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Leiharbeit und Lohnungleichheit aus Sicht der Insider-Outsider-Theorie

Title: Leiharbeit und Lohnungleichheit aus Sicht der Insider-Outsider-Theorie

Term Paper , 2009 , 20 Pages

Autor:in: Marcel Garz (Author)

Sociology - Economy and Industry
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Im Zuge der Hartz-Gesetzgebung wurde auch die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung
reformiert. Die Flexibilisierung der Leiharbeitsbranche soll einerseits den
Bedürfnissen von Unternehmen nachkommen, andererseits sollen Arbeitslosen zusätzliche
Chancen bei der Job-Suche geboten werden. Nach Angaben der Bundesagentur
für Arbeit waren Ende Juni 2007 rund 731.000 Beschäftigte bei einer
Leiharbeitsfirma angestellt. Der Anteil der Leiharbeitnehmer an allen sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigungen ist zwar mit 2,4% relativ gering, die Beschäftigungszahlen
in der Leiharbeitsbranche sind jedoch in den vergangenen zehn Jahren
um 244% gewachsen. Ausgangspunkt für das starke Wachstum sind die am
01.01.2004 in Kraft getretenen Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.
Zu den wesentlichen Neuerungen zählen die Aufhebung von Befristungsregelungen
und die Einführung der Equal-Treatment- und Equal-Pay-Grundsätze. Trotz
dieser Prinzipien wird das niedrigere Lohnniveau von Leiharbeitern im Vergleich
zu Arbeitnehmern in regulären Beschäftigungsverhältnissen kritisiert.
Die zentrale Frage dieser Arbeit lautet deshalb, warum zwischen Leiharbeitern
und regulär Beschäftigten Lohnungleichheiten bestehen. Grundlage ist die
Arbeitshypothese, dass sich Leiharbeiter gegenüber Arbeitgebern in einer schlechteren
Verhandlungsposition als Arbeitnehmer in normalen Arbeitsverhältnissen
befinden. Als analytisches Hilfsmittel dient die Insider-Outsider-Theorie nach
Assar Lindbeck und Dennis J. Snower. Diese Theorie scheint geeignet, da sich das
Verhältnis von Leiharbeitern zu regulär Beschäftigten bereits intuitiv als Insider-
Outsider-Beziehung darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Insider-Outsider-Theorie

2.1 Personalwechselkosten

2.2 Kooperation oder Schikanierung

2.3 Kollektive Lohnverhandlungen

3 Leiharbeit in Deutschland

3.1 Personalwechselkosten bei Leiharbeitern

3.2 Einarbeitung von Leiharbeitern

3.3 Konflikte innerhalb der Arbeitnehmerschaft

3.4 Vermittlungsprämien

4 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für bestehende Lohnungleichheiten zwischen Leiharbeitern und regulär Beschäftigten in Deutschland, wobei die Insider-Outsider-Theorie als analytischer Rahmen dient, um die unterschiedlichen Verhandlungspositionen der Akteure zu erklären.

  • Analyse der Insider-Outsider-Theorie nach Lindbeck und Snower
  • Untersuchung von Personalwechselkosten als Determinante der Lohnbildung
  • Bewertung der Rolle gewerkschaftlicher Organisation und kollektiver Verhandlungen
  • Analyse der spezifischen Situation von Leiharbeitern im deutschen Arbeitsmarkt
  • Beleuchtung von Machtasymmetrien und Konkurrenzverhältnissen in der Arbeitnehmerschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Personalwechselkosten

Wechselt ein Unternehmen die Beschäftigten, fallen dafür Kosten an. Diese Kosten können entweder produktionsbezogen, oder eine Folge vom Rent-Seeking Prozess der Insider sein. Produktionsbezogene Kosten fallen bei der Einstellung von Arbeitnehmern an. Sie sind nötig, um Entrants auf das selbe Produktivitätsniveau wie Insider zu bringen. Dazu zählen die Kosten für die Suche geeigneter Arbeitnehmer oder die Beseitigung anderer Informationsasymmetrien, Transaktionskosten bei der Einstellung, sowie Ausbildungs- und Qualifizierungskosten. Die Kosten der Rent-Seeking-Aktivitäten der Insider ergeben sich aus Regelungen und Gesetzen hinsichtlich Abfindungen, Betriebszugehörigkeit und Kündigungsschutz sowie sich daraus ergebenden Rechtsstreitigkeiten.

