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Vierte Symphonie von Johannes Brahms. Musikalische Analyse des ersten Satzes

Titel: Vierte Symphonie von Johannes Brahms. Musikalische Analyse des ersten Satzes

Wissenschaftliche Studie , 2023 , 13 Seiten

Autor:in: Hsing-Hua Fang (Autor:in)

Musikwissenschaft - Historische Musikwissenschaft
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Die vierte Symphonie hat Brahms im Wesentlichen während seiner Sommeraufenthalte 1884 und 1885 im steiermärkischen Mürzzuschlag komponiert. Nach der Angabe im Brahms´ Notizkalender sollen der erste und zweite Satz im Jahre 1884 entstanden sein und ein Jahr darauf der dritte und vierte Satz. Es liegt dabei die Vermutung nahe, dass der vierte Satz vor dem dritten entstanden ist.

Über die Entstehung der vierten Symphonie schwieg Brahms vorerst trotz immer lauteren Gerüchten im Freundeskreis. Elisabet von Herzogenberg, eine kluge und mit Brahms´ Musik gründlich vertraute Freundin fragte mehrmals bei ihm nach. Schließlich antwortete Brahms am 29. August 1885 in einem Brief. Brahms´ Bedenken und Zweifel an die Akzeptanz seiner neuen Symphonie, die auch in dem Brief an Elisabet von Herzogenberg zu erkennen sind, wurden später von den Reaktionen im Freundeskreis bestätigt.

Die ganze vierte Symphonie wurde erstmals Ende September 1885 von Brahms und Ignaz Brüll an zwei Klavieren vor einigen Freunden und Bekannten vorgestellt, die unmittelbar eine Ratlosigkeit unter den Anwesenden hervorrief. Brahms´ Biografieschreiber Max Kalbeck war bei dieser Aufführung und schlug Brahms kurz darauf ernstlich vor, das Werk vorerst zurückzuziehen und umzuarbeiten. Hans von Bülow, der auch bei der Aufführung anwesend war, bemerkte am 17. Oktober in einem Brief, dass die Sinfonie schwer sei. Aber es dauerte nicht lange, bis er über die Kompliziertheit der Partitur hinaus das Wunderbare in der Musik entdeckte und sich die Begeisterung im Zusammenhang mit der Vorbereitung zur Uraufführung am 22. Oktober ausdrücken ließ.

Brahms leitete am 25. Oktober 1885 in Meiningen die Uraufführung der vierten Symphonie im Rahmen eines Abonnementkonzerts der dortigen herzoglichen Hofkapelle. Eine Woche später wurde das Werk ebendort unter Hans von Bülows Leitung wiederholt. Der Erfolg der Uraufführung war eindeutig und überwältigend. Es folgten dann weitere Aufführungen der vierten Symphonie im November auf der Reise der Meininger Hofkapelle unter Brahms´ Leitung in Frankfurt am Main, Essen, Elberfeld, Krefeld, Köln, Wiesbaden, Utrecht, Amsterdam und Den Haag. Die Erstaufführung der vierten Symphonie in Brahms´ Wahlheimat Wien fand am 17. Januar 1886 unter der Leitung von Hans Richter statt. Im Gegensatz zu Meiningen erntete sie bei der Wiener Aufführung weniger Beifall. Das Werk blieb danach mehr als zehn Jahre einer größeren Öffentlichkeit in Wien unzugänglich. Erst im Jahre 1897, kurz vor Brahms´ Tod wurde die vierte Symphonie wieder in Wien gespielt. Allerdings ist der Wiener Misserfolg eher als Ausnahme in der Aufführungsgeschichte der vierten Symphonie zu betrachten. Allein bis zur Drucklegung der Symphonie im Mai 1886 wurden weitere Aufführungen in Berlin, Köln, Mannheim, Leipzig, Dresden, Breslau, Meiningen, Hamburg, Hannover und London veranstaltet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Entstehungsgeschichte

1.2 Brahms´ Leben – Eine kurze Übersicht

2. Musikalische Analyse

2.1 Exposition

2.2 Durchführung

2.3 Reprise

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich einer detaillierten musikalischen Analyse des ersten Satzes der vierten Sinfonie von Johannes Brahms mit dem Ziel, die strukturellen Besonderheiten und die spezifische Kompositionstechnik der „entwickelnden Variation“ in diesem Werk aufzuzeigen.

  • Entstehungsgeschichte und biographischer Kontext von Brahms' vierter Sinfonie
  • Formale Analyse der Sonatenhauptsatzform (Exposition, Durchführung, Reprise)
  • Untersuchung zentraler motivischer Elemente wie der Terzenkette und des Fanfarenmotivs
  • Diskussion der harmonischen Disposition im Vergleich zur klassischen Tradition
  • Darstellung der motivischen Verdichtung und der konzeptionellen Einheit des Werkes

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Entstehungsgeschichte

Die vierte Symphonie von Brahms, auch sein vorletztes Orchesterwerk hat Brahms im Wesentlichen während seiner Sommeraufenthalte 1884 und 1885 im steiermärkischen Mürzzuschlag komponiert. Nach der Angabe im Brahms´ Notizkalender sollen der erste und zweite Satz im Jahre 1884 entstanden sein und ein Jahr darauf der dritte und vierte Satz folgen. Es liegt dabei die Vermutung nahe, dass der vierte Satz vor dem dritten entstanden ist.

