relevanzbegründung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Misogynie

2.1.1 Eine Definition der Misogynie

2.1.2 Facetten von Misogynie in gegenwärtigen Diskursen

2.1.3 Misogynie in digitalen Kommunikationsräumen

2.1.4 Misogyne Rollenbilder in gesellschaftlichen Milieus

2.2 Die Querdenker-Bewegung

2.2.1 Entstehung und Entwicklung der Protestbewegung

2.2.2 Zusammensetzung der Bewegung: Querdenken als Bindeglied zwischen diversen Milieus

2.2.3 Querdenker:innen und Frauenfeindlichkeit?

2.3 Die Rolle der Plattform Telegram in der Querdenker-Bewegung

2.4 Ziel der Forschungsarbeit

3. Methodik

3.1 Begründung der methodischen Vorgehensweise und Gütekriterien

3.2 Auswahl der Stichprobe

3.3 Operationalisierung

3.4 Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse

3.5 Ethische Reflexion der Studie

4. Ergebnisse

4.1 Die Darstellung von Misogynie in der Querdenker-Szene: Aufwertung und Abwertung

4.2 Hintergründe der kommunizierten Misogynie: Ursprung und Kontext

4.3 Gewalt gegen Frauen: unzulässig oder legitimiert

4.4 Frauen und Berufstätigkeit: Politikerin oder nichts

4.5 Das Idealbild der Frau als Partnerin und Mutter

4.6 Die (Un-)Gleichberechtigung von Frau und Mann

5. Diskussion

5.1 Interpretation und Einordnung in den Forschungsstand

5.2 Limitationen und mögliche Anschlussstudien

6. Ausblick

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

8.1 Kategoriensystem

8.2 Kodierleitfaden

Zielsetzung & Themen der Forschungsarbeit

Diese Masterarbeit untersucht die Verbreitung und Ausprägung von misogynen Frauenbildern innerhalb der deutschen Querdenker-Bewegung auf Telegram. Das primäre Ziel ist es, die in dieser heterogenen Bewegung kursierenden frauenfeindlichen Narrative empirisch zu erfassen und zu analysieren, um so eine Lücke im aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand zu schließen.

  • Analyse von Misogynie in digitalen Kommunikationsräumen (Telegram).
  • Untersuchung der Zusammensetzung der Querdenker-Bewegung und deren ideologischer Parallelen.
  • Erforschung von Narrativen zu Frauenbildern, Rollenverständnissen und Gewalt legitimierendem Denken.
  • Untersuchung der Rolle von Antifeminismus und traditionell-patriarchalen Ideologien in der Szene.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung von Misogynie in der Querdenker-Szene: Aufwertung und Abwertung

Als ersten Punkt kann festgehalten werden, dass sich in den Telegram-Chats der Querdenker-Bewegung tatsächlich misogyne Frauenbilder verbreiten. Die Nutzer:innen kommunizieren Frauenfeindlichkeit in zahlreichen Facetten, die in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet werden. Zunächst widme ich mich der Frage, in welchen Formen Misogynie grundsätzlich in den Telegram-Chats der Querdenker:innen auftritt. Misogyne Überzeugungen werden in den Beiträgen sowohl über eine Aufwertung als auch eine Abwertung von Frauen vermittelt. Direkte Angriffe auf Frauen kommen jedoch nur in bestimmten Fällen vor. Eine offensichtliche Abwertung des gesamten weiblichen Geschlechts findet nicht statt, extreme Beleidigungen richten sich aber an einzelne, spezifisch benannte Frauen (B_20, B_27, B_36, B_57). Diese werden in den Chats mitunter als „Schlampe“ (B_34), „Abschaum“ (B_35), „arrogante, dumme Pharmahure“ (B_38) oder „Fotze“ (B_39, B_41) bezeichnet. Weiter verbreitet in den Telegram-Chats ist eine eher subtile Abwertung einzelner Frauen oder Typen von Frauen.

