Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der es darauf ankommt, flexibel zu sein und sich den
sich immer schneller verändernden Situationen anzupassen. Bei der Betrachtung der verschiedenen
Veränderungen kann man erkennen, dass diese sich in den unterschiedlichsten Bereichen
vollziehen und zusätzlich noch Auswirkungen selbst auf starre Strukturen haben. In dieser
Arbeit wird von allen Veränderungen, die sich in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten
vollzogen haben, der Schwerpunkt der Betrachtung auf die Veränderungen in Kultur und
Sport gelegt. Es geht um das Thema ‚Sport als Kultur’.
Es wird zunächst in Kapitel 2 und 3 verdeutlicht werden, was die Begriffe ‚Sport’ und ‚Kultur’
im einzelnen bedeuten. Bei der Betrachtung des Wandels der Gesellschaft und der daraus
resultierenden Veränderungen für das Verständnis von Sport und Kultur wird in Kapitel 4 die
Brisanz, die sich hinter diesem Thema verbirgt, deutlich werden. Kapitel 5 wird sich anschließend
zunächst mit dem Begriff der Körperkultur auseinandersetzen und damit einen
Bogen spannen zu dem Thema ‚Sport als Kultur’, wie es Ommo Gruppe aufgeworfen hat.
Kapitel 6 rundet die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einer Schlussfolgerung ab.
Ziel der Arbeit ist es, die Brisanz des Themas sowie seine Aktualität hervorzuheben, um anschließend
herauszustellen, inwieweit und ob Sport und Kultur in der Phrase ‚Sport als Kultur’
miteinander vereinbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sport
2.1 Der Sportbegriff
2.2 Sport im indirekten Verständnis
3. Kultur
3.1 Kultur damals
3.2 Kultur heute
4. Gesellschaftliche Veränderungen
5. Sport und Kultur
5.1. Körperkultur
5.2. Sport als Kultur
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und strukturelle Entwicklung von Sport und Leibeserziehung unter dem Leitthema „Sport als Kultur“. Das primäre Ziel ist es, die Brisanz dieses Themas aufzuzeigen und zu analysieren, inwieweit Sport heute als Bestandteil der modernen Kultur verstanden werden kann.
- Historische Betrachtung der Begriffe Sport und Kultur
- Wandel gesellschaftlicher Strukturen und dessen Auswirkungen auf das Freizeitverhalten
- Analyse von Sport als Bestandteil der Alltagskultur und Erlebniswelt
- Bedeutung von Körperkultur im Kontext des modernen Sportverständnisses
Auszug aus dem Buch
5.2 Sport als Kultur
In dem modernen Verständnis von Kultur ist der alte einheitliche und vor allem normative Sinn eingeebnet, ‚planifiziert’ worden. Zugleich ist die Kultur in vielfältige und unübersichtliche Teilkulturen - und diese wiederum zum Teil wieder in Subkulturen – zerfallen. Das Kulturverständnis ist inzwischen so unscharf geworden, dass es fast alle menschlichen Tätigkeiten und Lebensbereiche einbezieht. „Obszönitäten, Brutalitäten, Dümmlichkeiten und Banalitäten ebenso wie großartige ästhetische Leistungen und moralische Haltungen“ gehören inzwischen mit in den Kulturbegriff.
In einem solchen Sinne ist auch Sport Teil des kulturellen Lebens geworden. GRUPE verdeutlicht, dass diese Entwicklung aber nichts damit zu tun hat, dass der Sport „alle Sünden und Übertreibungen seiner Jugendjahre überwunden und sich zu einem würdigen Kulturgut geläutert hätte“, sondern eher damit, dass sich eine andere Auffassung von Kultur durchsetzte und dadurch „der Sport unversehens und ohne besonderes eigenes Verdienst in den Rang eines Teils einer so und damit anders als zuvor verstandenen Kultur aufrückte“.
Dass Sport heute als Kultur zu verstehen ist, liegt aber nicht nur an der Veränderung des Kulturverständnisses, sondern Sport ist auch noch auf andere Weise Teil dieses nun anders verstandenen kulturellen Lebens geworden. Zwei Entwicklungen lassen sich dabei nach GRUPE unterscheiden, die im vorherigen Teil der Arbeit zum Teil schon angeschnitten worden waren: zum ersten ist es die Ausbreitung und Entwicklung des Sports als ‚Teil der Alltagskultur’, zum zweiten ist es die ‚Versportlichung’ des kulturellen Lebens insgesamt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit flexibler Anpassung in der modernen Gesellschaft und führt in die Thematik „Sport als Kultur“ ein, wobei das Ziel der Arbeit als Klärung der Vereinbarkeit dieser Begriffe definiert wird.
2. Sport: In diesem Kapitel werden der historische Ursprung des Sportbegriffs sowie dessen Wandel zum modernen Leistungssport und dessen Verflechtung mit den Medien dargestellt.
3. Kultur: Das Kapitel kontrastiert historische Definitionsansätze von Kultur mit heutigen, differenzierteren Modellen und beleuchtet die historische Ausgrenzung des Sports aus dem Kulturbegriff.
4. Gesellschaftliche Veränderungen: Hier wird der Wandel des Freizeitverhaltens und die Bedeutung von Sport als zentralem Element im sogenannten Erlebniszeitalter analysiert.
5. Sport und Kultur: Dieses Kapitel verknüpft die vorangegangenen Analysen und diskutiert, wie Sport durch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und neue Motivationslagen zu einem zentralen Bestandteil der modernen Kultur wurde.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit stellt fest, dass Sport und Kultur heute eng verwoben sind und die Kultivierung von Körper und Bewegung eine fortwährende kulturelle Aufgabe darstellt.
Schlüsselwörter
Sport, Kultur, Sportgeschichte, Körperkultur, Gesellschaftswandel, Freizeitverhalten, Erlebnisgesellschaft, Leistungssport, Alltagskultur, Versportlichung, Identität, Lebensstile, Individualisierung, Körperbild, Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Struktur des Sports in Deutschland und untersucht, wie sich das Verständnis von „Sport als Kultur“ im Laufe der Zeit durch gesellschaftliche Veränderungen gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffe Sport und Kultur, die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse im Freizeitverhalten sowie die Bedeutung des Körpers und der Fitness im modernen Lebensstil.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Aktualität und Brisanz des Themas „Sport als Kultur“ hervorzuheben und zu klären, ob Sport in der heutigen Gesellschaft als gleichberechtigter Teil der Kultur angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und die Auswertung soziologischer sowie sportwissenschaftlicher Modelle, um den historischen und gegenwärtigen Kontext zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung der Begriffe Sport und Kultur, den Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf das Freizeit- und Sportverständnis sowie die heutige Rolle des Sports als Teil der Kultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sport, Kultur, Körperkultur, Individualisierung, Freizeitverhalten und der Wandel zu einer Erlebnisgesellschaft.
Welche Rolle spielt die „Zwiebel-Skizze“ von Spencer-Oatey für die Argumentation?
Sie dient als Modell, um zu veranschaulichen, dass Sport, wenn überhaupt, nur in der äußeren Schicht (Rituale und Verhaltensweisen) als Kultur bezeichnet werden kann, während der Kern aus tieferliegenden Grundwerten besteht.
Warum galt Sport früher nicht als Kulturgut?
Sport wurde in einer bürgerlich geprägten Klassengesellschaft als minderwertig angesehen, während Kultur exklusiv mit Theater, Literatur und klassischer Kunst gleichgesetzt wurde.
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- Jana Beauvais (Author), 2001, Entwicklung und Struktur von Sport und Leibeserziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13263