Über die Entstehung der vierten Symphonie schwieg Brahms vorerst trotz immer lauteren Gerüchten im Freundeskreis. Nach mehrmaligen Anfragen von Elisabet von Herzogenberg, einer klugen und mit Brahms´ Musik gründlich vertrauten Freundin, antwortete Brahms schließlich am 29. August 1885 in einem Brief mit folgenden Worten: „Dürfte ich Ihnen etwa das Stück eines Stückes von mir schicken, und hätten Sie Zeit, es anzusehen und ein Wort zu sagen? Im Allgemeinen sind ja leider die Stücke von mir angenehmer als ich, und findet man weniger daran zu korrigieren?! Aber in hiesiger Gegend werden die Kirschen nicht süß und eßbar – wenn Ihnen das Ding also nicht schmeckt, so genieren Sie sich nicht. Ich bin gar nicht begierig, eine schlechte Nr. 4 zu schreiben.“ Brahms´ Bedenken und Zweifel an die Akzeptanz seiner neuen Symphonie, die auch in dem Brief an Elisabet von Herzogenberg zu erkennen sind, wurden später von den Reaktionen im Freundeskreis bestätigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte der vierten Sinfonie und gibt einen biographischen Überblick über das Leben von Johannes Brahms.

1.1 Entstehungsgeschichte: Hier wird der Entstehungsprozess im Mürzzuschlag und die korrespondenzbasierte Rezeption durch den Freundeskreis, insbesondere Elisabet von Herzogenberg, detailliert beschrieben.

1.2 Brahms´ Leben – Eine kurze Übersicht: Das Kapitel skizziert die wichtigsten Stationen im Leben des Komponisten, von seiner Kindheit in Hamburg bis zu seinem Wirken in Wien.

2. Musikalische Analyse: In diesem zentralen Teil wird die formale Struktur des ersten Satzes untersucht und die Abweichungen von der klassischen Sonatenhauptsatzform analysiert.

2.1 Exposition: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten Untersuchung des Hauptthemas, der Überleitungen sowie der Vorstellung des Seitensatzes und der Rolle des Fanfarenmotivs.

2.2 Durchführung: Hier liegt der Fokus auf der motivischen Verarbeitung der bereits in der Exposition eingeführten Elemente und der harmonischen Entwicklung des Satzes.

2.3 Reprise: Das Kapitel analysiert die verschleierte Rückkehr des Hauptthemas und die formale Gestaltung des weiteren Verlaufs bis hin zur Coda.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die für Brahms typische „entwickelnde Variation“ als verbindendes strukturelles Element.

Schlüsselwörter

Johannes Brahms, Vierte Sinfonie, Musikalische Analyse, Sonatenhauptsatzform, Entwickelnde Variation, Terzenkette, Fanfarenmotiv, Exposition, Durchführung, Reprise, Musikwissenschaft, Kompositionstechnik, Motivische Arbeit, Harmonik, Mürzzuschlag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Publikation bietet eine tiefgreifende musikalische Analyse des ersten Satzes der vierten Sinfonie von Johannes Brahms unter Berücksichtigung historischer und formaler Aspekte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Entstehungsgeschichte, eine biografische Einordnung des Komponisten sowie eine dezidierte strukturelle Analyse des musikalischen Satzaufbaus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die spezifischen kompositorischen Verfahren, insbesondere die „entwickelnde Variation“, nachzuweisen und zu zeigen, wie Brahms aus einer Vielzahl an Motiven eine organische Einheit schafft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine musiktheoretische Werkanalyse durchgeführt, die formale Kriterien der Sonatenhauptsatzform auf das Werk anwendet und motivische Entwicklungen innerhalb des Satzes nachverfolgt.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist in die drei klassischen Abschnitte der Sonatenhauptsatzform gegliedert: Exposition, Durchführung und Reprise, ergänzt durch eine Analyse der Coda.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören „entwickelnde Variation“, „Sonatenhauptsatzform“, „Terzenkette“ und „Motivanalyse“.

Warum spielt die Terzenkette eine so wichtige Rolle in der Analyse?

Die Terzenkette wird als zentrales motivisches Element identifiziert, das als Urmotiv dient und sich durch verschiedene Abschnitte des Satzes hindurchzieht.

Wie unterscheidet sich Brahms' Durchführung von der klassischen Norm?

Brahms löst die starre Abgrenzung zwischen den Formteilen auf und integriert durchführungsorientierte Prozesse bis weit in andere Abschnitte, was die harmonische Disposition und die Abgrenzung zur Reprise betrifft.

Welchen Stellenwert nimmt die Coda im Werk ein?

Die Coda stellt den dynamischen Höhepunkt des ersten Satzes dar, in dem das Hauptthema triumphal in der Tonika wiederkehrt und den Satz formal abrundet.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vierte Symphonie von Johannes Brahms. Musikalische Analyse des ersten Satzes
Autor
Hsing-Hua Fang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
13
Katalognummer
V1326383
ISBN (PDF)
9783346817495
ISBN (Buch)
9783346817501
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vierte symphonie johannes brahms musikalische analyse satzes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hsing-Hua Fang (Autor:in), 2023, Vierte Symphonie von Johannes Brahms. Musikalische Analyse des ersten Satzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326383
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Leseprobe aus  13  Seiten
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