Nutzer:innen äußern sarkastische Kommentare (B_17, B_32, B_65) oder Spott (B_22, B_34, B_53) über Eigenschaften, Meinungen oder Verhaltensweisen von Frauen und setzen diese damit herab. Auch vermeintlich humorvolle Bemerkungen (B_25, B_30, B_36, B_44) oder Memes (B_23, B_42, B_50) werden genutzt, um frauenfeindliche Überzeugungen zu übermitteln. Der Humor, der innerhalb der Telegram-Chats der Querdenker:innen verwendet wird, wirkt zwar bei oberflächlicher Betrachtung harmlos, ist im Kern aber boshaft oder höhnisch und demonstriert eine erkennbare Abneigung der Verfasser:innen gegenüber bestimmten Frauen oder Frauentypen. Eine weitere Form der subtilen Abwertung von Frauen ist das Äußern von Kritik unter Einbezug einer externen Quelle. In diesen Fällen kritisieren Kommunikator:innen Frauen nicht direkt selbst, sondern zitieren kritische Aussagen, die tatsächlich (B_16, B_33) oder nur dem Anschein nach (B_28) von einer anderen Person getätigt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Relevanzbegründung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Misogynie ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von frauenfeindlichen Inhalten innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert das Phänomen Misogynie, die Entstehung der Querdenker-Bewegung sowie deren Nutzung der Plattform Telegram als Kommunikationsraum für radikale Inhalte.

3. Methodik: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse, das Sampling der Telegram-Kanäle, die Operationalisierung der Misogynie sowie eine ethische Reflexion zum verdeckten Vorgehen bei der Datenerhebung.

4. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen die differenzierte Darstellung von Frauen in der Szene, von der Abwertung bis hin zu einer idealisierenden Aufwertung, und thematisieren Gewalt gegen Frauen sowie das Idealbild von Partnerin und Mutter.

5. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse im Kontext des bestehenden Forschungsstandes und reflektiert die Limitationen der explorativen Studie.

6. Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Bekämpfung von Misogynie und unterstreicht die psychische Belastung für Forschende in diesem Themenfeld.

Schlüsselwörter

Misogynie, Frauenfeindlichkeit, Querdenker-Bewegung, Telegram, Qualitative Inhaltsanalyse, Patriarchat, Antifeminismus, Rollenbilder, Verschwörungsdenken, Esoterik, Gender, Online-Kommunikation, Gewalt gegen Frauen, Rechtsradikalismus, Victim Blaming.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie frauenfeindliche Frauenbilder in den Telegram-Kanälen der Querdenker-Bewegung kommuniziert und verbreitet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zu den zentralen Themen gehören patriarchale Rollenbilder, Gewalt gegen Frauen, das Idealbild der Frau als Mutter und Partnerin sowie die Verschränkung von Misogynie mit esoterischen und rechtsextremen Ideologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, empirische Erkenntnisse über frauenfeindliche Tendenzen in einer bisher kaum untersuchten Protestbewegung zu gewinnen und die Mechanismen hinter diesen Aussagen offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine qualitative Inhaltsanalyse von ausgewählten Telegram-Nachrichten, wobei ein deduktiv-induktiv gebildetes Kategoriensystem zum Einsatz kommt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Misogynie-Begriffs und der Querdenker-Szenen sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Chat-Daten hinsichtlich der Kommunikation von Misogynie.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Forschung?

Sie wird durch Begriffe wie Misogynie, digitale Kommunikation, Querdenken, Geschlechterkonstruktionen und qualitative Inhaltsanalyse charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Plattform Telegram für die Bewegung?

Telegram fungiert als zentraler, kaum moderierter Kommunikationsraum, der Anonymität bietet und den Austausch von radikalen, insbesondere verschwörungstheoretischen und frauenfeindlichen Inhalten ermöglicht.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Frauen als „gut“ oder „schlecht“?

Die Bewegung nutzt ein System von „gut“ (nach patriarchalen Maßstäben konforme, idealisierte) und „schlecht“ (emanzipierte, feministische oder politisch gegnerische) Frauenbildern, um weibliches Verhalten zu kontrollieren und zu sanktionieren.

Welchen Einfluss haben esoterische Weltanschauungen auf das Frauenbild in der Szene?

In diesem Kontext wird die Unterordnung der Frau oft mit einer „naturbelassenen“ Ordnung oder göttlichen Vorbestimmung begründet, was Frauen einerseits idealisiert, andererseits in ihrer Handlungsfreiheit stark einschränkt.

Excerpt out of 114 pages  - scroll top

Details

Title
Misogyne Frauenbilder innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram
Subtitle
"Die Löwin versucht nicht der Löwe zu sein"
College
University of Augsburg  (Institut für Medien, Wissen und Kommunikation)
Grade
1,3
Author
Johanna Pfaller (Author)
Publication Year
2022
Pages
114
Catalog Number
V1326064
ISBN (PDF)
9783346813138
ISBN (Book)
9783346813145
Language
German
Tags
Misogynie Frauenfeindlichkeit Querdenker Telegram qualitative Inhaltsanalyse Dark Social
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Pfaller (Author), 2022, Misogyne Frauenbilder innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326064
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