Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the 20th century

Karl R. Popper - Wie beeinflusst das Induktionsproblem seine Geschichtsauffassung?

Title: Karl R. Popper - Wie beeinflusst das Induktionsproblem seine Geschichtsauffassung?

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carli Wiegand (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Karl Raimund Popper (1902- 1994) war einer der bekanntesten Philosophen des 20. Jahrhunderts und Wissenschaftstheoretiker. Er wurde in Österreich geboren und studierte in Wien Physik und Mathematik. Nachdem er im Jahre 1937 nach Neuseeland emigrierte, kehrte er im Jahre 1945 nach Europa zurück und wurde Professor für Logik und Wissenschaftstheorien an der London School of Economics. Popper gilt als Begründer des kritischen Rationalismus, der die Lebenseinstellung vertritt dass man sich irren kann beziehungsweise behauptet, dass das gesamte erfahrungswissenschaftliche Wissen prinzipiell widerlegbar ist. Vertreter dieser Strömung erheben die Falsifikation zur Methode, nach der Hypothesen immer wieder Tests unterzogen werden müssen, die darauf ausgerichtet sind, diese zu widerlegen. Wissen kann demnach nicht verifiziert, sondern immer nur vorläufig bestätigt werden. So ist auch das Kausalitätsprinzip nach dieser Auffassung nur eine stark bekräftigte Hypothese, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass sie sich als falsch erweisen kann. Das bedeutet, dass man sich nicht sicher sein kann, ob die Bedingungen die bis heute herrschen morgen noch die selben sind. Poppers Philosophie ist von der Idee getragen, dass es wirklich Neues in der menschlichen Geschichte gibt und wir somit nicht aufgrund unserer Erfahrungen Prognosen über die Zukunft aufstellen können. Diese Gedanken werden sowohl in den Ausführungen zum Induktionsproblem als auch bei der Kritik des Historizismus deutlich. In der vorliegenden Hausarbeit gehe ich auf diese beiden wichtigen Gegenstandsbereiche der Popperschen Philosophie ein um den Einfluss des Induktionsproblems auf sein weiteres Denken zu verdeutlichen. Dementsprechend lautet das in dieser Hausarbeit zu bearbeitende Thema: "Karl R. Popper- Wie beeinflusst das Induktionsproblem seine Geschichtsauffassung?". Es wird sich zeigen, dass Poppers Geschichtsphilosophie größtenteils auf der Kritik des Historizismus beruht. Mit dem Historizismus bezeichnet Popper die spekulative Geschichtsphilosophie. Jene also die anhand des bisherigen Geschichtsverlaufs versucht Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, mit Hilfe derer man Prognosen über den zukünftigen Verlauf der menschlichen Entwicklung aufstellen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Ein grundlegendes Erkenntnisproblem bei Popper

1.1. Das Induktionsproblem

1.2. Die Lösung des Induktionsproblems

2. Wie das Induktionsproblem die Geschichtsphilosophie von Popper beeinflusst- die Kritik des Historizismus

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des von Karl R. Popper identifizierten Induktionsproblems auf seine geschichtsphilosophischen Überlegungen, insbesondere im Kontext seiner Kritik am Historizismus.

  • Kritische Analyse des Induktionsproblems und der daraus abgeleiteten Erkenntnistheorie.
  • Untersuchung der Ablehnung spekulativer Geschichtsphilosophie.
  • Erörterung der Kritik am Historizismus und dessen Anspruch auf historische Vorhersehbarkeit.
  • Darlegung von Poppers Auffassung einer offenen Zukunft und der Rolle des menschlichen Handelns.

Auszug aus dem Buch

1.1. Das Induktionsproblem

Popper beginnt seine Ausführung zur "Logik der Forschung" mit dem Induktionsproblem. Er sagt, dass empirische Wissenschaften der allgemeinen Meinung nach durch die induktive Methode charakterisiert sind. Mithilfe derer allgemeine Theorien und Gesetze bezüglich vergangener Erfahrungen aufgestellt werden. Diese Meinung teilt Popper nicht. Popper geht genau wie Hume davon aus, dass eine logische Rechtfertigung der induktiven Methode zweifelhaft ist und deshalb aufgrund von Erfahrungen keine Aussagen über die Zukunft getroffen werden können. Die Überlegung Poppers bezüglich des Induktionsproblems, schließen an die Überlegungen über die gewohnheitsmäßige Verbindung von Ursache und Wirkung von Hume an.