Insofern sind darunter die Kosten zu verstehen, die bei Entlassungen von Arbeitnehmern anfallen. Insider werden in diesem Sinne als die Personengruppe definiert, bei der bereits alle Einstellungskosten angefallen sind und für die im Falle einer Kündigung sämtliche Entlassungskosten fällig werden. Bei Entrants sind Unternehmen nur von Einstellungskosten betroffen. Outsider haben für Unternehmen keine Kostenrelevanz. Lindbeck und Snower nehmen hier an, dass die einzelnen Akteure innerhalb der Gruppen homogen sind. Folglich fallen für alle Arbeitnehmer die selben Personalwechselkosten an. Sofern die Beschäftigten nicht gewerkschaftlich organisiert sind, finden die Lohnverhandlungen individuell statt. Bei diesen Lohnverhandlungen erlangt jeder Insider zumindest einen Teil der ökonomischen Rente, die den Personalwechselkosten innewohnt. Umso höher die Personalwechselkosten sind, desto größer ist die Rente der Insider und dementsprechend höher ist auch ihr Lohn.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lohnungleichheit bei der Leiharbeit ein und stellt die Insider-Outsider-Theorie als zentrales Analyseinstrument vor.

2 Insider-Outsider-Theorie: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zur Entstehung von Lohnunterschieden durch Personalwechselkosten, Kooperationsprozesse und kollektive Verhandlungsmacht.

3 Leiharbeit in Deutschland: Hier wird die theoretische Perspektive auf die reale Situation der Zeitarbeit angewandt, um die Ursachen für Lohnnachteile bei Leiharbeitern detailliert zu untersuchen.

4 Schlussfolgerungen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die unterschiedlichen Personalwechselkosten zu einer Segmentierung des Arbeitsmarktes führen, die Lohnungleichheiten verfestigt.

Schlüsselwörter

Leiharbeit, Insider-Outsider-Theorie, Lohnungleichheit, Personalwechselkosten, Arbeitsmarktsegmentierung, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, Verhandlungsposition, Rent-Seeking, Gewerkschaften, Arbeitsmarkt, Beschäftigungsverhältnisse, Lohnbildung, Tarifverträge, Konkurrenzbeziehungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe für die existierenden Lohnunterschiede zwischen Leiharbeitern und fest angestellten Arbeitnehmern in Deutschland auf Basis ökonomischer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Insider-Outsider-Theorie, Personalwechselkosten, gewerkschaftliche Strukturen und die Auswirkungen der gesetzlichen Regulierung der Zeitarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist zu erklären, warum zwischen Leiharbeitern und regulär Beschäftigten Lohnungleichheiten bestehen, ausgehend von der Hypothese, dass Leiharbeiter eine schwächere Verhandlungsposition einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse angewandt, indem die Insider-Outsider-Theorie nach Lindbeck und Snower rekonstruiert und systematisch auf die spezifische Situation der deutschen Zeitarbeitsbranche übertragen wird.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Mechanismen wie Personalwechselkosten und Kooperationsverhalten sowie deren praktische Anwendung auf die Leiharbeit, inklusive der Rolle von Vermittlungsprämien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Leiharbeit, Insider-Outsider-Theorie, Lohnungleichheit, Personalwechselkosten und Arbeitsmarktsegmentierung beschreiben.

Inwiefern beeinflusst der gesetzliche Kündigungsschutz die Lohnunterschiede?

Der starke Kündigungsschutz für reguläre Beschäftigte erhöht deren Personalwechselkosten für Unternehmen, was ihre Marktmacht stärkt, während die leichtere Beendigung von Leiharbeitsverhältnissen deren Verhandlungsposition schwächt.

Welche Rolle spielt das Kooperationsverhalten der Stammbelegschaft gegenüber Leiharbeitern?

Die Stammbelegschaft kann durch Einschränkung der Kooperation oder Schikanierung die Produktivität der Leiharbeiter mindern, was den Austausch für das Unternehmen verteuert und die eigene Position der Insider stärkt.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit von Mindestlohn-Vereinbarungen für Zeitarbeiter?

Der Autor äußert Skepsis und vermutet, dass trotz neuerer Mindestlohn-Regelungen die bestehenden strukturellen Lohnungleichheiten aufgrund der Beibehaltung der Tarifautonomie kaum verringert werden.

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Details

Title
Leiharbeit und Lohnungleichheit aus Sicht der Insider-Outsider-Theorie
College
University of Hamburg  (Fachbereich Sozialökonomie)
Author
Marcel Garz (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V132644
ISBN (eBook)
9783640388844
Language
German
Tags
Leiharbeit Lohnungleichheit Sicht Insider-Outsider-Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Garz (Author), 2009, Leiharbeit und Lohnungleichheit aus Sicht der Insider-Outsider-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132644
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