Popper ist der Meinung, dass ein induktiver Schluss beziehungsweise ein Induktionsschluss, ein Schluss von etwas Besonderem, wie zum Beispiel eine Beobachtung oder ein Experiment, auf allgemeine Sätze, wie Hypothesen oder Theorien sei. Aber die Frage die sich Popper, genau wie vor ihm Hume, stellt ist, ob solche induktiven Schlüsse überhaupt zulässig sind. Er fragt nach der Geltung beziehungsweise der Begründung von allgemeinen Sätzen der empirischen Wissenschaften.

Das Problem was Popper, genau wie Hume erkennt ist, dass sich ein Schluss, bei dem man von einer Beobachtung auf einen allgemeinen auch in Zukunft gültigen Satz schließt, nicht eindeutig beweisen lässt. Solch ein Schluss kann nämlich immer als falsch erweisen, obwohl wir angenommen haben, dass der induktive Schluss logisch korrekt ist. Popper argumentiert anhand eines Beispiels und zeigt, dass obwohl wir mehrere weiße Schwäne beobachten nicht darauf schließen können, dass alle Schwäne weiß sind. Nach Popper ist es auch egal, wie oft wir weiße Schwäne beobachten. Die Schlussfolgerung, dass alle Schwäne weiß sind, kann nicht gerechtfertigt werden, unabhängig von der Anzahl der Beobachtung.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung stellt den Philosophen Karl R. Popper vor und umreißt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich des Einflusses des Induktionsproblems auf seine Geschichtsphilosophie.

1. Ein grundlegendes Erkenntnisproblem bei Popper: Dieses Kapitel erläutert die erkenntnistheoretischen Grundlagen Poppers, wobei der Fokus auf der Kritik an der Induktion liegt.

1.1. Das Induktionsproblem: Hier wird dargelegt, warum Popper, in Anlehnung an Hume, die induktive Methode als logisch unbegründbar zurückweist.

1.2. Die Lösung des Induktionsproblems: Popper präsentiert hier die deduktive Methode als Alternative, die auf der Asymmetrie zwischen Verifikation und Falsifikation aufbaut.

2. Wie das Induktionsproblem die Geschichtsphilosophie von Popper beeinflusst- die Kritik des Historizismus: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie Poppers erkenntnistheoretische Position direkt zur Kritik am Historizismus und dessen Vorhersageansprüchen führt.

3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Argumente zusammen und betont Poppers Bild einer offenen, durch freie Individuen gestalteten Zukunft.

Schlüsselwörter

Karl R. Popper, Induktionsproblem, Falsifikation, Historizismus, Erkenntnistheorie, Geschichtsphilosophie, Deduktion, empirische Wissenschaft, logische Rechtfertigung, offene Gesellschaft, Vorhersagbarkeit, historische Gesetze, kritischer Rationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie von Karl R. Popper, insbesondere mit der Verbindung zwischen seiner Erkenntnistheorie (Induktionsproblem) und seiner Kritik an geschichtsphilosophischen Ansätzen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Induktionsproblem, der Falsifikationstheorie, der Kritik am Historizismus und dem Verständnis von geschichtlichem Fortschritt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Poppers Widerlegung der Induktion seine Kritik an der Möglichkeit historischer Vorhersagen (Historizismus) begründet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse der zentralen Werke Poppers, primär „Logik der Forschung“ und „Das Elend des Historizismus“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die erkenntnistheoretische Herleitung der Falsifikation und die daraus resultierende methodische Kritik an historizistischen Versuchen, Gesetze für die menschliche Geschichte aufzustellen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen: Induktionsproblem, Historizismus, Falsifikation, deduktive Methode und logische Rechtfertigung.

Warum lehnt Popper laut der Arbeit den Historizismus ab?

Popper lehnt den Historizismus ab, weil dieser auf unzulässigen induktiven Schlüssen basiert, die keine wissenschaftlich haltbaren Vorhersagen über die Zukunft der Menschheitsgeschichte erlauben.

Welche Rolle spielt das Individuum in Poppers Geschichtsauffassung?

Nach Popper ist die Geschichte nicht durch deterministische Gesetze vorgezeichnet; stattdessen wird sie durch das Handeln und die Ideen von Individuen in einer „offenen“ Zukunft gestaltet.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Karl R. Popper - Wie beeinflusst das Induktionsproblem seine Geschichtsauffassung?
College
Dresden Technical University  (Institut fü Philosophie)
Course
Generationen, Ethik und Geschichte
Grade
1,0
Author
Carli Wiegand (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V132646
ISBN (eBook)
9783640388868
ISBN (Book)
9783640388950
Language
German
Tags
Induktionsproblem Historizismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carli Wiegand (Author), 2009, Karl R. Popper - Wie beeinflusst das Induktionsproblem seine Geschichtsauffassung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132646
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint